Skifahren in Oberstdorf-Kleinwalsertal: Ein Winterparadies

Das Skigebiet Oberstdorf-Kleinwalsertal, das sich zwischen Österreich und Deutschland erstreckt, gehört zu den beliebtesten Skigebieten der Deutschen. Auf verschiedenen Bergen könnt ihr Skifahren, die Aussicht genießen oder euch kulinarisch verwöhnen lassen. Zudem lädt die Region im Allgäu zum Winterwandern, Langlaufen und Rodeln ein. Kommt mit in Deutschlands größtes und vielleicht auch bestes Skigebiet!

Lohnt sich Skifahren in Oberstdorf-Kleinwalsertal?

Pisten:130 km
Max. Höhe:2.720 m
Längste Abfahrt:7,5 km
Hüttentipp:Auenhütte
Gletscher:nein

Insgesamt gibt es 130 Pistenkilometer im grenzübergreifenden Skigebiet zu entdecken. Die einzelnen Abfahrten verteilen sich über sieben Skiberge. Dazu gehören auf der deutschen Seite der Wintersportregion das Nebelhorn, das Söllereck und das Fellhorn, auf der österreichischen Seite die Kanzelwand, das Walmendinger Horn, der Heuberg und der Hohe Ifen. Die Skigebietsteile sind außerdem verhältnismäßig schneesicher. Zwar gibt es keine Gletscher, aber am Nebelhorn reichen die Abfahrten bis auf eine Höhe von 2.224 Metern hinauf. Am Hohen Ifen starten die Abfahrten sogar erst auf einer Höhe von rund 1.200 Metern.

Darüber hinaus ist vor allem das Kleinwalsertal als „Schneeloch“ bekannt. Das liegt am sogenannten Nordstau. Bei diesem Wetterphänomen bleiben vollgeladene Regenwolken aus dem Nordwesten an den Allgäuer Alpen hängen und entladen sich dort. Sprich: Wenn das Wetter aus Norden oder Westen kommt, stehen die Chancen gut, dass einiges an Schnee im Allgäu herunterkommt.

Deshalb schätzen auch Freerider und Tourengeher die Hänge, die bei guten Bedingungen erstklassiges Powder-Vergnügen garantieren. Auf den Pisten tummeln sich hingegen nicht nur fortgeschrittene Skifahrer, sondern auch Familien und Anfänger. Und genau für diese Einsteiger gibt es jede Menge Abfahrten zu entdecken.

Pistenplan


Alle Abfahrten und Liftanlagen in Oberstdorf-Kleinwalsertal im Überblick. Zum Vergrößern des Pistenplans bitte auf das Bild klicken.

Fototipp: Geniale Aufnahmen könnt ihr am Nebelhorn direkt unterhalb der Bergstation machen. Der Tiefblick ist gigantisch.

Anreise nach Oberstdorf-Kleinwalsertal

Ein großer Vorteil für alle, die mit dem Auto nach Oberstdorf-Kleinwalsertal anreisen, ist, dass ihr keine Maut zahlen müsst, weil es nicht ins Ausland geht. Ein Nachteil für Anreisende mit dem Pkw ist jedoch die Verkehrssituation vor Ort. Gerade in der Hauptsaison habe ich schon häufig erlebt, dass Parkplätze voll sind und Autofahrer ewig im Stau in Richtung Ifenbahn stehen. Das spitzt sich vor allem an Feiertagen, Wochenenden und während der Ferienzeiten zu.

Setzt vor Ort also besser auf den Skibus und lasst das Auto am Hotel stehen. Oder ihr reist am besten gleich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das geht am einfachsten über den Bahnhof in Oberstdorf. Von dort aus fährt ebenfalls der Skibus. Wenn ihr aus Stuttgart kommt, könnt ihr jeden Samstag mit dem Schnee-Express Allgäu anreisen.

Deutschlands längste Talabfahrt

Die längste Abfahrt des Skigebiets und gleichzeitig Deutschlands längste Talabfahrt startet am Nebelhorn. Die Gondel bringt euch direkt aus Oberstdorf ins Skigebiet.

