Der Icefields Parkway gilt als einer der schönsten Highways in Kanada. Einmal quer durch die Rocky Mountains. Durch zwei Nationalparks führt die Fernstraße von Lake Louise nach Jasper. Und dabei kommt man an zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand vorbei. Wir nehmen uns den kompletten Tag frei, steigen morgens ins Auto und sind gespannt, was uns erwartet. Kann eine Straße wirklich so begeistern? Oder ist der Hype größer als das, was wirklich kommt?

Lohnt sich der Icefields Parkway in Kanada?

Der Icefields Parkway ist ein Teilstück des Highway 93 in Kanada. Auf über 230 km verbindet er den Banff-Nationalpark mit dem Jasper-Nationalpark. Dabei kommen Autofahrer an eindrucksvollen Seen, wie zum Beispiel am Bow Lake vorbei, oder passieren eines der größten zusammenhängenden Eisfelder südlich des Polarkreises, die Columbia Icefields. Tolle Fotomotive sind auch die Sunwapta Falls und die Athabasca Falls, zwei der schönsten Wasserfälle. So ist die Straße sowohl im Winter als auch im Sommer eine Touristenattraktion. In der Hauptsaison kann es gar zu Staus kommen.

#rockymountains #roadtrip

Instatipp: Besonders eindrucksvoll ist die Kulisse, wenn man von Jasper nach Lake Louise auf den Athabasca Mountain zufährt. Die lange Straße führt schnurgerade auf das spektakuläre Bergmassiv zu. Das sieht auf dem Foto genauso beeindruckend aus wie in echt.

Anreise nach Lake Louise

Ich fliege von München. Um kurz nach 8 steige ich morgens in den Flieger, habe einen kurzen Aufenthalt in London und lande schließlich in Calgary. Die reine Flugzeit beträgt ungefähr 10 Stunden. Als ich ankomme, ist es dank der acht Stunden Zeitverschiebung früher Nachmittag. Weiter geht es mit dem Mietwagen nochmals zwei Stunden in Richtung Banff-Nationalpark. Am Eingang des Parks stehen Mauthäuschen. Wer im Nationalpark unterwegs ist, muss pro Tag eine Parkgebühr zahlen. Die gilt dann aber auch für den Aufenthalt im Jasper-Nationalpark.

Volltanken nicht vergessen

Bevor wir uns auf den Icefields Parkway begeben, tanken wir vorsichtshalber voll. Laut Reiseführer gibt es unterwegs keine Tankstelle. Außerdem müsst ihr euch darauf einstellen, dass ihr auf dem gesamten Weg zwischen Lake Louise und Jasper absolut keinen Handyempfang habt. Und weil es sich lohnt, immer wieder anzuhalten und auszusteigen, empfehle ich Wanderschuhe anzuziehen. Die Attraktionen sind zwar alle nicht weit von den jeweiligen Haltebuchten und Parkplätzen entfernt, aber es kann rundherum trotzdem matschig oder ein bisschen unwegsam sein.

Hier gibt’s Grizzlybären

Wir fahren gen Horizont. Immer geradeaus. Solche Straßen gibt es in Deutschland und in den Alpen gar nicht. Eindrucksvoll erheben sich die Rocky Mountains rechts und links der geraden Fahrbahn. Gespannt blicke ich aus dem Fenster, lasse die Augen von links nach rechts und dann wieder nach vorne wandern. Dann halten wir zum ersten Mal. Ich hüpfe aus dem Auto und stehe auf dem noch zugefrorenen Bow Lake. Ein Schild warnt uns vor Grizzlybären. Denen will ich nun wirklich nicht begegnen. Trotz Highway befinden wir uns schließlich mitten im Nationalpark. Und da gehören die Wildtiere genauso dazu wie die unberührte Natur.

Riesiges zusammenhängendes Gletscherfeld

Die Landschaft wird immer hochalpiner. Etwa nach der Hälfte der Strecke kommen wir kurz hinter dem Sunwapta Pass auf 2.035 m Höhe am Columbia-Eisfeld vorbei. Vor uns erhebt sich der Mount Athabasca samt Gletscher. Wir halten nochmal. Marschieren ein paar Meter in Richtung Naturspektakel. Eisiger Wind weht mir um die Nase. Der ist aber nur zweitrangig zu spüren. In erster Linie staune ich über die Eisfläche im Hintergrund. Markant zieht sich der Gletscher die Felswand hinunter. Genau wie die Steine rundherum ist er schroff, teilweise abgebrochen. Die Landschaft ist schwarz-weiß und zeigt, wie wild die kanadischen Rocky Mountains sein können.

Fazit

Zugegebenermaßen war ich vor Fahrtantritt eher skeptisch. Normalerweise sind die schönsten Orte ja nicht unbedingt an der Straße gelegen. In diesem Fall war es anders. Wir haben 7 Stunden für die 230 km lange Strecke gebraucht und hätten noch mehr Zeit auf dem Icefields Parkway verbringen können. Wer schnell von A nach B will, ist hier also nicht richtig. Immer wieder mussten wir anhalten, aussteigen und die interessanten Naturschauspiele ringsum bestaunen. Die sind alle fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen. Alles ist gut ausgebaut und mit View Points ausgeschildert. Man kann sich nicht verfahren oder ein Highlight verpassen. Deshalb mein Fazit am Schluss: Ja, es lohnt sich definitiv.

Lage

Praktische Links

Gut zu wissen

Vielleicht lohnt sich auf dem Icefields Parkway sogar die eine oder andere Übernachtung. Möglich ist das beispielsweise im Saskatchewan River Crossing Resort, das etwa 85 Kilometer von Lake Louise entfernt liegt. Direkt am Athabasca Gletscher liegt außerdem das Glacier View Inn und bei den Sunwapta Falls ist die Übernachtung im gleichnamigen Sunwapta Falls Resort möglich. Durch die verschiedenen Unterkunftsmöglichkeiten kann der Icefields Parkway auch auf dem Fahrrad befahren werden. Dann bekommt man von der Natur sicher nochmals mehr mit.

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