Einer der größten Vorteile, in München oder Umgebung in Bayern zu wohnen, ist die Nähe zu den Bergen und damit zu den Bayerischen Voralpen. Viele tolle Wanderziele erreicht man in knapp ein bis zwei Stunden – oft sogar mit Bus und Bahn. Ob gemütlich oder anspruchsvoll, kurz oder lang, Waldweg oder Drahtseil versicherter Steig – wir zeigen euch die schönsten Wanderungen in den Bayerischen Voralpen.

Top Wanderungen in den Bayerischen Voralpen im Überblick

Für den Bayerischen Voralpen-Wanderer sind viele Namen nichts Neues: Wendelstein, Wallberg oder Rotwand hat jeder mal gehört – diese Ausflugsziele sind nicht ohne Grund beliebt. Oft sind sie gut erreichbar, bieten eine fantastische Aussicht und unterwegs urige Berghütten. Auch weniger mobile Bergfreunde kommen hinauf, denn viele dieser Gipfel sind mit der Seilbahn erreichbar.

Oder dürfen es ein paar weniger bekannte Ziele sein? Für die wundervolle Halserspitze braucht man viel Ausdauer. Es geht durch eine wildromantische Schlucht, durch duftende Latschenwälder und an grasbewachsenen Hängen vorbei. Abwechslungsreich ist auch die Tour zum Schinder im Mangfallgebirge: Wer den deutschen und österreichischen Gipfel erobern will, sollte mindestens trittsicher sein.

Und wer so richtig motiviert ist, verbindet einfach alles: Vom Herzogstand zum Heimgarten, vom Brauneck zur Benediktenwand. Hauptsache, man bringt genug Zeit und die passende Ausrüstung mit.

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1. Benediktenwand: Steinböcke in den Voralpen

Herbstpanorama an der Benediktenwand in den Bayerischen Alpen ©️topics

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Strecke:12,7 km
Höhenmeter:1.050 hm
Gehzeit:ca. 6 Stunden

Wer Gipfel mag, wird die Benediktenwand lieben. Um zum höchsten Punkt (1.801 Meter) zu gelangen, muss man gleich mehrere Nebengipfel überschreiten. Die Tour ist anspruchsvoll, teilweise Drahtseil versichert und ziemlich lang, weshalb das erste Stück hinauf zum Brauneck mit einer Bergfahrt in der Gondel übersprungen werden kann.

Die Mühen lohnen sich: Es gibt eine tolle Aussicht, einen abwechslungsreichen Weg, mehrere Einkehrmöglichkeiten und wer ganz viel Glück hat, sieht sogar Steinböcke, denn an der Benediktenwand lebt eine Steinbock-Kolonie.

2. Heimgarten: Panorama-Tour am Walchensee

Gratwanderweg zum Heimgarten ©️topics

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Strecke:9,2 km
Höhenmeter:1.430 hm
Dauer:4:30 Stunden

Der Heimgarten (1.790 m) liegt direkt am türkisblauen Walchensee. Nach einem schönen Aufstieg durch den Wald und über Almwiesen kommt man kurz vor dem Gipfel an der Heimgartenhütte vorbei, die besonders mit ihrem Kaiserschmarrn überzeugen kann.

Wer noch Energie hat, läuft direkt weiter über den Grat zum Nachbargipfel Herzogstand mit Halt im Gipfelpavillon, um die Rundumsicht zu genießen. Vom Herzogstand aus kann man auch mit der Seilbahn abgondeln. Die Tour ist mit dem ÖPNV erreichbar.

3. Tegernseer Hütte: Adlernest auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein

Tegernseerhütte ©️Komwanix

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Strecke:8,4 km
Höhenmeter:915 hm
Gehzeit:4:00 Stunden

Die Tegernseer Hütte ist ein schönes Ausflugsziel zwischen Roß- und Buchstein. Die Hütte mit dem markanten, türkisgrünen Dach liegt auf 1.638-Metern und klebt wie ein Adlernest auf dem Grat zwischen Roß- und Buchstein. Einkehren und übernachten kann man hier von Mai bis Anfang November.

