Ist Hannover das Aschenputtel unter den deutschen Großstädten? Die Schönheit der niedersächsischen Landeshauptstadt erschließt sich nicht sofort auf den ersten Blick. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt wahre Schätze. Hannovers Sehenswürdigkeiten werden euch überraschen und machen einen Städtetrip in diese Stadt zu einem echten Highlight. Mit Fug und Recht darf Hannover als eine der grünsten Städte Deutschlands gelten. Außergewöhnliche und interessante Orte bilden das Sahnehäubchen dieses inspirierenden Reiseziels.
Top-Sehenswürdigkeiten in Hannover
Vielerorts findet ihr euch in Hannover inmitten wunderschöner Natur wieder. Die Herrenhäuser Gärten zählen zu den schönsten barocken Anlagen Deutschlands. Unweit der Innenstadt erstreckt sich die weitläufige Eilenriede, eine der größten Stadtwälder Europas. Die spektakuläre Silhouette des Neuen Rathauses spiegelt sich majestätisch auf der Wasseroberfläche des Maschsees. Obwohl die niedersächsische Landeshauptstadt im Zweiten Weltkrieg schwer von Bomben getroffen wurde, lädt eine kleine, von Fachwerkhäusern geprägte Altstadt auch heute noch zum Verweilen ein.
Die Ruine der Aegidienkirche dient als Mahnmal und erinnert an die Schrecken des Krieges. Für Kulturinteressierte bietet Hannover ein vielfältiges Programm: Das Wilhelm-Busch-Museum, das Sprengel Museum oder die Staatsoper begeistern mit ihrem facettenreichen Angebot. Es gibt also wahrlich keinen Grund, warum sich die 513.000 Einwohner in ihrer Stadt nicht wohlfühlen sollten. Überzeugt euch selbst!
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1. Neues Rathaus: Prachtbau des Historismus

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| Errichtet: | 1901 bis 1913 |
| Must-See: | Ausblick von der Kuppel |
| Baustil: | Wilhelminisch |
Wie eine Fata Morgana erhebt sich das monumentale Neue Rathaus über die Wiesen des Maschparks. Bis heute residiert der Oberbürgermeister in diesem Prachtbau im Stil der Neo-Renaissance. Auch das Innere des hannoverschen Wahrzeichens beeindruckt mit prunkvoller Gestaltung und kann besichtigt werden.
Ein echtes Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Fahrt mit dem einzigartigen Schrägaufzug in die Kuppel. Von oben genießt ihr einen atemberaubenden Panoramablick über die Dächer der niedersächsischen Landeshauptstadt. Bei guter Sicht reicht der Blick sogar bis zu den markanten Berggipfeln des Harzes.
2. Herrenhäuser Gärten: Historische grüne Lunge


| Lage: | Stadtteil Herrenhausen |
| Must-See: | Große Fontäne |
| Besonderheit: | Barockgarten |
Die Herrenhäuser Gärten umfassen weit mehr als den herrlichen Barockgarten vor dem wiederaufgebauten Schloss Herrenhausen. Dieser sogenannte Große Garten erhielt 2013 sein architektonisches Zentrum zurück.
Rund um das historische Kerngebiet liegt der Berggarten, ein botanischer Garten mit dem faszinierenden Regenwaldhaus, in dem heute ein Aquarium untergebracht ist. Diese beiden Gärten sind kostenpflichtig, doch der nördlich angrenzende Welfengarten und der Georgengarten, gestaltet als englische Landschaftsparks, sind frei zugänglich. In den Herrenhäuser Gärten fühlt ihr euch weit entfernt vom Trubel der Großstadt und könnt so richtig durchatmen und Energie tanken.
3. Maschsee und Alte Leine: Riesiges Naherholungsgebiet

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| Baden: | Strandbad Maschsee |
| Must-Do: | Boot ausleihen |
| Besonderheit: | Maschseefest im Sommer |
Der 78 Hektar große Maschsee wurde in den 1930er-Jahren zur Regulation der Flüsse Leine und Ihme angelegt. Auf dem See gleiten oft fotogene Segelboote dahin, und Ruderer finden hier ebenso ihr Refugium wie Wanderer und Radfahrer an den Ufern.
Es lohnt sich, den See auf der 6 km langen Uferpromenade zu umrunden. Das westliche Ufer ist weitgehend naturbelassen und lädt mit Biergärten und Ruhebänken zum Verweilen ein, während die östliche Promenade vor allem als Flaniermeile beliebt ist. Südlich des Maschsees erstreckt sich die idyllische Leinemasch, wo ihr an sumpfigen Wiesen und naturbelassenen Gewässern vorbeikommt.
4. Altstadt: Kleine Zeitkapsel von Alt-Hannover


