Weiße Kreidefelsen, lange Sandstrände, romantische Seebrücken: Rügen ist ein beliebtes Ausflugsziel im Norden Deutschlands. Schon Maler wie Caspar David Friedrich wussten um die Schönheit der Insel. Das, was alle in ihren Bann zieht, ist die spektakuläre Kreideküste. Aber auch darüber hinaus hat die Ostseeinsel in Mecklenburg-Vorpommern so einige Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Die besten Sehenswürdigkeiten auf Rügen im Überblick

Rügen ist Deutschlands größte Insel. In der Ostsee gelegen, ist sie schon seit langer Zeit ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen und von Besuchern aus aller Welt. Das liegt an der Vielseitigkeit der Insel. Mit einer Fläche von 926,4 km² ist sie ein bisschen größer als die Hauptstadt Berlin. Auf dieser Fläche ziehen der Nationalpark Jasmund mit seinen uralten Bäumen, der beeindruckende Königsstuhl inmitten der schneeweißen Kreidefelsen und der nördlichste Punkt der Insel, Kap Arkona, Besucher in ihren Bann. Außerdem warten mit Binz, Sassnitz und Selin drei echte Ostseebad-Perlen auf euch.
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#rügen #ostsee

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1. Hochuferweg: Durch den Nationalpark Jasmund zum Königsstuhl

Kreideküste auf Rügen © Peter Lehmann
Must-Do:Wanderung
Strecke:9,7 km
Beste Reisezeit:3:30 Stunden

Die berühmten Kreidefelsen wurden schon von zahlreichen Künstlern in Wort und Bild festgehalten. Zu den berühmtesten Darstellungen gehört das Gemälde von Caspar David Friedrich. Der Maler hat sich wohl von den Wissower Klinken inspirieren lassen, die 2005 ins Meer abgerutscht sind.

Es gibt aber noch zahlreiche weitere schöne Ausblicke am Hochuferweg. Von Sassnitz könnt ihr durch den Nationalpark Jasmund bis zum höchsten Punkt am Königsstuhl wandern. Dabei geht es durch uralte Wälder hindurch, direkt an den steil abfallenden Klippen entlang.

Eine der schönsten Aussichten wartet an der Viktoria-Aussicht. Hier habt ihr den 118 m hohen Königsstuhl schon schön im Blick. Ab da ist es nicht mehr weit bis zur Aussichtsplattform, die seit 2022 über dem höchsten Punkt der Kreideklippen schwebt.

2. Kap Arkona: Nördlichster Punkt der Insel

Kap Arkona auf Rügen ©fotowunsch
Lage:Wittow
Steilküsten:bis zu 43 m
Must-See:Fischerdorf Vitt

Kap Arkona wird oft als nördlichster Punkt der Insel bezeichnet. Auf der Halbinsel Wittow ragen bis zu 43 m hohe Steilküsten auf. Oberhalb der Steilküsten stehen zwei Leuchttürme und ein Peilturm. Zwei der drei Türme sind begehbar und das lohnt sich. Denn von oben hat man eine tolle Aussicht weit über die Insel und das angrenzende Meer hinweg.

Die meisten Besucher spazieren nur die paar Minuten vom Parkplatz zum Kap. Wir empfehlen aber, den Besuch von Kap Arkona mit einem längeren Spaziergang zu verknüpfen. Nach etwa 20 Minuten Gehzeit kommt ihr zum Fischerdorf Vitt. Hier scheint die Zeit ein wenig stehengeblieben. Die malerische Siedlung besteht aus alten Fischerhäusern mit Reetdächern. Wer hungrig ist, kann im Hafen frisch gefangenen und geräucherten Fisch probieren.

3. Ostseebad Binz: Edle Bäderarchitektur direkt am Strand

Ostseebad Binz Strandpromenade auf der Insel Rügen ©Mirko Boy
Must-See:Kurhaus Binz
Eröffnung:1890
Must-Do:Baden

Das Ostseebad Binz ist das größte Strandbad der Insel. Die edel wirkende Bäderarchitektur mit ihren weißen Fassaden lädt zum Flanieren ein. Hinter der letzten Häuserreihe erstreckt sich ein langer Strand. Rund 5 km misst der Sandstrand direkt vor der Tür, der bei hohen Temperaturen zum Baden einlädt und meist auch gut gefüllt ist.

Unterbrochen wird der Strand durch eine Seebrücke, die weit ins Wasser ragt. Direkt daneben liegt das markante Kurhaus Binz. Das Hotel gilt als eines der Wahrzeichen der Insel Rügen. Bereits 1890 wurde das herrschaftliche Anwesen auf Rügen eröffnet. Zu den ersten Gästen zählte Kaiserin Viktoria.

