Breite Pisten und Traumwetter. Das Skigebiet Nassfeld zeigt sich von seiner besten Seite. Allerdings ist das keine Ausnahme. Denn Nassfeld zählt zu den sonnigsten Regionen Österreichs. Im Schnitt scheint die Sonne hier 100 Stunden mehr als in den Nordalpen. Also packt die Sonnenbrille ein, wenn ihr zum Skifahren in Kärntens größtes Skigebiet reist.

Lohnt sich Skifahren am Nassfeld in Kärnten?

Nassfeld ist das größte Skigebiet in Kärnten und gehört sogar zu den 10 größten Skigebieten Österreichs. Insgesamt 110 Pistenkilometer gibt es zu befahren. Ein Großteil der Abfahrten, etwa 70 Prozent, sind rot markiert. Nur einige wenige schwarz. Unter anderem deshalb gilt das Skigebiet mit seinen leichten bis mittelschweren Pisten, die bis auf über 2.000 Meter hinaufreichen, als besonders familienfreundlich.

Pistenkilometer:110 km
Höchster Punkt:2.020 m
Längste Abfahrt:7 km
Skipasspreis:ab 260 Euro/6 Tage
Skisaison:Dezember bis April

Im Pistenplan sind sogenannte „nice surprises“ eingezeichnet. Damit sind unter anderem Spezialpisten wie die Photo-Speed-Strecke, die Funslope „The Snake“ und der Ski-Movie-Parcours gemeint. Aber auch die Aussichtsplattform Sky Plate und der Snowpark gehören dazu.

Darüber hinaus wird das Nassfeld oft auch als Sonnenplateau bezeichnet. Denn im Schnitt scheint die Sonne hier im Skigebiet 100 Stunden mehr als in den Skigebieten in den Nordalpen. Das liegt an der südlichen Lage. Denn das Skigebiet liegt im Süden Österreichs und grenzt unmittelbar an Italien an. Auch nach Slowenien ist es nicht mehr weit.

Pistenplan


Alle Lifte und Pisten im Skigebiet Nassfeld in Kärnten im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Instatipp: Ein cooler Fotospot ist die Sky Plate unterhalb vom Gartnerkofel. Die luftige Aussichtsterrasse ragt etwas über den Abgrund und bietet einen tollen Blick über weite Teile des Skigebiets. Super zum Fotos machen, finde ich.

Anreise nach Tröpolach in Kärnten

Dadurch, dass das Nassfeld im Süden Österreichs liegt, bedeutet das auch, dass die Anreise etwas länger ist als in andere österreichische Skigebiete. Ab München solltet ihr mit dem Auto etwa 3,5 Stunden bis in den Skiort Tröpolach einplanen.

Tröpolach ist der nächstgelegene Skiort im Tal. Aus dem überschaubaren Dorf heraus bringt euch der Millenium Express dann ins Skigebiet. Die Talstation der Seilbahn ist von fast jedem Hotel in Tröpolach in maximal 10 bis 15 Minuten fußläufig zu erreichen. Das Auto könnt ihr während des Aufenthalts also stehenlassen.

Fast noch besser ist es, direkt im Skigebiet zu übernachten. In Sonnleitn und an der Sonnenalpe, mittendrin zwischen Pisten und Liften, gibt es zahlreiche Unterkünfte. Bis zu den Hotels könnt ihr mit dem Auto auffahren. Folgt der Nassfelder Straße bis zum Ende, dann kommt ihr automatisch an der Sonnenalpe raus. Vorteil an einem Hotel hier oben ist, dass ihr morgens schon früh starten könnt. Denn dann kann man bereits die erste Abfahrt hinabsausen, noch bevor die ersten Urlauber und Tagesgäste mit dem Millenium Express ins Skigebiet kommen.

Skifahren auf breiten, sonnigen Pisten

Wir sind morgens ebenfalls zeitig aufgestanden. Da der Millenium Express aus dem Tal die einzige Möglichkeit ist, um ins Skigebiet zu kommen, konzentriert sich der Ansturm der Wintersportler morgens an der Talstation. Um dem zu entgehen, stehen wir schon fünf Minuten vor der offiziellen Öffnung um 8:30 Uhr an den Drehkreuzen.

