Diese Wandertour zählt sicher zu den Highlights eines jeden Wanderurlaubs auf Madeira. Die Gratwanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo führt über die höchsten Gipfel der Insel und bietet ein grandioses Panorama über das schroffe Gebirge bis hinunter zum Meer. Ich bin die mittelschwere Wanderung im Frühling gegangen und verrate euch in diesem Tourenbericht, wo der Wanderweg genau lang führt und was ihr auf keinen Fall verpassen solltet.

Lohnt sich die Gratwanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo?

Der Pico Ruivo ist 1.862 Meter hoch und damit der höchste Berg auf Madeira, die dritthöchste Erhebung Portugals und zugleich einer der schönsten Aussichtsgipfel der Insel. Hinauf führen zwei verschiedene Wanderwege. Die kürzere Tour startet am Wanderparkplatz Achada da Teixeira oberhalb von Santana und ist gerade einmal 5 km lang. Dabei werden rund 430 Höhenmeter überwunden.

Spektakulärer und etwas herausfordernder ist die Gratwanderung vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo. Hier müssen hin und zurück 12 km Strecke und rund 1000 Höhenmeter überwunden werden. Dafür warten unterwegs viele landschaftliche Highlights wie die berühmte Treppe ins Nichts, etliche Tunnel und steile Bergflanken.

Ihr mögt es lieber leicht? So könnt ihr auch nur zum Sonnenaufgang oder zum Sonnenuntergang an den Grat fahren, was sich ebenfalls sehr lohnt. Hierfür bietet sich der Pico do Arieiro am besten an, da dieser am einfachsten und direkt mit dem Auto zu erreichen ist.

Fototipp: Auf dem ersten Drittel des Weges befindet sich der Aussichtspunkt Petra Rija. Direkt dahinter führt die Treppe ins Nichts auf einen schmalen Vorgipfel. Vor allem, wenn der Gipfel von Nebel umhüllt ist, sieht der Weg unfassbar spektakulär aus (siehe Titelbild). So steil wie es auf den Fotos scheint, ist es in Wirklichkeit aber nicht.

Anreise zum Pico do Arieiro

Wir starten unsere Wanderung kurz vor dem Sonnenaufgang. Um zum Ausgangspunkt der Tour am Pico do Arieiro (1.818 m) zu gelangen, geht es von Funchal in 45 Minuten über eine kurvenreiche Straße etliche Höhenmeter bergauf. Die Straße ist nichts für schwache Nerven, denn es müssen etliche Serpentinen überwunden werden. Vor allem im Dunkeln kann dies zu einer echten Herausforderung werden.

Auf zirka 1.820 Meter Höhe befindet sich ein großer Parkplatz, wo wir das Auto kostenlos stehen lassen. Etliche Wanderer stehen bereits in der Kälte und warten auf den Sonnenaufgang. Auch wenn es tagsüber über 25 Grad am Meer hat. Hier oben im Gebirge herrschen so früh am Morgen Temperaturen von knapp über dem Gefrierpunkt. Also warm anziehen!

Trittsicherheit und Kondition erforderlich

Start:Parkplatz Pico do Arieiro
Länge:12 km (Gesamt)
Höhenmeter:1.000 hm
Gehzeit:5 bis 6 Std.
Gut zu wissen:Beliebte Bergtour

Neben warmer Kleidung solltet ihr natürlich auch einen Wanderrucksack mit ausreichend Wasser und Snacks dabei haben. Denn es gibt bis kurz vor dem Ziel keine Einkehrmöglichkeiten. Wichtig sind gutes Schuhwerk und gegebenenfalls Wanderstöcke für die Tiefenmeter. Damit werden die Knie weniger belastet.

Außerdem solltet ihr trittsicher sein und etwas Kondition mitbringen – auch wenn der Wanderweg zum Großteil gut ausgebaut und an den kritischen Stellen abgesichert ist. Und selbstverständlich darf der Fotoapparat bzw. das Smartphone nicht fehlen. Denn die Landschaft unterwegs ist einzigartig und ihr werdet an fast jeder Ecke mit einer neuen grandiosen Aussicht belohnt.

