Mit einer Höhle verbinden die meisten Menschen eine etwas geheimnisvolle Atmosphäre von Mystik und grauer Vorzeit. Während Höhlen vor vielen tausend Jahren unseren Vorfahren als Wohnstätten dienten, sind sie heute absolute Publikumsmagnete und beliebte Ausflugsziele. Doch welche Grotten sind besonders sehenswert? Wir geben euch einen Überblick und zeigen die spektakulärsten Höhlen in Deutschland, die ihr unbedingt besuchen solltet.

Die spektakulärsten Höhlen in Deutschland im Überblick

Als Höhle oder Grotte bezeichnet man einen unterirdischen Hohlraum, der durch geologische Prozesse natürlich entstanden ist und mindestens eine Länge von 5 m aufweist. In Deutschland gibt es viele verschiedene Arten von ihnen. Die Höhlen, die für Besucher geöffnet sind und von innen bestaunt werden können, nennt man Schauhöhlen. Gut begehbar oder sogar mit einem Boot befahrbar sind sie beliebte Attraktionen mit ganz unterschiedlichem Ursprung. So gibt es beispielsweise Wasser- und Eishöhlen mit faszinierenden Formationen. Auch die bekannten Tropfsteinhöhlen, die sich durch ihre beeindruckenden Stalakmiten und Stalaktiten auszeichnen, sind einen Ausflug wert. In der einen Höhle funkeln sie in den verschiedensten Farben, während sie in der anderen Höhle geradezu leuchtend weiß bis durchsichtig schimmern. Und wusstest du, dass hier sogar genussvoller Käse reift?

#deutschland

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1. Atta-Höhle: In der Tropfsteinhöhle reift Käse

© GordonGrand
Ort:Attendorn
Länge:6,67 km
Besonderheit:Atta-Käse

Die Atta-Höhle oder auch Attendorner Tropfsteinhöhle wurde im Jahr 1907 entdeckt und darf bereits seit damals auch von Besuchern betreten werden. Ihre Gesamtlänge beträgt rund 6 km, aber bis heute hat man erst 1,8 km davon erforscht. Auf einem Rundweg kann diese Höhle, die für ihre herrlichen Farben und die eindrucksvollen Stalagmiten und Stalaktiten bekannt ist, begangen werden. Wer gerne Käse ist, sollte unbedingt den Atta-Käse probieren, der in den Höhlengängen bei optimalen Bedingungen über einen Zeitraum von drei Monaten reift. In der sogenannten Gesundheitsgrotte wurden Ruheliegen aufgestellt, die besonders von Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen genutzt werden. Ihre Leiden sollen hier in der absolut staub-, ozon- und keimfreien Luft gelindert werden.

#nordrhein-westfalen

2. Barbarossahöhle: Unterirdisches Zauberschloss

© Stefan Müller
Ort:Kyffhäuserland
Länge:1,1 km
Besonderheit:Anhydritstein

Die Barbarossahöhle befindet sich im kleinen Kyffhäusergebirge im Norden von Thüringen. Der Legende nach wartet hier Kaiser Friedrich I Barbarossa in einem unterirdischen Schloss auf seine Auferstehung. Als die Höhle im Jahr 1865 zufällig von Bergleuten entdeckt wurde, war die Namensfindung somit sehr einfach. Für die damalige Zeit eher ungewöhnlich, richtete man hier sofort eine Schauhöhle ein und gab somit den Bergbau auf. Die Barbarossahöhle ist geologisch eine ganz besondere Rarität, denn weltweit existieren nur zwei solcher Schauhöhlen im Anhydritstein. Die 1,3 Hektar große Höhle verzaubert die Besucher mit einem einzigartigen Spiel der Farben in den Tönen weiß bis grau. Immer wieder erblickt das Auge spektakuläre und bizarre Formationen und kristallklare Seen.

Beim Gang durch die Höhle durchwandert man verschiedene Räume mit Namen wie Empfangssaal, Dom oder Olymp. Der „Tanzsaal“ wurde mit Tisch und Stuhl für Barbarossa „möbliert“. Ein Besuch des faszinierenden Ortes ist garantiert ein märchenhaftes Erlebnis für Groß und Klein.

#thüringen

3. Wimsener Höhle: Tiefste Unterwasserhöhle Deutschlands

© Tress Gastronomie
Ort:Hayingen
Länge:1.260 m
Besonderheit:per Boot befahrbar

Die Wimsener Höhle in der Schwäbischen Alb ist auch unter dem Namen Friedrichshöhle bekannt. Bereits 1803 wurde sie für Besucher geöffnet. Die Wimsener Höhle ist die einzige Höhle in Deutschland, die mit einem Boot befahren werden kann und ist mit einer Länge von insgesamt 1.260 m die tiefste Unterwasserhöhle Deutschlands, die komplett erforscht ist. Mit dem Boot kann man allerdings nur bis etwa 70 m in die Höhle hineinfahren, da sich von dieser Stelle an die Höhlendecke bis zum Wasser absenkt. Nur Taucher können hier weiter in die Tiefe vordringen. Der Fährmann informiert seine Passagiere auf unterhaltsame Art über interessante geologische und geschichtliche Fakten.

