Einsame Buchten, kristallklares Wasser und traumhafte Strände. Was nach einem Karibik-Traum klingt, liegt nur etwa zwei Flugstunden von Deutschland entfernt. Ihr findet es auf der griechischen Mittelmeerinsel Korfu. Rund um die Kleinstadt Paleokastritsa, die im Nordwesten der Insel liegt, gibt es eine Vielzahl von kleinen, malerischen Strandabschnitten, die ihr teilweise nur per Boot erreichen könnt. Ich nehme euch mit auf eine Bootstour zu den wahrscheinlich schönsten Stränden der Insel und Europas.

Lohnt sich die Bootstour in Paleokastritsa auf Korfu?

Paleokastritsa (240 Einwohner) ist neben Korfu Stadt eines der touristischen Zentren der Insel Korfu. Hier gibt es zahlreiche Bars, Restaurants und Hotels, aber auch eine Menge Natur. Zwischen Bergen eingebettet liegt der für die Kleinstadt recht stattliche Hafen. Unzählige Fischer- und Touristenboote, auf denen im Schnitt 4–8 Personen Platz finden, liegen hier vor Anker. Und mit letzteren geht es raus aufs Meer, mitten rein in einen der wahrscheinlich facettenreichsten Küstenabschnitte im Mittelmeerraum. Das geht entweder auf eigene Faust (auch ohne Bootsführerschein) oder in Begleitung eines Skippers.

Fototipp: Das Meer in den Buchten um Paleokastritsa ist an vielen Stellen glasklar. Vom Boot aus könnt ihr zum Beispiel am Chomi Beach das türkisblaue Wasser wunderbar vor den hellen Kalkfelsen an der Küste fotografieren. Nutzt am besten die HDR-Funktion an euren Kameras, um die Strukturen in den Felsen besser abzulichten.

Anreise nach Paleokastritsa auf Korfu

Lage:Nordwestküste Korfu
Beste Reisezeit:Frühsommer bis Herbst
Kosten:pro Boot ab 50 Euro (2023)
Bootsführerschein:nicht erforderlich
Must-See:Rovinia Beach

Eure Reise nach Paleokastritsa beginnt in Korfu Stadt. Von hier aus nehmt ihr, wenn ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen wollt, den Bus A9 nach Paleokastritsa. Dieser bringt euch für wenige Euro innerhalb von rund 50 Minuten ans Ziel und hält direkt am Hafen.

Alternativ könnt ihr auch mit einem Mietwagen, den ihr an den zahlreichen Mietstationen um den Flughafen Korfu für wenig Geld bekommt, nach Paleokastritsa fahren. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten und führt euch einmal quer über die Insel.

Selbst Boot steuern oder Skipper buchen

Rings um den Hafen von Paleokastritsa gibt es mehrere Stände und Geschäfte, an denen ihr Boote mieten könnt. Die wesentlichste Entscheidung, die ihr treffen müsst, ist zunächst, ob ihr das Boot selbst steuern wollt oder einen Skipper mit buchen möchtet. Einen Bootsführerschein benötigt ihr hierbei nicht. Ihr bekommt aber eine Einweisung zu Beginn. An Tagen mit starkem Wellengang ist das Selbstfahren allerdings so gut wie nie möglich.

Auch deshalb haben wir uns für eine Tour mit Skipper entschieden, da das Meer an diesem Tag etwas zu unruhig war, um selbst das erste Mal „Kapitän“ zu sein. Und: es war die absolut richtige Entscheidung, da die Wellen und der Wind auf dem Meer schon ziemlich stark waren. In den Buchten merkt man davon deutlich weniger, was etwas trügerisch sein kann.

Die zweite Entscheidung ist dann die, wo es hingehen soll. Und die Auswahl an Stränden in der Region ist schon ziemlich beeindruckend. Zwar gibt es nur fünf „Hauptbuchten“ rings um Paleokastritsa, aber noch etliche kleinere, die erkundet werden wollen.

Strände mit feinem Sand entlang der Steilküste, Strände mit kleinen Kieseln oder Abschnitte mit schroffen Felsen, die sicher für Schnorchler besonders interessant sind. Aufgrund der teils steil abfallenden Küstenlinie könnt ihr einen Großteil dieser Strände und Buchten ausschließlich per Boot erreichen.

Rundfahrt entlang der wunderschönen Küste Korfus

Wir entscheiden uns also für eine etwa einstündige Tour auf dem Meer. Die Fahrt aus dem Hafen bis auf das offene Meer dauert etwa 10 Minuten. Es geht vorbei an Felsen, die teils fjordähnlich aus dem türkisblauen Wasser empor schießen. Wir fahren vorbei am hoch oben liegenden Kloster von Paleokastritsa. Die Route führt uns zunächst auf dem Meer in Richtung Norden.