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| Lage: | Rund um die Marktkirche |
| Must-See: | Altes Rathaus |
| Einkehrtipp: | Teestübchen |
Das mittelalterliche Hannover wurde in den Bombennächten des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört – aber eben nur fast. Das kleine, aber feine Viertel rund um die mittelalterliche Marktkirche verzaubert mit charmanten Gassen, die von Fachwerkhäusern gesäumt sind. Einige dieser Häuser sind tatsächlich erhalten geblieben, andere wurden liebevoll wieder aufgebaut.
In der Altstadt von Hannover findet ihr das Wohnhaus des berühmten Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz, das in der Renaissance erbaut wurde. Hier am Markt befand sich einst das politische Herz der Stadt. Das Alte Rathaus, ein bedeutendes Beispiel der mittelalterlichen Backsteingotik, zeugt noch heute von dieser Zeit.
5. Sprengel Museum: Kunstmuseum der Moderne

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| Lage: | Kurt-Schwitters-Platz 1 |
| Must-See: | Merzbau |
| Besonderheit: | Lichtkunst von James Turrell |
Das Sprengel Museum liegt direkt am Nordufer des Maschsees und ist definitiv einen Abstecher wert. Besonders Fans moderner und zeitgenössischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts kommen hier voll auf ihre Kosten. Werke der expressionistischen Künstlergruppen Brücke und Blauer Reiter sind prominent vertreten, darunter Schätze von Ernst Ludwig Kirchner, Gabriele Münter und Franz Marc.
Auch große Namen wie Marc Chagall, Max Ernst, Pablo Picasso, Gerhard Richter und Andy Warhol sind im Sprengel Museum Hannover zu bewundern. Fotografie-Enthusiasten dürfen sich zudem auf faszinierende Sonderausstellungen freuen, die regelmäßig neue Perspektiven eröffnen.
6. Markthalle: Bauch von Hannover

| Errichtet: | 1954 |
| Must-Do: | Brunchen |
| Öffnungszeiten: | Mo – Sa |
Die Markthalle von Hannover hat einen lustigen Spitznamen, oder? Sie wurde in den 1950er-Jahren neu errichtet und verkörpert den Charme der Nachkriegsmoderne. Im Inneren locken die Düfte kulinarischer Köstlichkeiten – hier ist Schlemmen pur angesagt!
An den Marktständen könnt ihr aus einer Vielzahl an Wurst- und Käsesorten, erstklassigem Obst und Gemüse sowie fein abgestimmten Soßen und Brotaufstrichen wählen. Natürlich dürft ihr auch probieren! Tische und Bänke laden zum Verweilen ein, sodass ihr die entspannte Atmosphäre in vollen Zügen genießen könnt. Die Markthalle Hannover ist der ideale Ort zum Brunchen und ein beliebter Treffpunkt für Hannoveraner, die hier gerne Freunde und Bekannte treffen.
7. Eilenriede: Hannovers herrlicher Stadtwald


| Lage: | Stadtteile Zoo und Kleefeld |
| Größe: | 640 Hektar |
| Einkehrtipp: | Bischofshol |
Jahrhundertelang wurden in der Eilenriede Raubbau betrieben und Vieh geweidet, bevor der große Wald vor den Toren Alt-Hannovers unter Schutz gestellt wurde. Der Name stammt von den Erlen, die früher auf dem sumpfigen Boden wuchsen.
Heute lädt die Eilenriede zu ausgedehnten Wanderungen ein, bei denen ihr eure Batterien an der frischen Luft wieder aufladen könnt. Ein überraschendes Highlight sind zwei mittelalterliche Warttürme mit Fachwerkgeschoss, die in der Eilenriede stehen: der Döhrener Turm und der Pferdeturm, beide aus dem 14. Jahrhundert. Neben Naturerlebnissen bietet der Wald auch gemütliche Waldgaststätten und viel Raum für euch, eure Familie und eure Vierbeiner – ein perfektes Ziel für eine kleine Auszeit.
8. Wilhelm-Busch-Museum: Meisterhafte Zeichenkunst und Karikatur

