Ich stehe an der Küste Nordirlands und blicke auf schroffe Steilküsten und einige Inseln im Atlantischen Ozean, die nur unweit vom Festland entfernt liegen. Eine der Inseln ist über eine wackelige Hängebrücke erreichbar: Die Carrick-a-Rede Rope Bridge. Über die wackelige Brücke gelangen seit Jahrzehnten Menschen vom Festland zur Insel.

Lohnt sich ein Besuch der Carrick-a-Rede Rope Bridge?

In Nordirland, etwa zwischen Ballycastle und Ballintoy, befindet sich die Insel Carrick-a-Rede. Ehemals haben hier Fischer gelebt. Sie waren es auch, die die erste Brücke zwischen der Insel und dem Festland gespannt haben, um die gefangenen Fische an Land zu transportieren. Damals war die Brücke noch wackeliger und provisorischer. Teilweise riskierten die Fischer beim Hinübergehen ihr Leben.

Heute ist die Brücke immer noch wackelig, aber gut abgesichert. Ihr könnt über breite Holzplanken laufen, rechts und links umgibt euch ein Netz. Außerdem passen zwei Angestellte auf, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig über die Carrick-a-Rede Rope Bridge marschieren.

Denn mittlerweile gilt die Hängebrücke an der Steilküste zu einer der beliebtesten Ausflugsziele in Irland. Sie liegt außerdem als eine von vielen Attraktionen an der bekannten Causeway Coastal Route, die sich von Belfast nach Londonderry zieht.

Im Linksverkehr zur Hängebrücke

Höhe:30 m
Länge:20 m
Dauer:1 Std.
Eintritt:9,00 £
Beste Reisezeit:Frühjahr/Herbst

Wir sind auf genau dieser Route unterwegs und erreichen die Carrick-a-Rede Rope Bridge bei Sonnenuntergang. Teilweise sind die Straßen hier her super eng. Zum Glück kommen uns im Oktober nicht allzu viele Autos entgegen. So können wir uns während der Fahrt auch an den Linksverkehr gewöhnen.

Etwa 10 Minuten Fußweg von der Hängebrücke entfernt, gibt es einen großen Parkplatz. Der ist kostenlos. Dafür kommen wir kurz darauf zu einem Kassenhäuschen. Wenn ihr die Brücke überqueren wollt, müsst ihr Tickets kaufen. Der Preis für einen Erwachsenen liegt bei 9 Pfund.

Wenn ihr das Ticket gekauft habt, gelten diese für eine Stunde. Ihr solltet also nicht allzu viel Zeit vertrödeln, sondern direkt zur Brücke aufbrechen. Es gibt darüber hinaus auch geführte Touren, wenn ihr mehr über die Geschichte der Brücke oder die Umgebung erfahren wollt.

Die Hängebrücke bei Sonnenuntergang besuchen

Hinter uns geht langsam die Sonne unter. Das Licht ist perfekt. So leuchtet das Gras erfrischend grün, das Wasser schimmert sanft türkis und am Himmel werden bereits die Wolken eingefärbt. Das könnte sehr idyllisch und still wirken. Wären da nicht die tosenden Wellen und die schroffen Klippen. Der Kontrast macht den Ort sofort zu etwas besonderem.

Nicht weit entfernt vom Kassenhäuschen können wir den ersten Blick auf die Hängebrücke erhaschen. Es scheint, als schwebe sie über dem Wasser.

Instatipp: Der Fotograf positioniert sich am besten etwas erhöht auf der Treppe, die zur Brücke hinabführt. Hier könnt ihr mit der Perspektive spielen und ihr bekommt sowohl das Wasser unter der Brücke als auch die steil abfallende Küste aufs Foto.

Schwindelerregende Ausblicke beim Überqueren

Ich setze den ersten Schritt auf die Brücke. Sie wirkt von außen stabiler als sie wirklich ist. So wackelt sie beim Überqueren doch ganz schön. Der Wind bringt sie ebenfalls ein bisschen zum Schwingen. Auf der Hälfte etwa halte ich an und wage einen Blick nach unten.

Knapp 30 Meter unter mir toben die Wellen. Das Wasser donnert immer wieder mit voller Wucht gegen die schroffen Küstenabschnitte. Ich stehe darüber, bin geschützt, fühle mich der Natur aber trotzdem so nahe. Ein starkes Bild!

Fazit

Ein Besuch der Carrick-a-Rede Rope Bridge lohnt sich. Die Tickets sind meiner Meinung nach relativ teuer, aber ich bin froh, die Brücke überquert zu haben. Zwar sieht sie schon von Weitem eindrucksvoll aus, aber es ist ein spannendes Gefühl, hinüber zu laufen.

Außerdem lohnt sich die Anreise im Oktober, denn hier haben wir zu dieser Jahreszeit kaum Menschen angetroffen. In der Hauptsaison kann es durchaus passieren, dass ihr an der Brücke Schlange stehen müsst. Ein Tipp ist darüber hinaus der Carrick-a-Rede Coastal Walk, der bis nach Ballintoy führt.

Wenn ihr schon da seid, dann schaut euch auch noch andere Attraktionen in der Nähe an. So liegen an der Causeway Coastal Route zum Beispiel noch der Whiterocks Beach, die Cushendun Caves und der Giant’s Causeway.

Auch ein Sightseeing-Tag in Londonderry oder Belfast könnte sich lohnen. Hier befindet sich unter anderem auch das Titanic-Museum.

Lage

Praktische Links

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