Mit einer der ersten Gondeln schweben wir gen Kofelplatz-Madritsche. Das ist der Dreh- und Angelpunkt des Skigebiets. Von hier kann man in Richtung Trogkofel oder in Richtung Gartnerkofel fahren. Wir entscheiden uns zuerst für die Seite mit dem Gartnerkofel. Denn auf dem Weg dorthin liegen die Abfahrten schon morgens in der Sonne. Es lohnt sich, early bird zu sein und diese jungfräulichen Pisten ganz für sich alleine zu haben.

Am Fuße des Gartnerkofel befindet sich ein stählerner Steg, der über den Abgrund ragt. Von der sogenannten Sky Plate haben wir einen tollen Blick über weite Teile des Skigebiets. Wir sehen, wo wir in der Früh angekommen sind, blicken auf die Sonnalpe hinab und können den Trogkofel ausmachen. Im Schatten des markanten Berges befindet sich übrigens die gleichnamige Trogkofel-Abfahrt, die steilste Piste des Skigebiets.

Wir bahnen uns unseren Weg weiter bis zur Troghöhe (2.020 m). An der Höhe verläuft die Grenze zu Italien. Und etwas unterhalb startet die Speed-Photo-Strecke. Am Starthäuschen atme ich tief ein. Denn jetzt wird es schnell. In der Schusshocke gilt es, so viel Geschwindigkeit wie möglich aufzunehmen. Unten am Auslauf wird der Speed-Rekord über eine digitale Tafel eingeblendet. Bei mir waren es immerhin 64 km/h. Krass!

Pistentipp: Carnia-Abfahrt

Spätestens am Ende des Tages könnt ihr euch auf die Carnia-Abfahrt freuen. Die 7 km lange Talabfahrt ist die längste Piste dies Skigebiets. Ich mag vor allem das obere Stück bis zur Mittelstation des Millenium Express. Auf diesen Metern schlängelt sich die Piste durch den Wald, ist gleichmäßig geneigt und lädt zum Cruisen ein. Danach wird es etwas steiler. Vormittags ist das kein Problem. Da sind die Verhältnisse super. Je nach Besucherandrang und Wetter können diese letzten Meter Nachmittags etwas hügelig sein.

Im Januar und Februar kann der Skitag im Nassfeld jeden Samstag auf der Carnia-Abfahrt verlängert werden. Dann wird die Piste ab der Mittelstation nach Liftschluss frisch präpariert und später mit Flutlicht beleuchtet. So könnt ihr auf der 2,2 km langen Piste bis weit nach Sonnenuntergang noch Skifahren.

Slow Food statt Fast Food in den Hütten am Nassfeld

Zwischendurch solltet ihr euch Zeit für einen Einkehrschwung nehmen. Am Nassfeld gibt es über 20 Hütten am Pistenrand und Genuss wird groß geschrieben. An vielen Hütten hängt ein Zertifikat an der Eingangstür, auf dem das jeweilige Restaurant als „Slow Food“-Betrieb ausgezeichnet ist. Das bedeutet, dass die Zutaten für die Speisen aus der Region kommen und nicht mit Fertigprodukten gearbeitet wird. Und weil beispielsweise eine Sauce, die nicht aus der Tüte kommt, deutlich mehr Zeit in der Vorbereitung benötigt, ist es eben Slow Food und kein Fast Food.

Wir legen einen Zwischenstopp an Plattners Einkehr ein. Draußen gibt es eine große Sonnenterrasse mit schöner Aussicht in Richtung Trogkofel. An dem Kiosk könnt ihr euch die Speisen im Außenbereich selbst holen. Wer sich lieber bedienen lässt, nimmt im urigen Innenraum Platz. Ich lasse mir hier gebackenen Bergkäse auf Salat schmecken.

Plattners Einkehr hat vorwiegend Kärntner Spezialitäten auf der Speisekarte. Durch die Nähe zu Italien sind am Nassfeld auch die Einflüsse der mediterranen Küche spürbar. Wenn ihr euch italienisch verwöhnen lassen möchtet, empfehle ich das Albergo Ristorante Wulfenia da Livio. Das Restaurant liegt auf 1.530 Meter Höhe und bietet neben Pasta und Pizza auch verschiedene Fleisch- und Fischgerichte an.

