Südostasien hat sich ja mittlerweile zu einer wahren Backpacker-Hochburg entwickelt, angeführt von Thailand und der indonesischen Insel Bali. Da Myanmar direkt an den Norden von Thailand grenzt und nun auch die politische Lage etwas entspannter ist (von den Rohinga und den Rebellen-Gruppen einmal abgesehen), besuchen nun auch immer mehr internationale Reisende das Land. Trotzdem ist es wichtig, sich einige Dinge vor der Anreise klar zu machen.

Reise- und Sicherheitshinweise für Myanmar

Einwohner:ca. 53 Millionen
Regierungsform:Parlamentarische Demokratie
Hauptstadt:Naypyidaw
Amtssprache:Birmanisch
Währung:Kyat (MMK)
Zeitverschiebung:+5:30 Stunden
Telefonvorwahl:+95
Hashtag:#myMyanmar

1. Myanmar ist nicht Thailand

Wer Fullmoon-Partys und Ping-Pong-Shows sucht, der fährt besser woanders hin. Myanmar ist von den südostasiatischen Ländern immer noch eines der konservativsten und auch wenn Alkohol, Zigaretten und Rauschmittel (natürlich) zugänglich sind, so ist die Basis für Exzesse und Abstürze eher dürftig.

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Tempelanlag in Bagan, © lkunl

2. Um halb zehn werden die Bordsteine hochgeklappt

Geht auch einher mit Punkt 1. Die Menschen in Myanmar stehen früh auf. 6 Uhr ist keine Seltenheit und gehen früh schlafen. Da es meist schon um 18 Uhr dunkel ist, kann es sehr gut sein, dass man selbst in der Großstadt Mandalay um 21:30 Uhr keiner Menschenseele mehr auf der Straße begegnet.

3. Hotpants und Crop-Tops zu Hause lassen

Auch hier noch einmal die Referenz zu Punkt 1: Frauen in Myanmar kleiden sich konservativ, im traditionellen Longyi (also einem knöchellangen Rock) und langärmeligen Shirts. Halbarm-Shirts sind sicher auch okay, Trägertops sieht man allerdings nicht. Wer also ein bisschen Rücksicht auf die örtliche Kultur nehmen und sich anpassen will, packt eher weite und lange Kleidung ein.

4. Wandern im Shan-Staat ohne Guide ist verboten

Die europäischen Medien haben in der vergangenen Zeit vornehmlich die Situation der Rohingya im Süden des Landes beleuchtet, trotzdem schwelen im Norden noch reichlich Konflikte. Bis zu 130 verschiedene Rebellengruppen liefern sich dabei Gefechte mit dem burmesischen Militär. Touristen ist es aus diesem Grund streng untersagt, sich auf eigene Faust auf Tour zu begeben, da das Risiko besteht, auf Minen zu treten oder in Gefechtsgebiete zu geraten.

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5. Vorsicht vor Straßenhunden

Auch wenn es sicher auch in Thailand Straßenhunde gibt, so ist der entscheidende Unterschied allerdings, dass diese Tiere mittlerweile weiße Touristen gewöhnt sind. In Myanmar ist das nicht der Fall. Oftmals wurde ich angeknurrt und angebellt, während asiatische Reisende unbehelligt vorbeigehen konnten. In diesem Fall schadet also auch sicher eine Tollwut-Impfung vor Anreise nicht.

6. Wenig Touristen-Abzocke, feilschen unüblich

Da der Tourismus in Myanmar noch ganz am Anfang steht, ist das Konzept der Touristen-Abzocke den meisten Einheimischen völlig fremd. Wer also etwas kaufen will, kann in der Regel auch davon ausgehen, dass ihm ein fairer Preis genannt wird. Wer dann wie besessen den Preis drücken will, macht sich eher bei der lokalen Bevölkerung unbeliebt. Und wer die Sorge hat, vom TukTuk-Fahrer übers Ohr gehauen zu werden, benutzt einfach die Taxi-App Grab.

7. Touristen dürfen keine Roller und Autos fahren

Die typische Backpacker-Art, sich einfach einen Roller auszuleihen, wird in Myanmar unterbunden. Mit nur wenigen Ausnahmen (Bagan, Monywa, Mandalay und Pyin Oo Lwin), ist es Ausländern verboten, mit dem Moped bzw. mit dem Motorroller oder dem Auto alleine auf der Straße zu fahren.

