Zumindest einmal im Leben sollte wohl jeder Deutsche die Zugspitze besuchen. Das behaupte ich jetzt einfach mal. Schließlich ist die Zugspitze der höchste Berg unseres Landes und ein Wahrzeichen. Allein die Aussicht von oben über viele Teile der Alpen ist sensationell. Doch habt ihr auch das Skigebiet schon mal erkundet? Dazu sag ich nur: Klein, aber oho!

Lohnt sich Skifahren in Garmisch-Partenkirchen?

Die Zugspitze liegt im Wettersteingebirge in Bayern. Mit 2.962 m ist der Berg oberhalb von Garmisch-Partenkirchen der höchste in Deutschland. Sowohl im Sommer als auch im Winter fahren zahlreiche Ausflugsgäste mit der neuen Seilbahn Zugspitze oder der Zugspitzbahn zum Gipfel hinauf, um die Aussicht zu bewundern.

Pisten:60 km
Max. Höhe:2.720 m
Längste Abfahrt:8,8 km
Hüttentipp:Panorama 2962
Gletscher:Ja

Durch die Höhenlage ist das Skigebiet an der Zugspitze das schneesicherste in Deutschland. Auf dem Zugspitzplatt, das südseitig ausgerichtet ist und deshalb sonnige Abfahrten verspricht, gibt es insgesamt 20 Pistenkilometer. Wintersportler können sich dort oben auf einer Höhe zwischen  2.000 und 2.720 Metern in der Regel auf eine lange Skisaison von Mitte November bis Anfang Mai freuen.

Im Hochwinter gibt es im Tal bei Garmisch-Partenkirchen noch weitere Pistenkilometer zu entdecken. Dann könnt ihr nämlich auf rund 40 Pistenkilometern im Skigebiet Garmisch-Classic abfahren. In der Region wurden auch schon viele Erfolge gefeiert. So wurden 1936 die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen, 1978 und 2011 war die Alpine Ski-WM zu Gast und jährlich treten Ski-Profis im alpinen Ski-Weltcup auf der Kandahar-Abfahrt gegeneinander an.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen an der Zugspitze im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Instatipp: Der Klassiker schlechthin ist ein Bild mit dem Gipfelkreuz der Zugspitze. Dazu müsst ihr aber gar nicht auf den Gipfel klettern, sondern ihr bekommt das goldene Kreuz auch von der Aussichtsplattform sehr gut auf ein Foto.

Anreise nach Garmisch-Partenkirchen

Das Skigebiet an der Zugspitze ist sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. So kommt ihr aus München mit der Bahn in 1:20 Stunden in Garmisch an. Von dort geht es mit der Zugspitzbahn weiter nach oben zum Gletscher. Die fast 90 Jahre alte Zahnradbahn hält auch an den Stationen Hausberg und Kreuzeck. Dort müsst ihr aussteigen, um ins Skigebiet Garmisch Classic zu gelangen.

Ein weiterer Halt ist die Station Eibsee. Hier liegt die Talstation der neuen Seilbahn Zugspitze. So könnt ihr auch mit der Großraumgondel, die den einen oder anderen Seilbahnfanatiker an ein hypermodernes Raumschiff erinnern wird, nach oben gondeln. Bahnfahren lohnt sich übrigens. Denn die Bahn bietet ein Kombi-Ticket (Garmischer Ski-Ticket) mit Tagesskipass zu ermäßigten Preisen an.

Alternativ ist natürlich auch die Anreise mit dem Auto möglich. Dann folgt ihr dem Navi, wenn ihr zur Zugspitze möchtet, noch durch Garmisch-Partenkirchen hindurch in Richtung Grainau und dann weiter zum Parkplatz am Eibsee. Parken ist an dieser Stelle kostenpflichtig. Während der Öffnungszeit der Bayerischen Zugspitzbahn kostet das 6 Euro pro 4 Stunde. Jede weitere Stunde wird mit einem Euro mehr berechnet. Für Garmisch Classic empfehle ich den großen Parkplatz an der Kreuzeckbahn. Dort ist Parken kostenlos.

Wenn ihr von der österreichischen Seite aus anreist, ist die Auffahrt auch von Tirol aus möglich. Dann gelangt ihr von Ehrwald mit der Tiroler Zugspitzbahn ins Skigebiet.

Skifahren auf dem Zugspitzplatt

Wenn ihr mit der Seilbahn fahrt, kommt ihr nicht direkt ins Skigebiet, sondern zur Aussichtsplattform. Dort habt ihr einen genialen Blick. Bei gutem Wetter sind über 400 Gipfel zu sehen. Dabei blickt ihr nicht nur über bekannte Berge in Deutschland und Österreich, sondern könnt bei klarer Sicht sogar in die Schweizer Alpen und in Richtung Italien blicken. So sind Großglockner, Wildspitze, Ortler und Piz Bernina gut sichtbar.

