Manchmal brauchst du einfach eine Auszeit, am Besten mitten in der Natur. Beim Wandern kannst du dich entspannen und deine Akkus wieder aufladen. Doch vor allem die Ausrüstung zum Wandern ist häufig teuer und nicht besonders nachhaltig. Wir haben für euch die 10 besten Tipps für nachhaltige Wanderausrüstung.

Mit diesen Tipps seid ihr noch nachhaltiger unterwegs

©XtravaganT

Du kannst zum Beispiel Kleidung sportübergreifend verwenden oder auf recycelte Stoffe und Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitssiegel achten. Damit dein Material auch möglichst lange hält (und du damit Müll vermeiden kannst), ist außerdem eine gute Pflege wichtig.

Entscheidend ist aber auch, dass du nicht nur auf dein eigenes Kaufverhalten achtest, sondern auch darauf, welches Material und welche Stoffe in der Kleidung verwendet wurden. Schaue dir darum die Etiketten sehr genau an. Und ein kleiner Hinweis noch für den Proviant: Lieber Brotboxen und wiederverwendbare Sporttrinkflaschen verwenden als in Plastik eingepackte Lebensmittel aus dem Supermarkt.

#wandern

Fototipp: Um euer Fotoequipment aufzuladen, könnt ihr die Energie der Sonne nutzen. Immer mehr Hersteller bieten solarbetriebene Powerbanks an. Damit seid ihr nicht nur nachhaltig, sondern auch unabhängig vom Stromnetz unterwegs. Achtet beim Kauf auf eine möglichst hohe Kapazität.

1. Nicht gleich in die Tonne: Kleidung länger tragen

Gute Wanderausrüstung hat zwar ihren Preis, hält aber auch mehrere Jahre. Günstige Produkte, die vielleicht auch noch außerhalb von Europa produziert wurden, überstehen nicht selten nur eine einzige Season und sind nach ein wenigen Wäschen nicht mehr zu gebrauchen. Wenn du lokal kaufst, sparst du übrigens auch noch die CO2-Emissionen beim Transport.

2. Gute Pflege – lange Haltbarkeit

Du bist durch Matsch gelaufen und es hat bei deiner Tour wie aus Eimern gegossen? Dann wirf deine Wandersachen nicht einfach lieblos in den Keller, sondern kümmere dich darum, dass sie ordentlich gewartet werden. Das Leder kann brüchig werden, Metall kann rosten und für dich heißt das dann wahrscheinlich, dass du die Sachen früher oder später wegschmeißen musst. Deswegen lieber nach jeder Wanderung kontrollieren, was gemacht werden muss..

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3. Beim Kauf auf Nachhaltigkeitssiegel achten

Zugegeben, es ist aktuell nicht ganz einfach, bei all den Gütesiegeln und Nachhaltigkeitszertifikaten den Überblick zu behalten. Musst du aber zum Glück auch nicht. Frag einfach im Fachgeschäft explizit nach oder schaue im Internet nach Tests für Wanderausrüstung. Wenn du aber ganz sicher gehen willst, dann schaue nach dem grünen GOTS-Zeichen (Global Organic Textile Standard), dem blauen IVN-Naturtextil-Symbol, Made in Green von Oeko-Tex, Fair Wear oder Fairtrade. Auch noch okay, aber nicht ganz so weitreichend:  Bluesign, das Cradle to Cradle Siegel, Der Blaue Engel und das EU-Ecolabel.

4. Leihen statt Kaufen: Frag im Freundeskreis oder Verleihgeschäft

Du bist dir noch gar nicht sicher, ob Wandern überhaupt etwas für dich ist? Dann musst du dir sicher nicht gleich zu Anfang die komplette Bergsteigermontur zulegen (die dann vielleicht nie wieder das Tageslicht sehen wird). Frag lieber in deinem Freundeskreis nach, ob jemand Schuhe in deiner Größe oder einen Rucksack hat, den du für ein paar Tage ausleihen kannst. Revanchieren kannst du dich ja einfach mit lokalen Köstlichkeiten, die du von deinem Reiseziel mitbringst.

