Die Rotwand ist ein Klassiker der Bayerischen Voralpen. Nicht nur ist der Startpunkt der Wandertour hervorragend mit dem ÖPNV zu erreichen, der Aufstieg ist darüber hinaus sehr variantenreich. Ich bin den Normalweg von der Wurzhütte aufgestiegen und durch den Pfanngraben zurück zum Spitzingsee gelaufen. Unterwegs konnte ich Kühe streicheln, Kasspatzn essen und hätte mich am Ende sogar noch im Spitzingsee erfrischen können.

Lohnt sich die Wanderung zur Rotwand in den Bayerischen Alpen?

Viele Wanderwege führen auf die 1.884 Meter hohe Rotwand. Der Gipfel ist der höchste Punkt im Landkreis Miesbach und der höchste Berg im Mangfallgebirge in Bayern. Vom Spitzingsee gibt es alleine vier mögliche Routen: 1) Eine kurze Tour, bei der man vorher mit der Gondel bis zur Bergstation der Taubensteinbahn fährt, 2) eine über den Pfanngraben, 3) eine über die Schönfeldalm und 4) schließlich der Normalweg hinter der Wurzhütte. Ich steige über letzteren auf, genieße den Blick vom Rotwandhaus und beende die Tour mit dem Weg über den Pfanngraben. Es ist ein lohnenswerter Mix aus Wald und Wiesen, aus Forststraßen und kleinen Pfaden.

Fototipp: Ihr habt schon genug Bergpanoramen auf euren Kameras und Handys? Wie wäre es dann mit einem glasklaren See in wunderschöner Lage. Der Spitzingsee ist umrahmt von Nadelwäldern und Bergen. An einer Uferseite liegt der kleine, gleichnamige Ort.

Anreise zum Spitzingsee

Gehzeit:5:45 h
Strecke:16,3 km
Höhenmeter:947 hm 
Schwierigkeit:Mittelschwer
Einkehrtipp:Rotwandhaus

Ich bin großer Fan von ÖPNV-Touren und starte deswegen auch diesmal mit Bus und Bahn. Von München aus geht es mit der Bayerischen Regionalbahn bis Fischausen-Neuhaus und von dort mit der Buslinie 9562 bis Spitzingsee Kirche. Die Fahrt dauert eine Stunde und 15 Minuten und ist immer zur vollen Stunde möglich.

Mit dem Auto könnt ihr aber auch kommen. Dazu nehmt ihr von München aus die Autobahn Richtung Salzburg und dann die Ausfahrt Weyarn, Miesbach, Hausham und Schliersee geht es nach Neuhaus. Zwischen Neuhaus und Fischbachau biegt ihr rechts Richtung Spitzingsee ab. Es geht über den Spitzingsattel nach Spitzingsee, wo ihr oberhalb der Kirche einen guten Parkplatz findet.

Tagesrucksack mit Proviant und Sonnenschutz

Für die Wanderung zur Rotwand reicht ein voller Tagesrucksack. Darin: Bargeld, Essen und Trinken, ein Erste-Hilfe-Set, Regenschutz, warme Kleidung, Sonnenschutz und natürlich Wanderschuhe. Wer gerne mit Stöcken wandert, packt natürlich auch diese ein. Je nach Jahreszeit sollte man versuchen, München spätestens um 10 Uhr zu verlassen – noch früher ist natürlich noch besser.

Vom Spitzingsee zum Rotwandhaus

Die Wandertour startet am Spitzingsee. Hier kann man gut parken oder so wie ich einfach aus dem Wanderbus steigen. Wir laufen Richtung Restaurant Wurzhütte, gehen Richtung Valepp an einer Schranke vorbei und biegen dann nach links ab auf den Weg Richtung Rotwandhaus. Etwa eine Stunde laufen wir auf einer geteerten Straße zu einer kleinen Hütte. Danach geht es nach rechts über eine kleine Brücke auf einen Forstweg durch den Wald. Es geht aufwärts. Nach einer Weile erreichen wir eine Sitzbank und dann noch eine weitere. Eine gute Gelegenheit für eine Pause und einen Müsliriegel mit Blick auf das Hintere Sonnwendjoch.

