Wiesbaden gehört zu den ältesten Kurbädern Europas, schon die alten Römer liebten die heißen Thermalquellen. Die Sehenswürdigkeiten befinden sich nicht nur im Stadtzentrum mit seinen mondänen Attraktionen, sondern auch am Ufer des Rheins und im Taunus. Die Hauptstadt Hessens bietet außergewöhnliche Highlights, nicht nur Freunde erlesener Badekultur kommen voll auf ihre Kosten. Macht euch auf zu den interessanten Orten in Wiesbaden: Unsere Reisetipps zeigen euch, was ihr auf eurem Städtetrip gesehen haben müsst.
Top-Sehenswürdigkeiten in Wiesbaden im Überblick
Wiesbaden wird gerne als Weltkurstadt bezeichnet: Im Kurhaus mit dem Bowling Green, im Kurpark und in der Wilhelmstraße erlebt ihr, was eine exklusive, internationale Kurstadt zu bieten hat. In der Kaiser-Friedrich-Therme sowie an der Thermalquelle Kochbrunnen könnt ihr die belebende Wirkung des Heilwassers am eigenen Leib erfahren.
Auf dem Neroberg wartet auf euch Romantik pur, ihr könnt mit der historischen Nerobergbahn hinauf fahren. Das alte Wiesbaden entdeckt ihr am Schlossplatz und in den engen Gassen des “Schiffchens”. Und den ganz großen Überblick habt ihr vom Jagdschloss Platte im Taunus: Weit unten liegt Wiesbaden mit seinen knapp 300.000 Einwohnern, von Landschaft, Natur und Kultur verwöhnt.
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1. Neroberg: Wiesbadener Hausberg mit Tempelchen

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| Höhe: | 245 m |
| Must-See: | Monopteros (Tempel) |
| Must-Do: | Nerobergbahn fahren |
Gerade mal 245 m hoch ist der schönste Aussichtspunkt und zugleich Hausberg Wiesbadens: In diesen luftigen Höhen habt ihr einen herrlichen Ausblick auf zwei Landeshauptstädte, die nur durch den Rhein voneinander getrennt sind: Wiesbaden und Mainz.
Schon in Zeiten der Romantik sind Menschen hier hinauf gepilgert, um dieses Panorama zu genießen. 1851 wurde der Monopteros errichtet, ein kleiner runder Tempel mit anmutigen Säulen im Stile der griechischen Antike. Hinaufsteigen könnt ihr zu Fuß oder auch die über 130 Jahre alte Nerobergbahn benutzen. Oben gibt es einen Walderlebnispfad und viel zauberhafte Natur.
2. Kurhaus und Bowling Green: Herz der Weltkurstadt

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| Errichtet: | 1907 |
| Must-See: | Festsaal |
| Besonderheit: | Muschelsaal |
Die Inschrift “Aquis Mattiacis” prangt bis heute auf dem prunkvollen Wiesbadener Kurhaus. Denn was den antiken Mattiakern und Römern gefiel, davon sind heutige Wiesbadener Gäste genauso angetan. Das repräsentative Kurhaus wurde im Jahre 1907 in der Hochphase der Weltkurstadt errichtet.
Schlossartig überragt es mit seiner prächtigen Fassade und der majestätischen Kuppel das Bowling Green. Der Name dieser exquisiten Grünanlage mit ihren zwei Wasserbassins und Kaskadenbrunnen geht auf die englischen Kurgäste zurück, die hier gerne dem Bowls-Spiel frönten. Höhepunkte im Kurhaus sind das Foyer mit seinen Mosaiken, der Friedrich-Thiersch-Saal, der Muschelsaal und die Kurhauskolonnaden.
3. Nerobergbahn: Historische Drahtseilbahn