Von der Plattform blickt ihr auch auf das kompakte Skigebiet am Zugspitzplatt. Die persönliche Lieblingsabfahrt werdet ihr bei dem begrenzten Pistenangebot sicher schnell herausfinden. Mein Favorit ist die rote Abfahrt von der Wetterwandeckbahn ganz hinab zur Brunntal-Talstation. Das ist eine der längsten Pisten des Skigebiets und landschaftlich find ich es super schön, in dem talähnlichen Einschnitt hinabzufahren.

Webcam


Live-Bilder von der Zugspitze. Standort der Webcam: Zugspitze, 2.962 m. Zum Vergrößern der Cam bitte auf das Bild klicken. Du wirst auf Panomax weitergeleitet.

Keine Talabfahrt von der Zugspitze. Oder doch?

Durch die Höhenlage ist das Skigebiet auch zum Freeriden interessannt. Wenn ihr erstmals abseits der Pisten unterwegs seid, solltet ihr einen Guide mitnehmen. Gerade am Gletscher ist es ratsam zu wissen, wo man fahren kann und an welcher Stelle gegebenenfalls Spalten auf einen warten. Außerdem gehört natürlich die Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel und Sonde) ins Gepäck.

Eine Talabfahrt gibt es an der Zugspitze nicht. Für sehr gute Skifahrer, die schon viel Erfahrung im Gelände gesammelt haben und auch alpinistisches Know-How mitbringen, ist die Abfahrt nach ganz unten aber durchaus machbar. Die Freeride-Route „Neue Welt“, die vom Schneefernerkopf durch teilweise über 45 Grad steiles Gelände führt, lässt bei guten Verhältnissen das Abenteuerherz höher schlagen. Auch hier ist die Begleitung eines Bergführers empfehlenswert.

Auch interessant: Bergtour auf die Zugspitze übers Höllental

Garmisch Classic mit der Kandahar-Abfahrt

Das Zugspitzplatt und Garmisch Classic sind lediglich mit der Bayerischen Zugspitzbahn verbunden. Pisten oder Liftanlage auf die eine oder andere Seite gibt es keine. Deshalb solltet ihr euch am Morgen bereits entscheiden, in welchem Skigebiet ihr euren Skitag verbringen möchtet.

In Garmisch Classic werden vor allem sportliche Skifahrer angesprochen. Dort gibt es mehrere lange Talabfahrten und auch einige schwarze Skipisten. Darunter die berühmte Kandahar-Abfahrt. Die Piste, die im Teilstück „Freier Fall“ bis zu 92 Prozent Gefälle aufweist, gilt als eine der anspruchsvollsten Abfahrten im alpinen Ski-Weltcup.

Wenn ihr also auf der Suche nach einer Herausforderung seid und über eine gute Skitechnik verfügt, um auch in den schwierigen Passagen die Geschwindigkeit anpassen zu können, dann versucht euch doch mal an der schwarzen Piste mit der Nummer 8. Los geht’s an der Bergstation des Kandahar-Express und dann vorwiegend durch den Wald bis ins Tal.

Kleiner Tipp: Die Kanten sollten gut geschliffen sein. Durch die Schattenlage kann es an vielen Stellen sehr glatt sein. Und über diese Passagen nur drüber zu schlittern macht keinen Spaß und kann im Zweifel auch schmerzhaft enden.

Einkehren in Deutschlands höchstem Restaurant

Nach der Abfahrt könnt ihr stolz auf euch sein und habt euch erstmal eine Stärkung verdient. Dafür befindet sich direkt am Ende der Kandahar-Abfahrt das Kandahar 2. In der stylisch-sportlich eingerichteten Berghütte könnt ihr euch in Retro-Atmosphäre kleine Snacks, erfrischende Kaltgetränke sowie Kaffee und Kuchen gönnen.

Mein persönlicher Favorit für den Einkehrschwung in der Region ist das Panorama 2962, das höchstgelegene Restaurant Deutschlands. Es befindet sich in dem gleichen Gebäude, in dem auch die Seilbahn Zugspitze ankommt. Dort gibt es einen Selbstbedienungsbereich und einen Bereich, in dem Essen und Getränke serviert werden.

Der beste Platz befindet sich meiner Meinung nach im Bedienbereich direkt an der großen Fensterfront. Dort könnt ihr euch zwar nicht gegenüber sitzen, dafür schaut ihr beim Schlemmen in die Ferne und vor allem in die Tiefe hinab. Direkt an der Fensterfront geht es steil nach unten. Ihr könnt der Seilbahn beim Hochschweben zusehen oder den türkisblauen Eibsee aus der Luft bestaunen.

