Wir fahren durch das tief verschneite Stubaital. Rechts und links erheben sich weiße Berggipfel. Insgesamt vier Skigebiete kann man hier besuchen. Da fällt die Entscheidung nicht leicht, wo es als Erstes hingehen soll. Vielleicht zum schneesicheren Stubaier Gletscher? Oder sausen wir lieber vor der schroffen Kulisse der Schlick 2000 gen Tal? Wir könnten aber auch die Wanderschuhe schnüren und eine kleine Winterwanderung an der Serles unternehmen oder per Schlitten am Elfer ins Tal rodeln. Möglichkeiten en masse!
Lohnt sich ein Skiurlaub im Stubaital?
Das Stubaital in Tirol befindet sich unweit von Innsbruck und bildet das Haupttal in den Stubaier Alpen. Insgesamt gibt es vier kleine und mittelgroße Skigebiete, die ihr alle mit einem Skipass befahren könnt. Dazu zählen die kleineren Elferbahnen und Serlesbahnen, die naturbelassene Schlick 2000 und der schneesichere Stubaier Gletscher. Viele Winterurlauber kommen allerdings nicht nur zum Skifahren ins Stubaital, sondern weil sie die Wintersportmöglichkeiten allgemein zu schätzen wissen. Es gibt neben zahlreichen Pistenkilometern nämlich eine Vielzahl an gut ausgebauten Winterwanderwegen.
An der Eisarena in Fulpmes, dem Eislaufplatz in Neustift und auf dem Natureislaufplatz Klaus Äuele könnt ihr die Schlittschuhe anziehen und die Kufen zum Glühen bringen. Im Laufe des Winters gibt es außerdem immer wieder Events. In Klaus Äuele finden beispielsweise mehrmals pro Saison die beliebten Winterwandernächte statt. Dann ist der Wald schön beleuchtet, ihr könnt euch nachts aufs Eis wagen, es gibt Live-Musik und warme Getränke wie Glühwein, und es werden Pferdeschlittenfahrten und Husky-Touren angeboten. Außerdem könnt ihr euch wöchentlich zu einer geführten Schneeschuhtour anmelden.
Gerade Familien mit Kids genießen auch die rasanten Abfahrten über die super langen Rodelbahnen des Stubaitals, die teilweise sogar nach Einbruch der Dunkelheit noch beleuchtet sind. Und apropos Familien. Im Stubai ist der Skipass für alle Kinder unter 10 Jahre gratis, wenn die Kids in Begleitung eines Erwachsenen unterwegs sind.
Fototipp: Ganz oben, am höchsten Punkt, dem Stubaier Gletscher gibt es eine Aussichtsplattform mit 360-Grad-Blick. Die ist auch für Fußgänger ohne Ski erreichbar. Kleiner Tipp: Checkt vorher die Webcam, wie die Sichtverhältnisse sind.
Anreise ins Stubaital
Mit dem Auto sind es ab Innsbruck nur etwa 30 Minuten bis nach Neustift. Bei der Anreise werden zusätzlich zur Vignettenpflicht, die auf österreichischen Autobahnen existiert, einige Euro Maut fällig. Die könnt ihr an den entsprechenden Stationen auch mit Karte bezahlen. Ins Stubaital kommt ihr aber auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir übernachten in Neustift. Der Ort befindet sich bereits weiter hinten im Tal. Weiter vorn befinden sich die Ortschaften Schönberg, Mieders, Telfes und Fulpmes.
Bis Innsbruck ist die Anreise mit dem Zug möglich. Die letzten 50 Minuten bis nach Neustift könnt ihr mit dem Bus oder der Stubaitalbahn zurücklegen. Vor Ort kommt ihr auch gut mit dem Bus von A nach B. Mehrmals täglich gibt es eine Linie, die euch bis zum Talschluss, an die Talstation des Stubaier Gletschers, bringt. Mit einem gültigen Skipass nutzt ihr die Busse kostenlos.
