Eine schwindelerregende Hängebrücke mit Blick auf den Mondsee macht den Klettersteig auf die Drachenwand zu einem beliebten Outdoor-Abenteuer. Wir sind extra früh aufgestanden, um den „Kraxel-Genuss“ bereits zu Sonnenaufgang in Ruhe genießen zu können. Die fantastische Fernsicht von der Drachenwand (1.176 m) über mehrere Seen und Gipfel des Salzkammerguts bis zum schneebedeckten Dachstein muss man sich aber erst verdienen.

Lohnt sich der Klettersteig auf die Drachenwand?

Die über 700 Meter hohe Felswand am Westufer des Mondsees ist schon von weitem zu sehen. Sie dominiert das Panorama markant wie kein anderer Berg am Mondsee. Der Gipfel trägt den Namen Drachwand, da einer Sage nach ein Drache in einer Höhle hauste, welcher durch einen mutigen Ritter besiegt wurde. Ritter sind wahrlich heutzutage keine mehr auf der Drachenwand anzutreffen, dafür aber umso mehr begeisterte Klettersteiggeher.

Anreise zum Mondsee

Es ist 4 Uhr morgens und der Wecker klingelt. Eigentlich will ich weiterschlafen. Aber der Wetterbericht verspricht einen klaren Sonnenaufgang. Also beeile ich mich, aus dem Haus zu kommen und fahre mit dem Auto über die Westautobahn bis zur Abfahrt Mondsee.

Durch den Ort hindurch, am Westufer entlang, gelange ich zum Ortsteil St. Lorenzen, wo auch schon unser Startpunkt „Gasthaus Drachenwand“ ausgeschildert ist. Von Salzburg aus braucht ihr etwa eine halbe Stunde dorthin – was für diese Uhrzeit natürlich sehr von Vorteil ist.

Komplette Klettersteigausrüstung und Helm

Ausgangspunkt: St. Lorenzen
Länge: 4,6 km
Dauer: 5 Std.
Höhenmeter: 877 m
Schwierigkeit: C

Wie bei jedem Klettersteig oder jeder Bergtour, muss man sich abgesehen vom Lesen des Wetterberichts, auch um die richtige Ausrüstung kümmern. Diese könnt ihr auch vor Ort ausleihen. Der Drachenwand-Klettersteig ist mit der Schwierigkeit C bewertet – also mittelschwer, aber die 560 Höhenmeter Klettergenuss sollten auch nicht unterschätzt werden.

Nach einem kurzen, etwa 30 minütigen Zustieg haben wir den Anseilplatz bei einem großen Felsblock erreicht und ziehen Klettergurt, Steigset und Helm an. Es ist schon hell und wir freuen uns auf die bevorstehende Herausforderung.

Ein gute klettertechnische Abwechslung

Ab der Einstiegswand geht es gleich mal steil hinauf in eine Scharte, wo es manchmal etwas nass und rutschig sein kann. Ich liebe das Geräusch, des Klettersteigsets beim Weiterziehen auf dem Stahlsteil. Tatsächlich hatten sogar noch zwei weitere Outdoorsportler dieselbe Idee und klettern bereits etwas weiter oben im Schrofengelände einen Grat hinauf.

Der Drachenwand-Klettersteig bietet eine gute Abwechslung zwischen kurzen knackigen Passagen und leichtem Gelände, sowie fast durchgehend diesen atemberaubenden Blick auf den Mondsee, und bei uns sogar noch inklusive aufgehender Sonne.

Spektakuläre Hängebrücke auf dem Klettersteig

In der oberen Hälfte kommen wir zum bekanntesten Teilstück des Klettersteigs – eine Hängebrücke von einem Fels zur gegenüberliegenden anderen Felswand. Die ersten Schritte auf die Balken der Brücke fühlen sich immer ziemlich wackelig an. Also tastet euch vorsichtig von Tritt zu Tritt und vergesst nicht, immer wieder einen Tiefblick auf den Mondsee zu riskieren.

Der glitzernde See funkelt im Morgenlicht und es hat sich jetzt schon gelohnt, mal früher aufzustehen. Am Ende der Brücke ist noch eine Aussichtsbank im Fels befestigt, die aber mehr für ein Foto, als für eine richtig gemütliche Pause einlädt.

Instatipp: Wenn ihr als Gruppe unterwegs seid, kann einer von euch die Hängebrücke über eine andere Variante (Beschilderung kurz vor der Brücke) umgehen und von dort ein Foto von der Brücke mit direktem Mondseeblick schießen. Die Route ist mit Schwierigkeit C/D ausgewiesen.

Die Rache des Drachens im Abstieg

Am Gipfel angekommen gibt es das verdiente Frühstück und natürlich nochmal einen ebenso genussvollen Augenblick auf die wunderschöne Berg-Seen-Landschaft des Salzkammerguts. Beim Abstieg passieren wir das Drachenloch – ein großes Loch im Felsen, wo der Sage nach der Teufel mit der Pfarrersköchin durch den Berg geflogen ist.

Für den weiteren Abstieg sollte man nochmal all seine Kräfte sammeln, weil einerseits der Weg ziemlich steil und oft rutschig ist, und weil er einen kurzen Gegenanstieg mit sich bringt. Für Kinder und Unerfahrene sollte man spätestens ab hier ein zusätzliches Sicherungsseil anlegen.

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Fazit

Die Drachenwand ist auf jeden Fall ein Klettersteig-Highlight nahe Salzburg und wegen des kurzen Zustiegs und vor allem bei Schönwetter am Wochenende entsprechend stark frequentiert. Außerdem ist er einer der ersten im Frühling begehbaren Klettersteige in der Umgebung und für viele ein netter Einstieg in die Saison.

Bei einem längeren Aufenthalt in der Region, kann man beispielsweise noch eine Wanderung auf den Schafberg machen, oder etwas bequemer, mit der Zahnradbahn dort hinauffahren. Wenn euch der Klettersteig auf die Drachenwand gut gefallen hat, kann ich euch als Steigerung noch den unweit entfernten Attersee-Klettersteig auf den Mahdlgupf empfehlen.

Lage

Praktische Links

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