Spektakuläres Himmelstor zum Tianmen-Berg in Zhangjiajie

Willkommen im Himmel – oder zumindest in der stark besuchten chinesischen Version davon! Der Tianmen Mountain in Zhangjiajie verspricht mit seinem legendären Himmelstor göttliche Ausblicke. Wer himmlische Ruhe erwartet, wird jedoch schnell auf den harten, touristischen Boden der Tatsachen geholt. Mit einer gesunden Portion Ironie, viel Geduld und cleveren Überlebenstipps wagen wir uns auf den Tianmen-Berg. Es wird steil, neblig und unfassbar voll!

Lohnt sich der Besuch des Tianmen-Bergs in Zhangjiajie?

Der Tianmenshan, wörtlich „Himmelstor-Berg“, liegt im Nationalpark bei Zhangjiajie in Hunan und ist 1.519 Meter hoch. Sein Star ist die Tianmenhöhle, ein natürliches Felsfenster mit 132 Metern Höhe und einer Breite von 57 Metern. In der Praxis heißt das: ein Berg, der nicht nur Landschaft ist, sondern Inszenierung. Denn rund um den Gipfel findet ihr Klippenwege, verglaste Skywalks und Tempelanlagen.

Klingt idyllisch, wäre da nicht der absolute Bauwahnsinn: eine der längsten Seilbahnen der Welt, eine Himmelstreppe mit 999 Stufen, kilometerlange Rolltreppen quer durchs tiefe Gestein und eine Bergstraße mit 99 Serpentinen. Natur trifft hier auf Ingenieurskunst. Wenn ihr absolute Stille sucht, seid ihr hier falsch, aber wer sich für surreale Landschaften begeistert, kommt voll auf seine Kosten.

Fototipp: Bleibe bis 19 Uhr am Vorplatz des Himmelstors. Dann startet eine Lichtshow, welche die steilen Treppenstufen in mystische Farben taucht und das Felsloch eindrucksvoll beleuchtet. Das ist die perfekte Gelegenheit für magische Nachtaufnahmen.

Anreise zum Tianmen-Berg

Lage:Zhangjiajie, Hunan
Himmelstor: 132 m hoch, 57 m breit
Treppenstufen:999
Must-Do:Cliff Walk Wanderung
Beste Reisezeit:Nebensaison

Hier mag niemand halbe Sachen, denn bereits die Anreise zum Tianmen-Berg ist ein Abenteuer für sich. Ihr habt drei Optionen, um hinauf zu kommen: Route A, B oder C. Die ersten beiden sind chronisch ausgebucht. Denn hier ist eine spektakuläre Busfahrt über eine atemberaubende Serpentinenstraße mit 99 Kurven inkludiert.

Route C ist quasi für Spontane und gleichzeitig die beste Option, wie ich finde. Etwas außerhalb von Zhangjiajie schaufelt eine moderne 3S-Gondel die Besucher fast senkrecht und ultra schnell in die Höhe. Unterwegs blickt ihr auf die sich windende Straße. Die Talstation erreicht ihr bequem mit Didi oder dem kostenlosen Shuttlebus von Zhangjiajie.

Massenansturm auf dem Tianmen-Berg

Oben angekommen schlägt mir erstmal eine dichte Nebelwand ins Gesicht. Man steht auf einem riesigen Vorplatz und starrt auf… nichts. Das majestätische Himmelstor ist schlichtweg unsichtbar. Um mich herum Hunderte, die genau wie ich auf ein Wunder warten.

Als sich der Nebel nach einer Stunde endlich lichtet, offenbart sich das gewaltige Loch im Felsen. Daneben ein Wasserfall, der in die Tiefe stürzt. Die steilen Treppen, die zum Tor hinaufführen, gleichen sofort einer Ameisenstraße voller Menschen. Es ist eine faszinierende Mischung aus Naturkulisse und durchgetakteter Touristen-Maschinerie. Irgendwie absurd, aber dieser extremen Faszination kann man sich nicht entziehen.

