Island ist berühmt für seine heißen Quellen und warmen Pools. Es gibt eine Vielzahl dieser sogenannten Hot Tubs quer über die Insel verteilt. Und die zeigen sich in den unterschiedlichsten Formen. Manchmal blubbert kochend heißer Schlamm in einer Kuhle, dann wieder schießt das Wasser in Form eines Geysirs aus der Erde und manchmal gibt es eben auch natürliche Pools, die zum Baden einladen. Wir zeigen euch 5 wohltemperierte Hot Tubs, die ihr auf eurer Island-Rundreise unbedingt besuchen solltet.

Wo lohnt sich ein Besuch in den heißen Quellen in Island?

Die isländische Bade-Kultur ist weltberühmt. In jedem noch so kleinen Dorf findet sich irgendwo ein Schwimmbad oder zumindest ein Gartenhäuschen mit einem heißen Pool, einem sogenannten Hot Tub. Kein Wunder, denn in Island ist warmes Wasser in vielen Orten ständig verfügbar.

Dadurch dass es mehr als 130 aktive Vulkane auf Island gibt, sitzt das Land quasi nur auf heißem Wasser. Überall im Land gibt es Thermalquellen, die berühmteste ist wohl der Geysir. Allerdings ist das Wasser, das aus der Erde kommt meist viel zu heiß. So muss es meist erst umgelenkt und auf Menschen verträgliche Temperatur gebracht werden. Dann kann der Badespaß beginnen. Die allermeisten Hot Tubs sind aufgrund des vulkanischen Ursprungs des Wassers in unterschiedlichen Konzentrationen schwefelhaltig. Das sorgt für ein besonderes Geruchserlebnis – ist aber sehr gesund.

Viele Hot Tubs kosten Eintritt. Dafür gibt es für rund 5-8 Euro neben dem Badevergnügen oft auch Umkleidekabinen und Duschen. Manche Pools wie die Blue Lagoon erinnern sogar eher an eine Therme. Es gibt allerdings auch das andere Extrem. Mitten im Hinterland findet sich manchmal eine Metall-Wanne. Dort ist das Badevergnügen oft gratis, und man teilt sich die engen Behälter mit Einheimischen.

1. Blue Lagoon: Die berühmteste Schwefel-Lagune

© surangaw
Wassertemperatur:38-39°C
Eintritt:47,00 Euro
Besonderheit:inkl. Schlamm Maske

Die wohl berühmteste Schwefel-Lagune des Landes befindet sich unweit des Flughafens von Reykjavik im Südwesten. Die Blaue Lagune zählt zu den schönsten und größten zusammenhängenden Quellen des Landes. Und ist noch dazu sehr instagramtauglich. So steht die Lagune auf den allermeisten Bucket-Lists für Island. Dadurch ist der Ort allerdings auch sehr touristisch und recht teuer. (Eintrittspreis ab 47,- Euro pro Person).

In dem etwas gehobenen Eintrittspreis ist aber immer auch schon einen Schlamm-Maske inkludiert. Dem Spa- und Schönheitsaufenthalt steht also nichts mehr im Wege. Für Speis und Trank ist auch gesorgt. Denn in insgesamt drei Restaurants bleiben auch kulinarisch keine Wünsche offen.

2. Mývatn Nature Bath: Baden unter den Nordlichtern

© ververidis
Wassertemperatur:38-40°C
Eintritt:39,00 Euro
Besonderheit:Nordlichter

Im Norden Islands liegen die Naturbäder in Mývatn. Sie haben dieselbe blaue Färbung wie die Blaue Lagune im Süden, sind deshalb mindestens genauso schön, aber weniger touristisch. In den verschiedenen Becken und Pools gibt es Wasserfälle und verschiedene Temperaturen, eine Pool-Bar und zwei Schwitzkabinen. Es sind quasi natürliche Dampfbäder, durch die thermale Dämpfe mit rund 50 Grad geleitet werden. Durch die Ausrichtung der Pools kann man mit etwas Glück sogar Nordlichter sehen (ca. ab 21:00 Uhr). Es ist unbeschreiblich, im warmen Wasser zu liegen und am Himmel die grünen Lichtbänder zu beobachten. 

In naher Umgebung liegt übrigens die Höhle Grjótagjá. Hier sollte man lieber nicht baden, das Wasser hat inzwischen über 60 Grad. Aber Game-of-Thrones Fans werden die Höhle lieben: Hier wurde die Szene gedreht, in der Jon Snow und Ygritte vom freien Volk baden gehen.

3. Hauganes Hot Pot: Direkt an der Küste

Wassertemperatur:30-39°C
Eintritt:6,50 Euro
Besonderheit:Whale Watching

Hoch im Norden liegt Hauganes. Das Örtchen ist eigentlich für die Beobachtung von Walen bekannt. Denn auf denn angebotenen Touren bekommt ihr mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% die riesigen Säugetiere zu sehen. Direkt am Ufer gibt es Hot Tubs mit einer genialen Aussicht aufs Meer. Die Huganes Hot Tubs bestehen aus 3-4 verschiedenen Metallbecken mit unterschiedlichen Temperaturen.

