Zwischen Stuttgart und München versteckt liegt ein besonderer Reisetipp für deine nächste Städtereise: Ulm. Mit dem Ulmer Münster, dem höchsten Kirchturm der Welt, ist die Stadt nicht unbekannt. Doch wer denkt, Ulm habe damit schon alles gezeigt, irrt gewaltig. Mit verwinkelten Gassen, urigen Fachwerkhäusern und dem ruhigen Flusslauf der Donau warten weitere interessante Orte und Attraktionen darauf, entdeckt zu werden. Wir stellen euch die schönsten Sehenswürdigkeiten Ulms vor.
Top-Sehenswürdigkeiten in Ulm im Überblick
Mit rund 129.000 Einwohnern liegt Ulm in Baden-Württemberg malerisch an der Donau, direkt an der Grenze zu Bayern. Die Stadt begeistert mit einer Mischung aus mittelalterlichem Charme und moderner Architektur. Vor allem das Fischer- und Gerberviertel entführt in eine andere Zeit. Unter steinernen Brücken und historischen Häusern plätschert der Flusslauf der Blau mitten durch die Altstadt.
Am Ufer der Donau lässt es sich prima durch grüne Parks flanieren, und die Promenade führt entlang der alten Stadtmauer – vorbei am historischen Metzgerturm. Der Wochenmarkt am Fuß des Ulmer Münsters gibt Einblicke in das pulsierende Leben der Stadt, und etwas vom Stadtzentrum entfernt lädt der Botanische Garten zum Verweilen ein.
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#ulm
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1. Ulmer Münster: Der (noch) höchste Kirchturm der Welt



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| Erbaut: | 1377 – 1890 |
| Höhe: | 161,53 m |
| Must-Do: | Turmbesteigung |
Mit stolzen 161,53 Metern ragt der Turm des Ulmer Münsters majestätisch in den Himmel – und hält zumindest bis zur Fertigstellung der Türme der Sagrada Família in Barcelona den Weltrekord als höchster Kirchturm der Welt. Das gotische Meisterwerk ist das Herzstück und Wahrzeichen der Stadt und ein absolutes Muss für jeden Besuch in Ulm.
Einen direkten Blick auf das Ulmer Münster gibt es vom Münsterplatz aus. Und wer die 768 Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmt, wird mit einem atemberaubenden Blick über Ulm, die Donau und – bei klarer Sicht – sogar bis zu den Alpen belohnt. Vor dem Münster lohnt übrigens auch der Besuch des Ulmer Wochenmarkts (Mittwoch und Samstag, 6 bis 13 Uhr).
2. Fischer- und Gerberviertel: Fachwerkromantik in der Altstadt

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| Ursprünge: | bis ins Jahr 854 |
| Fluss: | Blau |
| Einkehr-Tipp: | Zunfthaus der Schiffleute |
Verwinkelte Gassen, ruhige Wasserläufe und kunstvolle Fachwerkhäuser prägen das Bild des Fischer- und Gerberviertels. Dieser Teil der Altstadt ist eines der schönsten Fleckchen Ulms und liegt direkt an der Blau, einem Nebenfluss der Donau.
Kleine Brücken führen über den Fluss, und zwischen den Gebäuden spitzt immer wieder das Münster hervor. Was früher die Heimat von Handwerkern und Gerbern war, ist heute ein lebendiges Viertel mit kleinen Cafés und Restaurants, Galerien und dem berühmten „Schiefen Haus“. Ideal zum Flanieren, Staunen und Fotografieren.
3. Kloster Wiblingen: Barocke Pracht am Stadtrand von Ulm


| Lage: | ca. 4 km vom Stadtzentrum |
| Öffnungszeiten: | Dienstag – Sonntag |
| Must-See: | Klosterbibliothek |
Etwa 4 km südlich vom Ulmer Stadtzentrum entfernt liegt das ehemalige Benediktinerkloster Wiblingen. Wer sich von architektonischer Kunst gerne beeindrucken lässt, sollte sich diesen Ort bei einem Besuch in Ulm nicht entgehen lassen.
Hinter den Mauern versteckt sich einer der beeindruckendsten Klosterbibliothekssäle Deutschlands. Der kunstvoll gestaltete Rokoko-Bibliothekssaal wirkt mit den Fresken, Marmorsäulen und vergoldeten Details prunkvoll und majestätisch zugleich. Zu einem Besuch zählen auch die Klosterkirche und die ruhige Parklandschaft, die das Kloster umgibt.
4. Berblinger Turm: Ein schräger Weitblick über die Stadt


