Trier ist ein Reisetipp der besonderen Art, denn es ist die älteste Stadt Deutschlands. Dank seiner gut 2000-jährigen Geschichte, die auf die Römer zurückgeht, bietet es vielseitige historische Attraktionen. Dazu gesellen sich interessante Orte jüngeren Datums, denn Trier ist ebenso eine dynamische Universitätsstadt mit rund 22.000 Studierenden. Wir zeigen euch einige der spannendsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele Triers von der Römerzeit bis in die Moderne.
Top-Sehenswürdigkeiten in Trier im Überblick
Trier (ca. 110.500 Einwohner) liegt im äußersten Westen von Rheinland-Pfalz an der Mosel, etwa 12 km von der luxemburgischen Grenze entfernt. Da die Stadt bereits 17 v. Chr. von den Römern gegründet wurde, steckt sie bis heute voller Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit, die seit 1986 auf der UNESCO-Welterbeliste stehen – allen voran das römische Stadttor und Stadtwahrzeichen Porta Nigra.
Dazu kommen ein Amphitheater und die Römerbrücke, aber auch die Überreste von zwei Thermen, den Barbara- und den Kaiserthermen. Wer bei so viel Geschichte den Überblick verliert, gewinnt ihn im Rheinischen Landesmuseum zurück. Das vermittelt nämlich einen Eindruck von Triers Gesamtgeschichte und bereitet einen darauf vor, auch in andere Epochen einzutauchen, beispielsweise im Kurfürstlichen Palais aus dem 17. Jahrhundert.
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#trier
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1. Porta Nigra: Triers berühmtes Stadtwahrzeichen

| Besonderheit: | Stadtwahrzeichen |
| Erbaut: | 170 n. Chr. |
| Must-Do: | Besuch des Inneren |
Porta Nigra bedeutet „Schwarzes Tor“ und ist Triers Stadtwahrzeichen, aber nicht nur das: Es gilt als „besterhaltenes römisches Stadttor nördlich der Alpen“. Die Römer errichteten es im Jahr 170 n. Chr., und seit 1986 zählt es wie viele weitere römische Relikte in Trier zum UNESCO-Welterbe.
Das imposante Stadttor könnt ihr auch von innen bewundern und sowohl ins helle Obergeschoss hinauf- als auch in die düsteren Räume im Erdgeschoss hinabsteigen. Übrigens: Von oben gibt es einen der schönsten Weitblicke über Trier!
2. Kaiserthermen: Einstiger Ort von Muße und Genuss

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| Erbaut: | vor 300 n. Chr. |
| Must-Do: | Besichtigung Überreste |
| Besonderheit: | Erhaltene Fensterarkaden |
Schon die eleganten Fensterarkaden der Kaiserthermen lassen das Kopfkino anspringen: Vielleicht seht auch ihr bei der Besichtigung der Thermenüberreste reiche Römer vor euch, die im Caldarium in rund 40 Grad heißem Wasser badeten und danach von Sklaven eingeölt oder massiert wurden.
Die höchsten erhalten gebliebenen Mauern der Kaiserthermen sind 19 Meter hoch. Wann der Bau genau begann, ist unklar, wahrscheinlich aber vor 300 n. Chr. Ebenso wie die Porta Nigra sind auch die Kaiserthermen Teil des UNESCO-Welterbes in Trier.
3. Amphitheater: Deutschlands ältestes Bauwerk in Trier

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| Erbaut: | 100 n. Chr. |
| Besonderheit: | ältestes Bauwerk Deutschlands |
| Größe: | 120 × 145 m |
Beim Betreten des Amphitheaters von Trier taucht ihr ein in ein ganz besonderes Geschichtskapitel. Das Amphitheater, um 100 n. Chr. erbaut, ist nicht nur Triers ältestes Bauwerk aus der Römerzeit, sondern das älteste in Deutschland und ebenfalls UNESCO-Welterbe.
Heute liegt die römische Unterhaltungsstätte umarmt von viel Grün am Hang des Petribergs und ist so idyllisch, dass man sich kaum noch vorstellen kann, welche blutigen Kämpfe dort zwischen Menschen oder Tieren stattfanden – neben Angeboten wie Theatervorführungen, Flötenspiel und Gauklerspielen.
4. Trierer Dom: Potpourri europäischer Baustile

