Viel Sonne, Wüste und türkisblaues Meer. So lässt sich die mexikanische Halbinsel Baja California beschreiben. Als wir hier durch schier endlose Prärie fahren, komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Landschaft wirkt auf den ersten Blick recht eintönig, ist aber wunderschön und es warten ein paar interessante landschaftliche Überraschungen. Vor allem die Einsamkeit macht die Gegend so reizvoll für mich. Es gibt wunderschöne Inseln, auf denen man die Natur genießen kann. Und das völlig allein.

Baja California: Lohnt sich ein Besuch?

Baja California ist eine Halbinsel an der Westküste Mexikos. Im Gegensatz zur Halbinsel Yucatan ist diese allerdings in Europa deutlich weniger touristisch bekannt. Rein geografisch handelt es sich um die südliche Verlängerung des US-amerikanischen Bundesstaates Kaliforniens, daher auch der Name Baja California, Nieder-Kalifornien.

Die Halbinsel besticht durch ein sehr markantes Landschaftsbild, das vorwiegend von Wüste, Kakteen und wunderschönen einsamen Stränden geprägt ist. Die Halbinsel ist extrem dünn besiedelt. Nur die Hauptstadt des Bundestaates, Mexicali, und die größte und bekannteste Stadt, Tijuana, sind größere Ballungsräume und gleichzeitig die wichtigsten Grenzübergänge in die USA. Beide liegen am nördlichen Ende der Halbinsel. Sie ist in 2 Bundesstaaten unterteilt: Baja California im Norden und Baja California Sur im Süden.

Fototipp: Es gibt viele tolle Fotospots quer über die Halbinsel verstreut. Mit einem Auto könnt ihr nach Belieben einfach stehen bleiben, wo es euch gefällt. Die garantiert spektakulärsten Fotos macht ihr aber beim Whale Watching!

So kommst du nach Baja California

Mexiko verfügt über ein sehr gutes Flugnetz im Land. Die beste Anreise ist ein Inlandsflug nach La Paz, wenn man vor allem den touristisch etwas spannenderen Süden der Halbinsel erkunden will. Wer mit dem Auto oder eigenen Camper unterwegs ist, kann die Halbinsel zum Beispiel über die Landzunge im nördlichsten Eck Mexikos erreichen. Das kann je nach Ziel auf der Halbinsel mehrere Hundert Kilometer Fahrzeit bedeuten.

Bei Los Mochis gibt es eine Abkürzung. Von dort führt eine Fährverbindung vom Festland auf die Halbinsel in knapp 9 Stunden über den Golf von Kalifornien. Da die Halbinsel nicht sehr dicht bevölkert ist, ist auch der Anschluss mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht so einfach, vor allem dann, wenn man abgelegenere Reiseziele hat. Zwischen den größeren Städten ist es allerdings kein Problem, den Bus zu nehmen.

In der Gegend sind sehr viele Camper und Caravans unterwegs. Kein Wunder, man kann hier an vielen Stränden einfach wild übernachten – und das absolut allein. Vor Ort sieht man diese Option vor allem viele Amerikaner genießen, die hier ihre Rente mit dem eigenen Camper verbringen. Wer keinen Camper dabei hat, dem würde ich definitiv zu einem Mietwagen raten.

Sonnencreme nicht vergessen

Lage:Westküste Mexikos
Must-Do:Whalewatching
Empfohlene Dauer:mind. 10 Tage
Beste Reisezeit:Januar-März

Wie ihr auf den Bildern schon sehen könnt, die Gegend sehr trocken. Ihr könnt also mit viel Sonne rechnen. Als Erstes solltet ihr daher Sonnencreme, Bikini und Badehose und eine Kopfbedeckung einpacken.

Zu Urlaubszeiten sind auch gerne zusätzlich zu den Amerikanern die Mexikaner selbst einmal auf Urlaub im eigenen Land unterwegs. Vor allem in Los Cabos und Cabos san Lucas ist dann etwas mehr los. Abseits von den touristischen Hauptattraktionen ist es aber überall so gemächlich, dass man in Ruhe spontan den Aufenthalt an einem schönen Ort verlängern kann. Das lange Planen im Voraus und Reservieren der Unterkünfte ist dann nicht unbedingt notwendig.

Die Zeitzone im nördlichen Bundesstaat der Halbinsel hat man sogar an die amerikanische Zeitzone in Kalifornien angegliedert. Gerade für Flüge ist das eine ganz wichtige Info, lieber doppelt und dreifach die Zeitzone prüfen, in der ihr euch befindet! Im Süden der Insel ticken die Uhren wie an der Westküste des Festlandes.