4. Rasender Roland: Mit der Dampflok über die Insel

Rasender Roland auf Rügen ©Mirko Boy

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Must-Do:Fahrt mit der Dampfeisenbahn
Tickets:Aktuelle Tarife
Erste Fahrt:1895

Die nostalgische Dampflok verbindet seit 1895 die Orte Putbus und Gören. Meist wird der Rasende Roland, wie die Schmalspurbahn liebevoll bezeichnet wird, aber nicht nur als Mittel zum Zweck und als öffentliches Verkehrsmittel genutzt. Es ist vielmehr eine fahrende Sehenswürdigkeit.

Unter lautem Klingeln fährt die schwarze Lok in den Bahnhof ein. Ein Schaffner brüllt den Namen des Ortes über den Bahnsteig. Manche steigen aus, andere ein. Dann setzt sich das dampfende Ungetüm wieder in Bewegung. Die Mitfahrenden können entweder in den historischen Abteilen, oder aber auf den Plattformen zwischen den Waggons Platz nehmen. Aber Achtung: Der Ruß, der durch die Luft gepustet wird, kann Löcher in der Kleidung hinterlassen.

5. Sassnitzer Mole: Europas längste Außenmole

Am Ende der Mole steht der Leuchtturm von Sassnitz ©Benno Hoff
Länge:ca. 1.500 Meter
Erbaut:1889 bis 1912
Must-See:Leuchtturm

Die Mole vor dem Hafen von Sassnitz ist knapp 1,5 Kilometer lang und damit die längste Außenmole Europas. Sie wurde einst zwischen 1889 und 1912 erbaut, um den Fischereihafen zu schützen. Die Mole ist so befestigt, dass Besucher auf ihr wie auf einer Seebrücke über das Meer schreiten können. Am Ende der Brücke wartet ein grün-weißer Leuchtturm.

Im Sassnitzer Hafen selbst liegen Fischkutter und Segelschiffe. Es gibt ein altes begehbares U-Boot, das zum Museum umfunktioniert wurde. Und von hier starten Ausflugsschiffsfahrten, die zu den malerischen Kreidefelsen steuern. Denn die Felsen über den Hochuferweg zu erleben, ist lohnenswert, aber der Blick vom Wasser aus eröffnet nochmals eine neue Perspektive auf die markante Steilküste.

6. Seebrücke Sellin: Filmkulisse mit Tauchgondel

Seebrücke Sellin mit der Tauchgondel am Ende ©refresh(PIX)
Länge:400 m
Must-Do:Tauchgondel
Eintritt:Aktuelle Preise

Die Seebrücke Sellin wirkt auf den ersten Blick wie eine Filmkulisse. Breite, ausladende Treppen führen das Ufer hinab und geradewegs auf den langen Steg zu. Mit einer Länge von fast 400 Metern ist es die längste Seebrücke Rügens.

Und in der Mitte thront ein herrschaftlich anmutendes Haus. Ganz in weiß gehalten, erinnert das Gebäude an ein Schloss. Die Räumlichkeiten können für Veranstaltungen gemietet werden. Ansonsten gibt es ein gemütliches Café. Die Waffeln hier sind sehr lecker. Im hinteren Teil der Brücke befindet sich eine Tauchgondel. Mehrmals täglich können hier 30 Besucher zeitgleich abtauchen. Es fühlt sich ein bisschen so an, als sitze man in einem U-Boot.

7. Prora: Das längste Gebäude der Welt

Der Koloss von Rügen: Prora ©Marcus Beckert
Länge:4,5 km
Erbaut:1936 bis 1939
Must-See:Dokumentationszentrum

Mit einer Länge von über 4,5 km gilt Prora als längstes Gebäude der Welt. Zwischen 1936 und 1939 sollte hier eine der größten Freizeiteinrichtungen aus der Zeit der Nationalsozialisten entstehen. Insgesamt 20.000 Menschen hätten in dem geplanten „Kraft durch Freude“-Bad Urlaub machen können. Doch das Gebäude wurde nie ganz fertiggestellt.

Später wurde Prora als NVA-Standort der DDR genutzt. Heutzutage befindet sich im Inneren ein Dokumentationszentrum. Außerdem wurden viele Abschnitte mittlerweile saniert und es sind zahlreiche moderne und luxuriöse (Ferien-) Wohnungen entstanden. Die Lage könnte kaum besser sein. Denn beinahe jede Wohnung hat direkten Meerblick und es sind nur wenige Meter zum Strand.

