Zwischen Mailand und den Alpen erwartet dich die wohl schönste Stadt der Lombardei: Bergamo. Die obere Altstadt besticht durch historische Sehenswürdigkeiten und charmante, fahrzeugfreie Gassen. In der modernen Neustadt findest du pulsierendes Leben, einzigartige Museen und weitere Attraktionen. Bergamo gilt bislang noch als Geheimtipp unter den italienischen Reisezielen. Wir zeigen dir die interessantesten Orte und die besten Ausflugsziele dieser Stadt in Norditalien.
Top-Sehenswürdigkeiten in Bergamo im Überblick
Bergamo liegt in der norditalienischen Region Lombardei, etwa 50 Kilometer nordöstlich von Mailand und nahe den Ausläufern der Alpen. Die Stadt zählt rund 120.000 Einwohner und ist bekannt für ihre Zweiteilung: Die historische Oberstadt (Città Alta) thront auf einem Hügel, während die moderne Unterstadt (Città Bassa) das wirtschaftliche Zentrum bildet.
Beide Stadtteile sind durch eine Seilbahn miteinander verbunden. Die Piazza Vecchia bildet das Herz der Altstadt – ein eleganter Platz, umgeben von Renaissancebauten wie dem Palazzo della Ragione. Bedeutend ist aber auch die venezianische Stadtmauer, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Kunstliebhaber zieht es in die Accademia Carrara in der Neustadt – eines der ältesten Kunstmuseen Italiens, das Werke von Botticelli, Raffael und Tizian zeigt.
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1. Città Alta: Historische Altstadt mit mittelalterlichen Gassen


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| Lage: | Oberstadt auf dem Hügel |
| Must-See: | Piazza Vecchia |
| Besonderheit: | Aussicht auf die Region |
Die Città Alta, die Altstadt von Bergamo, wurde im Mittelalter erbaut und bildet das kulturelle Herz der Stadt. Sie ist bequem mit der Seilbahn oder zu Fuß erreichbar. Von oben eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf die Po-Ebene.
Besonders charakteristisch sind die venezianische Stadtmauer, die die Altstadt umgibt, sowie die autofreien, mittelalterlichen Gassen, die zum Erkunden einladen. Zu den bedeutendsten historischen Sehenswürdigkeiten zählen die Piazza Vecchia, das Rathaus Palazzo della Ragione und die Basilika Santa Maria Maggiore.
2. Basilika Santa Maria Maggiore: Schönste Kirche Bergamos


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| Erbaut: | 12. Jahrhundert |
| Eintritt: | ab 5 Euro |
| Besonderheit: | zwei Hauptfassaden |
Die Basilika Santa Maria Maggiore wurde ab dem Jahr 1137 auf dem Gelände eines früheren römischen Tempels erbaut. Sie ist im romanischen Stil errichtet, weist jedoch auch Elemente der lombardisch-gotischen Architektur auf.
Aufgrund des begrenzten Raumangebots verfügt die Kirche über keine klassische Hauptfassade, sondern über zwei seitliche Eingänge: den südlichen mit weißen Marmorlöwen und den nördlichen mit roten Löwen. Im Inneren beeindruckt das Gotteshaus mit Fresken, wertvollen Wandteppichen und kunstvollen Holzarbeiten nach Entwürfen von Lorenzo Lotto, die nur zu besonderen Anlässen öffentlich zugänglich sind.
3. Piazza Vecchia: Wunderschöner Platz im Herzen Bergamos

| Must-See: | Contarini-Brunnen |
| Must-Do: | Stadtturm besteigen |
| Contarini-Brunnen: | 18. Jhd. |
Die Piazza Vecchia gilt als einer der schönsten Plätze Italiens und eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt zur Erkundung der Altstadt von Bergamo. Im Zentrum des ehemaligen repräsentativen Stadtzentrums steht der Contarini-Brunnen, der im 18. Jahrhundert gestiftet wurde.
Umgeben ist der Platz von eindrucksvollen Bauwerken wie dem Palazzo della Ragione aus dem 12. Jahrhundert, dem Palazzo Nuovo mit der renommierten Bibliothek Civica Angelo Mai sowie dem Stadtturm Torre Civica. Die Piazza lädt zum Verweilen ein – sei es bei einem Kaffee oder bei einem Spaziergang über das historische Pflaster.
4. Cappella Colleoni: Renaissance-Kirche mit prachtvoller Fassade