Beim südseitigen Aufstieg von der Bushaltestelle Tegernseer Hütte bekommt man auch an kurzen Herbsttagen noch ordentlich Sonne ab. Wer noch weiter wandern möchte, kann noch einen oder beide Gipfel mitnehmen.

4. Wallberg: Rundtour mit 360-Grad-Aussicht

Wallbergkirchlein auf dem Wallberg am Tegernsee
Wallbergkirchlein auf dem Wallberg am Tegernsee ©Achim Lammerts

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Strecke:13,9 km
Höhenmeter:930 hm
Gehzeit:ca. 4 Stunden

Der 1.722-Meter-hohe Wallberg ist kein Geheimtipp. Am Tegernsee gelegen ist er von München aus schnell zu erreichen, egal ob mit dem Auto oder dem ÖPNV. Die Wanderung dauert etwa vier Stunden, bietet mehrere Einkehrmöglichkeiten und einen Rundumblick auf den Tegernsee und die Berge im Süden.

Wer ganz oben noch Lust hat, nimmt mit dem Setzberg unterwegs noch einen zweiten Gipfel mit. Weniger motivierte Bergfreunde hingegen können optional eine oder beide Strecken mit der Wallbergbahn ab Rottach-Egern fahren.

5. Wendelstein: Zur höchstgelegenen Kirche Deutschlands

Der Wendelstein in Oberbayern ©️Bergfee
Strecke:12,6 km
Höhenmeter:1.030 hm
Gehzeit:6 Stunden

Viele Wege führen auf den Wendelstein, daher lässt sich die Tour wunderbar variieren. Doch alle gelangen zum 1.838-Meter-hohen Gipfel mit der markanten Antenne. Nach oben schlängelt sich eine Zahnradbahn und auch eine Seilbahn bringt weniger mobile Bergfreunde hinauf.

Denn der Gipfel lohnt sich mit einer tollen Aussicht, vielen Bänken und einem Gipfelrestaurant. Oben sehenswert ist außerdem die Wendelsteinhöhle und das Wendelsteinkirchlein, die höchstgelegene Kirche Deutschlands.

6. Rotwand: Klassiker der Münchner Hausberge

Rotwand in den Bayerischen Alpen ©️immer_weiter_rauf
Strecke:16,3 km
Höhenmeter:947 hm 
Gehzeit:6 Stunden

Den eindrucksvollen Kamm der 1.884-Meter-hohen Rotwand kennt wohl jeder Wanderer im Bayerischen Alpenraum. Die Tour startet am Spitzingsee. Hinauf gibt es mehrere Wege, einer startet direkt hinter der Wurzhütte, führt durch den Wald, vorbei an Kuhwiesen und dem ganzjährig geöffneten Rotwandhaus und schließlich über einen Pfad und einen unschweren Steig hinauf zum Gipfelkreuz.

Der Abstieg ist spannender: Es geht vorbei an den Felswänden und Wasserfällen des wildromantischen Pfanngrabens. Die Tour lässt sich krönen mit einem Bad im Spitzingsee.

7. Baumgartenschneid: Fantastischer Blick auf den Tegernsee

Blick auf den Tegernsee in Bayern vom Baumgartenschneid ©️fottoo
Strecke:10,3 km
Höhenmeter:675 hm
Gehzeit:4 Stunden

Die Tour auf den Baumgartenschneid (1.448 m) ist ideal, wenn es schnell gehen soll. In nur einer Stunde ist man mit dem Zug von München am Tegernsee. Von dort geht es erst 45 Minuten zum Wirtshaus Galaun und dann nochmal so lange zur weißen Riedersteinkapelle, die man schon aus weiter Entfernung auf dem Felsvorsprung thronen sieht.

Von hier hat man einen schönen Blick auf den Tegernsee. Absteigen kann man von hier direkt optional, schöner ist aber die Überquerung des Baumgartenschneids, der auf dem anderen Weg wieder zum Tegernsee führt. Die Tour ist ganzjährig machbar.

