Leben, wie Gott in Frankreich – oder eben: wie der Fürst in Bad Muskau! Was auf den ersten Blick vielleicht etwas merkwürdig klingen mag, erschließt sich auf den zweiten dann doch recht schnell. Fürst Pückler schaffte mit dem Bau seines Schlosses und der angrenzenden Parkanlage in der Lausitz in Sachsen ein einzigartiges Refugium, in dem es sich sehr wohl, wie Gott in Frankreich leben ließ. Wir nehmen euch mit auf einen Spaziergang durch den weltbekannten Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau.

Lohnt sich der Besuch im Fürst-Pückler-Park in der Lausitz?

Eigentlich ist es nicht korrekt, wenn man von einem Parkbesuch in Bad Muskau spricht. Der Park entlang der Neiße erstreckt sich nämlich auch über die Stadt- und Landesgrenze hinweg bis Polen. Der Hauptteil des Parks liegt zudem auf polnischer Seite. Das berühmte Schloss mit der nicht weniger bekannten Fuchsienbrücke und den angrenzenden Gebäuden liegen allerdings auf deutscher Seite und somit auch in bzw. am Stadtrand von Bad Muskau. Die Reise durch den Park und der Blick auf die Bauten gleicht einer kleinen Zeitreise durch die kulturhistorischen Epochen der vergangenen Jahrhunderte. Langeweile kommt hier – nicht zuletzt durch die sehr bewegte Geschichte der Anlage – garantiert nicht auf.

Fototipp: Das Neue Schloss ist einer der Top-Fotospots. Nutzt am besten ein Weitwinkelobjektiv, um den Blick über die Treppe mit den markanten Bronzeskulpturen in den Innenhof perfekt in Szene zu setzen.

Anreise nach Bad Muskau

Lage:Lausitz, Sachsen
Erbaut:ab 1815
Must-Do:Turmbesteigung
Must-See:Fuchsienbrücke
Parkeintritt:kostenlos

Es bietet sich durchaus an, den Besuch des berühmten Fürst-Pückler-Parks mit weiteren Sehenswürdigkeiten in der Lausitz zu verbinden. Unser Startpunkt war beispielsweise das mehr als sehenswerte Görlitz. Von hier aus fahrt ihr mit der Regionalbahn 65 bis nach Weißwasser. Von hier aus geht es über Krauschwitz nach Bad Muskau. Eure Haltestellen sind der Kirch- bzw. Maßmannplatz. Von hier aus lauft ihr noch etwa 5–10 Minuten und steht mitten im Pückler-Park.

Mit dem Auto fahrt ihr ab Görlitz über die B 115 und erreicht euer Ziel nach knapp einer Stunde Fahrt. Parkplätze sind am Pückler-Park ausreichend vorhanden.

Bewegte Historie und unendliche Weiten

Mit einer Fläche von 830 Hektar, ist der Fürst-Pückler-Park der größte Park Mitteleuropas im englischen Stil. Das entspricht einer Größe von mehr als 100 Fußballfeldern, was schon ziemlich beeindruckend ist. Im Jahr 1815 begann Herrmann von Pückler-Muskau den Muskauer Park zu errichten. Sein Ziel war es, einen Landschaftspark mit innovativen Ideen und Konzepten zu entwickeln. In den folgenden Jahrzehnten wechselten die Besitzverhältnisse. Der Park wuchs in seiner Fläche erheblich an. Bedingt durch den 2. Weltkrieg wurde der Park schließlich geteilt, nachdem er durch Kriegshandlungen teils schwer beschädigt wurde. Das Neue Schloss ist beispielsweise niedergebrannt worden. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts begannen Rekonstruktionsmaßnahmen. Später verfielen Teile des Parks wieder. Die eigentliche Renaissance erlebte der Park dann Anfang der 2000er Jahre. Im Jahr 2004 wurde der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, wie er offizielle heißt, als UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen und bis vor wenigen Jahren umfangreich saniert.

Moderne Infrastruktur

Der sanierte Park lädt nun mit seinen zahlreichen Bauten und breiten Wanderwegen zu ausgiebigen Spaziergängen ein. Etliche Bauwerke könnt ihr dabei auf beiden Seiten der Neiße besichtigen oder einfach nur die Parkanlage in ihrer ganzen Schönheit betrachten.  Die gute Beschilderung erleichtert euch dabei das Auffinden der Sehenswürdigkeiten. Und davon gibt es wirklich eine Menge zu entdecken. Besonders beeindruckend sind beispielsweise die Neue Orangerie, die Mitte des 19. Jahrhundert im gotisch-maurischen Stil erbaut wurde. Auch die blaue, gusseiserne Fuchsienbrücke ist ein „Must-See“ und ein toller Spot für eure Fotos. Das Highlight ist aber das Neue Schloss selbst.

Das Neue Schloss

Das markante Schloss, welches ihr ziemlich am Rand der Parkanlage in Bad Muskau findet, ist die absolute Top-Sehenswürdigkeit im Fürst-Pückler-Park. Das Bauwerk mit seinem markanten Turm an der Südseite ist weithin sichtbar und teilweise von einem Wassergraben umgeben. Besonders beeindruckend ist die große Treppe, über die ihr den Innenhof des Schlosses erreicht. Rechts und links thronen majestätische, bronzene Löwen. Im Schloss befindet sich unter anderem eine Dauerausstellung über Bad Muskau und wechselnde Sonderausstellungen. Im Schloss-Café könnt ihr euch während eures Rundganges bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Café stärken – und in ungeahnte Höhen aufsteigen. Der Südwestturm des Schlosses ist für Besucher zugänglich. Aus 35 Metern Höhe habt ihr einen grandiosen Rundumblick auf diesen einzigartigen Landschaftspark.

Lohnt es sich? Besuch der berühmten Rakotzbrücke in Kromlau

Fazit

Wenn ihr euren Urlaub in der Lausitz plant, dann ist ein Besuch des Fürst-Puckler-Parkes in Bad Muskau ein unbedingtes Muss. Wenn ihr den Park komplett erkunden wollt (und das solltet ihr!), plant ausreichend Zeit ein. Durch die riesige Fläche und die diversen Sehenswürdigkeiten entlang der Wege, sind 4 bis 6 Stunden das absolute Minimum, welches ihr einplanen solltet. Wenn ihr nur das neue Schloss besichtigen wollt, dass solltet ihr etwa 1,5 bis 2 Stunden kalkulieren.

In der näheren Umgebung könnt ihr zudem einige andere Highlights erleben. Der Azaleen- und Rhododendronpark Kromlau mit der weltberühmten Rakotzbrücke liegt direkt um die Ecke. Das Lausitzer Seenland liegt ebenfalls in der Nähe und lässt eure Herzen ganz sicher höher schlagen, wenn ihr eher die sportlich-aktiven Urlauber seid. Kunst und Kultur erlebt ihr in Görlitz oder der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 2 Stunden erreichbar ist. Und auch Berge liegen auch fast vor der Bad Muskauer Haustür: das Zittauer Gebirge mit dem berühmten Oybin ist per Bahn in reichlich zwei Stunden erreichbar. Das letzte Stück legt ihr dort mit einer historischen Schmalspurbahn zurück.

Lage

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