Für alle, die ein weniger bekanntes Städtereiseziel in Deutschland suchen, haben wir einen ganz besonderen Reisetipp: Osnabrück in Niedersachsen. Historisch Interessierte kennen sie als „Friedensstadt“, Kunstbegeisterte als Geburtsstadt von Maler Felix Nussbaum. Zu beiden Themen bietet Osnabrück interessante Orte, neben vielen weiteren Attraktionen zu Architektur und Kultur. Dazu kommen leicht erreichbare Ausflugsziele im Grünen. Dies sind unsere besten Sehenswürdigkeiten in Osnabrück.
Top-Sehenswürdigkeiten in Osnabrück im Überblick
Osnabrück liegt mit seinen etwa 166.000 Einwohnern im Südwesten Niedersachsens, nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Es befindet sich rund 60 Kilometer nordöstlich von Münster, einer Stadt, mit der es auch geschichtlich etwas Bedeutendes verbindet: Sowohl in Münster als auch in Osnabrück wurde 1648 mit dem Westfälischen Frieden der Dreißigjährige Krieg beendet. Noch heute lässt sich im historischen Rathaus, dem Wahrzeichen der Stadt, der berühmte Friedenssaal besichtigen.
Darüber hinaus bietet Osnabrück ein prunkvolles Schloss mit Schlossgarten, das Fotografen ebenso begeistert wie der Marktplatz mit seinen pittoresken Treppengiebelhäusern und der St. Marienkirche. Wer sich eine kleine Auszeit im Grünen wünscht, hat u.a. die Auswahl zwischen dem wunderschönen Botanischen Garten oder dem Naherholungsgebiet Rubbenbruchsee unweit des Zentrums.
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#osnabrück #niedersachsen
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1. Schloss Osnabrück & Schlossgarten: Die ehemalige fürstbischöfliche Residenz


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| Erbaut: | 1667-1675 |
| Must-See: | Innenräume |
| Besonderheit: | Universitätssitz |
Es ist die leuchtend gelbe Fassade des barocken Schlosses Osnabrück, die sofort ins Auge fällt. Errichtet wurde die vierflügelige Anlage zwischen 1667 und 1675 als Residenz des lutherischen Fürstbischofs Ernst August von Braunschweig-Lüneburg.
Heute geht es in den historischen Mauern studentisch zu: Seit 1974 nutzt die Universität Osnabrück das Schloss, und während des Semesterbetriebs kann man es von innen anschauen. Hinterm Schloss erstreckt sich der weitläufige Schlossgarten. Wo einst eine aufwendig gestaltete Barockanlage lag, könnt ihr heute über große Rasenflächen spazieren oder eine entspannte Pause einlegen.
2. Historisches Rathaus & Friedenssaal: Wahrzeichen und Ort des Westfälischen Friedens

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| Erbaut: | 1487-1512 |
| Must-See: | Friedenssaal mit Porträts |
| Besonderheit: | Europ. Kulturerbe |
Kaum ein Gebäude erzählt so viel über Osnabrücks Geschichte wie das Historische Rathaus am Markt. Der spätgotische Bau entstand zwischen 1487 und 1512 und zählt gemeinsam mit dem Rathaus in Münster zum Europäischen Kulturerbe.
Besonders sehenswert ist der Friedenssaal: Dort wurde ab 1643 über den Westfälischen Frieden verhandelt, der 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendete. An den Wänden seht ihr Porträts europäischer Herrscher und Gesandter des Friedenskongresses. Imposant sind auch das kunstvoll geschnitzte Eichenholzgestühl und der prächtige Kronleuchter aus dem 16. Jahrhundert. Das Beste: Die Besichtigung ist kostenlos.
3. Botanischer Garten der Universität: Grüne Oase mitten in der Stadt


| Eröffnet: | 1984 |
| Must-See: | Regenwaldhaus |
| Eintritt: | kostenfrei |
Einmal durch verschiedene Vegetationszonen der Erde spazieren, ohne Osnabrück zu verlassen? Das könnt ihr im Botanischen Garten der Universität, der 1984 in zwei ehemaligen Steinbrüchen am Westerberg eröffnet wurde. Auf dem weitläufigen Gelände entdeckt ihr u. a. Pflanzenwelten aus Nordamerika, Asien, dem Mittelmeerraum und europäischen Gebirgsregionen.
Der zweite Steinbruch dient dagegen als geschützter Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere. Ein Highlight erwartet euch im 21 m hohen Regenwaldhaus: Auf 600 m² wachsen mehr als 800 tropische Pflanzen aus Zentral- und Südamerika. Der reguläre Besuch des Botanischen Gartens ist kostenlos.
4. Heger Tor: Eingang zur historischen Altstadt

