Die 12 besten Sehenswürdigkeiten in Schlesien

Für viele ist Schlesien vielleicht noch eine kleine Unbekannte – obwohl der Landstrich eine ganze Reihe an Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Historisch betrachtet, gehörten weite Teile Schlesiens früher zu Deutschland, was sich nach dem Zweiten Weltkrieg änderte. Nur ein kleiner Teil westlich der Neiße, Niederschlesien, liegt auf deutschem Gebiet. Wir nehmen euch mit auf eine Reise durch Schlesien und sagen euch, welche Orte und Städte ihr ansteuern müsst.

Top-Sehenswürdigkeiten in Schlesien im Überblick

Der Großteil der historischen Region Schlesien liegt in Polen und gliedert sich in die drei Woiwodschaften Niederschlesien, Oppeln und Schlesien. Das ehemalige Gebiet reicht von Görlitz und Hoyerswerda im Westen bis nach Kattowitz im Osten, wobei auch ein kleiner Abschnitt im Nordosten Tschechiens zu finden ist. Breslau, die größte Stadt und frühere Hauptstadt Schlesiens, ist eine der prächtigsten Städte Polens und ein wahres Juwel hinsichtlich architektonischer Meisterwerke aus verschiedenen Epochen.

In Schlesien locken aber nicht nur bezaubernde Städte wie Breslau, Bunzlau oder Görlitz, sondern auch eine Vielzahl malerischer Schlösser und Burgen, die als stumme Zeugen des einstigen Wohlstands gelten. Diese historischen Bauten zählen zu den Hauptattraktionen der Region und vermitteln einzigartige Einblicke in die reiche Kultur und Geschichte Schlesiens.
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#schlesien

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Warum gehört der Großteil von Schlesien nicht mehr zu Deutschland?

Schlesien wurde nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend Polen zugesprochen. Dies geschah aufgrund der Beschlüsse der Potsdamer Konferenz von 1945, bei der die Alliierten die Grenzen in Europa neu definierten. Deutschland musste demnach alle Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie abtreten, wodurch der Großteil Schlesiens unter polnische Verwaltung fiel. Dies war Teil einer umfassenderen territorialen Neuordnung Europas, die auch massive Umsiedlungen zur Folge hatte.

Wird in Schlesien noch Deutsch gesprochen?

Deutsch wird als Muttersprache in Niederschlesien westlich der Neiße zwischen Hoyerswerda und Görlitz gesprochen. Zudem gibt es in der polnischen Woiwodschaft Oppeln (ehemals Oberschlesien) eine deutsche Minderheit, die immerhin knapp 8 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Insgesamt lebten laut Volkszählung 2011 rund 120.000 Deutsche im polnischen Teil von Schlesien.

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1. Breslau: Eine der schönsten Städte Polens

Dominsel Breslau ©️maciej

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Lage:Niederschlesien
Einwohner:etwa 640.000
Must-Do:Zwerge suchen

Ohne Zweifel: Breslau (polnisch: Wrocław) zählt zu den schönsten Städten in Niederschlesien – und wahrscheinlich in ganz Polen. Die Metropole mit rund 640.000 Einwohnern erstreckt sich entlang der Oder und verfügt über eine einzigartige Altstadt. Der Marktplatz mit seinen malerischen Gebäuden ist eines der Highlights.

Wenn ihr in Breslau im Urlaub seid, dann haltet unbedingt Ausschau nach den bronzenen Zwergen, die sich überall in der Stadt verstecken.

2. Schneekoppe: Wandern an der polnisch-tschechischen Grenze

Schneekoppe
Lage:Karpacz, Niederschlesien
Höhe:1.603 Meter
Einkehrtipp:Rübezahlbaude

Das Riesengebirge ist das höchste Gebirge Schlesiens – und gleichzeitig Tschechiens. Den höchsten Gipfel markiert die Schneekoppe (1.603 m), die auf der Grenze zwischen Polen und Tschechien liegt. Auf den Berg führen zahlreiche Wanderwege und seit einigen Jahren auch eine moderne Gondelbahn.