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| Höhe: | 20 m |
| Erbaut: | 2020 |
| Hommage an: | Albrecht Berblinger |
Der Berblinger Turm ist eine moderne Hommage an den „Schneider von Ulm“: Albrecht Berblinger. Der Visionär wollte 1811 mit einem selbstgebauten Flugapparat die Donau überqueren.
Der Aussichtsturm mit Wendeltreppe liegt direkt in der Friedrichsau, Ulms größter Parkanlage. Die Besonderheit des Turms ist seine schräge Konstruktion. Mit zehn Grad Neigung bietet die Attraktion nicht nur spannende Perspektiven auf die Stadt und den Fluss, sondern auch eine ungewöhnliche architektonische Erfahrung. Ein Must-see, um Ulm aus einer etwas anderen – und ziemlich schrägen – Perspektive zu entdecken.
5. Hotel Schiefes Haus: Das schiefste Hotel der Welt


| Lage: | in der Altstadt direkt an der Blau |
| Erbaut: | 14. Jahrhundert |
| Besonderheit: | Denkmalspreis 1996 |
Mitten in Ulm befindet sich ein besonders kurioser Weltrekord. Im malerischen Fischer- und Gerberviertel steht das Hotel Schiefes Haus, ein Fachwerkgebäude aus dem 14. Jahrhundert – und laut Guinness-Buch das schiefste Hotel der Welt.
Das urige Hotel liegt eingeschmiegt zwischen den verwinkelten Gassen der Altstadt, und die Blau fließt direkt unter der Fassade vorbei. Der Neigungswinkel ist deutlich sichtbar, und die schiefen Balken lassen sich auch von außen bestaunen. Wer das Außergewöhnliche sucht, findet hier ein echtes Stück Ulmer Geschichte – schief, charmant und einzigartig.
6. Wasserturm: Verstecktes Highlight an der Stadtmauer


| Erbaut: | 1898–1900 |
| Höhe: | 48 m |
| Entwurf: | Stadtbaumeister Karl Walder |
Versteckt in der historischen Stadtmauer am Rande des Altstadtkerns steht der Wasserturm in Neu-Ulm – und damit in Bayern. Auf den ersten Blick wirkt die Sehenswürdigkeit fast unscheinbar. Doch dahinter verbirgt sich ein stiller Zeitzeuge.
Ursprünglich wurde der Turm im 15. Jahrhundert als Wehrturm erbaut und erst im 19. Jahrhundert zur Wasserversorgung für Neu-Ulm umfunktioniert. Heute gilt er als Wahrzeichen von Neu-Ulm und ragt mit seiner markanten Form am Donauufer im Glacis-Park in die Höhe. Besonders interessant: Zwischen Mai und September ist der Wasserturm eine beliebte Location für Brautpaare, die sich im historischen Turmzimmer das Ja-Wort geben können.
7. Botanischer Garten Ulm: Entspannung im grünen Paradies
| Pflanzenarten: | über 4.000 |
| Gründung: | 1981 |
| Öffnungszeiten: | täglich 9 bis 20 Uhr |
Zwischen den historischen Sehenswürdigkeiten bietet der Botanische Garten Ulm eine willkommene Abwechslung. Im Süden der Stadt findet sich die rund 2,5 Hektar große Anlage – zwischen der Universität und dem Kloster Wiblingen.
Der Garten ist das Zuhause von über 4.000 Pflanzenarten, und neben heimischen Pflanzen könnt ihr auch seltene Gewächse entdecken. Einige Gartenbereiche sind einem bestimmten Thema zugeordnet und besonders empfehlenswert. So gibt es etwa einen Alpengarten oder eine Kräuterspirale. Je nach Jahreszeit variiert das Angebot, und es werden Führungen oder Workshops angeboten.
8. Metzgerturm & Stadtmauer: Zeugen der Ulmer Geschichte

