Madagaskar, vor der Südostküste Afrikas gelegen, ist die viertgrößte Insel der Welt und eines der schönsten Reiseziele des Kontinents. Die Fülle an Sehenswürdigkeiten reicht von spektakulärer Natur und Nationalparks bis hin zu kulturellen sowie historischen Attraktionen. Vielseitige Ausflugsziele lassen sich von der Hauptstadt Antananarivo aus erreichen, die selbst zu den besonders interessanten Orten auf der Insel zählt. Im Folgenden verraten wir die Top-Reisetipps für Madagaskar.
Top-Sehenswürdigkeiten auf Madagaskar im Überblick
Madagaskar ist mit knapp 600.000 km² die viertgrößte Insel der Erde und beheimatet rund 30 Millionen Menschen. Sie liegt im Indischen Ozean, vor der Küste Mosambiks im Südosten Afrikas. Auf Madagaskar herrscht ein tropisches Klima mit durchschnittlich 28 Grad, und die beste Reisezeit ist die Trockenzeit zwischen April und Oktober – erst recht, wenn ihr nach der Ankunft in der Hauptstadt Antananarivo die abwechslungsreiche Natur Madagaskars und ihre Nationalparks erkunden wollt.
Dazu gehören der Tsingy-de-Bemaraha-Nationalpark, der Isalo-Nationalpark, der Andasibe-Mantadia-Nationalpark und weitere, von denen manche UNESCO-Weltnaturerbe sind. Außerdem lohnt sich auf Madagaskar der Besuch idyllischer Inselchen in Küstennähe, wie Nosy Be oder Nosy Boraha. Dort gibt es im Gegensatz zur Hauptinsel auch schöne Badestrände.
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#madagaskar
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1. Avenue of the Baobabs: Straße der „Affenbrotbäume“

| Lage: | Westküste |
| Must-Do: | Foto-Roadtrip |
| Besonderheit: | 30 m hohe, alte Bäume |
Die Avenue of the Baobabs ist der Name einer einzigartigen „Allee“ – oder vielmehr einer Staubpiste –, an der sich jahrhundertealte Baobab- bzw. Affenbrotbäume befinden. Die Avenue liegt zwischen den Ortschaften Morondava und Belo sur Tsiribihina an der zentralen Westküste Madagaskars (allerdings zieren die Baobabs nur einen kleinen Teil der Strecke).
Die imposanten Bäume mit teils verschlungenen Stämmen – wie beim „Baobab der Liebe“ – sind teilweise 30 Meter hoch, mehrere hundert Jahre alt und ein Wahrzeichen Madagaskars. Mittlerweile hat sich die Avenue of the Baobabs als Top-Fotospot herumgesprochen.
2. Tsingy de Bemaraha Nationalpark: UNESCO-Weltnaturerbe mit Kalksteinwundern

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| Lage: | Westen |
| Must-Do: | Wanderung |
| Besonderheit: | spitze Kalksteinfelsen |
Bereits seit 1990 steht er auf der Liste des UNESCO-Weltnaturerbes: der Nationalpark Tsingy de Bemaraha im Westen Madagaskars. „Tsingy“ bezeichnet die oftmals als „nadelspitzenförmig“ beschriebenen Kalksteinfelsen, die die Landschaft des etwa 15.200 Hektar großen Nationalparks prägen.
Sie ragen teilweise scharf wie Messerspitzen bis zu 50 Meter in die Höhe – auf einem Gebiet, das einst von Wasser und einem Korallenriff bedeckt war. Am besten erkundet ihr den Nationalpark bei Wanderungen, teils über Hängebrücken, mit oder ohne einheimischen Guide, oder beim Klettern.
3. Isalo Nationalpark: Einmalige Sandsteinlandschaft

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| Lage: | südl. Binnenland |
| Must-Do: | Wanderung |
| Besonderheit: | Sandsteinformationen |
Eine Landschaft ganz anderer Art erwartet euch im über 81.000 km² großen Isalo-Nationalpark, der im Binnenland des südlichen Inselteils zu finden ist. Er ist geprägt von einzigartigen Sandsteinformationen in den schönsten Rottönen, die bis zu 200 Meter tiefe Schluchten durchziehen.
Beim Wandern auf den verschiedenen Wegen gibt es immer wieder Überraschungen in Form von „Piscines Naturelles“ – natürlichen Pools, in denen man meist sogar baden kann. Der Isalo-Nationalpark beheimatet neben gut 80 Vogelarten auch 14 Arten von Primaten (wie Lemuren) und 40 Reptilienarten.
4. Andasibe Mantadia Nationalpark: Der artenreiche Regenwald