8. Schinder: Bayerischer und österreichischer Gipfel

Der Gipfel des Schinders im Vordergrund, darüber der bewölkte Himmel
Wanderung auf den Schinder: Am Grat ©️Stephan

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Strecke:11,3 km
Höhenmeter:1.000 hm
Gehzeit:5 Stunden

Der 1.809-Meter-hohe Gipfel auf Österreicher Seite wird auch Trausnitzberg genannt. Der Name „Schinder“ trifft es aber besser, denn der Aufstieg auf den Schinder ist eine ganz schöne Schinderei. Wer den Rundweg gehen möchte, sollte aber unbedingt über das schwere Schinderkar und die steile Kletterei mit Drahtseilversicherung aufsteigen.

Am Bayerischen Schinder, dem zweithöchsten Gipfel der Schindergruppe ganz auf deutscher Seite, geht es übrigens auch vorbei. Der Abstieg ist lieblicher: Es geht über Wiesen, die private Trausnitzalm und durch den Wald. Wer den Abstiegsweg auch aufsteigt, macht aus der Wanderung zum Schinder eine mittelschwere Wanderung.

9. Hirschberg: Beliebte Rundtour mit Blick auf den Tegernsee

Auf dem Hirschberg mit Blick zum Tegernsee ©Harald Biebel

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Strecke:12,7 km
Höhenmeter:900 hm
Gehzeit:5 Stunden

Auch auf den 1.668-Meter-hohen Hirschberg kann man das ganze Jahr wandern. Es gibt einen Sommer- und einen Winterweg. Sofern kein Schnee liegt, ist es auch eine schöne Rundtour. Zunächst geht man auf einer Forststraße durch einen Mischwald, weiter oben lichtet sich dieser und es geht auf Wiesen weiter.

Der Grasgipfel selbst bietet viel Platz für die vielen Wanderer, die sich für diese Klassiker-Wanderung entscheiden. Von oben hat man einen tollen Blick auf den Tegernsee und das Voralpenland. Auf dem Abstieg kommt man am ganzjährig geöffneten Hirschberghaus vorbei.

10. Halserspitze: Highlight der Blauberge

Halserspitze auch Halserpitz genannt in den Bayerischen Voralpen ©️Wolfgang Loeffler

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Strecke:18,1 km
Höhenmeter:1.250 hm
Gehzeit:7 Stunden

Zunächst die Keyfacts: Sieben Stunden, 18 Kilometer und über 1.200 Höhenmeter. Wer Zeit und Kondition dafür hat, wird mit einer wunderschönen Wandertour in den sogenannten Blaubergen nahe des Tegernsees belohnt.

Von Wildbad Kreuth aus geht es über Forststraßen, Wiesen und Waldstücke durch die eindrucksvolle Wolfsschlucht und bald ziemlich steil hinauf. Weiter oben dominieren Latschen, die erst kurz vor dem 1.862-Meter-hohen Gipfel weichen. Auf dem Weg kann man in Siebenhütten und an der Blaubergalm einkehren.

11. Jochberg: Walchensee und Kochelsee im Blick

Jochberg mit Blick auf Walchensee und Kochelsee ©Frank Krautschick
Strecke:16 km
Höhenmeter:1.103 m
Gehzeit:6 Stunden

Die Wanderung zum 1.565-Meter-hohen Jochberg lohnt sich für alle, die eine vergleichsweise kurze Tour machen wollen, ohne auf eine tolle Aussicht zu verzichten. Vom baumfreien Gipfel aus sieht man den Kochelsee und den türkisblauen Walchensee.

Wer vom Parkplatz an der Kesselbergstraße startet, braucht für die gesamte Tour nur etwa dreieinhalb Stunden. Man kann die Tour auch als Rundtour gehen, dann kommt man am Walchensee entlang, in dem man sich je nach Wetter noch abkühlen kann. Wer lieber länger und einsamer aufsteigen möchte, startet in Kochel am See.