In einiger Entfernung sind die Ruinen von Angelokastro, einem alten Kloster, zu erkennen. Und vor uns liegen einzigartige Buchten. Teils ragen schroffe Felsen aus dem Meer hinaus. Kurzer Stopp am Kastelli Beach, etwas unterhalb von Angelokastro. Direkt hinter dem Strand ragen die Berge zig Meter in die Höhe. Der Strandabschnitt ist geschätzt 100 Meter lang. Und nur ein weiteres Boot liegt hier vor Anker. Es ist Nebensaison, aber im Juni trotzdem angenehm warm zum Baden.

Die Bootstour geht nun weiter in Richtung Süden. Wir passieren die weite Bucht, in der Paleokastritsa liegt. Kurzer Zwischenstopp an der Blue Eye Cave, einer kleinen Höhle, die auf einer Landzunge im Meer liegt. Das Sonnenlicht scheint hier unter dem Felsen im Meer hindurch. Die Szenerie ist einfach nur traumhaft. Und auf der anderen Seite, hinter einer kleinen Landzunge, erstreckt sich der gefühlt endlos lange Chomi Beach.

Der teilweise nur wenige Meter breite Strand liegt unterhalb einer atemberaubenden Steilküste. Über Wanderwege könnt ihr diesen Strand nicht erreichen. Der einzige Weg hierhin führt über das Meer. Die hellen Kalksteinfelsen bilden zum türkisen Meer einen herrlichen Kontrast. Im glasklaren Meerwasser schwimmen etliche Fische unter unserem Boot entlang. Unser Skipper verkauft uns den Strand als „DEN“ Strand der Region. Hier wollen (angeblich) alle hin. Und ich kann es gut nachvollziehen. Dennoch entschließen wir uns, eine andere Bucht anzusteuern.

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Einer der schönsten Strände auf Korfu

Nach etwa einer Stunde geht es zurück in Richtung Paleokastritsa. Auf der rechten Seite entdecken wir dann den Rovinia Beach. Und dieser ist – neben der Bootstour bisher – unser absolutes Highlight. Malerisch in einer kleinen Bucht zwischen den Felsen eingebettet, habt ihr hier ein schönes Panorama über die Hügel rings um Paleokastritsa. In der Ferne seht ihr das Kloster hoch oben auf dem Berg.

Der Rovinia Beach hat zudem eine große Höhle, die einige Meter in die Felsen hineinragt. Der Strand besteht hier aus flachen, hellen Kieselsteinen, die ihn weiß strahlen lassen. Hin und wieder kommt ein kleines Boot mit Touristen, welche die kleine Bucht ebenfalls erkunden wollen. Platz gibt es hier aber mehr als genug.

Wir verbringen hier einige Stunden beim Baden und Schnorcheln, bauen aus den flachen Steinen kleine Steintürmchen und lassen uns am späteren Nachmittag wieder von unserem Skipper abholen. Am frühen Abend sind wir dann zurück an unserem Ausgangspunkt, dem Hafen von Paleokastritsa.

Der Strand ist übrigens einer der wenigen in der Region, den ihr auch mit dem Auto erreichen könnt. Aber: der Weg dorthin ist nichts für schwache Nerven. Über abenteuerliche, unbefestigte Straßen mit teils riesigen Schlaglöchern geht es durch Olivenhaine hin zum Strand. Den Rovinia Beach erreicht ihr dann nach einer kurzen Wanderung mit grandiosen Ausblicken auf das türkisblaue Meer in der Bucht, an deren Ende der große Liapades Beach liegt.

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Fazit

Eine Bootstour zu den malerischen Buchten um Paleokastritsa gehört auf jeden Fall auf die Bucketlist bei eurem Urlaub auf Korfu. Wenn ihr schon mal mit einem Motorboot gefahren seid, dann könnt ihr getrost auf einen Skipper verzichten und das Boot allein steuern. Vorher könnt ihr euch dann schon mit einigen Grundregeln vertraut machen. Die Kosten pro Boot beginnen bei 50 bis 100 Euro pro Tag. Mit Skipper zahlt ihr etwas mehr, bekommt aber so auch wertvolle Tipps und könnt euch sicher sein, dass ihr im Wasser nicht mit größeren Felsen oder Steinen kollidiert. Auch hier gilt: Safety first.

Während es in der Bucht von Paleokastritsa nämlich relativ windstill sein kann, kann es auf dem Meer ein paar hundert Meter weiter doch recht windig sein. Die Wellen machen euch dann das Steuern des Bootes schon recht schwer und als unerfahrene „Kapitäne“ solltet ihr das auf keinen Fall unterschätzen.

Nach eurem Trip aufs Meer lasst ihr bei ein paar Snacks und kühlen Getränken den Tag in der La Grotta Bar ausklingen. Die kleine Bucht liegt zu Fuß etwa 20 Minuten vom Hafen entfernt. Wenn ihr noch etwas Kultur wollt, dann lauft ihr in ebenfalls etwa 20 Minuten rauf zum Kloster Paleokastritsa. Hier habt ihr verschiedene Panoramaausblicke auf die Buchten rund um Paleokastritsa und könnt durch einen Wald aus Oleanderbüschen oberhalb der Steilklippen wandern, die im Juni zudem in voller Blüte stehen.

Lage

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