Schroffe Felsnadeln ragen in die Höhe. Darunter befinden sich schier endlose Waldflächen. Wer in der Sächsischen Schweiz unterwegs ist, wird von der gigantischen Natur überwältigt. In jeder Ecke des Nationalparks gibt es etwas neues zu entdecken. Wir stellen euch die besten Aussichtspunkte samt Wegbeschreibung vor, die ihr bei einem Besuch der Sächsischen Schweiz nicht verpassen solltet.

Update: Waldbetretungsverbot aufgehoben

Das Feuer im August 2022 ist gelöscht und das Waldbetretungsverbot in der Sächsischen Schweiz vollständig aufgehoben. Die Brandfläche betrug rund 1,5 km² und lag im hinteren Teil des Nationalparks. D.h. ihr werdet nur an wenigen Orten direkt auf verbrannte Flächen stoßen, da die Brände vor allem in der wenig zugänglichen Kernzone waren. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Wanderwege wieder geöffnet.

Die schönsten Aussichten der Sächsischen Schweiz

Das Elbsandsteingebirge erstreckt sich von Sachsen bis nach Tschechien. Der deutsche Teil ist als Sächsische Schweiz bekannt, die Region im Nachbarland ist die Böhmische Schweiz. Ein weites Stück ist sogar als Nationalpark ausgewiesen. Eindrucksvolle, steil aufragende Tafelberge und schroffe, freistehende Felsnadeln prägen das Landschaftsbild.

Zwischen all den landschaftlichen Besonderheiten befindet sich ein gut ausgebautes Wanderwegenetz, über das ihr zu den besten Aussichtspunkten gelangt. Einige, wie die Aussicht vom Ferdinandstein an der Bastei, sind in wenigen Gehminuten erreichbar. Zu anderen, wie zur Kipphornaussicht, führen ausgedehnte Wanderungen. An der Brandaussicht könnt ihr die Tour mit einer Hütteneinkehr abschließen und auf dem Weg zu den Schrammsteinen solltet ihr schwindelfrei sein.

Die Ausgangspunkte könnt ihr allesamt gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Die Hauptorte werden von der Bahn angefahren. Anschließend geht es mit Bussen oder der nostalgischen Kirnitzschtalbahn tiefer in die Täler hinein.

#sächsischeschweiz

Fototipp: In der Sächsischen Schweiz jagt ein Fotomotiv das nächste. Es geht allerdings auch an vielen Stellen steil bergab. Achtet also jeweils auf einen sicheren Stand und sichert ggf. auch Kamera oder Handy doppelt ab.

1. Kipphornaussicht: Grandioses Panorama am Großen Winterberg

© Georg Milasta
Höhenmeter:444 m
Strecke:7,2 km
Gehzeit:3 Std.
Wanderkarte:GPS-Track zur Tour
Beste Uhrzeit:Kurz nach Sonnenaufgang

Schon der berühmte Maler Casper David Friedrich war von der Kipphornaussicht so begeistert, dass er sie in einem seiner romantischen Gemälde festgehalten hat. In drei Himmelsrichtungen kann man den Blick weit über das Elbtal schweifen lassen und bis in die Böhmische Schweiz blicken. Besonders schön ist die Stimmung am Morgen, etwa ein bis zwei Stunden nach Sonnenaufgang. Dann eignet sich das Licht hervorragend für Fotos und die magische Morgenstimmung wird oftmals noch durch die Nebelschwaden abgerundet, die oberhalb der Elbe aufsteigen.

Die Kipphornaussicht ist über den Malerweg erreichbar. Wenn ihr nicht mehrere Tage am Stück unterwegs sein möchtet, sondern nur des Blicks wegen aufsteigt, bietet sich Schmilka als Ausgangspunkt an. Von der gemütlichen Ortschaft geht es steil bergauf zum zweithöchsten Berg der Sächsischen Schweiz hinauf. An der Westseite des Großen Winterberg befindet sich die Aussicht.

2. Ferdinandaussicht: Bester Blick auf die berühmte Basteibrücke

© Mike Mareen
Höhenmeter:254 m
Strecke:6 km
Gehzeit:2:30 Std.
Wanderkarte:GPS-Track zur Tour
Beste Uhrzeit:Sonnenaufgang

Die imposante Basteibrücke ist eines der bekanntesten Motive der Sächsischen Schweiz. Die steinerne Brücke überwindet den tiefen Abgrund zwischen zwei freistehenden Felsnadeln. Einen besonders guten Blick auf die unecht wirkende Szenerie habt ihr vom Ferdinandstein. Kein Wunder also, dass man hier fast immer Fotografen mit Stativen und teuer aussehender Ausrüstung antrifft. Wer Einsamkeit sucht, sollte zum Sonnenaufgang an der Ferdinandaussicht eintreffen.