Wahnwitziges Meisterwerk aus Natur und Technik

Auf jeden Fall braucht man wohl Nerven aus Stahl, um den Tianmen-Berg zu meistern. Wichtig: Tickets für Route A und B unbedingt vorab reservieren. Packt eigene Snacks ein, denn die Preise oben sind für chinesische Verhältnisse gesalzen, auch wenn es bekannte Fastfood-Ketten wie Burger King gibt. Normale Trittsicherheit reicht völlig aus, die Pfade sind betoniert oder als Holzstege ausgebaut.

Technisch ist dieser Berg ein wahnwitziges, wenn nicht gar überzogenes Meisterwerk, denn hier oben wartet gleich das nächste Highlight: eine ewig lange Rolltreppe, die uns mitten durch das massive Gestein transportiert. Mein allerwichtigster Tipp gegen die Massen: Kommt entweder sehr früh zur Öffnung ab 7:30 Uhr oder am späten Nachmittag.

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Spektakuläre Skywalk am Abgrund

Wir haben die Stufen zum Tor tapfer bezwungen. Oben wimmelt es wieder vor Menschen, also lassen wir den Trubel hinter uns und wählen die große Rundtour. Die Warteschlangen am gläsernen Skywalk ignorieren wir und gehen einfach weiter zum regulären Cliff Walk.

Dieser spektakuläre Höhenweg klebt förmlich frei-schwebend an der senkrechten Felswand. Dort sind wir fast allein, haben einen gigantischen Blick auf die atemberaubende, tiefgrüne Karstlandschaft und können die pure Natur genießen. Etwa auf halber Strecke wartet mit dem Tianmen Mountain Tempel ein überraschend entspannter Rückzugsort. Wer danach lauffaul ist, nimmt einfach den nostalgischen Zweier-Sessellift über die Baumwipfel zum höchsten Punkt.

Wunderschöne Lichtinszenierung am Himmelstor

Natürlich sind das gigantische Himmelstor und der Cliff Walk am Tag schon irre. Aber richtig eindrucksvoll wird es, wenn die meisten Touristen schon abgereist sind. Denn wer bis zum Abend bleibt, erlebt einen wunderbaren Sonnenuntergang und wird mit einer Lichtinszenierung belohnt. Die schier endlosen Treppenstufen erstrahlen plötzlich in verschiedenen Farben, während das Felsentor selbst durch warmes Licht aus der Dunkelheit gerissen wird.

Bei Nacht verliert der Ort endlich seinen überlaufenen Freizeitpark-Charakter und bekommt etwas wahrlich Magisches. Die Massen sind verschwunden, es wird stiller und für einen Moment versteht man die wahre Faszination dieses Berges. Das Warten lohnt sich definitiv. Danach lockt Kultur pur – etwa bei einem Musical im „Foxing Theater“ im Tal oder bei einer beeindruckenden Lichtshow am größten Stelzenhaus der Welt in Zhangjiajie.

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Fazit

Der Tianmen Mountain ist der ultimative Beweis, dass der Mensch vor nichts zurückschreckt – nicht mal davor, Rolltreppen in einen massiven Berg zu fräsen. Ist es unberührte Natur? Nein! Ist es heillos überlaufen? Absolut. Aber die Kombination aus waghalsiger Ingenieurskunst, der kuriosen 99-Kurven-Straße und diesem gigantischen Felsloch ist schlichtweg atemberaubend.

Der Berg liefert grandiose Ausblicke und Klippenwege, die unweigerlich für weiche Knie sorgen. Ein ironischer, anstrengender, aber absolut unvergesslicher Trip. Wem dieser Berg noch nicht reicht, der wird in der Region Zhangjiajie weiter fündig: Wandert durch die surrealen Avatar-Berge im Zhangjiajie-Nationalpark oder testet eure Schwindelfreiheit auf der gläsernen Grand Canyon Bridge.

Lage

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