Das Schloss Chillon oder auf Französisch das “Chateau de Chillon” liegt am Rande des Genfer Sees in der Schweiz. In der gut erhaltenen Wasserburg kann man die mittelalterliche Geschichte und die Historie aus vielen Jahrhunderten erleben. Zudem ist die Lage im Genfer See mit den Bergen der Alpen im Hintergrund einfach fantastisch. Ich nehme euch mit zum berühmten See in der Schweiz auf die mystische Wasserburg und eine der Top-Sehenswürdigkeiten, dem Schloss Chillon.

Lohnt sich ein Besuch im Schloss Chillon im Genfer See?

Das Schloss Chillon wird im Jahr 1150 erstmals schriftlich erwähnt. Es wird auf einer kleinen Felseninsel errichtet, daher auch der Name. Chillon bedeutet Felsplatte. Im 12. Jahrhundert gehört das Schloss den Savoyen. Die geografische Lage zwischen den Bergen und dem See ist damals von großer Bedeutung. Die Savoyen können die Via Francigena, die eine wichtige Verbindung vom Norden und Süden Europas darstellt, kontrollieren.

Im Jahr 1536 nehmen die Berner dann das Schloss nach dreiwöchiger Belagerung ein. 1798 erobern dann die Waadtländer das Schloss widerstandslos. Weltbekannt wird das Schloss durch den Dichter Lord Byron, und das Gedicht über den „Gefangenen von Chillon“. Der Freiheitskämpfer François Bonivard leidet sechs Jahre lang im Gefängnis, bis er endlich von den Bernern befreit wird. Seine Figur wird im Gedicht zu einem Freiheitssymbol und verleiht dem Schloss eine mystische Aura. 

Fototipp: Wenn man etwa 500 Meter von der Burg in Richtung Montreux läuft, ergibt sich ein toller Blick auf das Schloss von außen. Mit einem Teleobjektiv kann man die Berge der Alpen ran holen und das Schloss mit dem Genfer See im Vordergrund fotografieren.

Anreise zum Schloss Chillon am Genfer See

Lage:Genfer See, Schweiz
Schlossart:Wasserschloss
Geöffnet:Aktuelle Öffnungszeiten
Erstmals erwähnt:1150
Besuchsdauer:rund 2 Stunden

Das Schloss ist mit Bahn und Bus erreichbar. Zum Beispiel aus Lausanne mit dem IR90 nach Montreux. Dort umsteigen in die Buslinie 201 und bis zur Haltestelle Veytaux Château de Chillon fahren. Die Fahrt dauert rund 40 Min. 

Man erreicht das Schloss auch mit dem Schiff. Aus Lausanne dauert das rund 1:40 Std.; günstiger ist aber definitiv die erste Variante.

Das Schloss liegt eine Autostunde südlich von Bern, direkt am Genfer See in der Schweiz, kurz vor der Grenze nach Frankreich zwischen den Städten Villeneuve und Montreux. Von der A9 nehmt ihr die Abfahrt 15-Montreux. Unmittelbar vor dem Schloss führt die Hauptstraße entlang. Dort gibt es auch Parkplätze, die 3 Stunden lang kostenlos sind. Eine Parkscheibe gibt es an der Schlosskasse. Ziel für das Navi: Parking du chateau de Chillon.

Grandiose Lage im Genfer See mit Alpenpanorama

Schon vom Parkplatz aus wird die unglaublich schöne Lage des Schlosses deutlich. Der Genfer See glitzert an diesem Tag türkisblau in der Sonne. Der Übergang zum stahlblauen Himmel verschwimmt in den verschiedenen Blautönen. Und dann steht da dieses mächtige Schloss vor einem grandiosen Alpenpanorama.

Das ist wirklich beeindruckend. In den Hängen um Montreux gibt es viele Weinreben. Wein, See, Berge und sommerliches Flair, die Gegend erinnert ein wenig an den Gardasee. Über eine hölzerne Brücke geht es dann vom Festland auf die kleine Insel hinüber zum Schloss. 