Scooter in Bagan

8. Reisen in Myanmar braucht viel Geduld

Auch die Infrastruktur von Myanmar lässt sich kaum mit den umliegenden Backpacker-Destinationen vergleichen. Mehrstündige Verspätungen von Bussen und Zügen sind normal und selbst wenn sie fahren, werden keine Spitzengeschwindigkeiten zurückgelegt. Durch die schlechten Zustände der Straßen kann eine Strecke von 400 Kilometern auch gerne einmal einen ganzen Tag dauern. Daher die Reiseroute unbedingt großzügig planen.

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Goteik-Viadukt, © Mazur Travel

9. Unbedingt gegen Reiseübelkeit vorsorgen

Dies schließt sich an Punkt 8 an, denn durch die schlechten Straßenverhältnisse werden Busfahrten von nur 5 Stunden zu einem echten Albtraum. Da es sich ohnehin nicht ändern lässt, halten die Busfahrer auch nicht an, wenn Fahrgäste sich übergeben, sondern verteilen einfach Tüten in den Reihen. Das Bewusstsein, dass sehr vielen Menschen um einen herum auch gerade das Mittagessen wieder hochkommt, hilft nicht bei der eigenen Übelkeit. Mein Tipp: Zwei Tabletten sind Minimum.

10. Burmesische Portionen können riesig sein

Wer in ein richtiges burmesisches Restaurant geht (also nicht Street Food) ist oft beim ersten Mal überrascht, dass zusätzlich zu dem bestellten Gericht noch fünf oder mehr weitere Schüsseln aufgetragen werden. Oft ist das ein Teller mit Rohkost und frischem Salat, mehrere Varianten eingelegtes Gemüse, getrockneter Fisch plus ein Teller mit Nüssen und Süßem zum Nachtisch. Aber keine Panik, es wird nicht erwartet, dass alles aufgegessen wird.

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11. Warme Sachen einpacken

Myanmar hat zwar auch einen warmen Süden mit schönen Strände, allerdings kann es im Norden gerade am Morgen wirklich kühl werden. Für gerade diejenigen, die Trekking in Hsipaw oder vom Kalaw zum Inle Lake in Erwägung ziehen und dann in Dörfern auf dem Land übernachten, sollten lieber eine Extraschicht warme Kleidung einpacken. Ach ja, und eiskalte Duschen sollten auch kein Problem sein.

12. Alles läuft über Facebook

Da, wie gesagt, der Tourismus noch nicht so wirklich verbreitet ist in Myanmar, gibt es nur begrenzte (und dann sehr überteuerte) Möglichkeiten, Touren und Reiseführer zu buchen, bevor man wirklich vor Ort ist. Die meisten Agenturen haben nämlich keine eigene Webseite etc., sondern benutzen einfach Facebook Pages. So zum Beispiel Eversmile in Kalaw und Mr. Bike in Hsipaw. Wer also etwas im Voraus reservieren möchte, schreibt einfach über den Messenger. Es reicht aber auch, wenige Tage vorher einfach in das jeweilige Agentur-Büro zu gehen.

13. Küsschen-Geräusche beim Essen?

Sexuelle Belästigung? Eher nicht. Wer beim Essen am Stand mit dem Street Food oder im Restaurant Geräusche hört, die nach dem Schmatzen von Küssen klingen, dann hat das nichts mit Anzüglichkeiten zu tun. Stattdessen geht es eher darum, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter erregen zu wollen. Burmesen benutzen die Küssen-Geräusche, um den Kellner zu rufen.

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Hsipaw in Myanmar, © Scottiebumich

14. Visum für Myanmar „on arrival“

Für die Einreise in Myanmar muss ein Visum vorgelegt werden. Es kann entweder vorab online beantragt werden (Bearbeitungszeit ca. 4 Werktage) oder bei der Ankunft per Flugzeug in Yangon, Mandalay oder Naypyidaw (Visa on arrival) direkt am Schalter. Das E-Visum ist 28 Tage gültig, kann aber gegen eine geringe Strafgebühr von 3 US-Dollar pro Tag überzogen werden. Der Preis für ein Touristenvisum beträgt 50 US-Dollar.

15. Impfungen

Gerade im Hinblick auf die örtlichen Hygiene-Bedingungen werden Impfungen gegen Typhus und Cholera empfohlen. Ebenso ist es sicher sinnvoll, sich gegen Tollwut impfen zu lassen. Weiter ist eine Grippe-Impfung eine Option, für diejenigen, die in Burma wirklich nicht in ärztliche Behandlung geraten wollen. Im Süden des Landes besteht auch ein erhöhtes Malaria-Risiko, so dass Reisende über die Mitnahme von Präventions- oder Notfallmitteln nachdenken sollten.

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