Um zum Einstieg der langen Talabfahrt zu gelangen, müsst ihr bis ganz nach oben fahren. Dort lohnt es sich, kurz innezuhalten, das Panorama zu genießen und vielleicht den Nordwandsteig zu begehen. Da geht es unter den Füßen ganz schön tief runter – dafür wartet aber eine sensationelle Aussicht auf euch. Und keine Sorge, der Steig ist gut abgesichert. Selbst ich mit meiner Höhenangst habe darauf keinerlei Probleme.

Dann schnalle ich die Bretter an. Etwa 7,5 Kilometer Abfahrtsvergnügen liegen vor euch. Es geht nämlich von ganz oben bis nach ganz unten. Dabei habt ihr immer wieder geniale Ausblicke auf die Dächer von Oberstdorf. Um über das Panorama zu staunen, solltet ihr aber stehen bleiben, denn vor allem das mittlere Stück ist steil und schwarz markiert – da ist Konzentration gefordert. Ab der Seilbahnstation geht es dann über eine rote Abfahrt weiter ins Tal.

Früh aufstehen für die erste Abfahrt am Hohen Ifen

Ein persönlicher Tipp von mir ist, an Neuschneetagen früh aufzustehen und so zu starten, dass ihr als Erste am Lift am Hohen Ifen ansteht. Dann ist erstens der Parkplatz erfahrungsgemäß noch so leer, dass ihr problemlos direkt vor der Station parken könnt, und zweitens habt ihr die erste Abfahrt ganz für euch allein.

Dazu lohnt es sich, mit der Gondelbahn bis ganz nach oben zu fahren. Dort könnt ihr zuerst ein Foto an einer der Adler-7-Stationen machen. Die Fotokulisse lässt mich kurzzeitig in die Vergangenheit reisen – in eine Zeit, in der es noch keine Carving-Ski gab und die Skitechnik noch ganz anders aussah als heutzutage.

Im Anschluss entscheide ich mich für die rote Abfahrt. Die Piste ist hervorragend präpariert, und darauf liegt eine leichte Neuschneeschicht. So kann man sich fühlen wie ein Freerider, die erste Spur in den Schnee ziehen und trotzdem über eine sichere Abfahrt düsen. Ich liebe es, wie bei jedem Schwung der Schnee staubt, und ich liebe es, so früh am Vormittag ganz alleine unterwegs zu sein.

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Mittags im Liegestuhl entspannen

Zur Mittagszeit könnt ihr zum Beispiel im Panoramarestaurant Kanzelwand einkehren. Das Restaurant mit der großen Glasfront liegt direkt an der Bergstation der Kanzelwandbahn. Vor allem Strudel- und Mehlspeisenliebhaber werden die Gerichte auf der Speisekarte zu schätzen wissen. Aber auch Sonnenanbeter kehren dort gerne ein, denn auf der riesigen Sonnenterrasse stehen jede Menge Liegestühle zum Entspannen und Ausruhen parat.

Am Hohen Ifen empfiehlt sich die Einkehr in der Auenhütte. Diese liegt unten im Tal, direkt am Lift. Bei schönem Wetter solltet ihr in der „Laubela“ Platz nehmen. Dort gibt es nämlich ein Cabrio-Dach, das bei Sonnenschein weggefahren wird, sodass ihr eure Vitamin-D-Speicher auffüllen könnt.

Schneehöhen


Die interaktive Karte zeigt, wie viel Schnee aktuell in den Alpen liegt. Tippe auf eine beliebige Stelle im Bild, um die Schneehöhen zu erfahren.

Übernachten direkt am Lift in Oberstdorf

In der Auenhütte könnt ihr auch übernachten – das ist natürlich praktisch. Und zwar nicht nur dann, wenn ihr ein Bier zu viel getrunken habt, sondern auch, wenn ihr früh morgens gleich auf der Piste durchstarten wollt.