Das Riesengebirge bietet weitere Wanderwege, die teils an Wasserfällen, wie dem bekannten Kochelfall, an idyllische Bergseen oder historischen Bauden entlangführen. Im Winter ist die Region ein wahres Langlauf-Eldorado.

3. Friedenskirche Jauer (Jawor): Einzigartiger Sakralbau

Das Bild zeigt eine große Fachwerkkirche mit einem dominierenden Turm und einer Uhr an der Vorderseite. Die Architektur ist traditionell und auffällig mit einem Muster aus hellen und dunklen Holzbalken. Vor der Kirche befindet sich ein kleiner Zaun, der ein gepflegtes Beet mit Felsen und Büschen umgibt. Hinter der Kirche sind Bäume ohne Laub zu erkennen, was auf die Herbst- oder Winterzeit hindeutet. Der Himmel ist klar und die Sonne scheint, was für einen schönen Kontrast zur Architektur sorgt.
Friedenskirche Jawor ©bbsferrari
Lage:Jawor, Niederschlesien
Erbaut:1654–1655
Must-See:Gemälde

Die Friedenskirche in Jauer (Jawor) gilt als eine der bedeutendsten Kirchen in Schlesien. Der barocke Fachwerkbau wurde zwischen 1654 und 1655 errichtet und bietet Platz für 5.500 Menschen.

Das Innere der Kirche ist reich verziert und mit unzähligen Gemälden versehen, die Szenen aus dem neuen und alten Testament darstellen. Sehenswert ist zudem die mit Blattgold versehene Kanzel.

4. Schloss Fürstenstein: Größtes Schloss Schlesiens

Das Bild zeigt das prachtvolle Schloss Fürstenstein, eingebettet in eine farbenfrohe herbstliche Landschaft. Das Schloss thront majestätisch auf einem Hügel und ist von dichten Wäldern umgeben, deren Laub sich in leuchtenden Orangetönen präsentiert. Die Architektur des Schlosses ist beeindruckend, mit zahlreichen Türmen, Zinnen und einem markanten, hohen Turm in der Mitte. Im Hintergrund erstreckt sich eine weite, hügelige Landschaft, die den Blick in die Ferne öffnet.
Schloss Fürstenstein ©Marcin

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Lage:Walbrzych, Niederschlesien
Must-See:Barocksaal
Erbaut:vor 1300

Das Schloss Fürstenstein bei Waldenburg (polnisch: Walbrzych) ist das größte und wahrscheinlich auch prunkvollste Schloss in Schlesien. Errichtet vor 1300, ist die Höhenburg mit ihrem markanten Turm in der Mitte weithin sichtbar.

Im Inneren findet ihr einen Mix aus verschiedenen Epochen, darunter den Barocksaal, aber auch Zeichen der Renaissance, in welcher die ursprüngliche Burg ab Mitte des 16. Jahrhunderts umgestaltet wurde.

5. Silberbergwerk Tarnowitz: Einblick in die Bergbaugeschichte

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Lage:Tarnowskie Góry, Schlesien
Must-Do:Führung unter Tage
Tiefe:40 Meter

Schlesien ist für seine Bodenschätze bekannt. Neben Kohle wurde hier in den vergangenen Jahrhunderten auch Erze oder Silber gefördert. Ein Relikt aus dieser Zeit ist das Schaubergwerk Tannowitz. Vom Freilichtmuseum aus geht es bei einer Führung in 40 Meter Tiefe hinunter.