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| Erbaut: | ab 400 n. Chr. |
| Baustile: | diverse |
| Must-See: | Schwalbennestorgel |
Nun steht auf der Homepage des Trierer Doms, er sei ebenfalls das älteste Bauwerk Deutschlands. Höchstwahrscheinlich ist er jedoch etwas jünger als das Amphitheater, zumal sein ältester Baukern auf das 4. Jahrhundert zurückgeht.
Wenn ihr euch ein wenig mit Architektur auskennt, ist der Trierer Dom für viele Überraschungen gut. Da sammeln sich verschiedene Baustile und Architekturen, von der Antike zum Barock und zu Einflüssen des 21. Jahrhunderts. Besonders malerisch sind der Kreuzgang und die kleine Kapelle mit einer Schwalbennestorgel.
5. Kurfürstliches Palais: Traumhaftes Rokoko-Schloss

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| Erbaut: | ab dem 17. Jhd. |
| Must-See: | Innenräume & Garten |
| Baustil: | Rokoko |
Es ist nicht nur irgendein Rokoko-Schloss, sondern zählt zu den schönsten weltweit – das Kurfürstliche Palais in Trier. Zunächst stand vor Ort eine Burg, die die Trierer Bischöfe nutzten, doch ab dem 17. Jahrhundert wurde dort ein Schloss als Residenz für die Kurfürsten erbaut.
Zunächst bedienten sich die Architekten des Renaissance-Stils, doch im 18. Jahrhundert dominierte der Rokoko, und unter anderem der Südflügel wurde ersetzt. Ein Besuch des prunkvollen Inneren des Palais lohnt sich ebenso wie ein Spaziergang im Palastgarten voller Skulpturen.
6. Römerbrücke: Deutschlands älteste Brücke

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| Erbaut: | 2. Jhd. |
| Besonderheit: | älteste Brücke Deutschlands |
| Must-Do: | Mosel zu Fuß überqueren |
Mit der Römerbrücke beheimatet Trier einen weiteren Superlativ: die angeblich älteste Brücke Deutschlands. Die Römer errichteten sie im 2. Jahrhundert, oder zumindest stammen die Basaltpfeiler aus dieser Zeit.
Damals dachten sie sich sicher nicht, dass einst täglich Tausende von Autos und Fahrrädern über ihre Brücke rollen würden. Ihr könnt sie allerdings auch zu Fuß überqueren – und es dabei den Römern gleichtun, die als Opfer für die Göttin Mosella stets eine Münze in die Mosel warfen. Am Grund sollen noch eine Million Münzen liegen!
7. Mariensäule: Romantisches Ausflugsziel in Trier

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| Lage: | Pulsberg, linkes Moselufer |
| Must-See: | Panoramablick |
| Eingeweiht: | 1866 |
„Säulen Marie“ nennen die Einheimischen liebevoll die Marienfigur, die auf einer Säule auf dem Pulsberg thront und den Panoramablick über die Mosel genießt. Die Mariensäule wurde im Jahr 1866 eingeweiht und galt damals als Machtdemonstration der Katholiken Triers, nachdem die Protestanten die Basilika der Stadt für sich nutzten.
Heute ist die Mariensäule ein Ausflugsziel für Trierer und Besucher zugleich, denn nirgendwo anders gibt es einen so schönen Weitblick über die Stadt. Und nirgendwo sonst genießen Pärchen einen so filmreifen Sonnenuntergang!
8. Barbarathermen: Die einst größten Thermen des Römischen Reichs

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| Erbaut: | 2. Jhd. |
| Must-Do: | Erkundung über Stege |
| Besonderheit: | Größte Therme im Römischen Reich |
Wenn ihr über die mit Gras bewachsenen Ruinen der Ausgrabungsstätte Barbarathermen schaut, ist schwer vorstellbar, dass dies einst die größte Thermenanlage im Römischen Reich war (zumindest außerhalb von Rom).
Sie entstand ab dem 2. Jahrhundert, und heute ist nur noch dank marmornen Amazonen, Säulenresten und Überbleibseln von Jünglingskörpern vorstellbar, wie prunkvoll diese Thermen zur Römerzeit aussahen. Sie waren der unbestrittene Nummer-eins-Ort, den man in Sachen Körperpflege aufsuchte. Stellt euch also Hunderte von Badenden vor, während ihr über die Besucherstege spaziert.
9. Judengasse: Das älteste jüdische Wohnhaus Deutschlands

| Besonderheit: | Ältestes jüdisches Haus |
| Must-See: | Kleine Judenpforte |
| Errichtet: | 1219 (Judenpforte) |
Wenn ihr bei den Stichwörtern Judengasse oder Judenviertel sofort an ein Ghetto denkt, liegt ihr bei dem jüdischen Viertel Triers falsch. Bereits zur Römerzeit gründeten Juden dort nämlich freiwillig ihr eigenes Viertel unweit der Synagoge.
Noch heute steht die „Kleine Judenpforte“ an der Simeonstraße – eine von insgesamt drei Eingängen in das Viertel, 1219 gebaut. Das älteste noch erhaltene jüdische Wohnhaus Deutschlands findet ihr in der Judengasse 2. In der Zuckerbergstraße gibt es außerdem eine Gedenkstelle für die 1938 während der Reichspogromnacht geplünderte Synagoge.
10. Hauptmarkt: Das Wohnzimmer Triers

