Wenn die Weihnachtszeit beginnt, gibt es in Deutschland wohl keine Stadt ohne einen Weihnachtsmarkt. Da fragt man sich dann schon, welchen Christkindlmarkt es sich zu besuchen lohnt. Sicher gibt es einige berühmte Weihnachtsmärkte, wie etwa in Nürnberg, in Köln oder eben in Dresden. Doch lohnt sich ein Besuch auf dem Dresdner Striezelmarkt? Und lohnt sich eine Reise zur Adventszeit nach Dresden?

Lohnt sich ein Besuch auf dem Dresdner Striezelmarkt?

Der Striezelmarkt ist der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands und fand im Jahr 2018 zum 584. Mal statt. Der Name des erstmal im Jahr 1434 veranstalteten Markts leitet sich übrigens von dem Dresdener Stollen ab. Im Mittelhochdeutschen war die Bezeichnung dafür nämlich Strutzel oder Striezel. Seit dem Mittelalter hat sich jedoch viel getan und mittlerweile zieht der Striezelmarkt jährlich 2,5 Millionen Besucher an. Insgesamt stellen rund 250 Händler aus, wobei knapp 80 Prozent aus Sachsen kommen.

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Instatipp: Am  östlichen Eingang zum Dresdner Striezelmarkt steht ein 6 m hoher Schwibbogen, von dem man einen guten Blick über den gesamten Weihnachtsmarkt hat. Vor allem am Abend kann man hier wunderbare Fotos machen.

Anreise zum Dresdner Striezelmarkt

Auch das ist jetzt sicher keine Überraschung, aber auf dem Striezelmarkt ist es voll. SEHR voll. Wer also nicht etwa fünf Stunden durch die Innenstadt kreisen will, um einen Parkplatz zu finden, der ist so schlau und nimmt die öffentlichen Verkehrsmittel. Wer mit dem Zug anreist, läuft vom Hauptbahnhof knapp eine Viertelstunde bis zum Striezelmarkt. Busse und Bahnen fahren entweder direkt bis zum Altmarkt oder der Prager Straße. Und danach gilt: Einfach der Masse hinterher.

Viele Besucher auf dem Weihnachtsmarkt

Wahrscheinlich war es etwas naiv, zu glauben, dass ich gemütlich und in aller Ruhe über den Weihnachtsmarkt würde spazieren können, denn offensichtlich hatten sehr viele andere Menschen die gleiche Idee. Erträglicher wird es aber mit einer Scheibe Christstollen und einer (okay, mehrer Tassen) Glühwein. Wer noch kann, achtet bitte besonders auf die Tassen, denn die werden speziell auf dem Striezelmarkt hergestellt und sind speziell bei Sammlern beliebt. Zuvor ist es aber ratsam, sich die auf dem Weihnachtsmarkt gültige Währung, die Striezeltaler, zu besorgen, sonst wird es nichts mit dem Sich-Durch-Die-Stände-Futtern.

Traditionelle Veranstaltungen

Zur Unterhaltung der Besucher finden im Rahmen des Striezelmarktes aber auch noch zahlreiche Feste, wie beispielsweise das Stollenfest am zweiten Advent statt. Dabei wird traditionell ein Riesenstollen angeschnitten. Ich würde jedoch persönlich empfehlen: Wer eine solche Veranstaltung nicht unbedingt braucht, sollte lieber an einem anderen Tag gehen, da es sonst noch voller wird. Süß ist übrigens auch die Kindererlebniswelt mit Weihnachtsbäckerei und Briefkasten für den Weihnachtsmann. Selbst wenn ihr keine Eltern seid, ist die Begeisterung der Kleinen schon irgendwie zauberhaft.

Die weltgrößte Stufenpyramide

Eigentlich kann man sie gar nicht verfehlen, denn seit 1997 steht auf dem Striezelmarkt die weltgrößte erzgebirgische Stufenpyramide mit einer Höhe von knapp 15 Metern. Hier kann man mit einer Tasse heißem Glühwein in der Hand ruhig ein bisschen stehenbleiben und den Figuren beim Drehen zuschauen. Das Gleiche gilt übrigens für den schönen Schwibbogen am Eingang des Striezelmarktes. Das ist übrigens mit knapp 13 Metern Breite und knapp 6 Metern Höhe der größte begehbare erzgebirgische Schwibbogen der Welt. Meine Favoriten, weil hier festliche Stimmung, Handwerk und regionale Kultur aufeinander treffen.

Fazit

Vielleicht bin ich mittlerweile einfach übersättigt, denn ich war zeit meines Lebens sicher schon auf mehr als einem Weihnachtsmarkt und langsam entzieht sich mir das Verständnis, was den einen von dem anderen unterscheidet. Sicher ist der Striezelmarkt der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands, und wahrscheinlich deshalb schon einen Besuch wert. Aber von der historischen Atmosphäre bleibt bei der großen Besucherzahl relativ wenig zu spüren. Ich würde sagen, die Anreise durch die gesamte Bundesrepublik ist weit, aber wer sowieso in der Nähe ist oder ohnehin einen Ausflug nach Dresden geplant hat, kann den Striezelmarkt gerne mitnehmen.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Wenn der Striezelmarkt stattfindet, verwandelt sich ganz Dresden in eine Weihnachtsstadt. So finden zum Beispiel in der Kreuzkirche weihnachtliche Orgelkonzerte statt, um die Besucher so richtig in Stimmung zu bringen. Wem der Striezelmarkt entweder zu voll ist oder wer einen echten Weihnachtsmarkt-Marathon veranstalten will, ist in Dresden ohnehin in der richtigen Stadt, denn dort gibt es neben dem Striezelmarkt noch zehn weitere Weihachtsmärkte. Das bedeutet sehr viel Lüüüühwein. Besonders gemütlich ist übrigens der Weihnachtsmarkt an der Dresdner Frauenkirche.

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