Unter Tag werdet ihr die Strecke durch das Bergwerk teils zu Fuß und teils auf einem Boot zurücklegen, da die ehemaligen Stollen zu weiten Teilen mit Wasser geflutet sind. Der Rundweg ist 1.740 m lang und ihr erfahrt hier einiges über die etwa 150-jährige Bergbautradition. Das Bergwerk gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

6. Bärenhöhle: Schönste Tropfsteinhöhle Schlesiens

Das Bild zeigt das Innere einer Tropfsteinhöhle, beleuchtet mit grünem Licht, das die Höhlenwände und Formationen in einem mystischen Schein erstrahlen lässt. Zu sehen sind Stalaktiten an der Decke und Stalagmiten, die vom Höhlenboden aufsteigen, sowie große, zerklüftete Felsformationen, die das raue und natürliche Ambiente der Höhle unterstreichen. Ein Weg aus Holz und Metall führt durch die Höhle, gesichert durch Geländer, welcher die Besucher durch das unterirdische Wunderland führt.
Bärenhöhle in Kletno ©Albin Marciniak
Lage:Kletno, Niederschlesien
Tiefe:max. 94 Meter
Must-See:Tropfsteinkaskaden

Die Bärenhöhle im polnischen Kletno ist die wahrscheinlich schönste Tropfsteinhöhle in Schlesien und wurde im Jahr 1966 entdeckt. Ihren Namen verdankt sie den Skeletten der Höhlenbären, die dort gefunden worden sind.

Diese könnt ihr im angrenzenden Museum besichtigen. Unter Tage geht es auf etwa 2 Kilometern Länge und bis zu einer Tiefe von 94 Metern durch die Wunderwelt der Tropfsteine. Ein besonderes Highlight sind die Tropfsteinkaskaden.

7. Sender Gleiwitz: Höchster Holzturm der Welt

Das Foto zeigt den Sender Gleiwitz, einen historischen Holzturm in Gliwice, Schlesien, Polen. Der Turm ragt schlank und hoch in den Himmel, mit einer komplizierten Netzstruktur aus Balken und Streben. Er steht in einer ländlichen Szenerie mit einem goldenen Feld im Vordergrund und einer Reihe von gut gepflegten Bäumen, die links und rechts des Turms positioniert sind. Im Hintergrund sind einige Häuser sichtbar. Der Himmel darüber ist weit und mit dramatischen Wolken bedeckt, was dem Foto eine malerische Qualität verleiht.
Sender Gleiwitz ©Sina Ettmer
Lage:Gliwice, Schlesien
Erbaut:1934–1935
Höhe:118 m

Der Sender Gleiwitz erlangte vor Beginn des 2. Weltkrieg durch einen fingierten Überfall des NS-Regimes internationale Berühmtheit und ist somit zu einem bedeutenden Gedenkort in Schlesien geworden.

Mit seinen 118 Metern Höhe ist er zudem der höchste Holzturm der Welt. Heute existiert am Sender ein Museum, welches die Historie des Turmes aufgreift, sowie ein kleiner Park. Der Turm ist übrigens komplett aus Lärchenholz, welches überwiegend aus der Region stammt.

8. Görlitz: Eine der schönsten Städte Deutschlands

Peterskirche in Görlitz ©️Sina Ettmer

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Lage:Niederschlesien
Must-See:Untermarkt, Altstadt
Einwohner:ca. 90.000 (mit Zgorzelec)

Willkommen in der vielleicht schönsten Stadt Deutschlands. Die Stadt Görlitz an der polnischen Grenze ist für ihre sehenswerte, historische Altstadt berühmt. Internationale Bekanntheit erlangte sie zudem als Drehort für verschiedene Hollywood-Filme, wie beispielsweise „Der Vorleser“ oder „Inglourious Basterds“.

Auf der anderen Seite des Grenzflusses Neiße liegt die polnische Schwesterstadt Zgorzelec (auf deutsch: Görlitz). Vom Hausberg Landeskrone (420 m) habt ihr eine tolle Aussicht über die Stadt.