8. Piratenschlucht: Störtebekers Rückzugsort auf Rügen

Die Piratenschlucht auf Rügen ©️Dennis Mohr
Lage:Sassnitz
Must-Do:Hühnergötter suchen
Abstieg:über Holztreppe möglich

Unweit von Sassnitz liegt die sogenannte Piratenschlucht. Den Namen hat die Bucht wohl bekommen, weil der berühmt-berüchtigte Pirat Klaus Störtebeker hier Zuflucht gesucht haben soll. Angeblich hat der Seeräuber an dem idyllischen Strandabschnitt sogar seine Schätze vergraben. Bis heute wurde hier kein Piratengold gefunden. Wenn ihr die Piratenschlucht besucht, werdet ihr bestimmt den einen oder anderen Suchenden erblicken.

Doch die Besucher sind nicht etwa an Störtebekers Schatz interessiert, sondern halten nach sogenannten Hühnergöttern Ausschau. Darunter versteht man Feuersteine, die ein natürliches Loch haben. So werden sie manchmal auf Ketten aufgefädelt, oder einfach so als Glücksbringer mitgenommen.

9. Baumwipfelpfad: Auf Augenhöhe mit alten Buchen

Aussichtsturm Adlerhorst: Schon von unten ist die Holzkonstruktion beeindruckend.
©️allessuper_1979
Lage:Prora
Länge:1.250 m
Höhe Plattform:40 m

Der Baumwipfelpfad befindet sich in der Nähe von Prora. Der Weg führt mäßig ansteigend auf einer Höhe zwischen 4 und 17 m durch einen alten Buchenmischwald. Teilweise befindet man sich ganz nah an den Baumkronen. Insgesamt misst der Steg eine Länge von 1.250 m und er ist so konzipiert, dass auch Rollstühle und Kinderwägen zwischen den Buchen hindurchgeschoben werden können.

Ziel ist der Aussichtsturm Adlerhorst. Hier geht es in vielen Serpentinen nochmals 40 Meter in die Höhe. Jede einzelne Kurve lohnt sich, denn von oben erwartet euch eine sensationelle Aussicht.

10. Schloss Dwasieden: Lost Place in der Nähe von Sassnitz

Schlossruine Dwasieden bei Sassnitz ©️Michael

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Lage:Dwasiedener Wald
Erbaut:1877
Gesprengt:1948

Mitten im Dwasiedener Wald liegt das gleichnamige Schloss Dwasieden. Oder besser gesagt das, was davon noch erhalten ist. Denn von dem einst so prächtigen Neorenaissance-Bau aus dem 19. Jahrhundert steht nur noch eine Ruine. Auch der Schlossgarten rund um den Prunkbau galt zu seiner Zeit als einer der schönsten Parkanlagen Norddeutschlands.

Im Jahr 1935 wurden Schloss und Gelände militärisch genutzt. Später wurde das Schloss gesprengt. Die alten Kasernengebäude in naher Umgebung erinnern aber noch an diese Zeit. Heutzutage zieht der verlassene Ort mit dem ehemaligen Marstall und den Baracken, die allesamt über die Schlossallee erreichbar ist, vor allem Fans von „Lost Places“ an.

11. Palmer Ort: Südlichster Punkt der Insel und Geheimtipp

Geheimtipp auf Rügen: Sandstrand am Palmer Ort ©️Karin Jähne
Lage:Halbinsel Zudar
Must-See:Sandstrand
Beste Reisezeit:ganzjährig

Manche sagen, Palmer Ort sei noch ein Geheimtipp. Im Vergleich zu Kap Arkona im Norden der Insel ist er das vielleicht auch. Zumindest ist Palmer Ort deutlich abgelegener. Das Gebiet befindet sich am südlichsten Zipfel der Halbinsel Zudar. Hier gibt es einen idyllisch gelegenen Sandstrand, an dem sich häufig Angler treffen, um Hechte zu fangen.

Ein Besuch des Ortes lohnt sich auch im Winter. Je nach Wetterlage kommt es hier zu sogenannten Eisaufstauungen. Bei diesem Naturphänomen liegen vor der Küste meterhohe, übereinander geschobene Eisschollen, die zum Teil vom Wind noch künstlerisch geschliffen wurden.

