Ist eine Mango nicht perfekt rund oder eine Möhre gespalten, werden sie aussortiert. Wurde mehr Fleisch eingekauft als nötig, wird es weggeworfen. Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel wird verschwendet und Instock in Amsterdam hat etwas dagegen. Nämlich eine Speisekarte. Das Restaurant arbeitet mit städtischen Supermärkten zusammen und bringt auf den Tisch, was sonst weggeworfen werden würde. Ich habe das Restaurant für euch getestet und sage euch, ob sich Instock in Amsterdam lohnt und ob das Essen schmeckt.

Kochen mit Resten aus dem Supermarkt

Seit 2015 ist Instock in Amsterdam mit seiner Mission vertreten und hat seitdem nach aktuellem Stand 487.892 Kilogramm Lebensmittel vor der Verschwendung gerettet. Mittlerweile ist Instock auch in Den Haag und Utrecht zu finden und produziert bereits auch selber Lebensmittel, wie Bier und Granola.

#amsterdam #essen

Instatipp: Instock hat seinen eigenen Instagram Account. Neben Selfies von sehr zufrieden aussehenden Gästen werden auch nützliche Informationen gepostet. Wenn du selbst Bilder postest, nutze den Hashtag #instockcooking

Außergewöhnliche Kombinationen

Da die kreativen Köche von Instock meist nicht im Voraus abschätzen können, welche Lebensmittel als nächstes bei ihnen eintreffen werden, wird das Menü oft nach Tagesform zusammengestellt. Die Menüfolge (Preis ca. 30 Euro) wird dem Gast am Tisch erklärt, wobei die Anzahl der Gänge und Vorlieben bezüglich Fleisch oder vegetarisch erfragt werden. Durch die Lebensmittellieferungen entstehen dann recht ungewöhnliche Kombinationen auf dem Teller. In meinem Fall war es Bratwurst mit einem halben Blumenkohl. Für Frühstück und Mittagessen gibt es allerdings eine feste Speisekarte, etwa mit eigens produziertem Granola oder neuerdings mit einem Poké Bowl.

Speisekarte mit Erklärungen

Wer sich vor dem Besuch bei Instock schon einmal einen Überblick über das mögliche Speiseangebot verschaffen möchte, findet online eine Karte mit weiterführenden Erklärungen zu den einzelnen Lebensmitteln. So wird etwa aufgeführt, dass bestimmte Produkte zum Beispiel nicht die optischen Standards erfüllten und deswegen weggeworfen worden werden. Außerdem enthält die Karte wichtige Informationen, welchen positiven Effekt ihr als Gäste habt. So spart ihr mit nur einem Vier-Gänge-Menü bei Instock zum Beispiel 2.470 Liter Wasser.

Obst zum Mitnehmen

Lust auf etwas Frisches nach Vorspeise, Zwischengang Hauptgang und Dessert? Auch dafür hat sich Instock etwas für seine Gäste überlegt. So stand bei meinem Besuch neben dem Ausgang ein Korb mit Äpfeln und Orangen, die ebenfalls aus Supermärkten und von regionalen Lieferanten abgenommen wurden und für einen extra Vitaminkick gratis mitgenommen werden konnten.

Leicht per Straßenbahn oder Fahrrad zu erreichen

Instock liegt im Osten von Amsterdam unweit vom Zoo und der Brauerei in der Windmühle Brouwerij ‚t Ij. Mit dem Fahrrad dauert die Anreise ab Centraal Station knapp 15 Minuten. Wer nicht selber treten will, benutzt den Bus Nr. 22 bis Oostenburgergracht oder die Tram Nr. 7 bis 1e Coehoornstraat. Letztere befindet sich genau vor dem Restaurant. Da Instock eher eine gemütliche Größe hat, empfehle ich eine vorherige Reservierung.

Lohnt sich Instock in Amsterdam?

Hier steht ohne Zweifel die gute Absicht im Vordergrund, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Eine sehr lobenswerte Mission, für die die Gäste von Instock auch manchmal etwas merkwürdige Kombinationen in Kauf nehmen. Denn wer hier essen geht, weiß, worauf er sich einlässt. Der Preis ist für den Umfang des Menüs angemessen und die Qualität der Lebensmittel ist hochwertig. Das Essen schmeckt, auch wenn die Zusammensetzung manchmal etwas ungewohnt erscheint. Deswegen mein Tipp: Lasst euch nicht abschrecken, nur weil die Produkte von Supermärkten aussortiert wurden. Die meisten optischen Standards sind ohnehin weit überzogen und sagen nichts über die Genießbarkeit der Lebensmittel auf. Und im Pürree fällt ohnehin nicht mehr auf, ob die Kartoffel eine eher ungewöhnliche Form hatte.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

In Amsterdam gibt es in Sachen Restaurants nichts, was es nicht gibt. Das große Angebot an Bars und Restaurants führt zu exotischen Kombinationen, wie zum Beispiel von Sushi und Burritos im Sushito. Wer also bei seinem Besuch in der niederländischen Hauptstadt eine Gaststätte entdeckt, die er ausprobieren möchte, sollte das am besten sofort tun, denn es kann sein, dass es das Restaurant oder das Cafe in ein paar Wochen schon nicht mehr geben wird.

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