Wir sind mit dem Auto angereist und weil es noch hell war, sind wir direkt bis zum Grawa-Wasserfall gefahren. Auf Höhe der Grawa-Alm könnt ihr das Auto abstellen (hier gibt es auch eine Bushaltestelle) und zu Fuß erreicht ihr den größten Wasserfall der Ostalpen in nur 10–15 Minuten. Es kann etwas glatt und eisig sein. Allerdings hat es sich absolut gelohnt, hier den ersten Stopp einzuplanen. Willkommen im Stubaital!
Stubaier Gletscher: Größtes Gletscherskigebiet Österreichs


| Pistenkilometer: | 68 km |
| Längste Abfahrt: | 10 km |
| Höchster Punkt: | 3.210 m |
Etwas weiter hinten im Talschluss geht es in nur wenigen Minuten mit der Eisgratbahn hinauf auf über 3.000 Meter Höhe. Aufgrund dieser Höhenlage ist die Saison am Stubaier Gletscher recht lang. In der Regel sind die Pisten von Oktober bis weit in den Mai hinein präpariert. Im Hochwinter warten dann insgesamt 68 präparierte Pistenkilometer, darunter super breite Gletscherpisten auf euch. Wenn ausreichend Schnee liegt, könnt ihr sogar bis ins Tal hinabwedeln. Von der Station Wildspitz (3.210 m) wartet eine 10 km lange Abfahrt bis zur Talstation. Im unteren Teil geht es über die Skiroute Wilde Grubn. Über 1.700 Höhenmeter liegen vor euch. Danach brennen die Oberschenkel, versprochen. Ski-Anfänger sollten besser per Gondel wieder zurück zum Parkplatz schweben.
Am Stubaier Gletscher gibt es außerdem mit dem Stubai Zoo einen der bekanntesten Snowparks der Alpen. Gerade in der Nebensaison könnt ihr hier der Freestyle- und Snowboard-Weltelite beim Training zuschauen. Seit einigen Jahren macht hier Ende November auch der FIS Freeski-Weltcup Station. Neben der Pro-Line gibt es aber auch eine Easy- und eine Medium-Line für Actionjunkies, die noch nicht ganz so weit sind.
Schlick 2000: Familienskigebiet mit 25 km Pisten



| Pistenkilometer: | 25 km |
| Längste Abfahrt: | 6 km |
| Höchster Punkt: | 2.240 m |
Weiter vorn im Stubaital liegt das familienfreundliche Schlick 2000. Die Abfahrten reichen bis auf über 2.200 Meter Höhe hinauf. In Schlick 2000 laufen somit häufig ab Anfang Dezember die Lifte. Ein Großteil der Abfahrten ist als leicht und mittelschwer markiert. Dadurch und durch die überschaubare Größe ist das Skigebiet besonders bei Familien beliebt. Um die kleinsten Skigäste kümmert sich Maskottchen BIG Ron im Kinderland. Hier kann der Ski-Nachwuchs zwischen Tipis und Zauberteppichen die ersten Schwünge lernen.
Doch nicht nur Familien zieht es in die Schlick 2000. Es ist ein Gebiet für Genussskifahrer, Carvingliebhaber und Freerider. Und alle staunen über das sensationelle Panorama. Denn die zahlreichen Abfahrten schlängeln sich direkt vor den imposanten Kalkkögeln gen Tal. Wenn ihr hier Skifahren geht, werdet ihr ein ums andere Mal stehenbleiben und die Kamera zücken wollen.
Elferbahnen: Super lange Rodelbahnen im Stubaital


| Höchster Punkt: | 2.080 m |
| Anzahl Rodelbahnen: | 3 |
| Längste Rodelbahn: | 8 km |
Am Elfer gibt es nur zwei offizielle Abfahrten. Die zwei rot markierten Pisten locken trotzdem jedes Jahr wieder Skifahrer an. Gerade Einheimische sind hier oft anzutreffen. Wenn ihr mit dem Schlepplift ganz nach oben fahrt, wartet eine breite, gleichmäßig geneigte Pistenautobahn auf euch. Das Stubaital liegt einem zu Füßen und die Abfahrt lädt zum sportlichen Carven ein. Nur fliegen ist schöner. Über eine Skiroute könnt ihr dann sogar bis ins Tal abfahren. Diese Pisten sind ein kleiner Geheimtipp im Stubaital.