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| Tor errichtet: | 1817 |
| Must-See: | Blick von der Plattform |
| Must-Do: | Einkehr im Heger-Tor-Viertel |
Durchs Heger Tor spaziert ihr geradewegs in einen der schönsten Winkel der Osnabrücker Altstadt. Genau genommen heißt der klassizistische Triumphbogen „Waterloo-Tor“. Er wurde 1817 zu Ehren der Osnabrücker Soldaten errichtet, die zwei Jahre zuvor gegen Napoleon gekämpft hatten.
Über Treppen und seitliche Wallrampen gelangt ihr auf die Plattform und könnt von dort über die Dächer der Altstadt blicken. Anschließend lohnt sich ein Bummel durch das angrenzende Heger-Tor-Viertel. Dort erwarten euch Gassen mit Kopfsteinpflaster, rekonstruierte historische Häuser und alte Steinwerke. Dazu kommen kleine Geschäfte sowie zahlreiche Restaurants und Kneipen.
5. Marktplatz mit Treppengiebelhäusern: Der historische und fotogene Kern Osnabrücks

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| Entstanden: | ab 9. Jhd. |
| Must-Do: | Fotoshooting |
| Beste Foto-Zeit: | abends |
Wenn ihr nach einer der schönsten Fotokulissen Osnabrücks sucht, landet ihr früher oder später auf dem historischen Marktplatz. Seine Geschichte reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück. Heute bilden Rathaus, Marienkirche, Stadtwaage und die farbenfrohen Treppengiebelhäuser ein eindrucksvolles Ensemble. Letztere gehen auf wohlhabende Bürgerfamilien zurück, die ihre Häuser mit repräsentativen Schaufassaden schmückten.
Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude an der Südseite des Platzes rekonstruiert. Besonders fotogen zeigt sich der Markt am Abend, zur „blauen Stunde“, oder im Advent, wenn dort der historische Weihnachtsmarkt stattfindet.
6. Kultur- und Landschaftspark Piesberg: Riesiger alter Steinbruch mit Aussicht

| Lage: | 5 km nördl. v. Zentrum |
| Must-Do: | Wandern zu Aussichtspunkten |
| Must-See: | Museum Industriekultur |
Der Piesberg knapp 5 km nördlich des Zentrums von Osnabrück steht gleichermaßen für Natur, Erdgeschichte und Industriekultur. Der Kultur- und Landschaftspark liegt im UNESCO Natur- und Geopark TERRA.vita und wird von einem gewaltigen Steinbruch geprägt, der Einblicke in rund 300 Mio. Jahre Erdgeschichte gibt.
Auf Spazier- und Wanderwegen könnt ihr das Gelände erkunden und von verschiedenen Aussichtspunkten weit über Osnabrück und das Umland blicken. Noch tiefer in die Vergangenheit führen Fossilienexpeditionen, während das Museum Industriekultur die Bergbaugeschichte des Piesbergs veranschaulicht. Außerdem sorgen Kulturveranstaltungen und Aktionstage für viel Abwechslung.
7. Felix-Nussbaum-Haus: Spektakuläre Architektur von Daniel Libeskind

| Eröffnet: | 1998 |
| Must-See: | dekonstruktivistische Architektur |
| Highlight: | Kunstwerke Nussbaums |
Schon das dekonstruktivistische Gebäude macht deutlich, dass euch dort kein gewöhnlicher Museumsbesuch erwartet: Das 1998 eröffnete Felix-Nussbaum-Haus ist der erste realisierte Museumsbau des Stararchitekten Daniel Libeskind. Schmale Gänge, schräge Wände, harte Winkel und sich überschneidende Baukörper greifen Themen wie Orientierungslosigkeit, Flucht und Ausgrenzung auf.
Im Inneren befindet sich die weltweit größte Sammlung des 1904 in Osnabrück geborenen jüdischen Malers Felix Nussbaum, der 1944 in Auschwitz ermordet wurde. Seine eindringlichen Werke erzählen von Verfolgung und Exil. Das Museum gehört zum Museumsquartier Osnabrück, dessen vier Häuser das gemeinsame Leitthema „Frieden“ verbindet.
8. St. Marienkirche: Gotische Bürgerkirche am Marktplatz

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| Erbaut: | 13. Jhd. |
| Must-Do: | Kirchturm besteigen |
| Must-See: | Hauptaltar |
Direkt am historischen Marktplatz ragt mit St. Marien eine der vier mittelalterlichen Kirchen der Osnabrücker Innenstadt auf. Die heutige gotische Hallenkirche entstand ab dem 13. Jahrhundert, Vorgängerbauten lassen sich sogar bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen.
Im Inneren lohnt sich u.a. ein Blick auf das Triumphkreuz aus dem späten 13. Jahrhundert und den reich ausgestatteten Hauptaltar von 1510. Außerdem lässt sich der 80 m hohe Kirchturm besteigen. Über mittelalterliche Steingänge und vorbei an den Glocken erreicht ihr die Aussichtsplattform in 50 m Höhe mit schönstem Weitblick über Osnabrück.
9. Dom St. Petrus: Spätromanische Kathedrale mit faszinierender Domschatzkammer