9. Schrotholzkirche des Heiligen Friedrich: Imposante Stabkirche

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Lage:Bílá, Tschechien
Erbaut:1872–1875
Besonderheit:Stabkirche

Die Schrotholzkirche des Heiligen Friedrich – oder auch Friedrichskirche – liegt im tschechischen Bila unweit der polnischen Grenze. Sie wurde in den Jahren 1872 bis 1875 errichtet und besteht komplett aus Holz.

Ihr Vorbild sind die Stabkirchen, die ursprünglich in Norwegen ihre Heimat haben. Sie gilt als einzige Kirche dieser Art in Mitteleuropa.

10. Schloss Moschen: Märchenschloss in Schlesien

Schloss Moschen ©bbsferrari
Lage:Moszna, Oppeln
Erbaut:17. Jahrhundert
Must-See:Parkanlage

Das Schloss Moschen wirkt ein bisschen so, als könnte es dem Drehbuch eines Disney-Filmes entsprungen sein. Die markanten, schlanken Türme und die filigranen Elemente an einigen Stellen, lassen das Schloss fast zerbrechlich wirken.

Entstanden ist das Gebäude ursprünglich im 17. Jahrhundert, wurde aber mehrfach umgebaut und erweitert. Heute beherbergt es in seinen 365 Zimmern unter anderem ein Hotel. Die riesige Parkanlage ist absolut sehenswert.

11. Bunzlau: Keramik-Hauptstadt mit langer Historie

Markplatz in Bunzlau ©bbsferrari
Lage:Niederschlesien
Must-See:Markplatz mit Rathaus
Einwohner:ca. 39.000

Die Liste der Besonderheiten geht weiter in Bunzlau, auf Polnisch Boleslawiec. Rund 50 Kilometer von der deutschen Grenze gelegen, ist die Kleinstadt die „Hauptstadt“ der Keramikproduktion in Polen.

Die markanten, tiefblauen Tassen, Teller und Gefäße mit den weißen Mustern sind weit über Polen hinaus berühmt und überall in der Stadt zu kaufen. Bunzlau ist zudem eine mehr als sehenswerte Stadt. Ein architektonisches Highlight ist der Marktplatz mit dem Rathaus und dem großen Springbrunnen.

12. Eulengebirge: Abwechslungsreiches Wandergebiet

Hohe Eule (1.015 m) im Eulengebirge ©bbsferrari
Lage:Niederschlesien
Höchster Punkt:Hohe Eule (1.015 m)
Must-See:Projekt Riese

Das Eulengebirge ist ein Teil der Sudeten und liegt im südwestlichen Teil von Polen. Höchster Gipfel ist die Hohe Eule (1.015 m). Das Eulengebirge ist bekannt für seine malerischen Wanderwege entlang der Berge und Täler – aber auch für die historischen Bauten, die sich hier tief im Berg befinden.

Im 2. Weltkrieg wurde von den Nazis der Bau einer unterirdischen Stadt vorangetrieben. Das sogenannte „Projekt Riese“ kann man heute mit seinen riesigen Stollenbauten besichtigen.

Weitere Reisetipps in Polen

Schon gewusst? Schlesien ist auch berühmt für seine besonderen kulinarischen Genüsse. Probiert zum Beispiel in der Weihnachtszeit unbedingt die Schlesischen Mohnklöße. Diese werden – wie der Name unschwer vermuten lässt – aus Mohn, Weißbrot und Milch hergestellt. Die Masse wird häufig noch mit Rosinen, Mandeln, Zimt und Honig versetzt. Traditionell werden Mohnklöße auch in Teilen der schlesischen Oberlausitz in Deutschland in der Weihnachtszeit zubereitet.

Ein ganzjähriges Schmankerl ist hingegen das Schlesische Himmelreich. Dabei handelt es sich um einen Braten, am ehesten vergleichbar mit Kassler, der mit getrockneten Früchten in einer Soße gegart wird. Klingt zunächst komisch – ist aber mega lecker!

Lage

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