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| Lage: | Ostküste |
| Must-Do: | Vogelbeobachtung |
| Must-See: | Indri-Indri-Lemur |
Zwischen Madagaskars Hauptstadt Antananarivo und der Ostküste verbirgt sich eine Perle: der Andasibe-Mantadia-Nationalpark. Er besteht überwiegend aus dichtem Regenwald, in dem besondere Tiere zu Hause sind.
Die bekanntesten heißen Indri-Indri und gelten als die größten Lemuren der Welt. Wenn ihr in dem Regenwald umherwandert, achtet auf ihre lauten Rufe, die die Wälder durchdringen! Außerdem gibt es dort Chamäleons sowie verschiedene Vogelarten, am See Lac Vert z. B. Eisvögel. Der Nationalpark ist auch bekannt für pittoreske Wasserfälle und Naturpools, in denen man baden kann.
5. Nosy Be: Madagaskars größte Insel und „Parfuminsel“

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| Lage: | Nordwesten |
| Must-Do: | Rum probieren |
| Must-See: | Strände |
Nosy Be bezeichnet ein Archipel aus 17 Inseln vor der Nordwestküste Madagaskars, und die gleichnamige Nosy Be ist deren Hauptinsel. Sie ist gleichzeitig eines der beliebtesten Reiseziele Madagaskars für Touristen und wird dank ihrer zahlreichen Ylang-Ylang-Plantagen auch „Parfuminsel“ genannt.
Außerdem wird dort Dzama-Rum hergestellt, den ihr probieren solltet. Während schöne und zum Baden geeignete Strände auf dem Festland Madagaskars rar sind, ist die Auswahl an Traumstränden sowie Bade- und Wassersportmöglichkeiten auf Nosy Be groß. Außerdem kann man von dort Inselhopping zu kleineren Inseln unternehmen.
6. Ranomafana Nationalpark: UNESCO-Weltnaturerbe mit Regenwald

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| Lage: | 400 km südlich von Antananarivo |
| Must-Do: | Nachtwanderung |
| Beste Reisezeit: | vor und nach der Regenzeit |
Ein weiterer Nationalpark Madagaskars, der zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt, ist der Ranomafana-Nationalpark, gut 400 Kilometer südlich der Hauptstadt Antananarivo. Über die 43.000 Hektar erstrecken sich Wälder.
Für Touristen zugänglich ist ein Sekundärwald aus Regen- und Bambuswald, wo ihr mit etwas Glück zahlreiche Tiere sichten könnt. Dazu gehören Goldene Bambuslemuren ebenso wie 60 Arten von Reptilien, knapp 100 Amphibien- und ebenso viele Vogelarten. Vor und nach der Regenzeit beheimatet der wasserreiche Nationalpark auch die meisten Orchideen des Landes. Spannend ist nicht nur eine Tag-, sondern auch eine Nachtwanderung im Park.
7. Königshügel von Ambohimanga: Ein Palast als UNESCO-Weltkulturerbe

| Lage: | Antananarivo |
| Erbaut: | ca. 15. Jhd. |
| Must-Do: | Rundgang Königspalast |
Eine Top-Attraktion von Madagaskars Hauptstadt Antananarivo sind die 12 Hügel, die die Stadt umgeben. Auf dem höchsten davon, dem 1.468 Meter hohen „heiligen blauen Hügel“ Ambohimanga, thront der besterhaltene Palast des Landes.
Es ist der Königspalast von Madagaskars erstem König und soll bereits seit dem 15. Jahrhundert bestehen. Seit 2001 gehört er zu den drei UNESCO-Welterbestätten Madagaskars und ist das einzige UNESCO-Weltkulturerbe des Landes. Zu besichtigen ist die ehemalige Residenz des Königs, wo ihr noch die originalen Betten bewundern könnt, ebenso wie unter anderem Waffen und Töpfe.
8. Anja Community Reserve: Heimat von Katta-Lemuren und Granitfelsen

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| Lage: | Südosten |
| Must-See: | Katta-Lemuren |
| Gegründet: | 1999 |
Das 1999 gegründete Naturreservat Anja Community befindet sich im Südosten Madagaskars, unweit der Stadt Ambalavao. Von dort könnt ihr einen Tagesausflug in das nur 30 Hektar große Reservat unternehmen, wo unter anderem Katta-Lemuren, Chamäleons und verschiedene Schlangenarten leben.
Da die Kattas an Menschen gewöhnt sind, kommen sie oft ganz nahe. Das Reservat besteht aus einer Granitlandschaft mit beeindruckenden Felsformationen, vielen Schluchten und Höhlen. Es wird überwacht von den „Drei Schwestern“ – knapp 500 Meter hohen Felsformationen. Die Mitarbeiter des Reservats setzen sich auch für die Entwicklung der umliegenden Dörfer ein.
9. Masoala Nationalpark: Madagaskars größter Nationalpark

| Lage: | Nordosten |
| Must-Do: | Wanderung |
| Besonderheit: | auf Halbinsel |
Mit stolzen 230.000 Hektar gilt der Masoala-Nationalpark im Nordosten Madagaskars als der größte des Landes. Zusammen mit den Nationalparks Ranomafana und weiteren gehört er ebenfalls zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Besonders an seiner Lage ist, dass er den Großteil einer Halbinsel umschließt und in den Indischen Ozean hineinragt. Dort stehen unter anderem der letzte große Regenwald Madagaskars sowie ein Teil der Küste mit Mangrovenwäldern und Korallenriffen unter Schutz. 13 Wanderwege führen durch den Park mit verborgenen Sandbuchten und einer Vielzahl an Tieren, darunter der Rote Maki, elf Lemurenarten, Schildkröten und Reptilien.
10. Montagne d’Ambre Nationalpark: Vulkanisches Massiv mit viel Wald


