Im nordöstlichsten Osten von Sachsen, kurz vor der Grenze zu Brandenburg, liegt ein wahrer kulturhistorischer Schatz, der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist: die Rakotzbrücke. In den Jahren 1866 bis 1875 erbaut, ist sie mit ihren rund 150 Jahren mittlerweile zu einer der berühmtesten Brücken Deutschlands herangewachsen und ein wahrer Magnet für Touristen aus aller Welt. Malerisch in die riesige Anlage des Azaleen- und Rhododendrenparks Kromlau eingebettet, umgibt das Bauwerk eine ganz eigene, fast mystische Aura. Ich nehme euch mit auf den Weg zur berühmten Rakotzbrücke.

Lohnt sich ein Besuch der Rakotzbrücke in der Lausitz?

Wenn ihr euch auf den Weg in Richtung Rakotzbrücke macht, dann wirkt zunächst erstmal alles so, wie in einem völlig normalen, fast etwas unspektakulären Park. Hier ein paar Bäume, dort mal eine Wiese. Aber auf den zweiten Blick werden euch direkt die riesigen Azaleen- und Rhododendronbüsche ins Auge fallen, die ein wesentlicher Bestandteil der Parkanlage sind, welche die Kakotzbrücke umgibt. Nach einigen hundert Metern Weg, die ihr über breite, teils mit Mineralgemisch verdichtete, Wanderwege zurücklegt, steht ihr im Herzen der Parkanlage vor dem Rakotzsee. Und über eben diesen spannt sich weltberühmte Rakotzbrücke, die im Volksmund auch als Teufelsbrücke bezeichnet wird. Warum? Es muss schon der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben, um ein solches Bauwerk zu erschaffen.

Fototipp: Lasst euch den berühmten Blick mit der Spiegelung der Rakotzbrücke im Rakotzsee auf keinen Fall entgehen! Nach der Sanierung des Parks ist der Aussichtspunkt gut ausgeschildert und leicht zu finden. Hier habt ihr in aller Regel auch genug Platz für einige Bilder ohne Gedränge.

Anreise zur Rakotzbrücke

Lage:Rhododendrenpark Kromlau
Anreise:Bus und Bahn
Erbaut:1866 – 1875
Eintritt:Eintritt frei
Einkehrtipp:Café Azalee

Es ist nicht gerade eine Weltreise, aber schon eine kleine Herausforderung, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in diesen Teil der Lausitz zu gelangen.

Unser Start für die Tour zur Rakotzbrücke nach Kromlau ist Görlitz. Von hieraus geht es mit der Regionalbahn 65 zunächst in etwas mehr als einer halben Stunde bis nach Weißwasser. Ab dem Busbahnhof Weißwasser geht es dann mit dem Bus 257 bis zu eurer Zielhaltestelle Kromlau. Die Fahrt dauert rund 10 Minuten. Hier angekommen, lauft ihr nochmal ein paar Minuten und steht am Ufer des Rakotzsees.

Unwirkliche Architektur der Rakotzbrücke

Ihr werdet euch ein bisschen wie in einer anderen Welt vorkommen, wenn ihr das erst mal auf die Rakotzbrücke blickt. Sie wirkt mit ihren Basaltsäulen, welche die Brücke rechts uns links stützen und einrahmen, fast so, als sei sie aus Holzbalken gebaut. Im hinteren Teil des Rakotzesees ragen erneut Basaltsäulen empor. Diese sogenannte Basaltorgel ist ein gestalterisches Element des Schöpfers des Parks, Hermann Friedrich Roetschke. Die Basaltorgel bildet neben der Brücke, dem Rakotzsee, einer kleinen Grotte und einer “Nebenbrücke”, der kleinen Teufelsbrücke, mit einem kleinen Wildwasser, ein wahrhaftiges Gesamtkunstwerk.

Immer neue Blickwinkel am Rakotzsee

Dieses Gesamtkunstwerk könnt ihr aus allen möglichen Perspektiven entdecken. Um den Rakotzsee führt eine Art Rundweg, wodurch ihr die Sehenswürdigkeiten, die hier geballt vor euch liegen, aus allen erdenklichen Blickwinkeln betrachten und fotografieren könnt. Für den Rundweg benötigt ihr bei entspanntem Tempo etwa 30–40 Minuten. So habt ihr auch ausreichend Zeit, um ab und an ein Foto für Insta oder einfach nur das private Fotoalbum zu schießen. Auf eurem Weg kommt ihr auch an einem Aussichtspunkt vorbei, an dem ihr die zweifellos bekannteste Perspektive auf die Brücke habt.

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Die Spiegelung im Rakotzsee ©Falk

Die kreisrunde Spiegelung im Rakotzsee

Das absolute Highlight ist der mit Abstand berühmteste Blickwinkel auf das Rakotzensemble: der Brückenbogen bildet hier durch die Spiegelung im darunter liegenden Wasser des Rakotzsees einen perfekten Kreis. Dieses Fotomotiv erwischt ihr am Aussichtspunkt am westlichen Ufer des Sees. Und ja! Ihr solltet euch diese Perspektive definitiv nicht entgehen lassen!

Der Park hat neben der Rakotzbrücke noch eine Menge mehr zu bieten, wie beispielsweise das Schloss Kromlau oder das Kavaliershaus. Rund 8,5 Kilometer Wanderwege wollen erkundet werden, die alle top in Schuss sind, denn erst vor wenigen Jahren wurde der Park – inklusive der bis dato einsturzgefährdeten Rakotzbrücke – umfangreich saniert. Nach eurem Park-Bummel geht es am besten weiter mit einer kleinen Stärkung. Die bekommt ihr direkt neben dem Park im Café Azalee. Hier gibts leckeren Kuchen und – je nach Verfügbarkeit – verschiedene Sorten hausgemachtes Eis.

Fazit

Die Rakotzbrücke in Sachen ist etwas ganz besonderes. Allein die kreisrunde Spiegelung der Brücke im Rakotzsee muss man einfach gesehen haben. Abgerundet wird der Besuch der Brücke mit einem ausgiebigen Spaziergang durch den Rhododendrenpark Kromlau, in dessen Herzen die Rakotzbrücke liegt. Der Eintritt in den Park ist frei – und ihr könnt die komplette Anlage rund um die Uhr betreten.

Ein kleiner Tipp: Versucht euren Besuch an der Rakotzbrücke nach Möglichkeit in den Mai zu legen. Hier stehen die meisten Azaleen und Rhododendren im Park in voller Blüte und ihr erlebt somit ein wahres Farbfeuerwerk. Aber auch zu anderen Jahreszeiten ist der Park eine Reise wert. Vor oder nach eurer Tour zur Rakotzbrücke, habt ihr verschiedene Ziele direkt vor der Nase. Zum einen lockt das Lausitzer Seenland mit einem breiten Angebot für Aktivurlauber. Mehr Kultur erlebt ihr nur etwa 5 Kilometer entfernt im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau. Zum Sightseeing seid ihr im malerischen Görlitz genau richtig. Möglichkeiten habt ihr hier also ohne Ende!

Lage

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