Unterkünfte in Tröpolach, in Sonnleitn und an der Sonnalpe

Plattners Einkehr bietet neben traditioneller Kärntner Küche der Alpe Adria-Region auch Übernachtungsmöglichkeiten. Das 4-Sterne-Hotel verfügt über gemütliche Doppel- und Familienzimmer. Nach dem Skitag könnt ihr die Füße in der Saunawelt hochlegen.

Ebenfalls empfehlenswert ists das Falkensteiner Hotel an der Sonnenalpe. Das Haus aus der bekannten Hotelkette liegt ebenfalls direkt an der Piste auf rund 1.500 Meter Höhe. Hier könnt ihr euch auf einen 1.700 m² Wellnessbereich freuen. Das ist der sogenannte Acquapura-SPA mit Wellness- und Wasserwelt. Außerdem bietet das Hotel eine hauseigene Kinderbetreuung an und die Kinderskischule ist in der Nähe.

Auch im Tal gibt es schöne Übernachtungsmöglichkeiten. Wir haben im Samerhof in Tröpolach geschlafen. Eine Besonderheit des Hotels ist der Sky-Pool am Dach. Aus dem Whirlpool habt ihr direkt Blick auf die Piste. Zudem fand ich super spannend, dass es in dem Hotel die Möglichkeit gibt, „All inclusive“ zu buchen. Das kenne ich bisher nur aus großen Resorts. Hier im familiär geführten Samerhof ist das allerdings auch eine nette Annehmlichkeit. Dann gibt es sogar Essensgutscheine, die ihr mittags in einigen Skihütten oder eben im hauseigenen Restaurant einlösen könnt. Für Kids wartet darüber hinaus eine Kletterwand im Untergeschoss und Erwachsene bekommen beim Check-In einen 50%-Gutschein für eine Massage.

Heliskiing im Freeride-Geheimtipp

Das Nassfeld gilt abseits der markierten Pisten unter Freeridern als „Geheimtipp“. Der Schnee ist oft super und die Hänge laden zum Tiefschneefahren ein. Natürlich nur mit entsprechender Ausrüstung. LVS-Gerät, Schaufel und Sonde gehören dann unbedingt ins Gepäck. Checkt außerdem den Lawinenlagebericht, wenn ihr einen Ausflug ins Gelände plant. Zur eigenen Sicherheit empfehlen wir jedem, sich von einem professionellen Skiführer begleiten zu lassen. Die heimischen Ski-Guides kennen das Gelände und können potenzielle Gefahren noch besser einschätzen. Außerdem wissen die auch, wo es den besten Powder gibt.

Generell habt ihr am Nassfeld noch gute Chancen, die Hänge anzuspuren. Viele Freerider haben das Gebiet noch gar nicht auf dem Schirm. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen, die Abfahrt für euch alleine zu haben, könnt ihr euch mit dem Helikopter auf die umliegenden Berge bringen lassen. Nassfeld und Ski Arlberg sind die einzigen Skigebiete in Österreich, die Heliskiing anbieten.

Fazit

Mich hat das Skigebiet bei meinem ersten Aufenthalt überzeugt. Breite Pisten, Sonne pur und ein geniales Panorama erwarten euch. Die schroffe Bergwelt erinnert fast schon ein bisschen an die Dolomiten. Sehr sehenswert. Viele Hotels sind zudem auf Kinder eingestellt. Und auch auf den Pisten wird den Kids mit verschiedenen Spaß-Abfahrten und Skischul-Möglichkeiten einiges geboten. So ist das Nassfeld auch bei Familien sehr beliebt.

Wir haben den Aufenthalt mit einer Skitour im Lesachtal ergänzt. Alternativ könnt ihr es in der Umgebung auch entspannter angehen lassen. Zum Beispiel mit einer idyllischen Winterwanderung, einer romantischen Fahrt im Pferdeschlitten oder mit einem Ausflug zum Eislaufen. Der Weißensee mit der größten Natureisfläche Europas liegt fast um die Ecke. Mit dem Auto erreicht ihr das Ufer in 20 bis 30 Minuten.

Lage

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