Wollt ihr die schönste Altstadt Deutschlands besuchen? Voilà: Dinkelsbühl ist ein Gesamtkunstwerk des Mittelalters, der Renaissance und der Barockzeit. An jeder Ecke findet ihr interessante Orte und Attraktionen, die ihresgleichen suchen. Ihr wähnt euch in einem längst vergangenen Jahrhundert, wenn ihr die herrlichen Sehenswürdigkeiten Dinkelsbühls erkundet. Und dazu ist dieses wundervolle Ausflugsziel ganz einfach zu erreichen – an der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Unsere Reisetipps geben euch Orientierung für einen unvergesslichen Städtetrip.
Top-Sehenswürdigkeiten in Dinkelsbühl im Überblick
Dinkelsbühl liegt an der berühmten Romantischen Straße. Sein historisches Zentrum wurde vom Magazin Focus als „Schönste Altstadt Deutschlands“ ausgezeichnet. Die fränkische Stadt besitzt eine einzigartige Silhouette mit dem Glockenturm des Münsters St. Georg und der pittoresken Stadtmauer mit ihren 18 erhaltenen Türmen. Ein absolutes Highlight ist es, einen Blick auf den Rothenburger Weiher zu genießen, auf dessen Wasseroberfläche sich die Altstadt spiegelt.
Die Stadt an der Wörnitz ist fast überall wunderschön, aber am Weinmarkt versammeln sich besonders prächtige Bürgerhäuser. Am Altrathausplatz befindet ihr euch im Herzen Dinkelsbühls. Besucht ihr das Kinderzech-Zeughaus, seid ihr einem uralten Volksfest auf der Spur. Dinkelsbühl hat gerade einmal 12.000 Einwohner, die während der Kinderzeche im Juli in historischen Kostümen unterwegs sind.
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#bayern
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1. Altstadt mit Altrathausplatz: Von malerischen Gassen verzaubert

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| Anzahl: | Ca. 780 Häuser |
| Alter: | Bis zu 700 Jahre |
| Must-See: | Löwenbrunnen |
Wegen seiner sensationell schönen Altstadt gilt Dinkelsbühl als „Europäisches Kulturdenkmal“. Stundenlang könnt ihr durch das historische Zentrum streifen, das etwa 780 Häuser umfasst. Diese faszinierenden Bauwerke stammen zum Großteil aus dem Mittelalter, der Renaissance und der Barockzeit.
Einer authentischen Zeitreise steht nichts im Wege. Besonders schön ist der Altrathausplatz. Hier überblickt ihr stolze Fachwerkhäuser, das Münster und den Löwenbrunnen in seiner Mitte. In der ganzen Altstadt könnt ihr nach Herzenslust schauen und romantische Fotomotive entdecken.
2. Münster St. Georg: Wahrzeichen der Stadt


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| Errichtet: | 1448 bis 1499 |
| Must-See: | Sakramentshaus |
| Baumeister: | Niclas Eseler |
Das Münster St. Georg ist eine spätgotische Hallenkirche. Sie wurde im 15. Jahrhundert errichtet und gilt als weithin sichtbares Schmuckstück der Altstadt. Der monumentale Kirchenbau ist dem drachentötenden St. Georg geweiht. Eine mittelalterliche Steinskulptur des Heiligen findet ihr an der Außenfassade, außerdem die älteste Sonnenuhr Europas.
Das Eingangsportal liegt am romanischen Kirchturm, der noch vom Vorgängerbau stammt. Im Kircheninneren entdeckt ihr wahrhaftige Schmuckstücke wie das Sakramentshäuschen. Hoch aufragend schmiegt sich die fein gearbeitete gotische Steinmetzarbeit an eine Säule. Auch die farbenfroh gestalteten Altäre lohnen unbedingt euren Blick.
3. Weinmarkt: Besonderer Platz mit Patrizierhäusern