| Lage: | Ab dem Nerotal |
| Geschwindigkeit: | Ca. 7 km pro Stunde |
| Passagiere: | Maximal 40 pro Fahrt |
Wollt ihr den Weg hinauf zum Neroberg zu einem besonderen Erlebnis machen, dann nutzt am besten die Nerobergbahn. Im Jahre 1888 entstand die 440 m lange, historische Drahtseilbahn, die genauer gesagt eine Wasserlast- und Zahnstangen-Standseilbahn ist. Steigt ihr in die alten, aber top gepflegten Waggons ein, befindet ihr euch in einem technischen Kulturdenkmal.
Die Talstation wirkt ebenso pittoresk wie das Viadukt auf dem Weg nach oben. Ihr überwindet einen Höhenunterschied von 83 m und erlebt eine Steigung von bis zu 26%. Auf halber Strecke treffen sich die abwärts und aufwärts fahrende Bahn.
4. Schlossplatz mit Marktkirche: Stadtschloss und “Schiffchen”


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| Stadtschloss: | Errichtet 1837 bis 1841 |
| Must-Do: | Markt besuchen |
| Schlossarchitekt: | Georg Moller |
Einer der ältesten historischen Plätze in Wiesbaden ist der Schlossplatz. Im Stadtschloss residierten einst die Herzöge von Nassau. Der jüngste Bau wurde im 19. Jahrhundert als klassizistische Zweiflügelanlage errichtet, nach dem Zweiten Weltkrieg zog der Hessische Landtag ein.
Am Schlossplatz stehen noch weitere historische Bauwerke wie das Alte Rathaus, der Marktbrunnen oder die Marktkirche. Diese neugotische Backsteinkirche besitzt elegante schmale Türme von bis zu 98 m Höhe. Enge Gassen, Fachwerkhäuser, stimmungsvolle Restaurants und Boutiquen warten im “Schiffchen” zwischen Graben- und Wagemannstraße auf euch, deren Verlauf an einen Schiffsbug erinnert.
5. Biebricher Schloss und Schlosspark: Barockschloss am Rheinufer

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| Lage: | Wiesbaden-Biebrich |
| Must-See: | Ruine Mosburg |
| Architekt: | U.a. Friedrich Joachim Stengel |
Im Wiesbadener Stadtteil Biebrich steht eines der schönsten Barockschlösser Hessens direkt am Rhein: Schloss Biebrich hat seinen Ursprung im schlichten Gartenhäuschen eines Fürsten von Nassau-Idstein. Ein anmutiger Rundbau, eine Rotunde verbindet die Flügel. Anfangs ein Lustschloss, ließ sein Nachfolger, Fürst Karl von Nassau-Usingen, Schloss Biebrich zur Residenz ausbauen.
Der Schlosspark, ein englischer Garten mit altem Baumbestand und barocken Ursprüngen, verbindet das Schloss mit der verwunschenen Mosburg. Zwar entstammt diese Ruine der Romantik Anfang des 19. Jahrhunderts, wurde aber auf den Grundmauern einer echten mittelalterlichen Pfalz, der Biburc errichtet.
6. Russisch-Orthodoxe Kirche: Denkmal einer großen Liebe

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| Errichtet: | 1847 bis 1855 |
| Must-See: | Inneres mit vergoldeter Kuppel |
| Grundriss: | Kreuzkuppelkirche |
Aus dem Wald am Neroberg ragen fünf vergoldete Kuppeln heraus. Herzog Adolph von Nassau hatte Elisabeth Michailowna geheiratet, eine Nichte russischer Zaren. Ihre Schönheit war legendär, die beiden lebten glücklich und waren beim Volk beliebt. Jedoch wurde die Fürstin keine 19 Jahre alt, sie verstarb zusammen mit ihrer neugeborenen Tochter.
Der Herzog war untröstlich und errichtete ihr ein Denkmal der Liebe: Auf ihrem marmornen Grabmal in der Russisch-orthodoxen Kirche scheint sie bis in alle Ewigkeit zu schlafen. Die Grabeskirche der Heiligen Elisabeth auf dem Neroberg konnte er von seiner Residenz aus sehen.
7. Kurpark Wiesbaden: Flaniermeile im Grünen


