Pitztaler Gletscher: Österreichs höchstgelegenes Skigebiet

Umgeben von schneebedeckten 3.000ern: Weiße Schneemassen, so weit das Auge reicht. Hier oben, auf bis zu 3.440 Metern Höhe, fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Der Pitztaler Gletscher ist das höchstgelegene Skigebiet in Österreich. Nirgends sonst führen die Bergbahnen so hoch hinauf. Zum Abfahren locken dann breite Gletscherpisten, die zu weiten Carving-Schwüngen einladen.

Lohnt sich Skifahren am Pitztaler Gletscher?

Pistenkilometer:41 km
Höchster Punkt:3.440 m
Längste Abfahrt:6 km
Einkehrtipp:Café 3440
Skisaison:September – Mai

Die insgesamt 41 km Pisten am Pitztaler Gletscher reichen bis auf eine Höhe von 3.440 Meter hinauf. Nirgendwo sonst in Österreich reichen die Lifte und Pisten weiter nach oben. Dadurch, und durch den Gletscher, ist der Pitztaler Gletscher besonders schneesicher. Die Skisaison startet meist von Ende September und läuft bis in den Mai hinein. Dann locken gerade im oberen Bereich breite Gletscherpisten.

Auf den vorwiegend rot und blau markierten Abfahrten fühlen sich vor allem Skianfänger und Familien wohl. Aber auch all jene, die gerne lange Carvingschwünge ziehen, schätzen die breiten „Pistenautobahnen“. Im Hochwinter können geübte Skifahrer über eine unpräparierte Skiroute sogar bis ins Tal abfahren.

Für alle, die mal etwas Neues probieren möchten, gibt es den X Park. Hier wartet ein Funpark mit Family Cross, Funline und Waveline, es gibt aber auch ein gesichertes Skitourenareal, um sich mit der Sportart anzufreunden. Und auf der schneesicheren Höhenloipe könnt ihr mit etwas Glück sogar Langlauf-Athleten der Weltelite antreffen.

Abseits der markierten Abfahrten wartet in den unberührten Hängen ein wahres Tiefschnee-Eldorado auf Freerider. Allerdings solltet ihr euch dann gut mit der Lawinenlage auskennen, die notwendige Notfallausrüstung (LVS-Gerät, Schaufel und Sonde) mitführen und euch auch der alpinen Gefahren bewusst sein. Denn speziell in Gletscherregionen gibt es beispielsweise durch Gletscherspalten noch mehr zu beachten.

Übrigens: Unter den Skisportlern abseits der Piste sind meist auch Bergsteiger anzutreffen. Von der Bergstation der Mittelbergbahn gibt es im Winter eine der leichtesten Aufstiegsrouten zur Wildspitze (3.768 m), dem zweithöchsten Berg Österreichs.

Fototipp: Für ein geniales Foto solltet ihr unbedingt nach ganz oben zum Hinteren Brunnenkogel fahren. Hier, hinter Österreichs höchstgelegenem Café, gibt es eine Aussichtsplattform. Von dort oben habt ihr die hochalpine Bergwelt im Blick und ihr habt einen tollen Rundumblick, den es festzuhalten lohnt.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen am Pitztaler Gletscher im Überblick.
Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

© Pitztaler Gletscher

Anreise nach Mittelberg im Pitztal

Ab München sind es rund 3 Stunden Autofahrt bis zur Talstation des Pitztaler Gletscherexpress in Mittelberg. Der große Parkplatz befindet sich am Ende des Pitztals. Wenn ihr nach Imst ins Pitztal hineinfahrt, kommt ihr an weiteren Skigebieten vorbei. Unterwegs liegen noch die Hochzeiger Bergbahnen in Jerzens und bei Mandarfen befindet sich die Talstation der Riffelseebahn.

Falls ihr vorhabt, mit der Bahn anzureisen, dauert die Anfahrt von München bis zum Bahnhof Pitztal-Imst rund 2:45 Stunden. Dazu geht’s per Eurocity nach Österreich. Je nach Verbindung wartet dann ein Umstieg in Kufstein oder Innsbruck und von dort geht es per Zug weiter.

Ab Pitztal-Imst müsst ihr in den Bus umsteigen. Wenn ihr die Anreise zuvor mit dem Hotel absprecht, in dem ihr übernachtet, bekommt ihr einen Voucher. Mit diesem Voucher könnt ihr die Busse ins Pitztal zur Unterkunft dann kostenlos nutzen.

Durch den Berg in den Schnee am Pitztaler Gletscher

Die Auffahrt ist anders als in anderen Gebieten. Während man sonst meist aussichtsreich in luftigen Höhen nach oben gondelt, spazieren wir am Pitztaler Gletscher geradewegs in den Berg hinein. Die unterirdische Standseilbahn ist die einzige Möglichkeit, ins Skigebiet hochzufahren. Es ist ein spannendes Gefühl, mit dem Gletscherxpress durch die dunkle Höhle bis auf 2.840 Meter hinaufzufahren.

Seit Sommer 2022 gibt es hier übrigens ganz neue Züge. Und die helle Welt aus Eis und Schnee, die dann draußen auf uns wartet, ist ein leuchtender Kontrast, wenn man aus der Dunkelheit kommt. So nimmt man die Schönheit der Berge noch mal ganz neu wahr.

Wir lassen die Ski noch abgeschnallt und entscheiden uns, direkt ganz hinauf, zum höchsten Punkt zu fahren. Dort oben wartet eine sensationelle Aussicht. An der Aussichtsplattform pfeift uns ein eisiger Wind um die Nase. Kein Wunder, wir stehen schließlich auf 3.440 Meter Höhe.