| Lage: | Georgengarten 1 |
| Must-See: | Original-Zeichnungen |
| Einkehrtipp: | Wallmodencafé |
Wer kennt sie nicht? Die illustrierten Verse der Streiche von Max und Moritz waren einst in jedem Kinderzimmer zu finden. Ihr Schöpfer, Wilhelm Busch, gilt bis heute als berühmter Autor und Pionier des Comics. In einem klassizistischen Palais im Georgengarten befindet sich das nach ihm benannte Deutsche Museum für Zeichenkunst und Karikatur.
Dieses Museumsjuwel beherbergt karikierende Illustrationen seit dem 17. Jahrhundert sowie zahlreiche jüngere und zeitgenössische Werke aus den Bereichen Satire, Karikatur, Cartoon und Plakatkunst. Wechselnde Sonderausstellungen widmen sich zudem bedeutenden Themen und Künstlern, darunter etwa dem französischen, durch einen tragischen Anschlag bekannt gewordenen Satiremagazin Charlie Hebdo.
9. Aegidienkirche: Mahnmal gegen den Krieg


| Lage: | Aegidienkirchhof 1 |
| Erbaut: | 14. Jahrhundert |
| Zerstört: | 1943 |
Wer das Stadtbild Hannovers stellenweise als unwirtlich empfindet, sollte sich an die beeindruckende Wiederaufbauleistung erinnern – und daran, dass Nazi-Deutschland die ersten Bomben warf. Die Aegidienkirche nahe der Altstadt stammt aus dem Mittelalter. Ihre leeren gotischen Fensterhöhlen lassen noch heute ihre einstige Schönheit erahnen.
Die Ruine wurde nach dem Krieg bewusst als Mahnmal erhalten, anstatt sie, wie so viele andere Baudenkmale in Hannover, gänzlich abzureißen. Alljährlich am 6. August wird die Friedensglocke geläutet, wenn in einem Gottesdienst an den Atombombenabwurf auf die heutige Partnerstadt Hiroshima erinnert wird.
10. Staatsoper: Spielort hochkarätiger Aufführungen

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| Lage: | Opernplatz 1 |
| Errichtet: | 1849 bis 1852 |
| Besonderheit: | Oper!-Award 2020 |
Liebt ihr Oper, Ballett oder Konzerte in einem spektakulären Rahmen? Dann solltet ihr das Opernhaus in Hannover besuchen. Der spätklassizistische Prachtbau im Stil eines antiken Tempels wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet und gilt als Meisterwerk des Hofbaumeisters Georg Ludwig Friedrich Laves. Eröffnet wurde das Opernhaus mit Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro.
Das Innere präsentiert sich heute im Stil der Nachkriegsmoderne und bietet eine Bühne für absolut hochklassige Aufführungen. Nicht ohne Grund wurde die Staatsoper Hannover 2020 als international bestes Opernhaus des Jahres ausgezeichnet.
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Schon gewusst? Hannover gehört zum Norden Deutschlands, und hier grüßt man den ganzen Tag über mit einem freundlichen „Moin“. Die Stadt begeistert nicht nur mit ihren Sehenswürdigkeiten, sondern auch mit ihrem vielfältigen Kulturleben. Dieses könnt ihr beispielsweise in der Altstadt mit ihren gemütlichen Bars und Kneipen entdecken. Auch das studentische Viertel Hannover-Linden lockt mit seiner besonderen Atmosphäre.
Im Sommer solltet ihr das berühmte Maschseefest nicht verpassen. Hannover ist zudem ein zentraler Knotenpunkt des deutschen Eisenbahnnetzes und hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. In den 1960er-Jahren wurde die niedersächsische Landeshauptstadt zu einer autogerechten Stadt umgebaut, was einige Bausünden hinterließ. Vieles würde man heute sicherlich anders machen. Seid gnädig und konzentriert euch auf die zahlreichen schönen Seiten Hannovers – es lohnt sich!
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