Die gemütlichen Zimmer punkten mit einem rustikalen Flair. So sind die Betten von dicken Balken eingefasst, und ins Stockbett kommt man über Aststufen hinauf. Das handfeste Holzdesign wird aber durch gemütliche und stylische Möbelelemente wie Sitzsäcke oder eine warme Beleuchtung aufgelockert.

Perfekt für Bergsportler und aktive Urlauber ist auch das Explorer Hotel. Es liegt einige Meter außerhalb von Oberstdorf. Mit dem hauseigenen Sport-Spa-Bereich und einer Werkbank, an der ihr sogar Ski wachsen könnt, ist das stylische Budgethotel perfekt auf die Bedürfnisse der Wintersportler abgestimmt.

Auch in den Zimmern des Passivhaushotels gibt es ausreichend Stauraum für Helme, dicke Winterjacken, Handschuhe und all das Zeug, das in einem Skiurlaub nicht fehlen darf, aber irgendwie immer im Weg liegt.

Winterwanderungen und Rodeln statt Après-Ski

Ein paar Schirmbars gibt es an den einzelnen Talstationen. Trotzdem ist Oberstdorf-Kleinwalsertal nicht mit den Après-Ski-Hochburgen in Österreich vergleichbar. Dafür gibt es zahlreiche Aktivitäten, die ihr nach dem Skifahren machen könnt oder die ihr sogar mal statt eines Skitags unternehmen solltet.

Zum Beispiel lohnt sich ein Besuch der tiefsten Schlucht Deutschlands. Die Breitachklamm ist auch nach Einbruch der Dunkelheit einen Besuch wert, denn im Winter werden regelmäßig Fackelwanderungen durch die vereiste Klamm angeboten. Genauso lohnenswert ist es, die Winterwanderschuhe zu schnüren und die verschneite Landschaft über präparierte Wege zu erkunden. Empfehlenswert ist ein Abstecher zum urigen Bergbauerndorf Gerstruben. Wenn die Dächer der rustikalen Holzhäuser schneebedeckt sind, ist das für mich der Inbegriff von Winteridylle.

Ein Abstecher zum Nebelhorn lohnt sich auch ohne Ski. Mit Kids müsst ihr gar nicht ganz hochfahren. An der Station Seealpe wartet der NTC-Park. Dort könnt ihr aber auch als Erwachsene Fun-Sportgeräte ausleihen. Wie wäre es zum Beispiel mal mit einer Fahrt auf dem Snowbike? Oder ihr startet ein Wettrennen auf dem Zipfelracer. Alternativ gibt es auch eine Snow-Tubing-Bahn. Und wenn ihr dann fertig seid und alle Fun-Sportgeräte durchprobiert habt, könnt ihr über die 2,5 Kilometer lange Naturrodelbahn zurück ins Tal schlitteln.

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Fazit

Ich kann verstehen, warum es einige Familien und vor allem deutsche Winterurlauber jedes Jahr wieder in die verschneite Gegend im Allgäu zieht. Bei einem Skiurlaub könnt ihr täglich den Skiberg wechseln und immer einen anderen Teil des Skigebiets erkunden.

Für Familien mit Kindern sind übrigens vor allem die zahlreichen blauen Abfahrten am Söllereck und am Heuberg interessant. Dort ist fast alles darauf ausgerichtet, die ersten Schwünge im Schnee zu üben. Fortgeschrittene Skifahrer toben sich hingegen eher am Nebelhorn, am Ifen oder im größten Skigebietsteil Fellhorn-Kanzelwand aus. Dort gibt es jeweils auch lange Abfahrten. Wer sportlich fährt, nimmt auf diesen Pisten bestimmt einen Muskelkater als Erinnerung mit nach Hause.

Übrigens ist die Region auch ideal, wenn ihr einfach einen gemütlichen Winterurlaub verbringen und nicht Skifahren möchtet. Denn es gibt abseits der Pisten viel zu erkunden und zu entdecken. So könnt ihr das Winterwunderland einfach ein bisschen auf euch wirken lassen.

Lage

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