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| Eintritt: | frei |
| Must-Do: | Eingangswappen berühren |
| Erbaut: | 15. Jahrhundert |
Direkt neben der Basilika Santa Maria Maggiore befindet sich die prächtige Colleoni-Kapelle. Ihre Fassade aus rotem und weißem Marmor gilt als ein Meisterwerk der italienischen Renaissance.
Im Inneren befinden sich kunstvoll gestaltete Marmorsarkophage, feine Holzschnitzereien sowie das Grab von Bartolomeo Colleoni und seiner Tochter. Colleoni war im 15. Jahrhundert ein bedeutender Söldnerführer. Ein lokaler Aberglaube besagt, dass das Berühren des Wappens über dem Eingangstor um Mitternacht Glück bringe.
5. Dom von Bergamo: Barocke Kathedrale St. Alexander

| Gewidmet: | St. Alexander |
| Erbaut: | 15. Jahrhundert |
| Lage: | Piazza del Doumo |
Die Kathedrale von Bergamo, dem Stadtpatron Sant’Alessandro gewidmet, erhebt sich auf der Piazza del Duomo in der Oberstadt. Sie wurde auf den Fundamenten einer frühchristlichen Kirche aus dem 6. Jahrhundert errichtet, die ursprünglich dem heiligen Vinzenz geweiht war.
Der heutige Bau wurde im 15. Jahrhundert vom florentinischen Architekten Filarete neu konzipiert. Während die Außenfassade schlicht und klassisch gehalten ist, überrascht das Innere mit prachtvollem spätbarockem Dekor, vergoldeten Elementen und detailreichen Stuckarbeiten. Besonders bedeutend ist das Grab des Heiligen Alexander im Hauptaltar.
6. Torre Civica: Historischer Glockenturm mit Panoramablick

| Lage: | Piazza Vecchia |
| Must-Do: | Ausblick genießen |
| Höhe: | ca. 53 Meter |
Im Herzen der Piazza Vecchia erhebt sich der markante Torre Civica, auch bekannt als Campanone – ein etwa 53 Meter hoher Glockenturm. Ursprünglich im 12. Jahrhundert von der Familie Suardi-Colleoni zu Repräsentations- und Verteidigungszwecken errichtet, entwickelte sich der Turm im Laufe der Zeit zu einem festen Bestandteil der städtischen Identität.
Heute können Besucher entweder die 230 Stufen erklimmen oder bequem mit dem Aufzug hinauffahren, um die beeindruckende Panoramaaussicht über Bergamo, die Po-Ebene und bei klarer Sicht bis zu den Alpen zu genießen. Täglich um 22 Uhr ertönen 100 Glockenschläge, die an das historische Schließen der Stadttore während der venezianischen Herrschaft erinnern.
7. Academia Carrara: Kunstmuseum mit großen Meistern

| Eintritt: | ab 15 Euro |
| Eröffnet: | 1796 |
| Werke: | über 1.500 |
Eines der bedeutendsten Kunstmuseen Italiens ist die Accademia Carrara. Sie befindet sich in der Unterstadt von Bergamo auf der Piazza Giacomo Carrara. Gegründet wurde das Museum im Jahr 1796 vom Grafen und Kunstsammler Giacomo Carrara.
Die Sammlung umfasst über 1.500 Werke und bietet einen faszinierenden Überblick über fünf Jahrhunderte italienischer Kunst – von der Gotik bis ins 19. Jahrhundert. Zu sehen sind Gemälde großer Meister wie Botticelli, Mantegna, Bellini, Tizian, Canaletto, Hayez und Lotto. Die Ausstellung ist auf 16 Räume verteilt, die thematisch unterschiedliche Epochen und Stilrichtungen präsentieren.
8. Venezianische Stadtmauer: UNESCO-Weltkulturerbe in Bergamo