Vor uns ragt die imposante Wildspitze auf. Ich fühle mich klein und unbedeutend zwischen den Dreitausendern, die vor uns aufragen. Jetzt werden aber erst einmal die Bretter angeschnallt, bevor ich komplett durchgefroren bin.

Schnee-Vorhersage


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Neuschnee in den kommenden 2 Tagen erwartet wird. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die Schneeprognose zu erfahren.

Breite Gletscherpisten für Carving-Liebhaber

Die breiten Abfahrten, die nun vor uns liegen, sind gleichmäßig geneigt und auch für Ski-Anfänger gut zu befahren. Wenn ihr es schafft, mit der ersten Bahn hochzufahren oder in der Vorsaison unterwegs zu sein, habt ihr die erste Abfahrt ganz für euch allein. Wir ziehen unsere Schwünge über die roten, breiten Pisten.

Wenn ihr gleich Vollgas geben möchtet, könnt ihr das erste Stück auch über eine schwarze Abfahrt nehmen. Ich genieße aber erstmal die Weite und die Möglichkeit, auf der breiten, mittelschweren Abfahrt meine Carvingskills zu verbessern. Bis zum Gletschersee hinab sind es insgesamt 4 km. Damit ist das schon die längste Abfahrt im Skigebiet.

An der Mittelbergbahn warten nahezu genauso schöne Pisten. Auch hier könnt ihr es über die roten Abfahrten richtig laufen lassen. Mein Tipp an dieser Stelle: haltet euch rechts und behaltet die Umgebung im Blick. Weiter unten, auf der rechten Seite, gibt es eine Eishöhle abseits der Piste. Das ist ein magischer Ort, denn hier könnt ihr einen Blick tief in den Gletscher hinein werfen.

Mich hat das leuchtend blaue Eis regelrecht verzaubert. Gegen Mittag hat sie meist schon der eine oder andere Skifahrer gefunden, dann wird es einfacher, sie zu sehen. Um dorthin zu kommen, müsst ihr kurz die gesicherten Pisten verlassen. Auch die Höhle selbst ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Es ist Natur pur, mit all ihren Vor- und Nachteilen.

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Höchstgelegenes Café in Österreich

Zur Mittagszeit empfehle ich je nach Hungergefühl noch mal die Auffahrt zum höchsten Punkt. Am Hinteren Brunnenkogel lädt Österreichs höchstgelegenes Café zum Einkehrschwung ein. Das Café 3440 ist direkt am Gipfel errichtet. Rechts und links geht es steil runter.

Durch die riesigen Panoramascheiben könnt ihr während der Pause die hochalpine Bergwelt bestaunen. Allerdings ist das eher ein Tipp für die Naschkatzen unter euch. Denn neben allerlei Kaffeespezialitäten gibt es hauptsächlich hausgemachte Kuchen. Das Café 3440 ist übrigens gleichzeitig auch ein Standesamt.

Direkt in der Bergstation des Gletscherxpress gibt es eine weitere Einkehrmöglichkeit: Im Erdgeschoss wartet ein Selbstbedienungsrestaurant mit großer Sonnenterrasse. Hier gibt es Tiroler Köstlichkeiten. Direkt nebenan ist auch der Place to be, wenn es ein bisschen feuchtfröhlich werden soll. In der Kristallbar ist meist schon ab dem frühen Nachmittag gute Laune bei guter Musik vorprogrammiert.

Events im Pitztal

Das Pitztal ist keine klassische Après-Ski-Hochburg. Wenn ihr auf der Suche nach Party nach dem Skitag seid, gibt es zwar einige Schirmbars, aber in anderen Skigebieten seid ihr dann besser aufgehoben. Was ihr hier jedoch machen könnt, ist morgens früh zum Frühstücken zum Café 3440 hinauffahren und das höchste Frühstück in Österreich mit Blick auf die Wildspitze genießen.

Anfang März findet hier außerdem ein Qualifier Rennen für die legendäre Freedride World Tour statt. Wenn ihr an diesen Tagen vor Ort seid, könnt ihr live beobachten, wie sich 75 Athleten die unberührten Hänge hinunterstürzen. Und zwar nicht auf dem leichtesten Weg. Jeder Freerider sucht sich die Line, die am abenteuerlichsten ist und die meisten Punkte verspricht.

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Fazit

In meinen Augen ist der Pitztaler Gletscher ein Top-Skigebiet, wenn Skifahren im Vordergrund stehen soll. Meist ist gerade zum Saisonstart relativ viel los. Denn dann ist es eines der wenigen Skigebiete in Österreich, die schon mit schneesicheren Pisten punkten können. Ruhiger wird es im Hochwinter. Dann ist es hier oben, auf über 3.300 Meter Höhe, allerdings manchmal auch sehr eisig. Da gehören dicke Winterklamotten ins Gepäck. Es lohnt sich aber, die Kälte in Kauf zu nehmen und dem staubenden Schnee auf den breiten Abfahrten zuzusehen. Auch vom Panorama her ist das Skigebiet am Pitztaler Gletscher in meinen Augen eine 10 von 10. Die hochalpine Landschaft beeindruckt mich jedes Mal erneut.

Wenn ihr den Skipass für den Pitztaler Gletscher kauft, könnt ihr damit übrigens auch in Rifflsee nebenan Skifahren. Und beim Skipasskauf kann es sich lohnen, online das Ticket zu buchen. Manchmal gibt es hier gute Angebote und ihr könnt bis zu 30 % sparen.

Lage

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