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| Erbaut: | 1340 (Turm), 1480 (Stadtmauer) |
| Lage: | direkt am Donauufer |
| Must-Do: | Flanieren entlang der Promenade |
Der Metzgerturm ist ein markanter Bestandteil der Stadtmauer Ulms. Beide sind Zeitzeugen der einstigen Befestigungsanlage im Mittelalter. Wer vom Stadtzentrum oder vom Ufer in Richtung Metzgerturm läuft, sieht ihn bereits von Weitem, denn er ragt über die umliegenden Dächer hinaus.
Die Stadtmauer selbst ist teils noch gut erhalten und führt entlang des Donauufers – die ideale Einladung zu einem historischen Spaziergang. Übrigens: Der Legende nach war der Turm im 18. und 19. Jahrhundert das Stadtgefängnis. Hier landeten die dicken Metzger, die ihre Wurst angeblich mit Sägemehl gestreckt hatten.
9. Kunsthalle Weishaupt: Moderne Kunst im Stadtzentrum

| Eröffnung: | 2007 |
| Berühmt für: | Andy Warhol |
| Öffnungszeiten: | Dienstag – Sonntag |
Im Zentrum von Ulm befindet sich die Kunsthalle Weishaupt. Zwischen dem Münsterplatz und dem Ulmer Rathaus setzt der imposante Glasbau einen modernen Akzent zu den historischen Gebäuden.
Bei der Kunsthalle Weishaupt handelt es sich um ein Privatmuseum, das von einem Sammler-Ehepaar eingerichtet wurde. Als Besucher erwarten euch Kunstwerke der modernen und zeitgenössischen Kunst – darunter auch Werke von namhaften Künstlern wie Andy Warhol oder Willem de Kooning. Mit den oft wechselnden Ausstellungen könnt ihr immer wieder etwas Neues entdecken.
10. Ulmer Rathaus: Beeindruckende Außenbemalung

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| Erbaut: | 1370 |
| Lage: | zwischen Münster und Altstadt |
| Besonderheit: | Astronomische Uhr an der Fassade |
Wer sich vom Münster auf den Weg in die Altstadt macht, wird am Ulmer Rathaus unweigerlich stehen bleiben. Direkt im Herzen der Stadt steht das imposante Gebäude aus dem 14. Jahrhundert.
Die Besonderheit sind die kunstvollen Wandmalereien an der Fassade. Die Fresken erzählen von Ulm als freier Reichsstadt und machen das Bauwerk zu einer der schönsten Sehenswürdigkeiten Ulms. Besonders faszinierend ist außerdem die astronomische Uhr aus dem Jahr 1520. Diese zeigt euch nicht nur die Uhrzeit, sondern auch die Himmelsbewegungen der Planeten an.
11. Einstein-Brunnen: Ein humorvolles Denkmal

| Lage: | auf dem Zeughausgelände |
| Entstehung: | 1984 |
| Künstler: | Jürgen Goertz |
Wusstet ihr, dass Albert Einstein in Ulm geboren ist? Er wird gerne als der berühmteste Sohn Ulms bezeichnet. Seine Heimatstadt hat für den weltbekannten Physiker ein besonderes Denkmal errichten lassen: den Einstein-Brunnen.
Der Brunnen aus Bronze befindet sich nahe der Volkshochschule auf dem Zeughausgelände. Er zeigt Einsteins Kopf mit wild herausgestreckter Zunge und einen Körper, der an ein Schneckenhaus erinnert. Der humorvolle Tribut an das Genie ist ein besonderes Ausflugsziel mit Kultfaktor.
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Schon gewusst? Der Spatz spielt eine besondere Rolle in der Geschichte von Ulm. Der sogenannte „Ulmer Spatz“ ist die Symbolfigur der Stadt. Der Sage nach bauten die Ulmer einst am Münster, konnten aber einen besonders langen Balken nicht durch das Stadttor transportieren. Erst als jemand beobachtete, wie ein Spatz einen Zweig für sein Nest längs trug, kamen sie auf die einfache Idee, den Balken nicht quer, sondern der Länge nach zu wenden. Und siehe da: So passte er durch das Tor. So wurde der Spatz zum Ulmer „Maskottchen“, und eine goldene Spatzenfigur sitzt heute hoch oben auf dem Ulmer Münster.
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