Krokusse, Narzissen, Tulpen, Rosen, Dahlien … je nach Jahreszeit blüht eine andere Blume in den schönsten Farben. Und egal, wohin ihr geht, immer kommt ihr irgendwie ans Wasser. Es ist wie eine dieser paradiesischen Inseln, auf die man auswandern würde. Nur, dass die Blumeninsel Mainau nicht in der Südsee, sondern im Bodensee liegt.

Lohnt sich ein Besuch der Insel Mainau im Bodensee?

Die Insel Mainau ist die drittgrößte Insel des Bodensees. An der breitesten Stelle ist sie zirka 1050 Meter breit. Wer einmal rundherum spazieren möchte, kann sich auf eine etwa 3 km lange Strecke einstellen.

Die Insel Mainau ist nicht nur eine riesige Parkanlage, sondern bewohnt. Im Jahr 2008 wurde die Einwohnerzahl auf 185 Personen geschätzt. Touristisch zugänglich wurde die Insel erst, nachdem im Jahr 1932 Lennart Bernadotte das schwedische Königshaus verließ und sich stattdessen auf der Insel niederließ. Der Adelige verwandelte Mainau in ein Blumenparadies.

Björn Graf Bernadotte, Sohn von Lennart Bernadotte, lebt noch heute im Deutschordenschloss auf der Insel Mainau. Es ist das barocke Herzstück der Insel. Erbaut wurde das Schloss zwischen 1739 und 1746. Besonders hervorzuheben ist der „Weiße Saal“. Es ist der ehemalige Audienzsaal, der seit 1883 ganz in Weiß und Gold gehalten ist. Für die Öffentlichkeit ist er nur anlässlich von Konzerten zugänglich. Konzerte finden zwar regelmäßig auf der Insel Mainau statt, aber die Darbietung im Weißen Saal gibt es nur zu besonderen Anlässen. Dafür können Besucher die wechselnden Ausstellungen im Wappensaal besuchen und im Schlosscafé einkehren.

Anreise zur Blumeninsel Mainau

Lage:Konstanz
Fläche:44,8 Hektar
Eintritt:22 Euro
Öffnungszeiten:Sonnenaufgang bis -untergang
Beste Reisezeit:April bis Oktober

Aus München kommend dauert die Anreise nach Konstanz am Bodensee etwa drei Stunden. Von dort ist es dann nicht mehr weit bis zum Parkplatz der Insel Mainau. Dieser liegt auf dem Festland und kostet 5 Euro. Vom Festland kommt ihr zu Fuß oder mit dem Inselbus über eine Brücke auf die Insel Mainau.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln könnt ihr ebenfalls anreisen. Der FlixBus fährt ab München bis nach Allmannsdorf/Konstanz durch. Dort müsst ihr einmal umsteigen und nochmals 6 Minuten weiterfahren. Insgesamt seid ihr auf dieser Strecke rund 3,5 Stunden unterwegs.

Zudem gibt es Kombitickets für die Anreise mit dem Schiff. Denn durch das Kombiticket könnt ihr den Eintritt der Insel Mainau mit einer Schiffsrundfahrt über den Bodensee kombinieren. Von allen Landungsstellen am Bodensee könnt ihr somit zur Insel anreisen.

Wir haben den Bodensee mit dem Fahrrad umrundet und sind deshalb auch mit dem Rad angereist. Auf der Insel selbst sind Fahrräder nicht erlaubt. Dafür gibt es vor den Eingängen aber etliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Zusätzlich gibt es Umkleidekabinen, Schließfächer und Reparaturmöglichkeiten. In Konstanz könnt ihr außerdem Leihräder mieten. Auch am Eingang der Insel Mainau befindet sich eine Mietstation.

Tickets, Öffnungszeiten & Eintritt

Die Eintrittspreise für die Insel Mainau liegen für Erwachsene bei 22 Euro. Schüler und Studenten zahlen 13 Euro. Kinder unter 13 Jahren sind frei. Für Familien gibt es einen Familientarif. Euren Hund könnt ihr an der Leine ebenfalls mitbringen. Allerdings darf dieser nicht mit ins Schmetterlingshaus und nicht in die Räume des Schloss Mainau.