| Must-Do: | Marktbesuch Mo-Sa |
| Besonderheit: | Ältestes Marktkreuz Deutschlands |
| Must-See: | Fassadenschmuck |
Der Hauptmarkt wird auch „Triers Wohnzimmer“ genannt, da er so hübsch gestaltet ist und seine Gäste empfängt wie das Wohnzimmer eines Hauses. Von montags bis samstags schmückt den Hauptmarkt die bunte Fülle von Marktständen, wo ihr alles von frischem Obst und Gemüse bis zu Blumen und Textilien bekommt.
Im Herzen erhebt sich das Marktkreuz von 958, das als ältestes Deutschlands gilt. Weitere Hingucker sind der Petrusbrunnen zu Ehren des Stadtpatrons und die vielseitigen Häuserfronten, die teils Fassadenschmuck wie Madonnen oder Tierfiguren zieren.
11. Liebfrauen-Basilika: Liebeserklärung an die Mutter Gottes

| Erbaut: | 13. Jhd. |
| Stil: | Gotik |
| Must-See: | Kircheninneres |
Die Liebfrauen-Basilika in Trier ist mehr als ein weiteres gotisches Kirchenbauwerk. Vielmehr wollten die französischen Architekten, die sie zwischen 1230 und 1260 errichteten, eine „architektonische Liebeserklärung an die Mutter Gottes“ erschaffen.
Ob ihnen das gelungen ist, könnt ihr im Inneren selbst beurteilen. Der Grundriss erinnert an eine zwölfblättrige Rose, während die 12 Säulen für die 12 Apostel stehen. Wer genau hinschaut, entdeckt Details wie Lilienkelche, die für Jungfräulichkeit stehen, und anstatt im Ostchor befindet sich der Altar im Herzen der Kirche.
12. Rheinisches Landesmuseum: Alles rund um Archäologie

| Eröffnet: | vor 140 Jahren |
| Besonderheit: | über 4.500 Objekte |
| Must-See: | Gräberstraße |
Wenn ihr euch für Archäologie interessiert, gehört das Rheinische Landesmuseum unbedingt auf eure Bucketlist für Trier. Es ist nämlich eins der bedeutendsten Archäologiemuseen Deutschlands und existiert bereits seit 140 Jahren.
Die Dauerausstellung umfasst nicht nur die berühmte Gräberstraße, sondern mittlerweile etwa 4.500 weitere Objekte. Die ältesten stammen noch aus der Steinzeit, aber ihr begebt euch auch auf eine Zeitreise durch andere Jahrhunderte. Weitere Highlights sind die riesige Mosaikensammlung sowie die größte Sammlung an Goldmünzen aus der römischen Kaiserzeit. Dazu kommen Sonderausstellungen.
13. Konstantin-Basilika: Antike Kirche mit Fußbodenheizung

| Erbaut: | 4. Jhd. |
| Besonderheit: | Säulenloser Hallenbau |
| Must-See: | Marmorfußboden |
Die Konstantin-Basilika sieht von außen klotzig aus, doch das liegt daran, dass sie nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut wurde. Ihre Ursprünge gehen auf das 4. Jahrhundert zurück, als Kaiser Konstantin der Große sie errichten ließ.
An Prunk wurde nicht gespart, denn die Basilika bekam nicht nur Marmorfußboden, sondern der wurde auch noch mit Fußbodenheizung ausgestattet! Der Bau war außerdem der größte Hallenbau ohne Säulen der Antike. Der Blick ins Innere lohnt sich, auch wenn der Boden längst nicht mehr beheizt wird.
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Schon gewusst? Trier steht nicht nur für seine reiche Geschichte und Überreste aus der Römerzeit, sondern auch für seinen Weinanbau. Ihr könnt also während eures Stadtbesuchs auch die Weingebiete erkunden oder mehr über die Moselweine aus der Region Trier lernen. Dazu bietet sich besonders gut der kostenfreie Weinkulturpfad an, der unweit des Amphitheaters startet. Dort lernt ihr auf 1,6 km alles über die Rebsorten vor Ort, über das Thema „Devonschiefer“ und darüber, wie die Leute am Weinberg arbeiten. Und natürlich lohnt es sich, im Anschluss den einen oder anderen Wein zu verkosten. Dafür gibt es in Trier viele Weinstuben, aber auch Winzer, die Führungen und Verkostungen anbieten.
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