Die Sächsische Schweiz ist schon längst kein Geheimtipp mehr in Deutschland. Viel zu bekannt sind mittlerweile die Sehenswürdigkeiten im Elbsandsteingebirge wie die Schrammsteine, der Kuhstall oder die Bastei mit schwindelerregenden Ausblicken zwischen imposanten Felsnadeln. Daneben gibt es aber einige Orte, die selbst unter Einheimischen als Geheimtipps gelten. Wir stellen euch 5 Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz vor, die noch unentdeckt sind.

Unentdeckte Sehenswürdigkeiten in der Sächsischen Schweiz

Das Elbsandsteingebirge liegt südlich von Dresden und erstreckt sich von Deutschland bis nach Tschechien. Die Anreise ist gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln machbar. Die Hauptattraktionen sind locker mit der Bahn zu erreichen. Das dauert in vielen Fällen auch gar nicht länger mit dem Auto. Auch eine Fahrt mit dem Raddampfer über die Elbe bietet sich an. Da könnt ihr ähnlich wie im Zug an verschiedenen Haltepunkten je nach Belieben aus- und wieder zusteigen. Mit Bus und Bahn gelangt ihr auch zu den unentdeckten Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz.

#sächsischeschweiz

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1. Sebnitztal: Malerische Flusslandschaft

Ausgangspunkt:Bahnhof Ulbersdorf
Richtung:Buttermilchmühle
Tipp:Bahnfahren

Der Ort Sebnitz liegt an der deutsch-tschechischen Grenze. Erreichbar ist die Stadt, die für ihre künstlichen Seidenblumen in ganz Deutschland bekannt ist, mit dem Auto oder von Bad Schandau aus mit der Nationalparkbahn Sächsisch-Böhmische Schweiz. Der Streckenabschnitt durchs Sebnitztal gilt als besonders reizvoll, führt durch insgesamt sieben Tunnel hindurch und über zahlreiche Brücken und Viadukte hinweg.

Auch zu Fuß lohnt sich die Wanderung durch das Sebnitztal. Ihr folgt dem Lauf der Sebnitz über einen kleinen Steig durch den Wald. Der Weg verläuft in einer ähnlichen Neigung wie der Fluss. Es geht also vorwiegend eben dahin. Allerdings ist teilweise Trittsicherheit erforderlich, denn gerade an regnerischen oder feuchten Tagen kann der laubbedeckte Untergrund rutschig sein und es geht abschüssig bergab.

Je nachdem, ob ihr eine ausgedehnte Wanderung oder nur einen Spaziergang machen möchtet, geht ihr nur ein Stück oder legt den gesamten Weg zwischen Bad Schandau und Sebnitz zu Fuß zurück. So könnt ihr beispielsweise den Hinweg entlangwandern und mit der Bahn zurückfahren. Besonders lohnenswert ist der Abschnitt ab dem Bahnhof Ulbersdorf in Richtung der ausgewiesenen, ehemaligen Buttermilchmühle.

2. Arnstein im Kirnitzschtal: Ehemalige Raubritterfestung

Ausgangspunkt:Neumannmühle
Gehzeit:3 Std. (hin-/zurück)
Tipp:Kleinsteinhöhle

Über Treppen, Leitern, durch Felsgänge und Wälder geht es zum Gipfel des Arnsteins hinauf. Der Arnstein selbst ist auch als Ottendorfer Raubschloss bekannt. Denn zwischen den Felsen finden sich noch immer die Überbleibsel einer ehemaligen Wehranlage. Es sind Stufen, Felszeichnungen und eine 5 Meter tiefe Zisterne erhalten. Die Burg galt wohl mal als eine der bedeutendsten Festung der Sächsischen Schweiz. Allerdings wurde sie zum Ausgangspunkt für Raubritter und 1451 schließlich zerstört. Ein Modell der Festung ist im Museum von Bad Schandau zu sehen. Einer Sage nach habe der letzte Raubritter einen Schatz am Arnstein versteckt. Der wurde aber nie gefunden.

Vom Gipfel des Arnsteins könnt ihr den Nationalpark Sächsische Schweiz und die bekannte Sehenswürdigkeiten überblicken. Zum Beispiel seht ihr die Affenstein, die Schrammsteine und den Neuen Wildenstein. Zudem rückt der Kleine Winterberg in Sichtweite. Einkehrtipps in der Nähe sind die Neumannmühle und die Buschmühle. Dort befinden sich auch Parkmöglichkeiten.

Ein weiteres Highlight ist die Kleinsteinhöhle ganz in der Nähe. Vom Arnstein zurück, folgen wir dem Wegweiser zur Kleinsteinhöhle. Etwa 30 Minuten unterhalb des Arnsteins steigen wir erneut über Leitern und Treppen zur Höhle hinauf. Die Höhle ist eigentlich gar keine wirkliche Höhle, denn sie ist zu beiden Seiten geöffnet. Sie hat viel mehr die Form eines gotischen Bogens. Das fanden auch die Kunstschaffenden der Romantik sehr beeindruckend.

