Mit seinem kristallklaren, blauen Wasser inmitten von imposanten Gipfeln bietet der Walensee in der Schweiz zu jeder Jahreszeit einen herrlichen Anblick. Während sich auf der Südseite des Sees das Skigebiet Flumserberg befindet, erhebt sich am Nordufer die felsige Bergkette der Churfirsten. Entlang dieses Ufers führt eine aussichtsreiche Wanderung von Weesen bis nach Walenstadt, bei der neben den Seerenbach-Wasserfällen auch der Ort Quinten zu den Sehenswürdigkeiten gehört.

Lohnt sich die Wanderung am Walensee im Heidiland?

Mit einer Länge von 15,5 km, einer Breite von 2 km und einem gewaltigen Alpenpanorama erinnert der Walensee in den Kantonen St. Gallen und Glarus an die Fjorde in Norwegen. Spätestens bei der maximalen Tiefe von 148 Metern hinkt der Vergleich dann doch. Die Fläche des Walensees beträgt rund 24,1 km², womit er als zwölftgrößter See der Schweiz gilt.

Die Wanderroute kann in beide Richtungen begangen werden. Durch die gute Verkehrsverbindung auf der Südseite des Walensee ist der Ausgangspunkt über den ÖPNV gut zu erreichen. Im Gegensatz dazu ist das Nordufer herrlich ruhig und abgeschiedenen, denn es ist nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen. Bei strahlendem Sonnenschein sind wir vormittags recht früh gestartet, denn die Tour ist nicht zu unterschätzen: Für die 23 Kilometer mit knapp 1000 Höhenmetern sollten auf jeden Fall sechs bis sieben Stunden eingeplant werden. Außerdem bietet die Route immer wieder tolle Aussichtsplätze, an denen es sich lohnt, zu verweilen. 

Fototipp: Die Route bietet immer Orte entlang des felsigen Ufers, die sich ideal für Fotos vom Walensee eignen. Ganz besonders schön fanden wir die Anhöhe zwischen Quinten und Walenstadt, von der aus sich sowohl tolle Fotos des Walensees von oben als auch das Bergpanorama der Churfirsten schießen lassen.

Anreise zum Walensee

Ausgangspunkt:Weesen oder Walenstadt
Strecke: 23 Kilometer
Gehzeit: 6 bis 7 Stunden
Höhenmeter:ca. 1.000 hm
Must-See:Seerebachfälle
Einkehrtipp:Tremondi Quinten

Durch den sehr gut ausgebauten und funktionierenden öffentlichen Nahverkehr in der Schweiz ist diese Tour problemlos mit Bus und Bahn erreichbar. Sogar von Zürich aus ist der Startpunkt Weesen innerhalb von einer Stunde zu erreichen.

Da wir in Walenstadt untergebracht waren, sind wir morgens mit der Regionalbahn nach Weesen gefahren und den Weg zurück gelaufen. Dabei mussten wir an der Station “Ziegelbrücke” einmal umsteigen. Die Fahrt hat dennoch nicht länger als eine halbe Stunde gedauert.

Morgens in die Wanderschuhe

Wir sind morgens gegen acht Uhr gestartet, um den ganzen Tag Zeit für die Route zu haben. Zudem mussten wir beachten, dass es im März noch recht früh dunkel wurden und wir so spätestens gegen 18 Uhr zurück in Walenstadt sein wollten. Normale Wanderausrüstung reicht für die Tour aus – gute Wanderschuhe und atmungsaktive, wasserfeste Kleidung sind natürlich eine Grundvoraussetzung. Außerdem haben wir ausreichend Wasser und Verpflegung eingepackt. Auch ein Erste-Hilfe-Set sollte wie bei allen Wanderungen nicht fehlen!

Von Weesen zu den beeindruckenden Seerenbachfällen

Der Startpunkt der Wanderung liegt in der Ortschaft Weesen, die direkt am Ufer des Walensees gelegen ist. Der kleine Hafen des Ortes ist – ganz typisch für die Schweiz – ansprechend und liebevoll mit Spielmöglichkeiten für Kinder, Sitzgelegenheiten und öffentlichen Feuerstellen gestaltet.

Die ersten drei Kilometer führen leider noch an einer kleinen Fahrstraße entlang. Die ersten Blicke über den See sind allerdings vielversprechend und immer wieder begegnen uns versteckte Badeplätze, die im Sommer sicherlich sehr beliebt sind. Wir jedoch sind an einem Frühlingstag unterwegs und genießen die ersten warmen Sonnenstrahlen, während ringsum noch schneebedeckte Gipfel zu sehen sind.

Dass der Walensee bereits seit der Antike eine verkehrstechnische Herausforderung darstellt, wird anhand der fast senkrechten Felswände deutlich: So passieren wir einen in den Fels gehauenen Tunnel, bevor die Straße endet und wir auf einen schönen Uferwanderweg gelangen. Nun geht es bergauf zum ersten Höhepunkt der Tour: die rund 585 Meter hohen Seerenbachfälle.

