Versteckt, ganz im Süden der Insel Fuerteventura verbirgt sich hinter einer Bergkette ein malerischer Sandstrand – rau, naturbelassen und ohne Menschenmassen. Nach dem man in einer abenteuerlicheren Anfahrt die asphaltierten Straßen hinter sich gelassen hat, belohnt Cofete seine Besucher mit dem Anblick des blau-türkisen Meers im Kontrast zur gelben Wüstenlandschaft. Mit dem Ziel, das Postkartenmotiv einmal in der Realität zu sehen, habe ich einen Tagesausflug zum Strand gemacht und mich von seiner Einzigartigkeit überwältigen lassen. 

Lohnt sich ein Ausflug zur Playa de Cofete?

Der Playa de Cofete erstreckt sich über 14 Kilometer hinter einem sichelförmigen Bergmassiv auf der Halbinsel Jandía der kanarischen Insel Fuerteventura. Neben dem kleinen Dorf Cofete, gibt es hier kaum Infrastruktur – ein Vorteil für alle, die nach unberührter Natur suchen. Der Strand bietet hellen, weißen Sand und einen atemraubenden Anblick auf den tobenden Atlantik und die vulkanische Wüstenlandschaft. Als ich am Strand angekommen bin und meinem Blick über das Meer hin zum Bergmassiv schweifen lasse, komme ich mir ziemlich klein vor – die Schönheit der Natur ist einfach gigantisch. Bisher hat sich kein anderer Strand so in meine Erinnerungen eingeprägt. 

Fototipp: Wer mit dem Auto anreist, kann auf jeden Fall am Mirador de Cofete haltmachen, um ein Foto zu schießen. Besonders bei Sonnenuntergang ist die Aussicht von den Bergen auf den Atlantik und den Playa de Cofete umwerfend. 

Infos zur Anreise

Ausgangspunkt:Morro Jable
Anreise:PKW oder Bus
Länge:14 km
Verpflegung:keine Restaurants
vor Ort
Besonderheit:Baden nicht empfohlen
(Strömung zu stark)

Was die großen Massen vom Playa de Cofete abhält, ist die schwierige Anreise durch den Nationalpark – ein Vor- und Nachteil zugleich. Denn zwar genießt man hier die Ruhe und Einsamkeit, doch dafür muss man auch die holprige Anfahrt in Kauf nehmen. 

Das geht entweder mit einem Bus oder Mietwagen. Zweimal täglich fährt die Linie 111 der Busgesellschaft Tiadhe von Morro Jable nach Cofete. Da meine Anreise aber vom Norden der Insel aus losging, habe ich mich für einen Mietwagen entschieden, mit dem ich deutlich schneller in den Süden fahren konnte. Da man die asphaltierte Straße hinter Morro Jable verlässt, solltet ihr aber vorher mit der Autoversicherung abklären, ob Schotterwege in der Versicherung abgedeckt werden. Das wusste ich auch erst nach meinem Ausflug – glücklicherweise ist nichts passiert. Letztlich gilt aber, ob Bus oder Auto: Es wird kurvig. (Vomex einpacken wäre also nicht verkehrt)

Vorbereitung / Ausrüstung

Außer einer Bar im Dorf gibt es wirklich keine Chance, etwas am Playa de Cofete zu kaufen. Also besonders, wenn ihr einen Strandtag plant: unbedingt gut vorbereiten! Nicht nur genug Wasser und Essen sollte man dabeihaben, sondern auch einen Sonnenschirm und Sonnencreme. Denn der Strand bietet weit und breit kein bisschen Schatten. Besonders in den Sommermonaten muss man sich vor einem Sonnenstich schützen – auch wenn der kräftige Wind gut abkühlt. So habe ich am Strand mein Bocadillo (spanisches Sandwich) genossen und war unendlich dankbar für den Sonnenschirm über meinem Kopf. 

Strandspaziergang statt Baden

Lange Strandspaziergänge bieten sich am Playa de Cofete optimal an, da der lange Strand nahezu unendlich scheint. Vom Parkplatz aus erstreckt sich der Strand noch ca. 4 Kilometer nach Westen und ca. 9 nach Osten, wo schließlich der Playa de Barlovento de Jandía beginnt. Einen kurzen Blick lohnt auch der halb im Sand versunkene Friedhof neben dem Parkplatz, der wohl eines Tages ganz verschwunden sein wird. 

Vom Baden im Meer kann ich dagegen nur dringend abraten, da die Strömung sehr gefährlich ist – das musste ich leider auch auf die harte Tour lernen. Nachdem ich kurz nur mit den Knien im Wasser stehe, lasse ich mich fröhlich in die Wellen fallen. Und da bin ich plötzlich gefangen. Ich habe keinen Halt mehr auf dem Boden und die Strömung zieht mich unbarmherzig, wohin sie will. Als ich merke, dass ich keine Kontrolle habe, überkommt mich Panik. Kurz bevor ich nach Hilfe rufen kann, treibt mich die nächste Welle näher zum Strand. Pures Glück – ich bekomme wieder Halt auf dem Boden und sprinte so schnell es geht aus dem Wasser und wage es nicht wieder zurückzugehen. So einladend das türkise Wasser also auch aussieht, besser ist es, bei einem Spaziergang zu bleiben und die Aussicht zu genießen. 

Podcast-Tipp


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Hollywood und mysteriöse Villa am Strand

Wer doch etwas Abwechslung sucht, kann zur mysteriösen „Villa Winter“ gehen. Spekulationen über das Haus stellen es in Verbindung mit der Nazizeit. Buzzwords wie U-Boot, Überwachung und Tunnel sind hier nur ein Teil der umlaufenden Gerüchte über das einsame Haus am Playa de Cofete. Um bei Hollywood reifen Themen zu bleiben: Der Strand Cofete war tatsächlich schon Schauplatz von zwei großen Filmproduktionen. 2014 wurden Szenen aus „Exodus: Götter und Könige“, in denen Moses sein Volk durch das Meer führt, gedreht und 2017 tauchten Fotos von Star Wars Schauspielern aus „Solo: A Star Wars Story“ auf. 

Fazit

Wenn für euch Strand mehr als Schwimmen und Baden sein darf, dann ist der Playa de Cofete ein Muss für euren Urlaub auf Fuerteventura. In langen Spaziergängen habe ich den feinen Sand unter den Füßen und den unglaublichen Blick auf die Natur genossen. Das macht es auch wert, die etwas schwierigere Anfahrt hinzunehmen. Nur als echte Wasserratten solltet ihr es euch vielleicht zweimal überlegen, denn schwimmen geht hier wirklich gar nicht! Euch empfehle ich auf jeden Fall den Playa de Sotavento.

Wer noch nicht genug von der Gegend hat, kann außerdem den Roque del Moro abchecken – eine Felsnadel, die hinter dem westlichen Zipfel des Playa de Cofete halb im Wasser steht. Die umliegenden Felsen sehen nicht nur für Geologen interessant aus, sondern auch für Instagram und Foto Nerds. 

Lage

Praktische Links

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