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| Lage: | Rambachtal ab dem Kureck |
| Größe: | 75.000 m² |
| Angelegt: | Ab 1852 |
Im 19. Jahrhundert erlebte Wiesbaden den fulminanten Aufstieg zur Weltkurstadt. Hier ging es auch um das Sehen und Gesehen werden in einer wunderschönen Umgebung. Dafür ist der Kurpark ideal, der sich vom Kurhaus über 5 km bis in den nördlichen Stadtteil Sonnenberg erstreckt.
Dieser herrliche Landschaftspark lebt von seinem alten Baumbestand, der leider durch den Klimawandel sehr leidet. Doch der große Weiher mit seiner 6 m hohen Fontäne bildet wie eh und je das Zentrum dieses riesigen Englischen Gartens. Besonders im Frühling, wenn viele Bäume und Sträucher in voller Blüte stehen, lohnt sich der Besuch.
8. Thermalquelle Kochbrunnen: Heißeste Quelle Wiesbadens

| Alter Name: | Brühborn (Bryeborn) |
| Tiefe: | Ca. 2000 m |
| Pavillon: | Errichtet 1887/88 |
Kochbrunnen klingt schon heiß, oder? Genauer gesagt, über 66 Grad heiß ist die berühmte Thermalquelle, die ein zentraler Ort der Wiesbadener Trinkkur des 19. Jahrhunderts war. Und damit diese Quelle keiner verfehlt, hat man einen ansprechenden Pavillon um sie herum gebaut.
Die Natrium-Chlorid-Thermalquelle mit ihren wertvollen Mineralien und dem wohltuenden Dampf hielten die Reichen und Schönen der damaligen Zeit für einen echten Jungbrunnen. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es noch den dampfenden Kochbrunnenspringer mit modernem Antlitz. Leider wurde die pompöse Trinkkuranlage nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.
9. Museum Wiesbaden: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur

| Lage: | Friedrich-Ebert-Allee 2 |
| Gründung: | 1814/15 |
| Neubau: | 1915/20 |
Johann Wolfgang von Goethe höchstselbst hat die Einrichtung eines Museums in Wiesbaden angeregt. Naturkunde und Kunst unter einem Dach, das bietet das Museum Wiesbaden. Dazu gehören wertvolle Exponate aus der Zeit des Jugendstils und des Symbolismus sowie der Klassischen Moderne, insbesondere des Expressionismus.
Ihr erlebt Werke vom Mittelalter über die Renaissance, die Barockzeit, die Kunst des 19. Jahrhunderts bis hin zur zeitgenössischen Kunst. In der Naturhistorischen Sammlung könnt ihr unter dem Motto “Ästhetik der Natur” faszinierende Entdeckungen machen. Ständig wechselnde Sonderausstellungen komplettieren das reizvolle Angebot für einen Tag im Museum Wiesbaden.
10. Wilhelmstraße: Prachtboulevard und Place-to-Be