12. Kieler Bach: Größter Wasserfall in Mecklenburg-Vorpommern

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Lage:Nationalpark Jasmund
Fallhöhe:5 m
Fototipp:Langzeitbelichtung

Klein aber oho! Die Einheimischen schmunzeln, wenn sie vom größten Wasserfall Mecklenburg-Vorpommerns sprechen. Der befindet sich nämlich auf Rügen. Und stürzt über die Kreidefelsen hinab. Das klingt super spektakulär, in Wirklichkeit fällt das Rinnsal rund 5 Meter in die Tiefe.

Am Rand des Wasserfalls führen Stufen hinab. Ihr könnt den Kieler Bach über den Hochuferweg erreichen. Dann geht es zuerst über hölzerne Stege und später über eine steile Treppe hinab an den Strand. Obwohl der Wasserfall im Vergleich zu anderen nicht besonders groß ist, ist er an dieser Stelle ein beliebtes Fotomotiv. Ein Abstecher lohnt sich also auf alle Fälle.

13. Südost-Rügen: Wandern in den Zickerschen Berge

Wanderweg in den Zickerschen Bergen im Biosphärenreservat Südost-Rügen
Wanderweg in den Zickerschen Bergen im Biosphärenreservat Südost-Rügen ©️Johannes Kranich
Lage:„Rügener Alpen“
Höchster Punkt:Zickerberg
Höhe:66 m

Das Biosphärenreservat Südost-Rügen erstreckt sich über mehre Teile der Insel, unter anderem über die Halbinsel Mönchgut. Hier liegen die Zickerschen Berge. Mit einer Höhe von 66 m ist der Zickerberg der höchste Punkt der Hügellandschaft.

Durch die sogenannten „Rügener Alpen“ führt ein 9 km langer Rundweg. Rund 111 hm gilt es zu überwinden und auf der Strecke liegen idyllische Küstenabschnitte und schöne Aussichtspunkte. Bei guter Sicht könnt ihr bis zur Insel Usedom blicken. Besonders sehenswert ist darüber hinaus die Steilküste an der Zickerschen Höft.

14. Jagdschloss Granitz: Prunkvolles Schloss mit guter Küche

Jagschloss Granitz ©Axel
Lage:Waldgebiet Granitz
Must-See:Marmorsaal
Fertigstellung:1846

Im Waldgebiet Granitz, umgeben von Buchen, liegt das idyllische Jagdschloss. Es liegt etwas erhöht auf dem 107 m hohen Tempelberg. Mit seinen vier Ecktürmen und dem riesigen Mittelturm überragt es die Waldfläche und ist von Weitem sichtbar.

Über 154 Stufen könnt ihr den höchsten Turm erklimmen und die Aussicht auf euch wirken lassen. Außerdem lohnt sich ein Besuch des Marmorsaals im Inneren des Schlosses. Und falls euch der Hunger packen sollte, führt euch eine Treppe hinab in den Schlosskeller. Im schlosseigenen Wirtshaus gibt’s Jäger-Schmankerl wie Hirschburger und Wildbraten, aber auch verschiedene Fischgerichte und vegetarische Speisen.

15. Schaabe: Langer Traumstrand bei Glowe

Der Sandstrand Schaabe auf Rügen ©ErnstUlrich

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Lage:zwischen Jasmund und Wittow
Länge:12 km
Besonderheit:Auch FKK Abschnitte

Die Schaabe zählt zu den längsten Stränden Rügens. Der rund 12 km lange Sandstreifen verbindet die Rügener Halbinseln Jasmund und Wittow. Es führen eine Straße und ein Fahrradweg hindurch, ansonsten ist der Sandstrand unbebaut.

Schier endlos erstreckt sich der weiße, feine Sandstrand, der zu einem der schönsten der Insel gehört. Anders als beispielsweise in Binz oder Sellin gibt es hier aber keine Strandkörbe und der Strand ist unbewacht. Das sorgt dafür, dass hier eher Ruhe suchende Strandspaziergänger und naturverbundene Badegäste vor Ort sind. Auch in der FKK-Gemeinde ist die Schaabe bekannt.

Weitere Reiseziele an der Ostsee

Schon gewusst? Wie wichtig ist euch ein Auto vor Ort? Wenn ihr nach Rügen fahrt, solltet ihr euch die Frage vorab stellen. Denn die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfacher als in manch andere Region. Tatsächlich gibt es auf Rügen zwei ICE-Bahnhöfe: Einer liegt in Bergen und einer in Binz. Ab Berlin könnt ihr somit mit dem ICE beispielsweise durchfahren. Je nachdem von wo ihr anreist, erspart euch das vielleicht etliche Autobahn-Kilometer und Fahrstress. Vor Ort geht es dann mit dem Rasenden Roland und einem gut ausgebauten Busnetz zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten.

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