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| Lage: | Nordspitze |
| Must-Do: | Wanderung |
| Must-See: | Antomboka-Wasserfall |
Ein weiterer der vielen spannenden Nationalparks Madagaskars liegt an seiner Nordspitze: der gut erreichbare Montagne-d’Ambre-Nationalpark. Er besteht aus einem hügeligen Vulkanmassiv und bernsteinfarbenem Wald, und beim Wandern stößt man immer wieder auf verborgene Kraterseen sowie beeindruckende Wasserfälle.
Besonders schön ist eine Wanderung zum 80 Meter hohen Antomboka-Wasserfall oder auf dem sogenannten „Wanderweg der Tausend Bäume“, wo ihr historische Urwaldbäume bewundern könnt. Ein Tipp für Vogelliebhaber: Schon auf dem Weg vom Parkeingang zum Picknickplatz kann man oft Vögel beobachten, außerdem unter anderem verschiedene Makis und Ringelschwanzmungos.
11. Ifaty: Beliebter Strandort im Süden

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| Lage: | Südwesten |
| Must-Do: | Strandurlaub |
| Must-See: | Korallenriff |
Madagaskar ist generell keine Insel für Strandurlaub – doch im Südwesten gibt es den Küstenort Ifaty, der zu den wenigen beliebten Strandorten zählt. Dort könnt ihr Badeurlaub am weißen Sandstrand genießen oder Schnorchel- und Tauchausflüge zu dem 200 Kilometer langen Korallenriff vor der Küste unternehmen.
Ifaty ist auch eine der wenigen Tauchbasen Madagaskars. Außerdem lohnen sich Ausflüge in die Fischerdörfer der Umgebung oder in den Dornenwald mit Affenbrotbäumen, unzähligen Dornenbüschen und Aloe-Vera-Pflanzen. Besonders schön zeigt sich die Natur in den Monaten nach oder vor der Regenzeit.
12. Nosy Boraha (Île Sainte-Marie): Inselparadies mit Piratengeschichte


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| Lage: | Nordostküste |
| Must-See: | Piratenfriedhof |
| Must-Do: | Walbeobachtung |
Vor der Nordostküste Madagaskars befindet sich eines der Inselparadiese des Landes: Nosy Boraha, auch Île Sainte-Marie genannt. Die Insel ist nur 60 Kilometer lang und 5 Kilometer breit, bietet aber neben Regenwald viele schöne Strände mit Palmen, kristallklares Wasser, eine malerische Unterwasserwelt und Korallenriffe.
Interessant ist auch die Geschichte der Insel, denn Nosy Boraha war einst ein Piratenstandort. Deshalb gibt es dort den angeblich weltweit einzigen Piratenfriedhof. Wenn ihr taucht, könnt ihr auch ein Piratenwrack in 34 Metern Tiefe erkunden. Empfehlenswert ist außerdem die Walbeobachtung im Juni, Juli und September.
13. Arboretum d’Antsokay: Ein besonderer botanischer Garten


| Lage: | bei Ifaty |
| Gegründet: | 1980 |
| Besonderheit: | 900 meist endemische Arten |
Südlich von Ifaty, an der Südwestküste und unweit des Städtchens Toliara, befindet sich das Arboretum d’Antsokay – ein außergewöhnlicher botanischer Garten. Er wurde 1980 von einem Schweizer Hobby-Botaniker gegründet und beheimatet heute mehr als 900 Pflanzen, von denen 90 % endemisch auf der Insel sind.
Dazu gehören die seltenen Aloe-Arten Aloe suzannae und Aloe ruffingiana ebenso wie madagassische Pachypodien. Zur Pflanzenvielfalt gesellen sich 34 Vogelarten sowie Reptilien und Säugetiere. Wer im Restaurant vor Ort schlemmt, bekommt vielleicht sogar Besuch von einem Mausmaki.
Weitere Reisetipps in Ostafrika
Schon gewusst? Für eine Einreise nach Madagaskar von maximal 30 Tagen benötigen deutsche Staatsangehörige kein vorab beantragtes Visum, sondern erhalten dieses bei Ankunft am Flughafen. Kriminalität ist im Land leider weit verbreitet, vor allem Taschendiebstähle, manchmal aber auch bewaffnete Raubüberfälle – insbesondere im Zentrum von Antananarivo. Das Auswärtige Amt rät sogar von einer Reise zum Battery Beach, zu den Flussufern des Tsiribihina-Flusses und zum Pic Saint-Louis ab, da dort die Kriminalitätsrate besonders hoch ist. Die Amtssprache Madagaskars ist Malagasy. Da die Insel eine französische Kolonie war, sprechen jedoch fast alle Einheimischen gut Französisch, und im Hotel- und Gastgewerbe kann man sich meist auch auf Englisch verständigen.


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