Wenn man an Japan denkt, dann sind die ersten Bilder wahrscheinlich Tempel, Geishas, Sushi und Badehäuser – aber weniger tropische Strände, Sommerurlaub und türkisfarbenes Wasser. Das gibt es aber durchaus, man muss sich eben nur auf den zugegeben nicht ganz kurzen Weg nach Okinawa im Pazifischen Ozean machen. Ich habe die japanische Inselgruppe besucht und berichte von meinen Erfahrungen und den schönsten Stränden in Okinawa.

Lohnt sich ein Besuch auf Okinawa in Japan?

Okinawa umfasst 47 bewohnte und 113 unbewohnte Inseln und ist aufgrund ihrer Lage mitten im Meer schon fast näher an Taiwan als an Japan gelegen. Rund 1,4 Millionen Menschen wohnen in der Präfektur. Knotenpunkt sowie kulturelles Zentrum ist Naha. Wegen des sonnigen Wetters und der schönen Strände ist Okinawa ein beliebtes Urlaubsziel für Einheimische, weshalb auch regelmäßige Flugverbindungen nach Naha angeboten werden. Das Klima ist das ganze Jahr warm. Selbst im Januar und Februar fällt die Temperatur selten unter 20 Grad.

#okinawa #traumstrände

Instatipp: Einige der schönsten Strände von Okinawa haben wir unten in der Karte markiert. Besonders interessant, um tolle Fotos zu machen, ist der Hatenohma Beach auf der Kume Insel, eine fast 7 Kilometer weiße Sandbank umgeben vom smaragdgrünen Meer.

Anreise nach Naha

Okinawa liegt SEHR weit draußen – und zwar so weit, dass eine Anreise per Schiff gut 25 Stunden dauert. Da ich sehr unter Seekrankheit leide, habe ich diese Option gar nicht erst in Erwägung gezogen. Wer sich das aber trotzdem antun will, fährt ab Kagoshima oder Osaka/Kobe. Schneller und oft auch günstiger geht es mit Low Cost Airlines wie Air Asia Japan oder Jet Star von Tokio und Osaka. Oft ist bei diesen Tickets nur Handgepäck inklusive, deswegen lautet mein Tipp, clever umzupacken und das große Gepäck im Schließfach zurückzulassen.

Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit

Auch wenn ich meinem eigenen Ratschlag gefolgt bin und nur mit leichtem Gepäck nach Okinawa gereist bin, bin ich schon nach zwei Minuten nass geschwitzt. Kaum habe ich das Flughafengebäude verlassen, laufe ich gegen eine Wand aus Hitze und Feuchtigkeit. Und das im April. Auch wenn ich nicht vergessen habe, dass ich in Japan bin, brauche ich doch erst einmal eine Weile, um die traditionellen Gebäude mit dem tropischen Klima und den allgegenwärtigen Hawaii-Hemden zu kombinieren. Okinawa ist auf jeden Fall mit nichts zu vergleichen, was ich in den vergangen vier Wochen in Japan gesehen habe.

Vorher buchen, Okinawa ist teuer

Wie schon gesagt ist Okinawa ein beliebtes Ferienziel für Japaner und besonders in den Ferienzeiten beinahe ausgebucht. Das treibt die Preise hoch. Ich war vor Ort selbst ziemlich entsetzt über die Kosten. Deswegen solltet ihr, sobald klar ist, dass ihr Okinawa bereisen wollt, unbedingt schon die Flüge und Unterkünfte sichern. Wer die Hauptinsel Okinawa nutzen will, um von dort die umliegenden Inseln zu bereisen, sollte am besten auch vorher schon einmal die Fährzeiten prüfen. Einige Boote verkehren zum Teil nur einmal am Tag und sind bis zu drei Stunden unterwegs.

Wunderschöne Strände und tropische Natur

Doch die Fahrt auf die umliegenden Inseln, wo wunderschöne Strände und tropische Natur warten, lohnt sich unbedingt. Diese waren auf jeden Fall mein Highlight – eben, weil sie so gar nicht in mein Japanbild gepasst haben. In dem weißen Sand kann man stundenlang um die Inseln gehen und im klaren Wasser gibt es sogar Kugelfische zu sehen. Die vielen Korallenriffe vor allem in der Kerama-Region sind für Taucher und zum Schnorcheln interessant. Auch in Sachen Unterhaltung ist Okinawa so völlig anders als alles, was ihr in Japan sonst sehen werdet. Hier wird die sonst sehr reservierte Fassade der Menschen etwas gelockert – weil sie eben im Urlaub sind.

Fazit

Okinawa ist seltsam – anders kann ich es gar nicht sagen. Naha wirkt wie der Ballermann Japans, es reihen sich Karaoke-Bars und Strip-Clubs aneinander und massige amerikanische GIs marschieren durch die Straßen mit jungen, aufgedonnerten Japanerinnen am Arm. Nachts flirrt die Hitze über der Neonbeleuchtung und tagsüber jagen amerikanische Kampfjets zur Patrouille über die Insel, sodass ich mehrmals vor Schreck was fallengelassen habe. Wer das ignoriert und auf die anderen Inseln fährt, bekommt trotzdem tropische Paradise geboten, die zu entdecken sich auf jeden Fall lohnt.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Japan ist riesig, davon macht man sich als Europäer ja gar keinen Begriff. Deswegen kann ich nur jedem die Shinkasen-Züge ans Herz legen, die so schnell fahren, dass man beim Start Druck auf den Ohren bekommt. Unbedingt zu empfehlen ist der Japan Rail Pass, mit dem ihr für einen Zeitraum unbegrenzt die Schnellzüge benutzen könnt. Und noch ein weiterer Tipp, der viele Reisende in Japan irritiert: Nein, es gibt so gut wie keine Mülleimer auf den Straßen. Stattdessen packt ihr euren Abfall wieder ein, schleppt ihn den ganzen Tag mit euch herum, um ihn erst in der Unterkunft zu entsorgen.

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