Die Insel ist groß. Da gibt es zwei Herangehensweisen. Entweder ihr schlendert einfach los und lasst auf euch wirken, was euch über den Weg kommt oder ihr überlegt euch vorab schon, was ihr sehen wollt, um möglichst effizient die Zeit zu nutzen. Für letzteres könnt ihr euch auf der Webseite der Insel Mainau bereits eine „Merkliste“ mit den Spots zusammenstellen, die ihr unbedingt besuchen wollt.

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Jeden Monat blühen andere Blumen

Wichtig sind die Informationen zu den Blütezeiten. So könnt ihr euch im April auf duftende Hyazinthenfelder freuen. Auch die italienische Wassertreppe leuchtet zu dieser Jahreszeit dank der vielen Tulpen in frühlingshaften Farben. Und vor den Rothaus-Seeterrassen werdet ihr rund um Ostern die Magnolien blühen sehen.

Der Juli ist hingegen der Monat der Hortensien. Dann könnt ihr über den Hortensienweg und auf dem Dachgarten an den dicken Blütenkugeln vorbeilaufen. Außerdem erwarten euch die hopfenartigen Früchte der Japanischen Hainbuche und im Staudengarten könnt ihr Taglilien bestaunen. Die machen ihren Namen übrigens alle Ehre und blühen oftmals nicht viel länger als einen Tag.

Im Oktober dreht sich alles um die Dahlie. Aber auch das Farbenspiel der Bäume auf Mainau ist sehenswert. So nehmen beispielsweise die Blätter des Ginkgo-Baums eine leuchtende, goldgelbe Färbung an. Außerdem gibt es wechselnde Sonderausstellungen und es finden regelmäßig Konzerte und andere Veranstaltungen auf der Insel statt.

Instatipp: Bei manchen Blüten muss man nah herangehen, damit sie wirken. Andere Installationen wirken aus der Ferne. So zum Beispiel das bunte Arrangement in Form eines Pfaus. Sowas sieht sowohl in echt als auch auf Fotos richtig gut aus.

Südländisches Flair im Palmenhaus

Ganzjährig zugänglich und sehenswert ist das Palmenhaus. Dort gibt es über 15 verschiedene Palmen-Arten zu bestaunen. Sobald die Tür hinter euch zufällt und die Geräusche der Natur draußen verschwinden, ist es, als taucht ihr in eine ganz andere Welt ein. Hier drinnen ist es ruhiger. Die Menschen sprechen unbewusst leiser. Einige heben ehrfürchtig die Köpfe und folgen den Stämmen der Palmen bis zur Decke.

Durch die gläserne Konstruktion ist das Palmenhaus lichtdurchflutet, so dass man bald vergisst, in einem Gebäude zu sein. Vielmehr kommt das Gefühl auf, dass man gerade wirklich durch einen Palmenwald streift. Es ist ein kurzer Urlaub im Ausflugstag.

Fast voller Wucht meldet sich dann die Realität draußen zurück. Doch keine Sorge, ihr werdet euch schnell wieder fangen. Denn auch draußen werdet ihr immer wieder von liebevollen Arrangements in den Bann gezogen. Ganz besonders finde ich hier auch die Mediterran-Terrassen, auf denen im Sommer die Pflanzenwelt des Südens blüht.

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Fazit

Dadurch dass immer andere Blumen blühen und die Insel dadurch von Frühling bis in den Spätherbst hinein farbenfroh erscheint, würde sich ein Besuch sogar öfter lohnen. Für alle, die in der Nähe wohnen, rentiert sich in diesem Fall eine Jahreskarte. Für alle anderen werden mehrere Besuche ohne Jahreskarte teuer. Also plant einmal ausreichend Zeit ein, haltet euch für die Blumeninsel Mainau einen kompletten Tag frei und lasst den Blumenzauber auf euch wirken.

Selbst für diejenigen, die sich mit Botanik nicht gut auskennen und den eigenen Garten nicht täglich neu bepflanzen, wird es zum Erlebnis. Denn ihr werdet mit Sicherheit immer euch unbekannte Pflanzen entdecken. Wer noch mehr erfahren will, kann außerdem an einer Führung teilnehmen. Die geführten Touren haben verschiedene Schwerpunkte. Darunter sind spezielle Angebote für Kinder, Kunst- und Geschichtsführungen sowie spannende Rallyes für Erwachsene. So lernt ihr Mainau noch mal aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen.

Übrigens hat die Insel auch im Winter geöffnet. Dann sind die Gewächshäuser und Schloss Mainau weiterhin zugänglich und die restliche Winterlandschaft hat ebenso ihren besonderen Reiz.

Lage

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