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| Erbaut: | 1561 |
| Länge: | 6 Kilometer |
| Must-See: | Porta San Giacomo |
Die venezianische Stadtmauer von Bergamo wurde ab dem Jahr 1561 errichtet. Sie entstand während der Herrschaft der Republik Venedig und diente dem Schutz der Oberstadt vor feindlichen Angriffen.
Die mächtige Festungsanlage ist über sechs Kilometer lang und an einigen Stellen bis zu 50 Meter hoch. Sie besteht aus verschiedenen Plattformen, Stadttoren und einem weitverzweigten System von Tunneln. Trotz ihrer imposanten Ausmaße wurde die Mauer nie militärisch genutzt. Seit 2017 zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe.
9. Funicolare Bergamo Alta: Standseilbahn zur Oberstadt


| Strecke: | 240 Meter |
| Fahrtdauer: | ca. 3 Minuten |
| Ticketpreis: | 1,70 Euro pro Fahrt |
Die Standseilbahn Funicolare Città Alta, die seit 1887 in Betrieb ist, verbindet die Unterstadt von Bergamo mit der höher gelegenen Altstadt. Auf einer Strecke von nur 240 Metern überwindet sie einen Höhenunterschied von 85 Metern und startet an der Viale Vittorio Emanuele II.
Zielstation ist die Piazza Mercato delle Scarpe. Die Seilbahn verkehrt etwa alle 15 Minuten, vorbei an Gärten und entlang der venezianischen Stadtmauer. Oben angekommen bietet sich ein eindrucksvoller Blick über die Stadt. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten; Fahrkarten sind bequem am Automaten erhältlich.
10. Castello di San Vigilio: Burgruine mit Blick über die Stadt


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| Lage: | Hügel über der Oberstadt |
| Erbaut: | 6. Jahrhundert |
| Besonderheit: | sternförmiger Grundriss |
Das Castello di San Vigilio, auf dem 496 Meter hohen Hügel San Vigilio gelegen, bietet einen beeindruckenden Panoramablick auf Bergamo und die umliegenden Berge.
Eine weitere Seilbahn verbindet die Oberstadt mit dem Hügel San Vigilio. Die Festung hat ihren Ursprung im 6. Jahrhundert, wobei bereits zur Zeit der Römer an dieser Stelle eine Verteidigungsanlage existierte. Auffällig ist der sternförmige Grundriss, der von vier Türmen – Agneta, Belvedere, Del Ponte und San Vigilio – begrenzt wird. Heute besteht die Möglichkeit, unterirdische Gänge zu erkunden. Der malerische Schlosspark und die Aussicht auf die umliegende Landschaft machen einen Besuch besonders lohnenswert.
11. Teatro Donizetti: Historisches Theater mit Klassik-Programm
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| Lage: | Piazza Cavour |
| Erbaut: | 1791 |
| Event-Tipp: | Donizetti-Opernfestival |
Das Teatro Donizetti, gelegen an der Piazza Cavour in Bergamo, wurde zu Ehren des berühmten Komponisten Gaetano Donizetti benannt.
Ursprünglich im Jahr 1791 als Riccardi-Theater erbaut, erhielt es 1897 anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten seinen heutigen Namen. Heute fungiert das Theater als bedeutendes kulturelles Zentrum, in dem unter anderem das Donizetti-Opernfestival stattfindet. Mit 532 Sitzplätzen und ausgezeichneter Akustik ist es ein beliebter Veranstaltungsort für Opern und klassische Konzerte.
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Schon gewusst? Die Stracciatella-Eiscreme stammt aus Bergamo und wurde in den 1960er-Jahren in der bekannten Gelateria La Marianna erfunden. Der Konditor Enrico Panattoni, Betreiber der Eisdiele, kreierte diese Mischung aus Vanilleeis und fein zerkleinerter Schokolade, die sich rasch zu einem Klassiker entwickelte. Der Name „Stracciatella“ leitet sich vom italienischen Wort stracciare ab, was „zerreißen“ bedeutet – die Schokolade wird in feine Stücke gebrochen. Auch heute kann man diese und viele weitere Sorten in der Gelateria La Marianna genießen.
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