Schroff erhebt sich das Eis des Gletschers rechts und links vom Pistenrand im Skigebiet Saas-Fee/Saastal in der Schweiz. In der Sonne schimmern die Eismassen bläulich. Ich düse zwischen einigen der höchsten Berge der Alpen hinab und mache dabei etliche Höhenmeter. Die Abfahrt vom Mittelallalin bis nach Saas-Fee ist eine der längsten, die ich jemals gefahren bin und sie ist nur ein Highlight von vielen.

Lohnt sich Skiurlaub in Saas-Fee/Saastal?

Insgesamt 150 Pistenkilometer verteilen sich auf die Skiberge rund um Saas-Fee, Saas-Grund & Saas-Almagell in den Walliser Alpen. Dabei gilt es in dem Skigebiet bis zu 14 km lange Abfahrten zu überwinden. Sportliche Skifahrernde werden außerdem die Höhenlagen lieben. Denn durch die maximale Höhe sind die Skipisten nicht nur ausgesprochen schneesicher, sondern erstrecken sich über 1.800 Höhenmeter bis ins Tal. Da könnt ihr die Oberschenkel zum Glühen bringen. 

Pistenkilometer:ca. 150 km
Skipasspreis:383 CHF für 6 Tage
Höchster Punkt:3.500 m
Längste Abfahrt:1.800 hm
Skisaison:Juli bis Ende April

Zum höchsten Punkt am Mittelallalin auf 3.500 Meter Höhe gelangt ihr mit einer U-Bahn. Dort oben beginnen die Pisten direkt unterhalb des Allalinhorns (4.027 m) und ihr könnt über das gigantische Panorama der Mischabelgruppe staunen. Für einen tollen Rundumblick im Warmen lohnt sich der Einkehrschwung im höchstgelegenen Drehrestaurant der Welt. Für Freestyler und Snowboarder gibt es etwas unterhalb am Längfluh einen großen Snowpark.

Im Sommer lockt die Region neben Bergsportlern ebenfalls Skifahrer und Snowboarder an. Dann sind im Gletscherskigebiet bis zu 20 Kilometer Skiabfahrten präpariert. 

Instatipp: Vom höchsten Punkt des Skigebiets führt die Piste 10a zur Längfluh direkt an eindrucksvollen Eisskulpturen vorbei. Dort lohnt es sich, stehen zu bleiben und Fotos zu machen.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen in Saas-Fee/Saastal im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Anreise nach Saas-Fee mit Autoverlad

Doch zunächst müssen wir irgendwie hinkommen. Wer im Winter nach Saas-Fee mit dem Auto anreist, benötigt eine Schweizer Vignette und muss in der Regel ein Stück mit dem Autozug fahren. Von München aus gilt es den im Winter gesperrten Furkapass mit dem Furka-Autoverlad zu umfahren. Die Fahrt auf dem Zug dauert etwa 15 Minuten.

Auf dem Weg nach Saas-Fee bin ich zum ersten Mal mit solch einem Autoverlad gefahren. Nachdem wir das Ticket erworben haben, reihen wir uns in eine Schlange von Autos ein. Nacheinander werden die PKWs auf die Ladeflächen eines Zugs eingewiesen. Es klappert, während wir uns über die metallenen Anhänger vortasten. Dann machen wir den Motor aus und bleiben sitzen. Der Zug setzt sich langsam in Bewegung. Es ist ein ungewohntes Gefühl auf diese Art und Weise in den Tunnel einzufahren.

Anschließend geht es mit dem PKW weiter bis vor die Tore von Saas-Fee. Am Ortseingang steht ein großes Parkhaus, in dem wir das Auto abstellen. Denn der Skiort ist autofrei. Um zum Hotel zu kommen, können wir also entweder zu Fuß gehen, oder wir lassen uns von dem hoteleigenen Elektroshuttle abholen. Wir entscheiden uns für letzteres. Mit der Skiausrüstung ist diese Wahl auf jeden Fall komfortabler. 

Sonnenaufgang auf 3.500 m Höhe

Um alle drei Skigebietsteile zu erkunden, solltet ihr für den Aufenthalt mindestens drei Skitage einplanen. Dann habt ihr ausreichend Zeit, um die Region zu erkunden. Wir starten am ersten Tag mit einer frühen Auffahrt zum Mittelallalin. Normalerweise öffnen die Bahnen erst gegen 8:30 Uhr. An bestimmten Wochentagen könnt ihr bereits zum Sonnenaufgang hinauffahren. Es ist noch dunkel, als wir in die Seilbahn ins Tal einsteigen. Hinter uns blicken wir auf die Lichter von Saas-Fee zurück, vor uns leuchtet der Mond über dem imposanten Allalinhorn (4.027 m). 