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Entdeckungen im gut restaurierten Schloss Chillon

Kaum ist man über die hölzerne Brücke vom Festland in den ersten Innenhof gegangen, wird man neugierig. Überall stehen Türen offen. Dahinter verbergen sich große Prunksäle und Empfangsräume für Gäste der Burgherrschaften. Am Eingang des Schlosses bekommen Besucher einen Flyer oder wahlweise einen Audioguide an die Hand. Über 40 Punkte sind dort vermerkt, die Infos zu einzelnen Räumen und Einrichtungen geben. Die empfohlene chronologische Reihenfolge gebe ich schnell auf. Das Schloss und die vielen Räume sind wie ein Labyrinth. Überall gibt es Sachen zu entdecken. Treppen führen hoch und runter, hinter jeder Ecke ist ein neuer Raum zu erkunden.

Ich gehe einfach der Nase nach und lasse mich treiben. Zunächst ist da die Aula Nova, ein Prunksaal des Kastellans. Der große Kamin beeindruckt mich ebenso wie die Sitzgelegenheiten am Fenster und die Vorstellung, wie der Burgherr dort saß und auf den Genfer See schaute. Da alles so originalgetreu restauriert wurde, wird in den Innenräumen wirklich anschaulich, wie die Herrschaften früher gelebt haben. Das Schloss gilt als Vorzeigebeispiel für gute Konservierung und Restaurierung. 

Auf dem Weg von den dunklen Räumen nach draußen blendet die Sonne etwas. In dem gleißenden Licht fällt mein Blick auf die Bergflanke oberhalb der Burg. Ich wundere mich, wie man das wohl verteidigen würde, wenn dort oben feindliche Truppen stünden. Bei einem Angriff könnte das ein Schwachpunkt der Burg sein, denke ich mir.

Treppen führen hoch zu Wehrgängen, die hinter den Verteidigungsmauern gebaut wurden. Die hölzerne Überdachung der Wehrgänge hängt ziemlich tief. Die Leute müssen damals deutlich kleiner gewesen sein als heute. Zur Landseite der Burg gibt es Schießscharten, deren Form sich über die Epochen verändert hat und auf die neuesten Schusswaffen angepasst wurden.

Auf einer der Infotafel lese ich, dass sich 1536 Berner Truppen auf dem Berg platzierten und drohten, auf die Burg zu schießen. Genau wie ich vermutet habe. Durch Kanonenschüsse werden zwei Türme der Burg beschädigt. Daraufhin kapituliert der savoyische Befehlshaber. Da hatte ich wohl den richtigen Riecher, vielleicht wäre ich ein guter Eroberer geworden. 

François Bonivard, der Gefangene im Schloss Chillon

Sehr beeindruckend sind die Katakomben im Keller der Burg. Sie wurden in den blanken Fels geschlagen, der an manchen Stellen noch erkennbar ist. Gestützt wird die Decke durch prächtige Bögen, die man in der Art auch in einer Kirche erwarten könnte. Eine interessante Mischung aus Kellerverlies und Gotteshaus.
Darin wurde François Bonivard sechs Jahre lang gefangen gehalten. Er fristete eine einsame Zeit und schaute den Wasserspiegelungen des Genfer Sees an der steinernen Gewölbedecke zu, bis ihn die Berner befreiten.

Ein weiteres Highlight ist der Bergfried. Im Inneren der Burg steht der hohe Turm, über viele Treppen zu erreichen. Dort ist auch die Schatzkammer gut geschützt untergebracht. Von oben ergibt sich dann ein toller Blick auf die Burg und den Genfer See. Zur einen Seite liegt Montreux mit den Weinbergen im Hintergrund, zur anderen Seite geht der Blick in Richtung Berge auf das tolle Alpenpanorama. 

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Fazit

Die Lage des Wasserschlosses Chillon ist außergewöhnlich schön. Das Alpenpanorama im Zusammenspiel mit dem blauen Genfer See und den Weinreben ist etwas Besonderes. Im Schloss gibt es viel zu sehen. Es wird nie langweilig, da es immer einen neuen Raum, Turm oder Wehrgang zu erkunden gibt. Über die Epochen, den geschichtlichen Hintergrund sowie die militärischen Einrichtungen wird im richtigen Maße informiert. Nicht zu viel, aber ausreichend. Das Schloss gilt als Vorzeigebeispiel für gute Konservierung und Restaurierung. Auch deshalb ist der Besuch interessant, kurzweilig und lohnt sich definitiv.

In der Umgebung lohnt sich außerdem ein Besuch in Montreux, in der ihr unter anderem die Freddy Mercury Staue und die wunderschöne Altstadt besichtigen könnt.

Lage

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