Karlsbad oder Karlovy Vary zählt zu den traditionsreichsten Kurorten weltweit. Im Westen Tschechiens gelegen, ist die Stadt berühmt für ihre heilenden Thermalquellen und die prachtvolle Architektur aus kaiserlicher Zeit. Entlang des Flusses Teplá laden elegante Promenaden zum Flanieren ein, während sich die historischen Kurgebäude harmonisch in die malerische Landschaft einfügen. In diesem Beitrag zeigen wir dir die schönsten Sehenswürdigkeiten des berühmten Heilbads.
Top-Sehenswürdigkeiten in Karlsbad im Überblick
Karlsbad liegt im Westen Tschechiens, eingebettet in das Tal des Flusses Teplá und umgeben von bewaldeten Hügeln des Slavkovský les, auf Deutsch Kaiserwald. Mit rund 50.000 Einwohnern gehört die Stadt zum berühmten böhmischen Bäderdreieck und ist bekannt für ihre 13 heißen Heilquellen.
Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen die prächtigen Kolonnaden wie die Mühlbrunnenkolonnade und die Marktkolonnade, die elegante Kurarchitektur sowie die imposante Sprudelquelle im Zentrum. Beliebte Ausflugsziele sind der Diana-Aussichtsturm mit Panoramablick, das legendäre Grandhotel Pupp mit seinem Kasino und die historische Glasmanufaktur Moser.
—
#karlsbad #tschechien
Fototipp: Folgt HOME of TRAVEL auf Instagram, um neue Aktivitäten und interessante Orte für eure nächste Reise zu finden. Außerdem stellen wir regelmäßig interessante Reiseblogger vor, die von ihren Abenteuern berichten. Hier abonnieren >
1. Marktkolonnade: Schweizer Stil trifft auf heilende Quellen

Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten in Prag
| Lage: | unterhalb des Schlossturms |
| Baustil: | Schweizer Holzstil |
| Besonderheit: | Holzschnitzereien |
Mit ihrer filigranen Holzstruktur im Schweizer Stil gehört die Marktkolonnade zu den charmantesten Bauwerken im historischen Zentrum. Errichtet um 1883 nach den Plänen der Wiener Architekten Fellner und Helmer, überdacht sie drei Mineralquellen: die Quelle Karls IV., die Untere Schlossquelle und die Marktquelle.
Besonders sehenswert sind die aufwendigen Holzschnitzereien und das Relief, das die Legende von Kaiser Karl IV. erzählt. Heute lädt die Kolonnade dazu ein, das Heilwasser zu kosten und gleichzeitig das historische Flair des Marktplatzes unter dem Schlossturm zu genießen.
2. Grandhotel Pupp: Zentrum des Internationalen Filmfestivals


| Bekannt aus: | James Bond Casino Royale |
| Berühmte Gäste: | Ludwig van Beethoven |
| Must-See: | exklusives Kasino |
Das Grandhotel Pupp ist eines der traditionsreichsten Luxushotels Karlsbads und beeindruckt mit mehreren prächtigen Gebäudeteilen im neobarocken Stil.
Seine Wurzeln reichen bis ins 18. Jahrhundert, und Ende des 19. Jahrhunderts erhielt es durch das Wiener Architekturbüro Fellner und Helmer sein prägendes Erscheinungsbild. Neben über 200 eleganten Zimmern beherbergt das Hotel ein exklusives Kasino und ist zudem jedes Jahr ein wichtiger Treffpunkt während des Internationalen Filmfestivals von Karlovy Vary. Bekanntheit erlangte es außerdem als Drehort für den James-Bond-Film Casino Royale.
3. Mühlbrunnenkolonnade: Historischer Ort zum Heilwassertrinken



| Lage: | am Ufer der Teplá |
| Must-Do: | Heilwasser trinken |
| Baustil: | Neorenaissance |
Die Mühlbrunnenkolonnade gilt als die größte und wohl bekannteste Kolonnade der Stadt. Über 132 Meter erstreckt sie sich entlang des linken Ufers der Teplá und überdacht gleich fünf Mineralquellen: den Mühlbrunnen, die Rusalkaquelle, die Fürst-Wenzel-Quelle, die Libussaquelle und die Felsenquelle.
Der imposante Neorenaissancebau, entworfen von Josef Zítek, beeindruckt mit 124 korinthischen Säulen, einem Orchesterpodium und allegorischen Skulpturen der zwölf Monate. Hier kannst du nicht nur die Heilwirkung des Mineralwassers genießen, sondern auch durch ein architektonisches Schmuckstück flanieren.
4. Kirche St. Maria Magdalena: Prunkvoller Barockbau in Karlsbad