Für die Anreise in den frühen Morgenstunden empfiehlt es sich mit dem Auto bis zum Berghotel Bastei zu fahren. Von dort sind es nur noch 5-10 Minuten zu Fuß, die ihr auch in der Dunkelheit bewältigen könnt. Der weitaus schönere Aufstieg startet allerdings an der Elbe im Kurort Rathen. Bis zum Ausgangspunkt kommt ihr gut mit der Bahn. Dann folgt ein abenteuerlicher Aufstieg durch die Schwedenlöcher und schließlich bis zur Ferdinandaussicht hinauf.

3. Brandaussicht: Weitblick über das Elbsandsteingebirge

© marako85

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Höhenmeter:177 hm
Strecke:6,6 km
Gehzeit:2 Std.
Wanderkarte:GPS-Track zur Tour
Öffnungszeiten:11-19 Uhr (Sommer)

Die Brandaussicht wird auch oft als „Balkon der Sächsischen Schweiz“ bezeichnet. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Denn das Felsplateau, das rund 170 m über dem Polenztal mit dem gleichnamigen Fluss aufragt, ist eine geniale Aussichtsterrasse mit Blick über weite Teile des Nationalparks mit seinen riesigen Waldflächen hinweg. Passend dazu befindet sich auf dem Plateau auch eine Hütte. In der Brandbaude könnt ihr Einkehren und die Aussicht bei Speisen und Getränken genießen.

Direkt gegenüber des Alten Bahnhofs in Hohnstein beginnt die einfache Wanderung zur Aussicht. Der Weg ist eher sanft ansteigend und führt vorwiegend über eine breite Forststraße nach oben. So ist die Baude am Aussichtsfelsen in etwa 3 km auch für weniger geübte Wanderer gut zu erreichen. An der Hütte könnt ihr übrigens auch übernachten.

4. Carolaaussicht: Felsplateau mit Sicht auf spitze Felsnadeln

Höhenmeter:276 m
Strecke:6 km
Gehzeit:2 Std.
Wanderkarte:GPS-Track zur Tour
Beste Uhrzeit:nachmittags

Ein großes Felsplateau erwartet euch an der Carolaaussicht. Das Plateau ist allerdings nicht ganz durchgängig, sondern teilweise wird es von Spalten durchzogen. Wenn ihr also bis ganz nach vorne möchtet, müsst ihr den einen oder anderen großen Schritt oder Sprung meistern. Aber keine Sorge, wenn ihr euch das nicht zutraut, könnt ihr die Aussicht auch von weiter hinten mit sicherem Stand genießen. Um euch herum ragen am Carolafelsen spitze Felsnadeln auf.

Auch der Aufstieg hat es je nach Route in sich. Ihr könnt zum Beispiel über die Häntzschelstiege aufsteigen. Das ist ein Klettersteig und den sollten auch schwindelfreie Wanderer nur mit entsprechender Klettersteigausrüstung gehen. Nahezu genauso sehenswert ist die Route durch die Wilde Hölle. Von der Haltestelle der Kirnitzschtalbahn geht es rund 300 hm durch eine wild-romantische Klamm nach oben.

5. Schrammsteinaussicht: Schönstes Fotomotiv der Sächsischen Schweiz

Höhenmeter:5,3 km
Strecke:235 hm
Gehzeit:2 Std.
Wanderkarte:GPS-Track zur Tour
Beste Uhrzeit:Sonnenuntergang

Die Schrammsteinaussicht in der Hinteren Sächsischen Schweiz ist eines der Wahrzeichen des Elbsandsteingebirges. Über einen Grat gelangt ihr zum vorderen Teil des Aussichtspunkts. Hier wird es etwas breiter und ihr steht auf einer der Spitzen der Schrammsteine. Zu fast allen Seiten geht es steil runter. Zum Glück ist dieser Aussichtspunkt mit Geländern abgesichert, sonst würden sich nur besonders mutige Wanderer nach vorne wagen. Und das wäre schade, denn dieser Punkt ist einer der besten, um den Sonnenuntergang zu bewundern.

Wer die Tour zur Schrammsteinaussicht in Angriff nimmt, sollte dennoch zumindest schwindelfrei sein. Los geht’s an der Schrammsteinbaude. Von dort verläuft der Weg zu Beginn noch mäßig steigend. Zum Ende hin wartet dann eine steile Leiterpassage. Für geübte Wanderer ist die Tour jedoch gut machbar.

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Wenn ihr länger in der Region seid, empfiehlt es sich, die Region über den Malerweg zu erkunden. Der Fernwanderweg führt über insgesamt 112 Kilometern durch die Sächsische Schweiz. So könnt ihr in 8 Tagen von Liebethal bis nach Pirna wandern. Oder ihr schaut euch mal in der Böhmischen Schweiz auf Tschechischer Seite um. Hier lohnt sich ein Besuch des Prebischtors. Aber auch bei einer gemütlichen Bootstour durch die Kamnitzklamm könnt ihr die Region entdecken.

Lage

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