Lecker ist schmeckt das Essen in dem Restaurant ebenfalls. Da habt ihr die Wahl zwischen österreichischem Wiener Schnitzel, italienischer Pizza und Schweizer Rösti. Auch Rouladen und Schweinelende stehen auf der Speisenkarte. Das ist für mich die Qual der Wahl. Bisher hab ich noch nie die falsche Wahl getroffen. Preislich ist es zwar etwas gehobener, aber die Gerichte haben mir bisher immer ausgesprochen gut geschmeckt.

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee in den kommenden drei Tagen in den Alpen vorhergesagt ist. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die erwartete Neuschneemenge zu erfahren.

Unterkünfte mit bayerischer Gemütlichkeit

Es gibt in Garmisch-Partenkirchen, Grainau und Umgebung etliche Hotels im typisch bayerischen Stil. Ein Tipp ist das Eibsee-Hotel. Das 4-Sterne-Hotel liegt direkt am Seeufer mit Blick auf die Zugspitze. Direkt vor der Tür fährt die Seilbahn Zugspitze ab. Nach dem Ski- oder Wintersporttag könnt ihr den Nachmittag im See-Spa verbringen. Sauniert wird dank der Panoramascheiben mit Seeblick.

Etwas anders ist das Konzept von moun10. Die Jugendherberge hält neben klassischen 6-Bett-Dorms für Alleinreisende auch 2-Bett- und Familienzimmer mit eigenem Badezimmer bereit. So müsst ihr also nicht wie in der Schulzeit mit dem Etagenbad klarkommen. Außerdem befindet sich die Jugendherberge in direkter Bahnhofsnähe.

Auf der Rückseite des Gebäudes gibt es noch einen separaten Komplex, der sich moun10 urlaubswohnen nennt. Dort gibt es geräumige, modern und stilvoll eingerichtete Apartments mit eigener Küche und einem Garten zur Gemeinschaftsnutzung. So könnt ihr euch im Urlaub selbst versorgen.

Keine Après-Ski-Hochburg, aber immer was los

Garmisch-Partenkirchen ist im Vergleich zu anderen Skigebiete in den Alpen keine typische Après-Ski-Hochburg. Den Tag könnt ihr aber trotzdem bei dem einen oder anderen Drink ausklingen lassen, was an der Größe des Ortes mit über 26.000 Einwohnern liegt. Dafür eignet sich zum Beispiel die Peaches-Cocktailbar. Dort steht jeder Abend unter einem anderen Motto, es finden immer wieder Events statt und die Speisekarte bietet eine riesige Auswahl an exotischen Cocktails und heimisch Gebrautem.

Wer abends noch sportlich aktiv sein möchte, kann die urige Berghütte Drehmöser 9 ansteuern. Jeden Dienstag und Donnerstag gibt es in der Winterzeit einen sogenannten Tourenabend. Das bedeutet, ihr schnallt abends die Tourenski an und lauft mit Stirnlampe den Weg zur Hütte hinauf. Bis 22 Uhr wird sich dann ausgetauscht, gegessen und angestoßen. Zurück geht’s über die Piste.

Abseits der Piste lädt dir Region rund um Garmisch-Partenkirchen auch zum Winterwandern und Langlaufen ein. Ein gemütlicher Spaziergang ist zum Beispiel der Rundweg um den Eibsee. Vor allem, wenn es frisch geschneit hat, sieht es aus wie im Winterwunderland. Über Weihnachten und Neujahr fährt für zwei Wochen auch die Wankbahn. Auf dem Aussichtsberg könnt ihr das Panorama genießen, die ersten Gehversuche mit Schneeschuhen unternehmen oder Rodeln.

Fazit

Skiurlaub an der Zuspitze lohnt sich schon allein der Aussicht wegen definitiv. Und es ein Tipp für alle, die nach einem schneesicheren Skigebiet in Deutschland suchen und schon früh im Jahr die Kanten zum Glühen bringen möchten. Am Zugspitzplatt fühlen sich vor allem Anfänger sowie Freerider wohl. In Garmisch Classic werden eher fortgeschrittene Skifahrer ihren Spaß haben.

Wintersportler, die ständig auf der Suche nach neuen Abfahrten sind, werden rund um Garmisch wahrscheinlich nicht ganz glücklich werden. Denn das Pistenangebot ist überschaubar und für geübte Skifahrer können alle Abfahrten an einem Tag abgefahren werden.

Die Bergbahnen haben deshalb einen Verbund mit der Tiroler Zugspitz Arena geschlossen. Beim Kauf eines Mehrtagesskipasses bekommt ihr ab drei Tagen automatisch die Top Snow Card. Dieser Skipass ist auch rund um Ehrwald, Biberwier und Lermoos in Österreich gültig. Insgesamt stehen euch dann über 213 Pistenkilometer zur Verfügung. Diese sind allerdings nicht miteinander verbunden.

Lage

Praktische Links

Kommentar verfassen