Am Mittelallalin dämmert es dann bereits. Der Himmel verfärbt sich orangerot und langsam geht die Sonne auf. Den Sonnenaufgang hier oben zwischen mächtigen Bergriesen in dieser Welt aus Eis und Schnee zu bewundern, ist phänomenal. Nach diesen Eindrücken schnallen wir die Bretter an und sausen an diesem Tag als aller erstes über die Piste. Und zwar bis hinab ins Tal. 

Eine der längsten Abfahrten der Alpen

Denn die Abfahrt bis nach Saas-Fee hat einen Höhenunterschied von 1.800 m und es gilt eine Strecke von rund 14 Kilometern zu überwinden. Das ist eine Herausforderung für die Kondition und die Oberschenkel. Im oberen Teil wird beides zum Glück noch nicht allzu sehr gefordert. Denn die beeindruckende Landschaft rund um die breiten Gletscherpisten verleitet mich wiederholt zum Anhalten und Staunen. Neben den präparierten Pisten türmen sich mächtige Seracs auf. Auf der anderen Seite blicke ich über den von Spalten übersäten, zerklüfteten Feegletscher. Allein für diese Erfahrung, so nah am ewigen Eis Skifahren zu können und die mächtige Natur hautnah zu erleben, lohnt sich die Abfahrt. 

Über solche Eiswände könnt ihr auch in Saas-Grund staunen. Die Abfahrt vom höchsten Punkt am Hohsaas hält ebenfalls rund 1.600 hm bereit und führt am Fuße der Weissmies (4.017 m) gleichermaßen an bläulich schimmernden Eisskulpturen vorbei. Für Abwechslung zwischendurch sorgt die Funslope am Kreuzboden. Die Abfahrt mit Steilkurven, Wellenbahnen, einem Tunnel und einer Sprungschanze wird von einem Pisten-Polizisten überwacht. Der misst zwischendurch den Top-Speed. Meine Höchstgeschwindigkeit erscheint auf einer Tafel direkt dahinter. 47 km/h habe ich erreicht.

Schneeschuhwandern durch die Gletscherwelt

Dadurch, dass man an all den Besonderheiten der hochalpinen Welt vorbeikommt, möchte ich die Landschaft noch bewusster erleben. Im Winter wird in Saas-Fee ein breites Alpin-Programm angeboten. So könnt ihr in Begleitung eines Bergführers beispielsweise über den Fee-Gletscher spazieren, mit Skitourenski zum Allalinhorn (4.027 m) aufsteigen, oder die verschneite Winteridylle bei einer Wanderung zum Mattmark-Stausee erkunden. 

Ich entscheide mich für eine Schneeschuhtour zum Lagginjoch. Das Joch ragt oberhalb der Bergstation Hohsaas (3.142 m) in Saas-Grund in die Höhe. Es markiert die Lücke zwischen Weissmies (4.017 m) und Lagginhorn (4.010 m). Die geführte Tour startet zur Mittagszeit. Dann liegt nämlich der Hang, über den der Aufstieg erfolgt, in der Sonne. Knapp 550 Höhenmeter sind es bis zum Joch. Allerdings sind diese Höhenmeter nicht mit denen einer einfachen sommerlichen Wanderung zu vergleichen. 

Gigantisches Panorama auf 18 Viertausender

Das Stapfen durch den Schnee und die Querung von eisigen Passagen erfordert eine gezielte Koordination. Das Gewicht muss über dem Schneeschuh möglichst mittig verteilt werden, damit die Zacken greifen. Und gleichzeitig befinden wir uns in einer Höhenlage, die sich auch sauerstofftechnisch bereits bemerkbar macht. Ich schnaufe viel schwerer als bei einer Tour in tieferen Lagen. Der Bergführer legt zum Glück ein moderates Tempo vor. So orientiere ich mich an seinem Rhythmus und der Aufstieg wird beinahe meditativ. Bis auf das letzte Stück. Denn da geht es über Klammern, wie ich sie aus Klettersteigen kenne, nach oben. Auf diesen Metern ist Konzentration nötig. 

Am Ende genieße ich den genialen Ausblick. Insgesamt 18 Viertausender sind von hier oben zu sehen und ich stehe mittendrin. Ein erhebendes Gefühl. Mein Blick schweift vom Allalinhorn über das Täschhorn und den Dom bis auf die andere Seite in Richtung Graubünden. Dort ist das Berninamassiv mit Piz Bernina, Piz Palü und Piz Morteratsch in der Ferne zu sehen. Und wir können bis nach Italien in Richtung Lago Maggiore schauen.