3. Burg Stolpen: Festung aus Basalt

Erbauung:1100 bis 1200
Attraktion:Basaltsäulen
Einkehrtipp:Zehrgarten

Etwa 27 km östlich von Dresden liegt die Burg Stolpen. Seit 1222 ist die Burg Stolpen erstmals urkundlich erwähnt. Man geht jedoch davon aus, dass bereits im Jahr 1100 mit den Baumaßnahmen begonnen wurde. Dadurch, dass Burg Stolpen vollständig aus Basalt errichtet wurde, ist sie eine bauliche Besonderheit. Außerdem gibt es in der Festung den mit 84 Metern tiefste natursteinbelassenen Basaltbrunnen der Erde. Aus dem Brunnen könnt ihr übrigens hin und wieder die Stimme von Basaltus, dem Burggeist, erklingen hören.

Seit 1877 ist die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich. Dazu wurde vormals ein Schlosswärter angestellt, zu dessen Aufgaben das Herumführen von Touristen zählte. Heutzutage wird die Burganlage jährlich im Durchschnitt von 100.000 Ausflugsgästen besucht.

Auf der Burg gibt es aktuell drei Hauptausstellungen. Zum einen ist das die Daueraustellung zu Gräfin Cosel, der berühmtesten Mätresse von August dem Starken. Sie war fast ein halbes Jahrhundert hinter den dicken Gemäuern eingesperrt. Die zweite Ausstellung setzt sich mit der mittelalterlichen Foltermethoden auseinander. Bis zum Ende der Folter in Sachsen im Jahr 1770 war die Folterkammer auf Schloss Stolpen in Betrieb und gibt dementsprechend auch heute noch einen Einblick in die mittelalterlich grausige Rechtsgeschichte. Die dritte Dauerausstellung widmet sich dem Stolpener Basalt. Denn dort wurde der Begriff „Basalt“ erstmals verwendet.

4. Diebeshöhle am Quirl: Ausflug in die Dunkelheit

Tiefe:28 Meter
Höhe:Bis zu 4 Meter
Tipp:Aussicht auf dem Quirl

Die Diebeshöhle am Quirl ist eine der größten Höhlen der Sächsischen Schweiz. In der Länge misst sie 28 Meter, in der Breite erreicht sie 8 Meter und die höchste Deckenhöhe liegt bei 4 Metern. Nehmt am besten eine Taschenlampe mit, denn ganz hinten könnt ihr ohne Licht nichts mehr sehen. Am Höhleneingang steht ein steinerner Tisch. Dort haben früher kurfürstliche Jagdgesellschaften zusammengesessen. Heute wird die Stelle oft als Feuerstelle missbraucht. Dadurch sind die Wände zum Teil angerußt.

Der Quirl selbst ist 350 Meter hoch. Damit ist er einer der niedrigeren Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Auch der Aufstieg ist gemütlicher. Über breite Wege geht es durch Wälder bergauf. Oben erwartet euch die größte und geschlossenste Platte der Steine der Sächsischen Schweiz. Ehemals waren dort sogar Felder. Rings um den Sockel herum führt schließlich die Obere Quirlpromenade. Sie gilt als eine der schönsten Hochwaldsteige der Sächsischen Schweiz.

Tipp: Der Ausflug zum Quirl lässt sich gut mit einer Wanderung zum Pfaffenstein oder einem Besuch der Festung Königstein verbinden. Beides liegt in der Nähe.

5. Lampertsstein im Bielatal: Genialer Aussichtsberg

Ausgangspunkt:Bielatal
Höhe:440 Meter
Tipp:Herkulessäulen

Etwas abseits in der Nähe des Bielatals liegt der 440 Meter hohe Lampertsstein. Von unten ist er kaum auszumachen. Der Wald hat ihn vollständig bedeckt. Auf den letzten Metern könnt ihr euch für zwei alternative Wege entscheiden. Entweder ihr marschiert etwas unterhalb des langgezogenen Bergrückens an imposanten Felsen vorbei, oder aber ihr lauft direkt auf dem Tafelberg über den Kammweg in Richtung Aussichtspunkt. Am Schluss müsst ihr noch eine Brücke überwinden und steht schließlich vor einem sensationellen Panorama.

Von der Aussicht könnt ihr weite Teile der Sächsischen Schweiz überblicken. Dort liegen von links nach rechts schauend die Festung Königstein sowie Pfaffenstein und Lilienstein im Hintergrund. Der Blick schweift weiter über den Gohrisch und den Papstein. Letzterer ist übrigens ein toller Spot, um den Sonnenuntergang zu genießen. Noch weiter auf der rechten Seite blickt ihr dann weit in den Nationalpark hinein. Dort könnt ihr die Schrammsteine markant aus der bewaldeten Fläche hervorschauen sehen.

Wenn ihr schon in diesem Teil der Sächsischen Schweiz seid, solltet ihr anschließend auch den Herkulessäulen einen Besuch abstatten. Diese liegen auf der anderen Seite des Bielatals. Imposant ragen die skurril geformten Felstürme in die Höhe. Es ist vor allem ein beliebtes Klettergebiet. Aber auch für Wanderer lohnt sich der Abstecher dorthin.

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