Traumhafter Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer

Anfangs war ich etwas skeptisch, bereits vor dem Sonnenaufgang auf die Wanderung zu starten. Noch in der Dunkelheit brechen wir gegen 7 Uhr vom Pico do Arieiro auf. Auch wenn man nicht viel sieht, kann man den Weg kaum verfehlen, da es im Grunde keine andere Möglichkeit gibt. Eine Taschenlampe wäre zwar hilfreich gewesen, aber das Licht des iPhones tut es für den Moment auch. Denn am Horizont leuchtet es bereits tief orange.

Nach einer kurzen Weile gelangen wir zum ersten Aussichtspunkt, wo sich einige Fotografen versammelt haben. Hier am Ninho do Manta (Bussardnest) scheint offensichtlich der beste Spot zu sein, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Und ja, wir werden nicht enttäuscht. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Bergwelt in ein warmes, magisches Licht. Darunter liegt ein riesiges Nebelmeer, und wir stehen erhaben darüber.

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Die berühmte Treppe ins Nichts 

Der Weg führt nun weiter immer am Grat entlang, zum Teil über steile Treppen mal bergauf und dann wieder bergab. Mit jedem Schritt verändert sich die Szenerie. Man denkt, es könne eigentlich kaum spektakulärer werden, wird man ein paar Meter weiter eines Besseren belehrt. Die Bergwelt erinnert mich zum Teil an die Dolomiten in Italien. Denn auch hier auf Madeira ist das Gebirge schroff und es ragen steile Felswände in den Himmel. Entstanden ist es durch etliche Vulkanausbrüche vor mehreren Millionen Jahren.

Tipp: Dreht euch zwischendurch immer wieder mal um und genießt die Bergwelt aus allen Perspektiven. So verpasst ihr auch den berühmten Fotospot nicht. Denn die Treppe ins Nichts liegt in der Gegenrichtung kurz vor dem Aussichtspunkt Petra Rija. Vor allem am Morgen hat man dieses Motiv oft ganz für sich allein. So machen auch wir ein paar Bilder und laufen weiter. Noch liegen über zwei Drittel des Weges vor uns.

Grandiose Aussicht vom Pico Ruivo

Immer wieder queren wir Tunnel, die in die Felsmassive hineingeschlagen wurden. Darin ist es mitunter stockduster und ziemlich feucht. Etliche Pfützen haben sich darin gebildet und es wird schwierig, diesen auszuweichen – vor allem, wenn man sie nicht sieht.

Kurz vor dem letzten Anstieg erreichen wir gegen Mittag die Berghütte Casa de Abrigo auf zirka 1.730 Meter Höhe. Viel Auswahl gibt es nicht, aber für eine kurze Stärkung und Erfrischung reicht es allemal. Danach nehmen wir den Gipfel in Angriff. Der gut ausgebaute Wanderweg führt in einigen Kurven bis zu den Aussichtsplattformen am Pico Ruivo. Das Panorama vom höchsten Berg der Insel ist gigantisch und war alle Mühe wert. Wir blicken bis hinunter ans Meer und können beinahe die gesamte Größe der Insel erfassen.

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Fazit

Für den Rückweg gibt es nun zwei Optionen. Wer merkt, dass die Kondition nicht mehr ausreicht, kann zum Wanderparkplatz Achada da Teixeira absteigen und sich dort ein Taxi bestellen, um zum Ausgangspunkt zurückzugelangen. Es werden sogar Shuttles angeboten, die man aber im Vorfeld reservieren muss. Wir haben uns für die zweite Variante entschieden und sind den ganzen Weg wieder zurückgelaufen. So konnten wir die beeindruckende Bergwelt ein zweites Mal genießen und die einzigartige Landschaft in uns aufsaugen.

Unvergesslich bleibt diese Tour und sie gehört zweifelsohne zu den schönsten Wanderungen, die ich je gemacht habe. Wenn ihr auf Madeira seid, gibt es übrigens weitere tolle Sehenswürdigkeiten und schöne Touren, die ich sehr empfehlen kann. Dazu gehört die Wanderung zu den 25 Quellen oder eine Levada-Wanderung. 

Lage

Praktische Links

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