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Traditionelles Schweizer Käsefondue

Danach ist es an der Zeit, am Pistenrand einen Boxenstopp einzulegen. Am Hohsaas kehren wir ins Panoramarestaurant ein. Der Außenbereich wirkt einladend. In der Mitte der großen Sonnenterrasse steht ein gläsernes Iglu. Das ist der Barbereich. Rundherum sind sonnenbeschienene Tische und Sitzgelegenheiten. Flauschige Schaffelle sorgen dafür, dass man warm sitzt. Hier lasse ich mir ein mit Käse überbackenes Rösti aus der Pfanne schmecken. Rösti ist eines meiner Lieblingsgerichte. So simpel und es schmeckt gefühlt nirgends so gut wie in der Schweiz. Darüber hinaus macht das Panoramarestaurant seinem Name alle Ehre. Denn dahinter ragt das Weissmies mit seinen Gletscherflächen auf. 

Neben dem Rösti gehört auch das traditionelle Käsefondue zur Schweizer Kulinarik. Um ein original „moitié-moitié“-Fondue zu genießen, kehren wir am nächsten Tag in Astrids Fondue Hitta, in das „dü Saas-Fee“, ein. Der Gastraum ist klein und schnuckelig. Wenn ihr hier zu Abend essen möchtet, müsst ihr unbedingt einen Platz reservieren. Die Karte hält neben dem klassischen Käsefondue auch Fleischfondue und Raclette, sowie verschiedene Menü-Variationen bereit. Dazu werden wir von Astrid persönlich mit einer Weinempfehlung unterstützt. Denn zu einem richtigen Käsefondue wird ein guter Weißwein serviert. 

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee in den kommenden drei Tagen in den Alpen vorhergesagt ist. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die erwartete Neuschneemenge zu erfahren.

Uriger Skiort mit mondänen Unterkünften

Saas-Fee wirkt auf den ersten Blick wie ein uriges, beinahe altertümliches Bergdorf. Das liegt an einzelnen Holzhütten, die maßgeblich das Erscheinungsbild des Ortes prägen. Dahinter ragen die verschneiten Gipfel der Bergriesen auf. Allein diese Kulisse ist ein wahres Postkartenmotiv und für mich zählt der Skiort zu den schönsten der Alpen. Wie exklusiv das Örtchen tatsächlich ist, merkt man aber erst, wenn man eine Weile durch die Gasen schlendert. Rechts und links der Kopfsteinpflaster-Passagen befinden sich urige Kneipen und moderne Bars aus denen Lounge-Musik kommt. Wir schlendern an großen Schaufenstern vorbei. Sportartikelhändler wechseln sich mit großzügigen Galerien und schicken Boutiquen ab. 

Spätestens mit diesem zweiten Blick auf Saas-Fee verwundert es nicht mehr, dass es auch einige mondäne Hotels gibt. Dazu gehört zum Beispiel das 5-Sterne Hotel „The Capra“ mit dem zugehörigen Chalet. Das luxuriöse Haus verfügt über einen großen Spa-Bereich. Zudem habt ihr die Möglichkeit, euch einen separaten Private-Spa mit 90qm exklusiv zu reservieren. Abends wird man im hauseigenen Restaurant mit leckeren à-la-carte-Speisen verwöhnt und für den abschließenden Drink gibt es einen einladenden Lounge-Bereich mit großem Kamin. Angenehm ist hier, dass trotz der edlen Atmosphäre das Personal sehr entspannt und locker wirkt. So sind die Service-Kräfte nicht nur förmlich und sprachgewandt, sondern auch nie um einen lockeren Spruch verlegen.

Fazit

Ich bin immer wieder gerne in Saas-Fee. Klar, das Skigebiet ist spitze und durch die Höhenlage erwarten euch hier tendenziell immer gute Pistenverhältnisse mit Champagner-Powder. Für mich ist allerdings die Bergwelt das ausschlaggebende Argument, warum ich Jedem raten würde, einmal im Leben nach Saas-Fee zu fahren. Denn es ist ein besonderes Gefühl, beim Skifahren von einigen der höchsten Berge der Alpen umgeben zu sein. Gleichzeitig kommt bei mir dieses Sehnsuchtsgefühl nach „weißer Weihnacht“ und „idyllischen Wintertagen“ auf, wenn ich in Saas-Fee bin. Kein Wunder, dass in dieser Kulisse auch das Musikvideo zu Wham’s berühmten Song „Last Christmas“ gedreht wurde.

Ich würde euch allerdings empfehlen, in der Nebensaison zum Skifahren nach Saas-Fee zu fahren. Dann erlebt ihr die Region noch ruhiger und es ist etwas günstiger. Da eignet sich zum Beispiel der Januar nach den Feiertagen sehr gut. Allerdings ist das wohl auch einer der kältesten Monate. 

Lage

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