In den 1990er Jahren wurden übrigens Tonscherben und Knochen gefunden, die beweisen, dass die Höhle früher einen viel niedrigeren Wasserstand aufwies und begehbar war.

#baden-württemberg

4. Schellenberger Eishöhle: Spektakuläres Naturphänomen

© mindscapephotos

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Ort:Marktschellenberg
Länge:3.621 m
Besonderheit:Eisformationen

Wer die Schellenberger Eishöhle im Landkreis Berchtesgaden besuchen möchte, sollte unbedingt gut zu Fuß sein, denn sie ist nur nach einer mehrstündigen Wanderung durch das Untersbergmassiv erreichbar. Besichtigt werden kann die einzige Eisschauhöhle Deutschlands, die auf einer Höhe von 1.570 m liegt und ab 1874 erforscht wurde, nur während des Sommerhalbjahres von Juni bis Oktober. Während des knapp einstündigen Rundganges hat man die Gelegenheit, fantastische Eisformationen, die noch aus der letzten Eiszeit stammen, zu bewundern. Da sich die gefrorenen Wände ständig verändern, ist auch der Anblick immer wieder anders. Die Gänge werden durch Grubenlampen beleuchtet, die eine einzigartige Atmosphäre schaffen.

#berchtesgadenerland

5. Saalfelder Feengrotten: Farbenreichste Schaugrotte der Welt

© Uta E.

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Ort:Saalfeld/Saale
Must-See:Märchendom
Besonderheit:Farbige Tropfsteine

Das stillgelegte Alaunschieferbergwerk in Saalfeld wurde zu einem Schaubergwerk umgebaut, das durch seine besondere Geologie unglaublich farbige Tropfsteine aufweist. Allein über 100 verschiedene Brauntöne sind auf den drei Sohlen (Etagen) zu erkennen, so dass es tatsächlich zu einem Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde als „farbenreichste Schaugrotte der Welt“ kam. Der älteste und schönste Raum der Feengrotten ist der sogenannte „Märchendom“. Zusätzlich zu der Höhle selbst befinden sich auf dem Außengelände mehrere Spiel- und Aktionsbereiche, so dass Familien in der Erlebniswelt Saalfelder Feengrotten am Rande des Thüringer Schiefergebirges einen herrlichen Ferientag verleben können.

Im „Grottoneum“ gibt es jede Menge spannender Informationen rund um das Thema Bergwerk und Tropfsteinhöhle und auch das Anfassen der Objekte ist ausdrücklich erlaubt.

#thüringen

6. Falkensteiner Höhle: Abenteuertour in wilder Höhle

© Hans Braxmeier
Ort:Grabenstetten
Länge:5 km
Must-Do:Abenteuertour

Die Falkensteiner Höhle befindet sich im Landkreis Reutlingen in der Schwäbischen Alb. Es handelt sich bei ihr um eine sogenannte aktive Wasserhöhle, bei der Regen- und Schmelzwasser durch den Karst über Felsspalten in die Gänge sickern. Da ein Befahren der Höhle bei extremen Wetterverhältnissen nicht ungefährlich ist, wurde die Falkensteiner Höhle vor mehreren Jahren für die Allgemeinheit gesperrt. Einige Outdoor-Veranstalter haben allerdings Sondergenehmigungen und bieten zwischen April und September unterschiedliche Abenteuertouren an. Im Gegensatz zu den touristisch erschlossenen Schauhöhlen gibt es hier weder elektrisches Licht noch befestigte Wege, dafür aber ein extrem intensives Naturerlebnis.

Die Falkensteiner Höhle ist Teil des UNESCO Geoparks Schwäbische Alb und besitzt nach heutigem Stand eine Gesamtlänge von rund 5 km.

#baden-württemberg

7. Teufelshöhle: Beeindruckende Stalagmiten und Stalaktiten

© SilvanaGodoy

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Ort:Pottenstein
Länge:ca. 3 km
Besonderheit:Stalagmiten und Stalaktiten

Die Teufelshöhle ist eine der schönsten Tropfsteinhöhlen Deutschlands und liegt im Landkreis Bayreuth bei Pottentein. Ähnlich beeindruckende Stalagmiten und Stalaktiten sind in nur wenigen Höhlen zu finden. Bereits der 25 m breite und 14 m hohe Eingang ist äußerst imposant und erinnert an ein Portal. Die Gänge der Teufelshöhle erstrecken sich über eine Länge von insgesamt 3 km, von denen etwa 800 m im Rahmen von Führungen besichtigt werden können. Riesige Säle und enge, kurvenreiche Pfade wechseln sich ab. Durch passende Beleuchtung und Musik wird der Spaziergang zu einem runden Erlebnis.