Auch interessant: Die schönsten Burgen, Schlösser & Paläste in Europa
| Lage: | neben dem Sprudelbrunnen |
| Must-See: | Untergeschoss |
| Baustil: | Barock |
Wenn du die Kirche St. Maria Magdalena besuchst, befindest du dich direkt neben dem Sprudel im Herzen von Karlsbad. Die beiden markanten Türme prägen das Stadtbild und sind schon von Weitem sichtbar. Im Inneren erwarten dich reich verzierte barocke Ausstattung, Stuckarbeiten und eine gotische Madonna.
Besonders interessant ist die Krypta im Untergrund, in der die Gebeine des ehemaligen Friedhofs aufbewahrt werden. Hier bekommst du einen seltenen Einblick in die Baugeschichte und kannst die Verbindung von sakraler Kunst, Bestattungsgeschichte und barocker Architektur hautnah erleben.
5. Goethe-Aussichtsturm: Panoramablick über Karlsbad

Auch interessant: Die besten Sehenswürdigkeiten im Erzgebirge
| Höhe: | 42m |
| Erreichbar: | über Gogol-Pfad |
| Besonderheit: | Blick bis zum Erzgebirge |
Der märchenhafte Goethe-Aussichtsturm auf der Anhöhe Výšina věčného života ist 42 Meter hoch. Von der Aussichtsplattform in 23,6 Metern Höhe genießt du einen weiten Blick über Karlsbad, das Erzgebirge, den Slavkovský les und die umliegende Region.
Über 165 Stufen gelangst du nach oben. Zum Turm führt unter anderem der Gogol-Pfad, alternativ erreichst du ihn vom Busstopp Hůrky auf einem kürzeren Fußweg. Ein Café im Turm lädt zu einer Pause ein.
6. Sprudelkolonnade: Unterirdische Führung zur Quelle
| Lage: | am linken Ufer der Teplá |
| Geöffnet: | Mo-So |
| Must-Do: | unterirdische Führung |
Die Sprudelkolonnade im Zentrum schützt den berühmten heißen Mineralwassergeysir „Sprudel“ (Vřídlo), dessen Wasser bis zu zwölf Meter hoch schießt. Die moderne, verglaste Kolonnade von 1975 ist bereits die dritte an dieser Stelle und folgt einer langen Tradition historischer Bauten.
Unter der Kolonnade liegt die faszinierende Sprudel-Unterwelt, in der Besucher den Weg des Thermalwassers verfolgen und die Bildung von Sprudelsteinen beobachten können. Die Unterwelt ist von Mai bis September täglich zugänglich, in der übrigen Zeit nur nach vorheriger Buchung.
7. Diana-Aussichtsturm: Beeindruckender Ausblick und Schmetterlingshaus


| Eintritt: | kostenlos |
| Anreise: | Standseilbahn |
| Zugang: | 150 Stufen oder Aufzug |
Vom Diana-Aussichtsturm eröffnet sich ein atemberaubender Panoramablick auf Karlsbad, die Täler von Teplá und Ohře, die Kurwälder und das Erzgebirge. Du kannst den Turm bequem mit dem Aufzug erreichen oder über 150 Stufen hinaufsteigen.
Gleich nebenan befindet sich das Schmetterlingshaus, in dem Hunderte exotische Schmetterlinge frei fliegen und aus nächster Nähe beobachtet werden können. Der Eintritt zum Turm ist kostenlos, und die Umgebung lädt zu Spaziergängen auf Waldwegen ein, vorbei an Pavillons und weiteren Aussichtspunkten wie dem Aussichtsturm Karl IV. oder dem Aussichtspunkt Hirschsprung.
8. Parkkolonnade: Schlangenquelle im Dvořák-Park

| Lage: | im Dvořák-Park |
| Erbaut: | um 1881 |
| Atmosphäre: | idyllischer Park |
Die Parkkolonnade im Dvořák-Park ist ein kunstvoller gusseiserner Bau und der letzte erhaltene Rest des ehemaligen Blanenský-Pavillons, der 1880 und 1881 nach den Plänen der Wiener Architekten Fellner und Helmer errichtet wurde. Besucher können hier die Schlangenquelle kosten.
Auch die Parkquelle ist von der Parkkolonnade aus zugänglich, allerdings im Untergeschoss des Militärkurbads. Die Kolonnade vermittelt ein anschauliches Bild der Kurbadarchitektur des 19. Jahrhunderts und lädt zum Flanieren im Schatten ihrer filigranen gusseisernen Säulen ein. Besonders reizvoll ist die ruhige Parkumgebung, in der man Mineralwasser probieren und die Atmosphäre des historischen Kurviertels genießen kann.
9. Glasmanufaktur Moser: Museum der traditionellen Glaskunst


