Wilder Schluchtweg zur Alexanderalm am Millstätter See

Der Millstätter See in Kärnten ist ein echtes Juwel. Den besten Blick auf das tiefblaue Wasser hat man natürlich von ganz oben. Denn von dort sieht man den Millstätter See in seiner ganzen Pracht. Für ambitionierte Wanderer führt der wilde Schluchtweg direkt vom Ufer hinauf über die Schwaigerhütte bis zur Alexanderhütte. Und diese Tour durch die wildromantische Schlucht ist auch noch ein kleiner Geheimtipp in Österreich!

Lohnt sich die Wanderung durch den Schluchtweg?

Der Schluchtweg bei Millstatt am See ist eher unbekannt. Von unten lässt sich kaum erahnen wie wild und unberührt der Pfad durch den Wald sein wird. Satte 1.200 Höhenmeter gilt es zu meistern, wenn ihr vom Ufer bis zur Alexanderhütte auf rund 1.786 m aufsteigen möchtet. Aber gerade an heißen Sommertagen wird aus der anstrengenden Tour ein absoluter Traum. Denn der Wanderweg führt vorwiegend durch schattige Wälder und direkt am plätschernden Bach entlang.

Wenn ihr den Aufstieg auch bis zur Alexanderhütte durchzieht, habt ihr zum Schluss einen wundervollen Blick über den Millstätter See. Neben der sensationellen Aussicht und der Option, hier oben gemütlich zu übernachten, punktet die Hütte vor allem durch ihre exzellente Küche voller traditioneller Kärntner Köstlichkeiten.

Fototipp: Am Herzogfall liegt ein umgestürzter Baumstumpf im Wasser. Das ist ein super Fotomotiv vor dem rauschenden Wasserfall im Hintergrund.

Anreise nach Millstatt

Höhenmeter:1.194 m
Strecke:8,1 km
Gehzeit:5 Stunden
Einkehrtipp:Alexanderhütte
Beste Reisezeit:Mai bis Oktober

Der Millstätter See ist super mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Statt lange hinterm Steuer zu sitzen, sind wir ab München einfach in den Zug eingestiegen, haben im Bordbistro gegessen, ein bisschen geruht und der vorbeiziehenden Alpenlandschaft durchs Abteilfenster hindurch zugesehen. Vom Bahnhof Spittal-Millstättersee bringt uns dann ein Shuttle in wenigen Minuten direkt zum Hotel.

Manchmal ist das einfach der entspanntere Weg in die Alpen. Vor allem, wenn man nicht umsteigen muss. Und gerade nach Kärnten verkehren aus vielen deutschen Städten regelmäßig ICE- und Railjet-Züge als Direktverbindungen. Ein praktischer Tipp für die Planung: Haltet frühzeitig die Augen nach den Sparpreisen der Deutschen Bahn oder der ÖBB offen, um ein günstiges Ticket zu ergattern.

Badesachen nicht vergessen

Wir starten etwas oberhalb von Millstatt. Hier passieren wir einen großen Torbogen, den Einstieg zum Schluchtweg. Und von einem auf den anderen Moment ist es, als treten wir in eine andere Welt ein. Eben haben wir noch geschäftiges Treiben am Seeufer unter der prallen Sonne wahrgenommen, nun ist es schlagartig schattig und irgendwie stiller. Alles um uns herum ist sattgrün. Farne bedecken den Boden, Moose verzieren Baumstümpfe und im Hintergrund ist das Plätschern von Wasser zu hören. Durch diese Idylle windet sich ein schmaler Pfad immer stetig ansteigend bergauf.

Neben einer guten Grundkondition und Schuhen mit einer griffigen Profilsohle, solltet ihr vor allem eine Sache unbedingt einpacken: Badesachen und ein kleines Handtuch. Denn unterwegs laden zahlreiche Gumpen und Wasserfälle zum Abkühlen und Reinspringen ein. Denkt außerdem an ausreichend Trinkwasser und ein paar Snacks zwischendurch. Auf dem Weg gibt es zwar etliche Picknick-Plätze, die nächste Hütte befindet sich aber erst rund 1.000 Höhenmeter höher.

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Einsamer Wasserfall mitten im Kärntner Dschungel

Es fühlt sich ein bisschen an wie ein kleiner Dschungel mitten in Kärnten. Und dann kommen wir zu meinem persönlichen Lieblingsplatz auf der Tour. Etwa auf halber Höhe befindet sich ein Wasserfall, der tief im Fels durch eine Felsspalte hinabsprudelt. Der Herzogfall hat fast schon was magisches an sich. Und er ist super ruhig. Wir sind auf der ganzen Tour bereits alleine unterwegs und hier wird so richtig spürbar, wie besonders das ist.

Wir genießen die Ruhe, hören dem Rauschen des Wasserfalls zu und spüren die Gischt in der Luft. Es gibt einen umgekippten Baumstumpf im Becken davor. Über Steine balancierend erreiche ich den Stumpf und kann mich darauf wie auf einer Bank niederlassen. So bin ich irgendwie mittendrin in der Natur, einfach ein Teil davon. Wenn ihr weitergeht, könnt ihr von einer Art Plattform auch noch mal von oben auf diesen besonderen Platz hinabschauen.

Lohnenswerter Ausklang an der Alexanderhütte

Danach sind es noch einige Höhenmeter erst zur Schwaigerhütte und dann weiter bis zur Alexanderhütte, aber durch die Pause am Wasserfall sind die Beinchen fast wieder frisch. Und oben wartet ja schließlich noch eine hervorragenden Aussicht. Probiert an der Hütte unbedingt den hausgemachten Kaiserschmarren. Der ist richtig fluffig und lecker. Und für Freunde der deftigen Küche kann ich die Kärntner Nudeln empfehlen.

Wenn ihr Zeit habt, solltet ihr nicht sofort wieder absteigen. Denn hier oben lohnt es sich, den Tag ein bisschen langsamer werden zu lassen. Erst auf der Terrasse sitzen und dann vielleicht noch ein paar Minuten zur Schaukel oberhalb der Hütte aufsteigen. Dort schaukelt ihr mit herrlichem Panoramablick bis in die Julischen Alpen. Und wenn ihr es vorher reserviert, könnt ihr euch an der Alexanderhütte sogar ein Almbad genehmigen. Dann lasst ihr den Tag in hölzernen Badewannen ausklingen, die mit erwärmtem Quellwasser gefüllt werden.

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Fazit

Ich finde die gesamte Tour super schön und super idyllisch. Auch für Familien mit Kindern ideal, weil es immer wieder was neues zu entdecken gibt. Man hat unterwegs auf dem Schluchtweg nicht das Gefühl, einfach Höhenmeter abzuspulen. Stattdessen passiert immer was. Und auch an der Hütte wird es nicht langweilig. Zurück geht’s dann wahlweise zu Fuß, oder ihr lasst euch vom „Nockmobil“ (dem flexiblen Rufbus-System der Region) abholen und über die Mautstraße ins Tal shuttlen.

Und dann könnt ihr anschließend den Tag auch noch gemütlich am See ausklingen lassen. Mein Tipp: Leiht euch ein Ruderboot aus. Wir haben uns am Hotel Villa Postillon eines der Boote geschnappt und sind, ausgestattet mit einem kleinen Picknick, zum Sonnuntergang noch mal aufs Wasser rausgepaddelt. Das war ein lohnenswerter Abschluss!

Lage

Praktische Links

Kommentar

  1. Schöne Tour 🙂

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