12. Brauneck: 360-Grad Fernsicht auf die Bayerischen Alpen

Blick vom Brauneck ©️petra jaeschke/EyeEm
Strecke:15,5 km
Höhenmeter:850 hm
Gehzeit:5:30 Stunden

Die Wandertour zum Brauneck startet an der Talstation der Bergbahn, mit der man optional auch hinauf- oder hinabfahren kann. Die meiste Zeit verläuft der Aufstieg auf einer Forststraße mit moderater Steigung. Es geht vorbei an der bewirtschafteten Reiser Alm und dann über den Steig Nummer 9 weiter hinauf.

Die Tour verläuft weiter vorbei an einem Speichersee und schließlich recht steil bis zum 1.555-Meter-hohen Gipfel. Oben gibt es weitere Einkehrmöglichkeiten und vor allem – das Highlight der Tour – eine wunderbare Fernsicht in alle Richtungen. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg wie der Aufstieg.

13. Herzogstand: Gipfelpavillon mit Panorama-Karte

Aussicht vom Herzogstand auf den Walchensee ©️Andreas Prott

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Strecke:14,4 km
Höhenmeter:840 hm
Gehzeit:4 Stunden

Den Herzogstand kennt in Bayern jeder. Der 1.731-Meter-hohe Berg liegt direkt am Walchensee und kann in etwa zwei Stunden erklommen werden. Der Steig im Wald gibt dabei immer wieder den Blick frei auf den See und das darum-liegende Bergpanorama. Das sieht man natürlich am besten von oben.

Im Gipfelpavillon gibt es eine 360-Grad-Panorama-Karte, anhand derer sich die Berge in allen Himmelsrichtungen bestimmen lassen. Motivierte Wanderer gehen von hier aus über den Grat weiter zum Heimgarten. Wer müde ist, kann mit der Seilbahn abgondeln.

14. Geierstein: Viel Wald und Aussichtskanzel am Geigerstein

Strecke:14,6 km
Höhenmeter:1.020 hm 
Gehzeit:ca. 6 Stunden

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Der 1.491-Meter-hohe Geierstein (auch Geigerstein) ist fast bis zum Gipfel bewaldet. Einen Blick auf das Gebirge gibt es nur an wenigen Stellen, dafür werden Wanderer ganz oben am felsigen Gipfel mit einer tollen Aussicht belohnt.

Die Tour kann als Rundtour gegangen werden, Start und Ziel ist dabei Lenggries, wohin man auch mit dem ÖPNV anreisen kann. Es gibt keine Einkehrmöglichkeit, daher sollte man genug Essen und Trinken einpacken. Der Legende nach soll hier übrigens ein Eremit gelebt haben, der Geige spielte. Er soll einem Geier das Auge ausgehackt haben. Auch deshalb hat der Berg zwei Namen.

15. Bodenschneid: Highlight-Tour am Spitzingsee

Blick von der Bodenschneid auf die Bodenschneidalm ©️Harald Biebel
Strecke:8,4 km
Höhenmeter:820 hm
Gehzeit:4:30 Stunden

Der 1.669-Meter-hohe Bodenschneid ist ein Highlight am Spitzingsee, den man bei einer entspannten Halbtagswanderung erreichen kann. Schon beim Aufstieg hat man einen herrlichen Blick auf den Tegernsee. Die Tour hat kurz vorm Gipfel steile Passagen, ist aber technisch nicht allzu anspruchsvoll.

Man kann zu jeder Saison zum Bodenschneid aufsteigen und sich dabei sogar verwöhnen lassen: Auf dem Weg liegen die Obere und Untere Fistalm sowie mit einer kleinen Verlängerung auch das Bodenschneidhaus, die alle ganzjährig geöffnet haben.

Weitere Reiseziele in den Alpen

Schon gewusst? Wer in den Alpen nicht zu Hause ist, weiß häufig ohne Karte gar nicht, welche Gipfel gerade um ihn herumliegen. Abhilfe bietet hier die App „Peak Finder“. In Echtzeit könnt ihr damit euer Handy um euch herumführen und so sämtliche Gipfel und auch Höhen identifizieren. Ihr solltet eventuell daran denken, die jeweiligen GPS-Regionsdaten vorab im WLAN herunterzuladen, da die Datenmengen recht groß sein können.

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