| Eintritt: | ab 80 CZK |
| geöffnet: | täglich |
| Must-Do: | Glashütte besuchen |
Im Moser-Museum und in der Glasmanufaktur entdeckst du die mehr als 165-jährige Geschichte der berühmten Moser-Glaskunst. Du erfährst, wie aus glühendem Glas kunstvolle Trinkgläser und Dekorationsobjekte entstehen, und kannst den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen.
Die Ausstellung zeigt historische und moderne Kollektionen und wird durch Filme und Audioguides ergänzt. In der Verkaufsgalerie findest du exklusive Glaskunstwerke und Souvenirs. Ein Besuch vermittelt faszinierende Einblicke in traditionelles Handwerk und moderne Glaskunst.
10. Schlossturm von Karlsbad: Wahrzeichen mit Stadtblick

| Geöffnet: | täglich |
| Eintritt: | ab 50 CZK |
| Besonderheit: | ehemalige Burg |
Der Schlossturm thront auf einem Felsen über der Tržiště-Straße im historischen Zentrum von Karlsbad und ist das letzte Relikt einer Burg, die Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert erbauen ließ.
Heute kannst du hier Ausstellungen besuchen und auch die historischen unterirdischen Räume besichtigen. Besonders beliebt ist das Café im Turm, das exklusive Mischungen aus Bohnen einer lokalen Rösterei anbietet. Vom Zentrum aus dauert der Aufstieg nur wenige Minuten, alternativ gelangst du vom Theaterplatz zum Turm.
11. Hans-Heiling-Felsen: Sagenumwobene Felsformation am Fluss

Auch interessant: Adersbacher Felsenstadt oder das Tor in eine mystische Welt
| Höhe: | bis zu 50m |
| Must-See: | Hängebrücke |
| Besonderheit: | Nationales Naturdenkmal |
Unweit von Karlsbad, im malerischen Tal der Eger, liegt das Nationale Naturdenkmal Hans-Heiling-Felsen, tschechisch Svatošské skály. Die bizarren Granitfelsen, die bis zu 50 Meter hoch sind, entstanden durch die Erosion des Karlsbader Granitmassivs. Sie zählen zu den bekanntesten Naturattraktionen der Region.
Umrankt von der Sage eines versteinerten Hochzeitszuges, üben sie seit Jahrhunderten eine besondere Faszination aus. Goethe ließ sich von dem Ort inspirieren, und die Sage fand auch Eingang in die Sammlung der Brüder Grimm. Heute führen Wander- und Radwege zu den Felsen, eine Hängebrücke verbindet die Ufer, und in der Nähe laden Ausflugslokale zur Einkehr ein.
Weitere Reisetipps in Tschechien
Schon gewusst? In Karlsbad gibt es aktuell 12 Thermalquellen, die aktiv genutzt werden: sowohl für Kuren als auch von Besuchern. Insgesamt sind in der Region aber rund 80 Quellen bekannt. Viele davon sind inzwischen geschlossen oder nicht öffentlich zugänglich. Die Karlsbader Thermalquellen unterscheiden sich vor allem in Temperatur, Mineralgehalt und Zusammensetzung. Am heißesten ist die Sprudelquelle (Vřídlo) mit etwa 72 bis 73 °C. Deutlich kühler ist die Schlangenquelle (Hadí pramen), die auf rund 30 °C kommt. Auch beim Mineralgehalt gibt es Unterschiede: Die Sprudelquelle ist am stärksten mineralisiert, die anderen Quellen liegen eher im mittleren Bereich.
Ein weiterer Unterschied ist der Kohlendioxidgehalt. Besonders viel CO₂ enthalten die Sprudelquelle und die Schlossquelle (Zámecký pramen). Dazu kommen Abweichungen bei einzelnen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Natrium, Kalium oder Sulfaten – und genau das wirkt sich auch auf den Geschmack des Wassers aus. Je nach Zusammensetzung werden die Quellen deshalb bei unterschiedlichen gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt.
Schreibe einen Kommentar