Herzogstuhl in Thüringen: Verwunschener Turm im Wald

Der Herzogstuhl der Jagdanlage Rieseneck gehört zu den ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten in ganz Deutschland. Mitten im Wald, abgeschieden zwischen Buchen und alten Jagdanlagen, ragt der schmale Turm plötzlich über die Baumwipfel und wirkt fast ein wenig verwunschen. Wer ein außergewöhnliches Fotomotiv sucht oder Lust auf einen kurzen, unkomplizierten Ausflug in der Nähe des Thüringer Walds hat, findet hier ein Ziel, das definitiv lange im Gedächtnis bleibt.

Lohnt sich die Tour zum des Herzogstuhl Rieseneck?

Der Herzogstuhl der Jagdanlage Rieseneck ist ein historischer Turm zur Jagd nahe Freienorla in Thüringen. Er wurde zwischen 1915 und 1917 von Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg als Rückzugsort für herzogliche Jagdgesellschaften errichtet und liegt abgeschieden mitten im Wald oberhalb eines kleinen Tals. Bereits auf dem Weg zum Turm passiert man mehrere alte jagdliche Einrichtungen, die noch heute an die frühere Nutzung des Gebietes erinnern.

Besonders markant ist die ungewöhnliche Architektur des Turms, die ihn zu einem beliebten Fotomotiv macht. Normalerweise ist das Gebäude nicht zugänglich. Einmal im Jahr, traditionell am Muttertag, wird der achtstöckige Herzogstuhl jedoch geöffnet und kann auch von innen besichtigt werden.

Fototipp: Der ungewöhnliche Turm fotografiert sich fast von alleine. Direkt um den Turm herum findet man genug Lücken im Wald, um ihn richtig in Szene zu setzen. Mit einem weitwinkligen Objektiv kann man dann tolle Bilder machen. Obwohl das Gebäude im Wald liegt, scheint fast bis Sonnenuntergang das Licht hinein.

Anreise zum Herzogstuhl bei Freienorla

Lage:Hummelshain, Thüringen
Erbaut:1915 bis 1917
Strecke:5,4 km
Gehzeit:1,5 Stunden
Geöffnet:nur an Muttertag

Von Erfurt dauert die Anfahrt mit dem Auto etwa eine Stunde. Es bietet sich an, am Parkplatz am Chausseehaus zu parken. Der kleine Wanderparkplatz ist kostenlos und liegt nur rund 25 Minuten zu Fuß vom Herzogstuhl entfernt.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Jagdanlage erreichbar, allerdings wird der Ausflug dann deutlich wanderlastiger. Eine Möglichkeit ist die Anreise mit der Regionalbahn bis Freienorla. Von dort führt der Weg hinauf in den Wald und weiter zur Jagdanlage Rieseneck mit dem Herzogstuhl. Alternativ kann man bis Kahla fahren und den Besuch mit einer längeren Wanderung oder einem Abstecher zur Leuchtenburg verbinden. Wer möglichst nah an den Startpunkt möchte, prüft außerdem die Busverbindung bis Hummelshain, Abzweig Schmölln. Die Haltestelle liegt direkt am ausgeschilderten Parkplatz.

Der Handyempfang ist in der ganzen Gegend schlecht. Route, Fahrpläne und weitere Infos sollte man deshalb am besten vorher sichern.

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Schattiger Buchenwald und erste Jagdanlagen

Vom Parkplatz aus geht es entspannt, meist durch schattigen Buchenwald. Der Weg ist flach und einfach zu gehen. Nach kurzer Zeit erscheint das „Grüne Haus“ und wenig später noch weitere kleine Jagdanlagen. Das waren wohl eine Art Ansitze, um Wild zu schießen. Richtig viel zu sehen gibt es da noch nicht, es ist eher ein erster Vorgeschmack. Und dann erscheint er plötzlich. Etwas in Hanglage steht dann relativ unverhofft der schmale, hohe Herzogstuhl.

Herzogstuhl nur einmal im Jahr geöffnet

Von außen ist das achtstöckige Gebäude gut in Schuss. Unten ist der Grundriss eher schmal, der Teil aus Fachwerk oben ist breiter. So ein ungewöhnlicher Turm kommt hier, mitten im Wald, ziemlich unerwartet. Schmal und hoch, wie er da so im Wald steht, gibt er ein wirklich gutes Fotomotiv ab. Das ganze Areal ist gut gepflegt. Es lohnt sich, hier zu verweilen und sich selbst den besten Blickwinkel auf den Turm zu suchen.

Gelegentlich verbringen Mitglieder des Freundeskreises Rieseneck e. V. eine Nacht im Turm, um das Gebäude in Schuss zu halten. Der Verein öffnet auch immer an Muttertag die Türen, sodass auch die Innenräume besichtigt werden können. Die meisten Räume sind sehr schlicht und schmucklos. Nur der herzogliche Schlafraum ist etwas aufwendiger gestaltet. Im Inneren gibt es eine kleine Küche, Kaminöfen und Toiletten. Interessant ist es schon, die kleinen Räume zu erkunden, doch die Gestaltung ist eher schmucklos. Bis auf ein paar Schnitzereien gibt es nur wenige Verzierungen.

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Fazit

Der Ausflug zum Herzogstuhl lohnt sich vor allem für alle, die auf der Suche nach einem besonderen Fotomotiv sind. Der ungewöhnliche Turm wirkt mitten im Wald fast surreal und bietet je nach Licht und Jahreszeit starke Bildmotive. Die Wanderung dorthin ist angenehm und unkompliziert, aber landschaftlich eher unspektakulär und damit weniger das Highlight der Tour. Insgesamt handelt es sich um einen kurzen, entspannten Abstecher, der sich gut in einen halben Tag integrieren lässt.

Wer danach noch weiterziehen möchte, findet mit der erhabenen Leuchtenburg nur rund zehn Autominuten entfernt ein weiteres lohnendes Ausflugsziel.

Lage

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