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| Errichtet: | um 1600 |
| Must-Do: | Deutsches Haus |
| Einkehrtipp: | Gasthaus Zur Glocke |
An der Westseite des Weinmarkts stehen stolze Bürgerhäuser, die bezeugen, wie reich und mächtig die Stadt Dinkelsbühl im Mittelalter gewesen ist. Die Giebelhäuser stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. In der ehemaligen Ratstrinkstube waren einst Kaiser und Könige zu Gast.
Ihr erkennt das Eckhaus an seinem anmutigen Turmhelm. Das Gasthaus „Zur Glocke“ ist ein altehrwürdiges Patrizierhaus voller Flair. Ganz dem Wein gewidmet wurde das Deutsche Haus, ein prachtvolles Fachwerkhaus mit einer Figur des Bacchus. Als „Schranne“ bezeichnet man einen Getreidespeicher. Doch in diesem Bauwerk mit dem Obeliskenschmuck wurde früher auch getanzt.
4. Stadtmauer mit Stadttoren: Unvergessliche Umrundung


| Erhaltene Stadttore: | Vier |
| Erhaltene Türme: | 18 |
| Must-Do: | Stadtmauer umrunden |
Stillstand kann auch etwas für sich haben: Die Stadt Dinkelsbühl hatte im 19. Jahrhundert ihre größte Zeit hinter sich und deshalb mussten die Stadtmauer, die Tore und die Befestigungstürme nicht abgerissen werden.
Rund um die 2,5 km lange Stadtmauer könnt ihr auf einem Grüngürtel (ca. 45 Minuten) laufen und bis in die Stauferzeit zurückgehende Stadttore wie das Wörnitztor oder das Nördlinger Tor bestaunen. 18 Türme aus dem Mittelalter sind erhalten. Sie tragen so sprechende Namen wie Henkerstürmlein, Bäuerlinsturm, Dreikönigsturm oder Dönersturm. Ob es damals allerdings vor Ort schon orientalische Spieße gleichen Namens gab, ist nicht verbürgt.
5. Haus der Geschichte Dinkelsbühl: Das Alte Rathaus
| Lage: | Altrathausplatz 14 |
| Must-See: | Historische Gefängniszellen |
| Rathaus: | Bis 1855 |
Wahrhaftig ein altes Gemäuer, dieses Alte Rathaus! 1361 zum ersten Mal erwähnt, gehörte das Steinhaus ursprünglich reichen Patrizierfamilien. Seit 1550 war der stolze Bau das Rathaus der Stadt. Heute befindet sich hier das Haus der Geschichte Dinkelsbühl.
Es wird von Krieg und Frieden erzählt, und ihr könnt originale Gefängniszellen vergangener Zeiten besichtigen. Dinkelsbühl war eines der Zentren der Hexenverfolgung; viele Menschen starben qualvoll auf dem Scheiterhaufen. Dieses unrühmliche Kapitel der Stadtgeschichte wird im Museum umfassend beleuchtet. Beschaulich geht es im Innenhof mit seinen Holzgalerien zu. Man ist jetzt doch froh, heutzutage zu leben.
6. Museum 3. Dimension: Optische Täuschungen in der Stadtmühle

| Lage: | Nördlinger Tor |
| Eröffnet: | 1987 |
| Stereofotografien: | Weltweit größte Sammlung |
In und um Dinkelsbühl gab es viele Mühlen, wobei die alte Stadtmühle mit ihren beiden markanten Rundtürmen bis heute ihr mittelalterliches Gepräge bewahrt hat. Die ästhetisch herausragende Giebelfront stammt aus der Zeit der Renaissance.
Im Museum 3. Dimension in der Stadtmühle könnt ihr euch auf die Spur der 3D-Technik begeben: Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Idee stereoskopischer Fotografien Wirklichkeit. Sie zeigen Bauwerke und Landschaften aus minimal variierenden Blickwinkeln, die jeweils dem linken und dem rechten Auge nachempfunden wurden. Durch ein spezielles Guckglas betrachtet, entsteht so der dreidimensionale Effekt.
7. Kinderzech-Zeughaus: Historische Kostüme im Fachwerkjuwel

