Mitten im Herzen des Stubaitals, umgeben von schroffen Berggipfeln und sattgrünen Almen, liegt der Grünausee – ein Naturjuwel, das seinem Namen alle Ehre macht. Je nach Sonnenlicht glitzert das Wasser smaragdgrün bis tiefblau, während die Spiegelung der umliegenden Berge eine fast magische Ruhe verströmt. Die Bergluft ist frisch und das Schmelzwasser rauscht sanft vom Gletscher hinab. Wer hierherkommt, lässt den Alltag weit hinter sich.
Lohnt sich die Wanderung zum Grünausee im Stubaital?




Der Grünausee ist mit rund 50.000 Quadratmetern der größte Bergsee im Stubaital. Auf 2.335 Metern Höhe gelegen, ist er ein klassischer Karsee, geformt durch eiszeitliche Gletscherbewegungen. Besonders prägend waren die Moränen des Wilde-Freiger-Ferners, die ihn vor etwa 150 Jahren formten. Früher trübte das Schmelzwasser des Kleinen Grünauferners den See milchig – heute, nach dem vollständigen Abschmelzen des Gletschers, ist das Wasser glasklar und schimmert, je nach Licht, in Türkis, Smaragd und Tiefblau.
Die Wanderung zum See beginnt im Tal, bei der Bushaltestelle oder dem Parkplatz Sulzenauhütte, und führt idyllisch und von Wasserfällen begleitet über die Sulzenauhütte (2.191 m) hinauf. Je nach gewählter Route dauert der Aufstieg 2 bis 2,5 Stunden bis zur Hütte und eine weitere Stunde bis zum See. Belohnt wird man mit alpiner Stille, beeindruckenden Bergpanoramen und einer Szenerie, die fast zu schön wirkt, um echt zu sein.
Fototipp: Am besten wandert ihr noch ein kleines Stück weiter Richtung Nürnberger Hütte und fotografiert den See und den Gletscher dahinter von oben.
Anreise zum Zustieg Sulzenauhütte
| Strecke: | 14 km |
| Höhenmeter: | 886 hm |
| Gehzeit: | 5,5 Stunden |
| Einkehrtipp: | Sulzenauhütte |
| Besonderheit: | anspruchsvolle Tour |
Der Stubaitalbus fährt im Halbstundentakt vom Hauptbahnhof Innsbruck taleinwärts und talauswärts. Für den Einstieg zum „WildeWasserWeg“ zur Sulzenauhütte steigt ihr bei der Bushaltestelle Grawaalm aus, für den normalen Weg zur Hütte bei der Bushaltestelle Sulzenauhütte. Übernachtungsgäste im Stubaital können den Bus für die Anreise kostenlos nutzen. Dafür muss ein Formular des Tourismusverbands Stubai ausgefüllt werden.
Bei Anreise mit dem Auto nehmt ihr die A13 Richtung Brenner und fahrt bei der Ausfahrt „Stubaital“ in Schönberg ab. Die Fahrt führt entlang der Stubaitalstraße bis fast zum Talschluss und vorbei an der Grawaalm, wo sich auch Parkplätze befinden. Im Sommer sind die Parkplätze oft begrenzt, daher wird die Anreise mit dem Bus empfohlen.
Aufstieg zur Sulzenauhütte
Die Wanderung zum Grünausee beginnt wahlweise an der Grawaalm mit dem „WildeWasserWeg“ (2,5 Stunden bis zur Sulzenauhütte) oder an der Bushaltestelle Sulzenauhütte mit dem direkten Zustieg (2 Stunden bis zur Sulzenauhütte). Beide Routen starten mit dem Rauschen des Sulzenaubachs im Ohr und einem Blick auf die steilen Hänge des Stubaitals.
Über hölzerne Brücken und schmale Pfade geht es stetig bergauf, vorbei an moosigen Felsblöcken, blühenden Almwiesen und immer wieder Wasserfällen. Besonders die Variante über den „WildeWasserWeg“ beeindruckt mit dem imposanten Grawa-Wasserfall und mehreren Aussichtspunkten. Nach rund zwei Stunden erreicht man die Hochebene, auf der sich die Sulzenauhütte wie ein Postkartenmotiv in die Landschaft schmiegt.
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Mittagessen wie bei Heidi auf der Sulzenauhütte
Auf 2.191 Metern liegt die Sulzenauhütte idyllisch zwischen sanften Grasflächen, einem kleinen Bach und schroffen Gipfeln. Fast erwartet man, dass Heidi einen der roten Fensterläden öffnet und aus der holzvertäfelten Hütte winkt. Stattdessen bedient die nette, junge Hüttenwirtin höchstpersönlich auf der Terrasse. Mit Blick auf den Gletscher gönne ich mir eine ausgiebige Mittagspause mit einem leckeren Kaiserschmarrn.
Das Rauschen des nahen Baches mischt sich mit dem Stimmengewirr anderer Wanderer. Drinnen herrscht urige Hüttenatmosphäre: Holzbänke, knarzende Dielen und der Duft von frisch gebackenem Apfelstrudel. Wer mehr Zeit hat, kann hier übernachten und den Sonnenaufgang am Berg erleben. Die Hütte ist auch Ausgangspunkt für weitere Bergtouren – auch auf den Gletscher. Für mich ist es ein kurzer, aber genussvoller Stopp, bevor der finale Anstieg zum Grünausee beginnt.
Grünausee – Echtes Juwel vor Felswänden
Von der Sulzenauhütte führt ein markierter Pfad in rund einer Stunde zum Grünausee. Begleitet von Schafen und mit stetigem Blick auf den Sulzenauferner geht es aufwärts. Der Grünausee ist das unbestrittene Juwel dieser Tour. Früher wurde er vom Kleinen Grünauferner gespeist, dessen „Gletschermilch“ das Wasser trübte. Seit der Gletscher vollständig geschmolzen ist, erstrahlt der See in klaren, leuchtenden Farben, die je nach Sonneneinstrahlung wechseln.
Direkt an seinen Ufern verläuft auch ein Abschnitt des Stubaier Höhenwegs, der Wanderer zwischen der Sulzenau- und der Nürnberger Hütte führt – ein perfekter Ort für eine längere Pause, bevor es wieder talwärts geht.
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Fazit
Die Wanderung zum Grünausee ist ein Erlebnis für alle Sinne – vom tosenden Wasserfall am Anfang bis zur stillen Magie des Sees am Ziel. Der Stopp an der Sulzenauhütte macht die Tour nicht nur kulinarisch lohnend, sondern unterteilt den Anstieg in gut machbare Etappen. Wer früh startet, kann den See in aller Ruhe genießen, bevor am Nachmittag mehr Wanderer eintreffen. Für Naturliebhaber, Fotografen und alle, die sich eine Auszeit in den Bergen wünschen, ist der Grünausee ein perfektes Ziel im Stubaital. Für euren nächsten Wandertag empfehle ich euch auf jeden Fall noch den „WildeWasserWeg“.
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