Deutlich bekannter ist der Berg bei Paragleitern, die auch im Winter gen Tal schweben und bei Rodel-Liebhabern. Gleich drei Rodelbahnen gibt es am Elfer. Zwei davon zählen zu den längsten beschneiten Rodelbahnen in Tirol. Die Rodelbahn Pinnistal und die Rodelbahn Elfer sind beide 8 km lang und es werden jeweils rund 800 Höhenmeter bis ins Tal überwunden. Sobald ausreichend Schnee vorhanden ist, bleiben die Bahnen montags (nur in den Ferien), mittwochs und freitags sogar bis 21:00 Uhr geöffnet. So könnt ihr ab 19:30 Uhr im Flutlicht gen Tal sausen.
Serlesbahnen: Paradies zum Winterwandern



| Höchster Punkt: | 1.674 m |
| Winterwandertipp: | Maria Waldrast |
| Einkehrtipp: | Ochsenhütte |
An der Talstation der Serlesbahn könnt ihr auf der Übungswiese den Ski-Nachwuchs beim Erlernen der ersten Schwünge beobachten. Für Ski-Anfänger, Wiedereinsteiger oder auch Genussskifahrer sind die knapp 6 Pistenkilometer rechts und links der Serlesbahnen ideal. Sportliche Wintersportler werden sich jedoch wahrscheinlich über kurz oder lang langweilen und doch eher Richtung Schlick 2000 oder Stubaier Gletscher streben.
Dafür zieht es Winterwanderer und Naturliebhaber auf den Berg oberhalb von Mieders. Per Seilbahn könnt ihr die ersten Höhenmeter überwinden und oben auf gleichbleibender Höhe aussichtsreiche Wanderungen durch das Winterwunderland unternehmen. Eine tolle Tour führt von der Bergstation Koppeneck durch den verschneiten Winterwald mit herrlichen Blicken auf die Serles zum Kloster Maria Waldrast. Aber auch die ausgedehnte Tour zum Waldraster Jöchl und der kurze Spaziergang zur Ochsenhütte garantieren schöne Momente im Schnee.
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Fazit
Ich war schon oft im Stubaital. Sowohl im Sommer als auch im Winter. Und ich habe schon alle vier Skiberge besucht. Dabei schätze ich besonders die Idylle, die es im Stubaital noch gibt. Klar, gibt es mittlerweile viele Hotels, die Ortschaften wirken allerdings noch immer wie urige Alpenorte. Und gerade wenn man nicht jeden Tag auf der Piste unterwegs ist, sondern auch mal die Wanderschuhe schnürt, kann man in ganz entlegene Ecken abtauchen und die Ruhe des Winters in der Einsamkeit genießen. Gerade unter der Woche hinterlasst ihr oft die einzigen Spuren im Schnee.
Mir gefällt die Vielseitigkeit; und auch während einer Woche Winterurlaub kann man so jeden Tag etwas Neues erleben oder ausprobieren. Mindestens einmal während des Skiurlaubs würde ich außerdem zu einem Abstecher nach Innsbruck raten. Die Nähe der heimlichen Hauptstadt der Alpen ist vor allem für Kulturinteressierte und Veranstaltungsliebhaber interessant. Denn wo sonst kann man so leicht einen Skiurlaub mit einem abendlichen Theater- oder Konzertbesuch verbinden?
Noch ein Tipp für alle Skifahrer: Wenn ihr auf der Suche nach neuer Ski-Ausrüstung seid, lohnt es sich, Anfang November zum Stubaier Gletscher hinaufzufahren. Denn dann finden in der Regel die Intersport-Schneetage statt. Anlässlich dieses Ski-Testivals könnt ihr das neueste Material der Saison ausprobieren. Das schließt nicht nur Ski und Snowboards, sondern auch Bindungen, Skischuhe und Skibrillen mit ein. Gerade, wenn man auf der Suche nach neuem Material ist, ist das super empfehlenswert.
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