| Erbaut: | ab 785 |
| Must-See: | Triumphkreuz |
| Must-Do: | Domschatzmuseum |
Nur wenige Schritte von der gotischen Marienkirche entfernt erwartet euch mit dem Dom St. Petrus ein spannender architektonischer Kontrast. Seine Ursprünge reichen bis ins Jahr 785 zurück, seine heutige spätromanische Gestalt erhielt der knapp 100 m lange Dom insbesondere im 13. Jahrhundert.
Im Inneren ist vor allem das monumentale Triumphkreuz von etwa 1230 ein Blickfang: Mit einem 3,85 m hohen Christus ist es das größte Kreuz seiner Art in Deutschland. Gleich nebenan könnt ihr im Domschatz- und Diözesanmuseum kostbare Zeugnisse aus mehr als 1000 Jahren Bistumsgeschichte entdecken.
10. Rubbenbruchsee: Wichtigstes Naherholungsgebiet bei Osnabrück

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| Lage: | 7 km v. Zentrum |
| Must-Do: | Tretboot fahren |
| Must-Do: | Spaziergang/Radtour |
Wenn ihr nach viel Kultur und Stadtgeschichte Lust habe auf eine kleine Auszeit im Grünen, ist der Rubbenbruchsee das perfekte Ausflugsziel. Das Naherholungsgebiet liegt etwa 7 km westlich des Zentrums und bietet zahlreiche Freizeitmöglichkeiten.
Ihr könnt am Wasser spazieren gehen oder mit dem Fahrrad die Umgebung erkunden. Wer lieber aufs Wasser möchte, leiht sich ein Tret- oder Ruderboot. Am See findet ihr außerdem einen Minigolfplatz und einen Spielplatz, sodass sich das Naherholungsgebiet auch gut für Familien eignet. Zum Grillen gibt es eine Grillmöglichkeit, außerdem ein Café und Restaurant.
11. Ledenhof: Faszinierendes historisches Patrizierhaus

| Ältester Teil: | 14. Jhd. |
| Must-See: | diagonale Bemalung |
| Must-Do: | Kulturveranstaltung |
Direkt gegenüber dem Osnabrücker Schloss entdeckt ihr mit dem Ledenhof eines der bemerkenswertesten historischen Patrizierhäuser der Stadt. Das Ensemble gehörte einst der einflussreichen Familie von Leden und besteht aus mehreren Bauteilen unterschiedlicher Epochen.
Sein ältester Teil ist das Steinwerk aus dem 14. Jahrhundert, daneben erhebt sich das jüngere Hauptgebäude mit markantem Treppenturm. Ein Hingucker ist die auffällige diagonale Bemalung, die der historisch belegten Gestaltung entspricht. Heute beherbergt der Ledenhof u.a. das Literaturbüro Westniedersachsen und die Deutsche Stiftung Friedensforschung. Im Renaissancesaal finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt.
12. Bürgerpark Osnabrück: Der älteste öffentliche Park der Stadt

| Alter: | + 100 Jahre |
| Bäume: | ca. 450 |
| Must-Do: | Eiskeller-Besuch |
Noch mehr Grün mitten in Osnabrück findet ihr im Bürgerpark auf dem Gertrudenberg. Der älteste öffentliche Park der Stadt lädt bereits seit über 100 Jahren zum Spazierengehen und Entspannen ein. 450 Einzelbäume sowie 2,7 ha Wald sorgen dort für reichlich Schatten und Naturgefühl, dazu kommen 2,5 ha Wiesen-, Rasen-, Spiel- und Wasserflächen.
Eine ungewöhnliche Entdeckung erwartet euch am westlichen Rand: In einem bunkerartigen Eiskeller, der früher tatsächlich zur Kühlung von Bier genutzt wurde, haben heute Fledermäuse ihr Quartier bezogen. Der Bürgerpark ist natürlich kostenlos zugänglich.
Weitere Reisetipps in Niedersachsen
Schon gewusst? Osnabrück könnt ihr bequem mit der Bahn erreichen, u.a. mit Direktverbindungen ab Hamburg, Bremen, Münster und Düsseldorf. Die Stadt lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Am Hauptbahnhof gibt es zudem eine Radstation mit Fahrradverleih, falls ihr die abgelegeneren Ausflugsziele wie den Rubbenbruchsee mit dem Fahrrad erreichen möchtet.
Wollt ihr euren Städtetrip mit einem besonderen Event verbinden, bietet sich der Mai an: Jedes Jahr verwandelt die etwa zehntägige Maiwoche die Innenstadt mit zahlreichen Bühnen, Musik und Kulinarik in ein großes Stadtfest. Es gilt als eines der größten Stadtfeste Nordwestdeutschlands. Besonders stimmungsvoll wird Osnabrück außerdem im Advent, wenn sich der historische Weihnachtsmarkt zwischen Markt und Dom erstreckt.
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