5. Outdoorkleidung aus recycelten Stoffen

Aufgrund der hohen Funktionalität des Materials ist es zugegeben schwer, Wanderkleidung zu finden, die nachhaltig ist. Unmöglich ist es aber glücklicherweise nicht. Es gibt nämlich Hersteller, die auf eingeschmolzene PET-Flaschen zurückgreifen. Am Etikett erkennst du, ob recycelte Stoffe verwendet wurden. Alternativ kannst du aber auch mal bei Onlineangeboten wie Vinted oder Ebay Kleinanzeigen schauen, ob du etwas passendes findest. Oder einfach im nächsten Vintage-Store um die Ecke.

6. Beim Kauf von Kleidung auf PFC-Freiheit achten

Die Bezeichnung Fluor-Kohlenwasserstoff-Verbindungen, kurz PFC, lässt schmerzlich an den Chemieunterricht in der Schule denken. Was genau das ist, musst du aber gar nicht wissen. Für dich ist nur wichtig, dass es nicht in deiner Wanderkleidung sein sollte. Oft wird es nämlich zum Imprägnieren verwendet.

PFC gibt beim Tragen oder Waschen umwelt- und gesundheitsschädliche chemische Verbindungen ab und sorgt damit für eine Anreicherung nicht abbaubarer chemischer Verbindungen in der Natur.

7. Aktivitätsübergreifende Kleidung: Nicht für jede Sportart ein T-Shirt

Klar macht es Spaß, im Sportgeschäft zu stöbern und sich komplett für den neuen Lieblingssport einzukleiden. Muss aber nicht unbedingt sein. Erstens, weil es ins Geld geht und zweitens, weil ein normales Sport-T-Shirt oder ein einfaches Baumwoll-T-Shirt beim Wandern auch reicht. Richte dein Equipment dabei auch bewusst danach aus, was du vorhast. Wenn du den Everest besteigen willst, brauchst du sicher etwas anderes als bei einer Nachmittagstour im nahegelegenen Naturschutzgebiet.

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© Andrii Vergeles

8. Vorsicht bei Do-it yourself Tipps (Bsp: Sonnencreme selber herstellen)

DIY ist gerade ein großer Trend. Gefühlt jeder macht sein eigenes Deo, Spülmittel oder Shampoo. Aber Vorsicht, wenn es zum Beispiel um Sonnencreme geht. Funktioniert die nämlich nicht richtig, riskierst du neben einem Sonnenbrand einen noch gefährlicheren Sonnenstich am Berg.

Willst du aber trotzdem auf Nachhaltigkeit achten, suche einfach das Cruelty-Free-Symbol. Dann wurde die Creme nicht an Tieren getestet.

9. Isolationsjacken: Darauf solltest du bei Daunenjacken achten

Wenn die Sonne verschwindet, kann es in den Bergen schnell empfindlich kalt werden. Daunenjacken halten dich in solchen Fällen schön warm. Allerdings ist die Verwendung von Daunenfedern oft auch mit Tierleid verbunden.

Achte darum beim Kauf von Daunenjacken und Schlafsäcken besonders auf das Etikett, das zertifizierte Daunenfedern auszeichnet. Mittlerweile gibt es auch Jacken mit recycelten Daunen auf dem Markt.

10. Imprägnieren besser mit umweltfreundlichen Stoffen

Ein wichtiger Faktor, wenn es um die Langlebigkeit von Sport- und Wanderkleidung im Speziellen geht, ist die Imprägnierung. Schließlich macht Outdoorkleidung vieles mit bei Wind, Regen, Kälte und Hagel. Allerdings ist es hinsichtlich Nachhaltigkeit eine wichtige Entscheidung, womit du imprägnierst. Nimm lieber natürliche Stoffe wie Bienenwachs, Leinöl, Melkfett oder Kerzenwachs. Funktioniert übrigens nicht nur für Kleidung und Schuhe, sondern auch für dein Zelt.

Praktische Links

Gut zu wissen

Ihr seid gut und nachhaltig ausgestattet und jetzt auf der Suche nach passenden Reisezielen, die sich für nachhaltigen Tourismus einsetzen? Hierbei den Überblick zu behalten, ist nicht ganz leicht. Deshalb haben wir für die neue Serie „Nachhaltigkeit in den Bergen”. Hier wollen wir euch zeigen, wie ein Aktivurlaub mit minimalem ökologischen Fußabdruck in eurem Urlaubsziel aussehen kann. Von der nachhaltigen Anreise mit der Bahn, zertifizierten Unterkünften, Tipps zur nachhaltigen Wander-Ausrüstung oder dem richtigen Verhalten in der Natur: Wir nehmen euch mit auf eine ökologische Reise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

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