Obwohl es nicht viel Niederschlag gegeben hat, sind wir beeindruckt von der immensen Höhe des Wasserfalls und der dazugehörigen Ringquelle, eine der größten Karstquellen Europas. Von der Anhöhe des Wasserfalls haben wir zudem einen fantastischen Ausblick über den Walensee bis zum gegenüberliegenden Bergpanorama, wie zum Beispiel dem Mürtschenstock. 

Mediterranes Klima am Seeufer des autofreien Quinten

Der Pfad führt weiter durch kleine Wälder, die immer wieder von Wiesen durchsetzt sind – auf unserer rechten Seite behalten wir den Walensee stets im Blick. Nach circa drei Stunden erreichen wir das autofreie Dorf Quinten, das uns im Vorhinein bereits als ein ganz besonderer Ort beschrieben und als Zwischenstopp ans Herz gelegt wurde. Quinten ist nur über den Wanderweg oder mit dem Boot erreichbar und wird von nur rund drei Dutzend Einwohnern bewohnt. Durch seine idyllische, abgeschiedene Lage zwischen den Churfirsten und dem Walensee ist der Ort eine Oase der Ruhe, die uns direkt begeistert.

Quinten ist besonders sonnenbegünstigt und für sein südländisches Klima bekannt – und tatsächlich haben wir das Gefühl, dass wir plötzlich im Sommerurlaub sind. Wir setzen uns auf die Terrasse des kleinen, malerischen Cafés Tremondi und genießen tatsächlich im T-Shirt einen besonders leckeren Cappuccino, während wir auf die schneebedeckten Berge rundum schauen. Das Tremondi hat auch Zimmer und serviert ausgewählte Speisen – wer genug Zeit und das nötige Geld mitbringt, kann hier sicherlich hervorragend schlemmen und entspannen. Im Anschluss schlendern wir noch ein wenig durch das traditionelle Dorf und entdecken Weinreben, Feigen- und Kiwibäume und vereinzelt sogar Palmen, die durch das besondere Klima in Quinten gedeihen. 

Über Almwiesen bis Walenstadt zum Käsefondue

Der Weg führt nun mit wenig Höhenmetern am Ufer entlang, bevor es in Richtung Walenstadtberg noch einmal richtig bergauf geht. Dieser Wegabschnitt ist aber ganz besonders schön und oben erreichen wir ein Plateau aus Almwiesen mit einem fantastischen Blick zurück über den Walensee. Auf der anderen Seiten ragen die imposanten Churfirsten hervor, deren sieben berühmte Gipfel immerhin auf einer Höhe von bis zu 2.300 Höhenmetern liegen.
Schließlich machen wir uns an den Abstieg nach Walenstadt, zu Beginn noch über einen felsigen, eher steilen Pfad, dann über breite Kieswanderwege. Auf dem Weg nach unten können wir noch einen Kitesurfer beobachten, der die guten Frühjahrsbedingungen auf dem Walensee genießt.

Der letzte Abschnitt führt direkt am Ufer entlang, das auch auf der Walenstädter Seite mit Badestellen, Grillplätzen und Spielmöglichkeiten ausgestattet ist. Im Sommer wäre der perfekte Abschluss der Wanderung jetzt sicherlich, eine Runde im See zu schwimmen. Das ist uns im März aber doch noch zu kalt und so entscheiden wir uns dafür, uns noch den Sonnenuntergang über dem See anzuschauen und uns dann – ganz klassisch – in Walenstadt auf die Suche nach einem wärmenden Käsefondue zu machen. 

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Fazit

Wer in der Gegend rund um den Walensee unterwegs ist, sollte sich auf jeden Fall einen Tag Zeit für diese außergewöhnliche Wanderung nehmen. Die Tour ist recht leicht zu gehen und dabei unglaublich vielfältig: Sie vereint die direkte Nähe zu einem besonders schönen See mit einem alpinen Gefühl durch die hohen Berge ringsum. Durch den Besuch in Quinten gibt es auch kulturell viel zu entdecken. An unserem Frühlingstag war der Wanderweg sogar an den bekannten Seerenbachfällen herrlich ruhig und einsam. Das wird an Sommerwochenenden aber bestimmt anders sein. Dafür gibt dann tolle Möglichkeiten, die Wanderung mit Zwischenstopps an Badestellen zu verbinden.

Wem die ganzen 24 Kilometer zu weit sind, dem gefällt vielleicht die Option, ab Quinten mit dem Boot auf die andere Seite überzusetzen und in Murg wieder in den Zug zu steigen. Dann ist die Strecke nur noch halb so lang. Zudem gibt es die Option, von Weesen aus direkt mit der Fähre nach Quinten zu fahren.

Wer länger in der Gegend ist, hat in den umliegenden Bergen und Tälern eine Vielzahl an Wandermöglichkeiten. Auch im Winter gibt es zahlreiche Winterwanderwege oder Optionen für Skitouren, außerdem natürlich das große Skigebiet Flumserberg. Wassersport-Begeisterte können auf dem Walensee Kite- oder Windsurfen, Segeln und sogar tauchen. Ein Besuch lohnt sich also jederzeit!

Lage

Praktische Links

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