Die Wüste lebt!

Das Land ist nicht nur sehr dünn besiedelt, sondern auch sehr dünn besucht. Nur wenige europäische Touristen nehmen den weiteren Weg quer durch das Land auf sich, um die Halbinsel zu besuchen. Eigentlich fühlt sich der ganze Bundesstaat fast an wie ein amerikanischer, denn hier kommen aufgrund der guten Erreichbarkeit aus dem Norden und der Nähe zu Kalifornien hauptsächlich die „Gringos“ – wie die Mexikaner sie gerne nennen – zum Urlaub machen.

Rein landschaftlich unterscheidet sich die Halbinsel schon drastisch vom Rest des mexikanischen Festlandes. Hier beherrschen Sand, Wüste und Kakteen das Landschaftsbild. Ebenso wie die kilometerweite Einsamkeit, in der nur riesige Aasgeier in der Luft schweben auf der Suche nach Beute, die der Hitze erliegt. 

Manch einer mag vielleicht behaupten, die Gegend sei langweilig und trist, aber die Wüste lebt, spätestens auf den zweiten Blick, wenn man einmal genauer hinschaut. Und genau das fasziniert mich so daran. Ich persönlich finde die Gegend eine der schönsten Mexikos.

Whale Watching in der Lagune von San Igancio

Das Highlight meines Roadtrips durch Baja California war definitiv das Whale Watching in der Lagune von San Ignacio. In den Wintermonaten, am zuverlässigsten von Januar bis März, kommen Grauwale von nördlicheren Gewässern hier her zum Überwintern, fressen und kalben. Ich hatte noch nie zuvor in meinem Leben einen echten Wal gesehen, deshalb war die Aufregung umso größer.

Der Weg zur Lagune ist schon absolut abenteuerlich. Die Straße gleicht eher einem Feldweg, der mitten durch die Prärie in eine noch größere Prärie führt. Falls euch das mal passiert in Baja California, einfach nicht wundern, denn das kommt öfter vor, dass man über Wege fährt, die gar nicht wie Wege aussehen und man stundenlang meint, man hat sich verfahren. 

Noch dazu war der Himmel bedeckt, eher regnerisch und an der Lagune selbst wehte ein eisiger Wind, der noch kälter wirkt, wenn er dir einem auf einem kleinen Motorboot mitten ins Gesicht peitscht. Doch die Strapazen werden definitiv in dem Moment belohnt, in dem man zum ersten Mal in seinem Leben einen solchen Meeresriesen zu Gesicht bekommt: Das ist gigantisch und wirklich unbeschreiblich. 

Die Lagune ist riesig und wirkt fast wie ein Binnenmeer. Vom Boot aus ist es natürlich schwer zu sagen, wo genau die Wale sind und wo sie als Nächstes auftauchen. Der Großteil der Walbeobachtungstour bestand sicherlich aus warten, beobachten, und suchen. Jeder starrt wie gebannt auf das Wasser. Und dann spritzt sie auf einmal nach oben, die erste Fontäne eines auftauchenden Wales, der nochmal Luft holt, bevor er zum nächsten Tauchgang fast senkrecht nach unten ansetzt. Deshalb sieht man auch am ehesten entweder die Wasserfontäne oder die Schwanzflosse der Meeressäuger. Dass ein Wal springt oder mit dem ganzen Kopf auftaucht, ist eher die Seltenheit. Trotzdem ist es mega spannend zu beobachten. Die Tour lohnt sich auf jeden Fall.  

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Fazit

Wer in Mexiko etwas mehr Einsamkeit und Ruhe sucht und sich abseits des normalen europäischen Touristenstroms auf Yucatan bewegen will, ist in Baja California genau richtig. Die Halbinsel bietet traumhafte Strände, an denen man einfach die Seele baumeln lassen kann. In manch einem Dorf werden die Bürgersteige tatsächlich recht früh hochgeklappt. Partygänger: Keine Sorge, in den Tourismuszentren im Süden, San José del Cabo und Cabo San Lucas herrscht aber auch Leben und es gibt genug Unterhaltung.

Meine Abenteuertipps in der Gegend: Ganz im Südwesten bietet der Nationalpark Cabo Pulmo ein wunderschönes Schnorchel-Paradies. Die Anreise war mehr als abenteuerlich in unserem Mini Hyundai Mietwagen. Ein geländetaugliches Auto kann ich da nur empfehlen. Auch die Isla Coronado bei Loreto ist ein wunderschönes Ausflugsziel, dass ich euch nur empfehlen kann. Hier könnt ihr Seelöwen aus nächster Nähe beobachten und komplett einsame Strände erleben.

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Lage

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