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| Angelegt: | Ab 1810 |
| Länge: | 900 m |
| Luxushotel: | Nassauer Hof |
Auf geht’s in die Rue: So nennen die Wiesbadener ihre Wilhelmstraße. Diese prächtige Allee ist untrennbar mit dem Kurbad Wiesbaden verbunden. Zwischen
Kureck und Rheinstraße vereinen sich exquisites Shopping, die Eleganz des Fin de Siècle und der Glanz einer längst vergangenen Epoche.
Kurhaus, Hessisches Staatstheater und viele prunkvolle wilhelminische Bauten wie der legendäre Nassauer Hof säumen die Rue. Luxuriöse Boutiquen, Cafés und Restaurants sind hier ebenso zuhause wie die schöne Parkanlage Warmer Damm. Einen zeitgenössischen Akzent setzt das Museum Reinhard Ernst, das sich der abstrakten Kunst widmet.
11. Kaiser-Friedrich-Therme: Historisches Schwitzbad
| Quelle: | Adlerquelle |
| Architekt: | August O. Pauly |
| Besonderheit: | Irisch-römisches Bad |
Textilfrei und ganz in der Tradition des römischen Schwitzbades, das ist die Kaiser-Friedrich-Therme. Dieses Jugendstilbad mit seinen Säulen, ornamentalen Fliesen und Wandmalereien bietet ein exklusives Ambiente für Sauna, Spa und Wellness.
Russisches Dampfbad, finnische Sauna, Steindampfbad und dazu die Heilquellen der Weltkurstadt: Vergesst nie, ihr badet in besonderem Wasser aus den Tiefen des Erdinneren. Die Kaiser-Friedrich-Therme wurde 1910 bis 1913 im Stile der Reformarchitektur errichtet. Vom 1. Juni bis 31. August ist Sommerpause.
12. Jagdschloss Platte: Grandiose Aussicht im Taunus

| Lage: | Nördliche Stadtgrenze |
| Must-Do: | Hinauf wandern |
| Errichtet: | Ab 1823 |
An der nördlichen Stadtgrenze von Wiesbaden, auf dem Hauptkamm des Taunus, steht das Jagdschloss auf der 498 m hohen Platte. Der nassauische Herzog Friedrich I. ließ es 1823 im Stile des Klassizismus errichten. Die perfekte Aussicht dort oben wurde dem Jagdschloss im Zweiten Weltkrieg zum Verhängnis: Es wurde bombardiert und brannte bis auf die Außenmauern nieder.
Erst 1987 begann der Wiederaufbau und heute schmückt ein anmutiges modernes Glasdach das Schloss. Genießt den Ausblick von der Brücke über dem Obergeschoss auf die Berge des Taunus und die Stadt Wiesbaden! Schöne Wanderwege führen vom Neroberg bis zum Schloss.
13. Schloss Freudenberg: Interaktive Erfahrungswelt
| Errichtet: | 1904 |
| Betreiber: | Gesellschaft Natur + Kunst |
| Besonderheit: | Interaktive Erfahrungs-Stationen |
Schon von außen strahlt diese Villa mit ihrer klassizistischen Fassade Freude aus: Schloss Freudenberg wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Vorbild von Renaissancebauten errichtet. Seit den 1980er Jahren stand das Schloss leer.
Unter dem Motto “Sanierung = Heilung durch Kunst und Kultur” wurde es nicht nur vor dem Verfall gerettet, diesem besonderen Zweck dient es bis heute. Alle Sinne sollen sich hier entfalten, es gibt über 100 interaktive Stationen. Ein Barfußpfad, Klangexperimente, Dunkelräume und ein weitläufiger Garten sollen ganzheitliche, intensive Erfahrungen erzeugen. Das “Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens” erschafft Erlebnisräume für die ganze Familie.
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Schon gewusst? Unter dem Namen “Aquae Mattiacorum” haben die alten Römer diesen Ort exquisiter Badekultur gegründet. Als Wisibada (“heilendes Bad”) fand die Stadt schon im 9. Jahrhundert Erwähnung. Und wegen des milden Klimas nennt man Wiesbaden auch gerne “Nizza des Nordens“. Gleich mehrere gute Gründe, um die Weltkurstadt mit allen Sinnen zu erleben.
Das ganze Jahr über ist die beste Reisezeit, denn gerade im Winter können die 15 Thermal- und Mineralquellen wohltun. Und jederzeit punktet die Kurstadt mit ihren faszinierenden Prachtbauten, einer hochkarätigen Kultur und einer bezaubernden Natur. Gleich auf der anderen Rheinseite liegt das geschichtsträchtige Mainz und die Metropole Frankfurt ist nur eine S-Bahn-Tour entfernt.
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