Mit den weiteren Höhenmetern wird der Wald lichter, bis wir uns schließlich auf freiem Gelände befinden. In den Sommermonaten sieht man hier auch einige zutrauliche Kühe. Linker Hand erheben sich majestätisch die Felsen der Rotwand – unser heutiges Ziel. Wir laufen aber erst einmal mit mäßiger Steigung auf das Rotwandhaus zu. Bis hierhin haben wir gut zwei Stunden gebraucht. Im Rotwandhaus kann man übernachten und sich stärken oder erfrischen. Die Hütte hat mit wenigen Ausnahmen ganzjährig geöffnet. Nach einer Portion Kässpatzn und einem alkoholfreien Weißbier machen wir uns bereit für die letzten Höhenmeter.

Auf einem Pfad queren wir eine der Weiden – natürlich ist weiterhin alles gut ausgeschildert. Über Fels geht es steil hinauf, ehe wir nach etwa 25 Minuten das Gipfelkreuz erreichen, von wo aus wir die fantastische Aussicht genießen können. Nach Westen schauen wir etwa auf die Zugspitze und die Blauberge, nach Nordwesten auf den Jägerkamp und die Aiplspitze. Im Süden haben wir bei guten Bedingungen sogar einen Blick bis zum Großvenediger.

Abstieg durch den Pfanngraben

Wir könnten jetzt natürlich über dieselbe Route absteigen, die wir für den Aufstieg genommen haben, aber ich und meine Wander-Freundin entscheiden uns für eine Rundtour durch den spektakulären Pfanngraben. Diese Variante ist eher ruhig und dauert etwa dreieinhalb Stunden. Wir laufen erst mal etwa 15 Minuten zurück zum Rotwandhaus und halten uns dann nach Osten. Wir laufen zur Kümpflscharte, der Einsattlung zwischen Rotwand und Auerspitz. Über die Küpflalm geht es dann weiter zum Pfanngraben.

Der Pfanngraben ist nicht nur als Auf- und Abstiegsvariante zur Rotwand interessant: Der breite, nur stellenweise leicht ausgesetzte Wanderweg führt entlang zerklüfteter Felswände und wildromantischer Wasserfälle. Die zerklüftete Schlucht aus Dolomitgestein hat ihren Namen von den pfannenartigen Gumpen, die wie eine Perlenkette an die Wasserfälle gereiht sind. Im unteren Abschnitt sind die kleinen Becken gut zugänglich.

Wir passieren die Selbstversorgerhütte Waitzinger Alm und dann das Blecksteinhaus, in dem man auch übernachten und einkehren kann. Zuletzt gelangen wir zur ebenfalls bewirtschafteten Albert-Link-Hütte und schließlich zum Spitzingsee. Besonders entspannte Wanderer können sich jetzt noch bei einem Bier ans Ufer setzen, schwimmen gehen oder aber den See umrunden (eine nette Tour, die auch mit Kinderwagen möglich ist).

//www.instagram.com/embed.js

Fazit

Eine Wanderung zur Rotwand gehört zum Pflichtprogramm jedes Münchner Bergfreunds. Der Kamm der Rotwand ist eindrücklich, es gibt viele tolle Berghütten unterwegs und die Tour ist variantenreich. Wir hätten zum Beispiel auch in zweieinhalb Stunden über den Taubenstein, den Taubensteinsattel und die Taubensteinbahn-Bergstation absteigen können (von dort fährt auch eine Seilbahn zurück zum Spitzingsee). Eine andere Abstiegsvariante führt über den Miesingsattel und die Kleintiefentalalm in dreieinhalb Stunden zurück zum Spitzingsee. Natürlich kann man auch eine dieser Routen als Aufstiegsvariante gehen.

Vielleicht mache ich das beim nächsten Mal sogar selbst so, denn wir waren bei unserer Tour für meinen Geschmack ein wenig zu lange auf Forststraßen unterwegs. In der Umgebung könnt ihr übrigens auch eine leichte, aber schöne Gipfel-Tour zum Roßkopf unternehmen.

Lage

Praktische Links

Kommentar verfassen