Rucksackpacken und auch Rucksack tragen ist für so manchen Wanderer ein äußerst leidiges Thema beim Berggehen, denn jedes Gramm zählt. Das denken die meisten. Doch auch der richtige Rucksack, die Art zu packen, die Einstellung des Rucksacks spielen beim Tragekomfort eine Rolle. Unsere Bloggerin Laura ist selbst passionierte Bergsteigerin und zeigt dir, welche Dinge auf Bergtouren unerlässlich sind und was es beim Packen des Wander-Rucksacks zu beachten gibt.

Was gehört in den Rucksack für Bergtouren?

Grundsätzlich unterscheidest du zunächst, ob du eine Tagestour oder eine Mehrtagestour gehen willst, denn davon hängt das Fassungsvermögen deines Rucksacks ab. Ich empfehle für Tagestouren ein Fassungsvermögen von 10 bis 20 Liter, für Mehrtagestouren mindestens 20 Liter.

Meine Rucksäcke für Mehrtagestouren haben 28 Liter für einfachere Bergtouren sowie 40 Liter für Ski- und Gletschertouren. Damit kam ich bisher super aus. Selbst bei Mehrtages-Hochtouren im Winter, bei denen ich im zweistelligen Minusbereich unterwegs war und die komplette Gletscherausrüstung dabei hatte, oder bei Hüttentouren und Biwaktouren – also Übernachtungstouren mit Schlafsack im Sommer – habe ich trotzdem bisher nie mehr Fassungsvolumen benötigt.

Zu den unverzichtbaren Dingen am Berg gehören das Erste-Hilfe-Set und das Handy. Diese Sachen sind bei jeder noch so kleinen Tour in meinen Rucksack. Daneben gibt es weitere wichtige Utensilien, die beim Wandern oder Bergsteigen nicht fehlen sollten.

1. Erste-Hilfe-Set

Es gibt von vielen verschiedenen Marken mittlerweile Sets, die die wichtigsten Dinge wie Pflaster, Verbandsmaterial usw. mitbringen, aber gleichzeitig auch sehr leicht und platzsparend sind. Daher ist das Erste-Hilfe-Set ein absolutes MUSS in der Grundausstattung deines Rucksacks. Nicht nur für dein Wohlbefinden, sondern auch für deine Bergkameraden, die mit dir unterwegs sind.

In einem Basic-Set findest du: Eine Notfallkarte, die dir und der Bergrettung, falls nötig, Information zu dem/der Verletzten gibt, eine Rettungsdecke, Pflaster, Mullbinden, Schere und Handschuhe zur Erstversorgung von Wunden sowie ein Dreieckstuch.

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2. Handy

… zum Absetzen eines Notrufs. Dabei vergewissere dich auf jeden Fall im Vorfeld, welche die Notrufnummer des jeweiligen Landes gilt, in dem du unterwegs bist. Außerdem ist es wichtig, deinen aktuellen Standort bzw. die Koordinaten zu kennen, bei denen du dich gerade befindest, wenn du einen Notruf absetzt. Dabei helfen dir auch Apps wie z.B. SOS EU Alp, Echo SOS, Outdooractive, Ortovox Bergtourenapp.

3. Wanderkarte

… schadet natürlich zusätzlich auch nicht, denn gerne verlässt man sich auf die Möglichkeit, Karten über das Smartphone zu verwenden. Allerdings ist die Akkulaufzeit, gerade bei der Verwendung von GPS-Daten begrenzt. Bei Mehrtagestouren ist dieses Problem noch mehr zu beachten. Daher empfiehlt sich immer eine „analoge“ Version als kleines Backup.

4. Trinkblase

… um nicht ständig stehen bleiben zu müssen, eignet sich eine Trinkblase, also eine Blase im Rucksack, die mit einem Schlauch nach außen hin verbunden ist. Diese Lösung ist perfekt fürs Bergsteigen, Wandern und Trailrunning. Das Beste daran ist, du wirst fast automatisch mit Flüssigkeit versorgt, da sich der Trinkschlauch in deiner unmittelbaren Nähe befindet. Trinkblasen gibt es mit einem Volumen von 3 Litern. Damit sparst du dir das Zusatzgewicht der Trinkflasche selbst und hast an heißen Sommertagen auf jeden Fall genug Wasser dabei.

Im Winter ist eine Thermoskanne eine gute Alternative zur Trinkblase, da die Trinkblase zusammen mit dem Trinkschlauch bei kälteren Temperaturen gerne gefriert. 

5. Brotzeitbox

… die Berge sollen schließlich ein sauberer Ort bleiben. Daher greift doch bitte auf Brotzeitboxen zurück, denn dafür sind diese da. Wem dies zu schwer ist, kann unter einfacher Anleitung Bienenwachstücher oder Beerenwachstücher selbst herstellen. Letzteres ist sogar auch noch vegan.