| Lage: | Bauhofstraße 43 |
| Must-See: | Kinderzech-Festwoche im Juli |
| Ursprung der Kinderzech: | um 1500 |
Das alte Kornhaus ist ein stattliches Fachwerkhaus, in dem früher die Steuer in Form von Getreide aufbewahrt wurde. Seit 2006 wird hier ein anderer Schatz gehütet: Alljährlich findet in Dinkelsbühl die Kinderzeche statt, und die gesamte Stadt ist in historischen Kostümen gekleidet. Die Kinderzeche ist eine Art riesiger Mittelaltermarkt vor Originalkulisse mit Umzügen, authentisch wirkenden Marktständen und Handwerkervorführungen.
Wer nicht während der Kinderzeche in Dinkelsbühl sein kann, hat die Möglichkeit, in Führungen die gigantische Requisitenkammer im Kinderzech-Zeughaus zu bestaunen. Dieses Museum lohnt sich auch, weil ihr so eines der wunderschönen Fachwerkhäuser von innen sehen könnt.
8. Heilig-Geist-Spital: Wundervolle Baudenkmale

| Lage: | Martin-Luther-Straße |
| Must-See: | Spitalkirche |
| Errichtet: | ab 1280 |
Das Heilig-Geist-Spital wurde im 13. Jahrhundert, damals noch außerhalb der Stadtmauer, gestiftet. Es lohnt sich, die grandiosen Bauwerke vergangener Jahrhunderte zu bestaunen: Die Spitalkirche ist im Kern mittelalterlich, wurde jedoch im 18. Jahrhundert barockisiert und besitzt einen schlanken, anmutigen Fassadenturm.
Das Pfründehaus diente als eigentliches Spital und umfasst eine ehemalige Küche mit eindrucksvollen Gewölben. 1802 wurde die geistliche Funktion aufgehoben, und die Gebäude der Spitalanlage dienen heute ganz anderen Zwecken: Im ehemaligen Waisenhaus ist heute das Historische Museum untergebracht, und in der Spitalscheune befindet sich die Bühne des Landestheaters.
9. Rothenburger Tor und Weiher: Grüne Oase in Dinkelsbühl

| Lage: | Vor der Altstadt |
| Must-Do: | Am Weiher liegen |
| Beste Reisezeit: | Ganzjährig |
Wenn ihr einen von Neubauten ungestörten Blick auf die Altstadt genießen wollt, dann verlasst diese durch das Rothenburger Tor. Ihr gelangt zum Rothenburger Weiher, einem kleinen Gewässer, umgeben von Schilf, altem Baumbestand und Wiesen.
An einem Sommertag könnt ihr es euch auf den Liegen bequem machen und für einen Moment das 21. Jahrhundert vergessen. All diejenigen, die ihre Zeche nicht bezahlen konnten, wurden im Faulturm eingesperrt. Dieser befindet sich zusammen mit dem hübschen Parkwächterhäuschen direkt am Weiher. Weiher und Stadtpark sind herrliche Orte, um durchzuatmen – genau wie das ganze Städtchen Dinkelsbühl.
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Schon gewusst? Warum ist Dinkelsbühl so einzigartig gut erhalten? Erstens: weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen verschont geblieben ist. Zweitens: Die Reichsstadt Dinkelsbühl wuchs im 19. Jahrhundert nicht mehr, und so gab es auch keine massive, in die Bausubstanz eingreifende Modernisierung. Drittens: Der Wert dieser alten Stadt wurde früh erkannt – es gibt seit 1826 eine Denkmalsverordnung für Dinkelsbühl.
Ganz 21. Jahrhundert und absolut instagramable ist dagegen das luxuriöse Spa im Dachgeschoss des Hotels „Goldene Rose“ – mitten in der Altstadt und mit Blick auf das Münster. Wenn ihr Altstädte über alles liebt, dann macht nicht nur in Dinkelsbühl Halt, sondern bereist die gesamte Romantische Straße. In der Nähe liegen so malerische Städte wie Rothenburg ob der Tauber oder Nördlingen.
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