Die geräumige Grotte am Eingang eignet sich ausgezeichnet als Konzerthalle und Theatersaal, so dass hier im Sommer diverse Veranstaltungen durchgeführt werden, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

#bayern

8. Balver Höhle: Ein Veranstaltungssaal der Natur

© Balver Höhle
Ort:Balve
Länge:138 m
Besonderheit:Konzerte und Theateraufführungen

Die Balver Höhle liegt im Hönnetal in Nordrhein-Westfalen und wird als „offene Höhle“ mit einer fantastischen Akustik und einer einzigartigen Atmosphäre bereits seit 1922 für Konzerte und Theateraufführungen genutzt. Durch das 11 m hohe und 18 m breite Eingangsportal tritt der Besucher in eine 90 m tiefe Halle, die sich anschließend in zwei Arme aufteilt und insgesamt 2.000 Menschen Platz bietet. Die archäologischen Funde dieser Karsthöhle wurden von Experten auf die Altsteinzeit datiert und umfassten unter anderem Knochenteile von Menschen, Waldelefanten und Wollnashörnern.

#nordrhein-westfalen

9. Herbstlabyrinth Breitscheid: Durchsichtige Tropfsteine

© Klaus-Peter Kappest
Ort:Breitscheid
Länge:ca. 11 km
Besonderheit:durchsichtige Tropfsteine

Das größte Höhlensystem Hessens umfasst eine Länge von mehr als 12.800 m und befindet sich im Dreiländereck von Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Westerwald. Der Name leitet sich von der Jahreszeit der Entdeckung der Höhle ab, die Teil des Nationalen Geoparks ist. Erst im Jahr 2009 wurde hier eine kleine Schauhöhle, die sogenannte Knöpfchenhalle, eingerichtet. Sie verfügt über eine der neuesten technischen Ausstattungen überhaupt. Der 80 m lange und bis zu 32 m hohe Raum weist extrem saubere Tropfsteinformationen auf, die von durchsichtig bis leuchtend weiß schimmern. Im angeschlossenen Informationszentrum können sich die Besucher mit spannenden Details der Höhlenkunde vertraut machen.

#hessen

10. Rübeländer Tropfsteinhöhlen: Älteste Schauhöhlen Deutschlands

© dieter76
Ort:Elbingerode
Must-See:Grottenolm
Besonderheit:Formen, die an Fabelwesen erinnern

Am höchsten Berg des nördlichsten Mittelgebirges Deutschlands, dem Brocken, befinden sich in einer Entfernung von nur wenigen Metern gleich zwei Höhlen, nämlich die Baumanns- und die Herrmannshöhle. In der Baumannshöhle werden bereits seit dem 17. Jahrhundert organisierte Führungen angeboten. Sie ist besonders für ihre vielen unterschiedlichen Tropfsteinformen bekannt, in denen man während des knapp einstündigen Rundganges mit etwas Phantasie zum Beispiel Zwerge, Dinosaurier und Schildkröten erkennen kann. Die Herrmannshöhle wurde dagegen erst im 19. Jahrhundert bei Straßenbauarbeiten zufällig entdeckt. Die Besucher staunen speziell über die bis zu 50 m hohen Räume und den unterirdischen Olmensee, dem einzigen Ort in Deutschland, an dem die scheuen Olme leben.

Auf der wunderschönen Naturbühne der Höhle kommen regelmäßig Theater- oder Musikstücke zur Aufführung, die inmitten dieser einmaligen Kulisse zu unvergesslichen Erlebnissen werden.

#harz

Weitere Ausflugsziele in Deutschland

Schon gewusst? Das Klima in Höhlen ist in der Regel vom normalen Wetter unabhängig und sehr konstant. Häufig liegen die Temperaturen das ganze Jahr über, je nach Gegend, zwischen 7° und 12° C, so dass Besucher an heißen Sommertagen unbedingt eine Jacke dabeihaben sollten, da es für sie sonst unangenehm kühl werden kann. Ganz wichtig für eine Höhlenbegehung ist trittfestes Schuhwerk, damit man auf glattem Untergrund oder unebenen Pfaden nicht ausrutscht oder umknickt. Besonders Naturhöhlen sind wetterabhängig. Aus diesem Grund sollte man sich vorab immer über die aktuellen Bedingungen informieren.

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