Unser persönliches Highlight: Ein zum Hot Tub umgebautes Segelboot. Gerade für Kinder echt genial. Aber auch große Kinder (wie wir) finden das super. Der Eintritt kostet aktuell 1.000 ISK, als rund 6,50 Euro. Der Aufenthalt in den Hauganes-Pools ist zwar kein tagesfüllendes Programm, aber für den gemütlichen Feierabend „Aufwärmer“ oder der „Zwischendurch-Plantscher“ perfekt.

4. Djupavogskörin: Die schönste Metallwanne der Welt

Bei über 40° Grad einfach die Beine und die Seele baumeln lassen.
Wassertemperatur:40-42°C
Eintritt:gratis
Besonderheit:Geheimtipp

Auf diesen Hot Tub hat uns ein Einheimischer aufmerksam gemacht, weil er viel weniger bekannt ist. Im Osten des Landes steht mitten in der der Landschaft der Djupavogskörin eine gepflegte Metallwanne mit Aussicht auf die umliegende Fjordlandschaft, die Berge und das Meer. 

Während eines stürmischen Tags auf dem Motorrad oder als Zwischenstopp bei einem Roadtrip quer über die Insel, könnt ihr euch hier reinfallen lassen und aufwärmen. Ein geniales Gefühl, wenn die Wärme so durch den ganzen Körper wandert und der isländische Wind einem um die Ohren pfeift. Mit über 40° Grad ist es auch einer der wärmsten Hot Tubs der Insel. Und das beste ist, dass das warme Bad hier völlig gratis ist. Also einfach Anhalten, Reinhüpfen und Genießen!

5. Gamla Laugin: Das älteste Thermalbad Islands

Der Geysir auf dem „Golden Circle“
Wassertemperatur:ca. 37° C
Eintritt:20,00 Euro
Besonderheit:Geysir

Das Thermalbad Gamla Laugin ist auch als Secret Lagoon bekannt. Dabei ist die Quelle im Süd-Westen des Landes, in der Nähe des Golden Circles gar nicht so geheim, wie der Name vielleicht vermuten lässt. Es ist das älteste Thermal-Bad in Island. Bereits 1891 hat man es sich im warmen Wasser gutgehen lassen. Dann geriet die Lagune kurzfristig in Vergessenheit, wurde aber zur Jahrtausendwende erneuert und umgebaut.

Für die Gäste steht ein rund 38° Grad warmes Schwefelbad zur Verfügung. Und ein kleines Show-Extra: Alle paar Minuten steigt hier ein kleiner Geysir auf. Alleine dafür lohnt sich ein Stopp an der Gamla Laugin.

Fazit

Die Isländer lieben das Baden in Hot Tubs. Es gehört quasi zum Nationalstolz. Auf unserer Island-Tour hat uns ein Einheimischer den Grund für das viele Baden der Isländer verraten: „Wenn es hier von September bis April richtig kalt ist, der Wind pfeift und das Wetter schlecht ist, dann ist so ein heißes Bad genau das richtige. Und wenn es im Sommer schön ist, dann ist es auch schön, in der Sonne im Pool zu sitzen.“ Zusammengefasst: Jedes Wetter ist perfekt für den Hot Tub. Dem können wir nur zustimmen.

Eine bisschen was gilt es allerdings auch zu beachten. Da das Wasser nicht mit Chlor versetzt wird, was ja klar ist, gilt es vor allem in den größeren Bädern, sich vorher abzuduschen und darauf zu achten, Sonnencreme und andere Pfllegeprodukte vorher abzuwaschen. So könnt ihr dazu beitragen, dass die Becken nicht verunreinigt werden.

All die vorgestellten Quellen sind gut erreichbar. Es gibt allerdings auch Hot Tubs, die deutlich weiter im Innland liegen. Dafür haben wir auch noch einen Tipp. Im Rauchtal (Reykjadalur) verbindet ein Fluss Gletscherwasser mit kochend heißem Thermalwasser. Am Ende beträgt die Temperatur angenehme 38° Grad.

Im Ort Hveragerdi startet die kleine Wanderung. Auf dem Weg zum Hot Tub (am oberen Ende des Tals, ca. 1h Wanderung), kommt man schon an diversen rauchenden und blubbernden Wasserbecken vorbei. Hier bitte nicht rein gehen, die sind für das angenehme Bad definitiv zu heiß. Am oberen Ende des Tals angekommen, findet man im Flussbett eine ganze Reihe an kleineren und größeren Hot Tubs mit unterschiedlichen Temperaturen. Eintritt kosten die Badestellen im Wasser nicht.

Lage

Kommentar verfassen