Für die Suppenfreunde unter uns empfehle ich Thermobehälter. Nein, ehrlich. Besonders im Winter auch eine top Idee für Berg- und Skitouren, um seinen Körper warm und einfach mit Energie zu versorgen. Einen Tag zuvor etwas mehr Suppe kochen, in der Früh aufwärmen, in den Behälter füllen und in der Kälte genießen! Tipp: Vor dem Einfüllen der Suppe den Behälter mit kochendem Wasser ein paar Minuten anwärmen.

6. Regenjacke

… unverzichtbar! Bergwetter kann sich schnell ändern. Da hilft manchmal gar der beste Wetterbericht nicht. Um nicht zu frieren, nehmen wir stets, wenn auch nur eine ganz leichte Jacke mit! Es wird diesen Moment geben, wo du dir denkst „Puh, heute hat es sich ja doch gelohnt!“

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Weitere Dinge, die in den Rucksack gehören

  • Wechselshirt
  • Mütze
  • Handschuhe
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme
  • Personalausweis
  • Stirnlampe
  • Bargeld

Packliste für Hüttentouren

Wer eine Mehrtages-Wanderung oder Trekkingtour im Gebirge unternimmt, benötigt weitere Utensilien. Dazu gehören:

  • Wechselsachen
  • Unterwäsche
  • Kosmetikbeutel
  • Mikrofaserhandtuch
  • Oropax
  • Hüttenschuhe
  • Hüttenschlafsack

Benötige ich einen Biwaksack?

Ein Biwaksack ist wichtig bei ausgedehnten Bergtouren, denn es kann schließlich einmal zu einer Verletzung kommen und man muss in der Kälte ausharren bis Rettungskräfte eintreffen. Im Hochgebirge und auf Skitour ist er absolut unabdingbar, da der Körper bei den extremeren Verhältnissen viel schneller auskühlt. Biwaksäcke gibt es in verschiedenen Ausführungen.

  • Ultraleicht-Version (Links): Durch das geringe Gewicht erfüllt dieser in wirklichen Notfällen seinen Zweck: den Schutz vor den Elementen. Allerdings ist diese Version des Biwaksacks nicht so robust.
  • Ein-Mann-Version (Mitte): Robuster und etwas schwerer. Dieser eignet sich auch bei niedrigen Temperaturen als Überzug zum Schlafsack.
  • Zwei-Mann-Version (Rechts): Ebenso robust und ein wenig schwerer als die Ein-Mann-Version.

Gewichtsverteilung im Rucksack beachten

Das maximale Tragegewicht beträgt in etwa immer ein 1/3 des eigenen Körpergewichts. Im Idealfall selbstverständlich weniger. Bei Mehrtagestouren wiegt mein Rucksack inklusive Proviant etwa 8 bis 10 kg. Das ist ein relativ guter Richtwert. Natürlich spricht nichts gegen eine Gewichtsoptimierung, dabei ist es auch wichtig, dass bestimmte Dinge an bestimmten Stellen im Rucksack ihren Platz finden.

Rucksack-Gurte richtig einstellen

Neben der Gewichtsverteilung ist es wichtig, dass der Rucksack persönlich auf dich eingestellt ist. Die meisten Menschen tragen das meiste Gewicht auf den Schultern. Allerdings sollte man den größten Teil des Gewichts – einen Anteil von etwa 70 bis 80 Prozent – auf der Hüfte tragen. Erst im Anschluss sollte man die Schulter- und alle weiteren Rucksackriemen einstellen. Somit hast du letztendlich weniger Rücken- und Schulterprobleme und auch auf langen Tagesetappen wieder richtig Spaß.

Die richtige Tourenplanung

Bevor es für in die Natur geht, solltest du immer darauf achten, dass sich die aktuellen Bedingungen mit deiner Tourenplanung vereinbaren lassen. Das Wetter ist ebenso keinesfalls zu vernachlässigen. Im Sommer das Gewitterrisiko – besonders bei ausgesetzten Bergtouren oder bei Klettersteigtouren – im Winter der frühe Sonnenuntergang und die bevorstehenden Minusgrade sowie die Lawinenlage.

Außerdem schadet es nicht, den zu unrecht unbeliebten Erste-Hilfe-Kurs mal wieder zu besuchen und sein Wissen aufzufrischen. Es gibt sogar alpine Erste-Hilfe-Kurse, die dich wirklich herausfordern und an deine Grenzen bringen. Ein Tipp sind die kostenlosen SAAC Workshops für Kletterer und Mountainbiker.

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